Drei ziemlich fiese Gestalten überwachen eine stark befahrene
Kreuzung in Erlangen.
Es handelt sich hier um eine Figurengruppe des renommierten
Künstlers Stephan Balkenhol. Sie besteht aus drei
Skulpturen-Säulen in einer Reihe. Auf drei braunroten
Holzsockeln, je 350 cm hoch, stehen jeweils männliche,
schwarz-weiße Figuren in unterschiedlicher Größe
(220 cm, 190 cm, 150 cm hoch). Das Besondere an den Kunstwerken:
Skulptur und Sockel sind jeweils aus einem Baumstammstück
geschlagen.
Im Winter 2004 wurden die Holzfiguren aus dem Atelier des
Künstlers in Frankreich per Lastwagen nach Erlangen gebracht.
Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf EUR 70.000,-.
Stephan Balkenhol ist einer der bedeutendsten
zeitgenössischen deutschen Bildhauer. Er wurde 1957 im
hessischen Fritzlar geboren und ist in Kassel aufgewachsen. Seine
Plastiken beziehen sich auf die bildhauerischen Traditionen von der
frühchristlichen Skulptur bis zur Moderne. Seit 1991 hat er
eine Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden
Künste Karlsruhe. Stephan Balkenhol lebt in Karlsruhe und in
Lothringen. Skulpturen des Künstlers stehen an exponierter
Stelle als Kunst im öffentlichen Raum, unter anderem in
London, Paris und Berlin.
Balkenhol arbeitet in Skulpturen, Reliefs, Zeichnungen und
Siebdruck. Seine grob gehauenen und farbig bemalten Holzskulpturen
sind sein Markenzeichen. Er stellt Menschen, Tiere und
Architekturen dar, zuweilen surreal kombiniert. Der Mensch steht im
Mittelpunkt seiner Arbeiten. Dabei hinterfragt er die Tradition der
klassischen Skulptur. Er entwickelt Grundtypen, die er
vielfältig variiert. Kleidung und Haltung der dargestellten
Menschen deuten auf die Gegenwart. Sie zeigen keine eindeutigen
Emotionen, sie blicken scheinbar ins Leere oder auf - für den
Betrachter - unbekannte Punkte. Die Figuren bleiben distanziert,
anonym und rätselhaft.
"Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen
versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe,
es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, es zu entdecken."
(Stephan Balkenhol)
Holz (Pappel) ist Balkenhols wichtigstes Arbeitsmaterial.
Typisch für seine Holzskulpturen ist die Präsentation auf
einem Sockel des selben Materials. Dabei sind Sockel und Skulptur
scheinbar aus einem Werkstück gearbeitet und gleichsam
verwachsen. Das Material bleibt in seinen Werken deutlich erkennbar
und auch die Bearbeitung bleibt in der groben Struktur unter der
Farbfassung sichtbar. Material und Arbeitsprozess werden damit Teil
des inszenierten Kunstwerkes.
Bonusaufgabe (keine Voraussetzung fürs Logen):
Macht ein Photo von euch, in dem ihr den Ausdruck der drei
Holzfiguren möglichst genau reproduziert. Ideal wären
Gruppen von 3+ Personen, Einzelbilder sind aber auch immer
willkommen.