Die Spuren der Seekuh sind ja inzwischen wieder einigermaßen
ausgetreten. Seither habe ich weiter gelesen und gesurft und eine
andere interessante Spur durch Erlangen gefunden.
Folgt mir auf den Spuren des Bieres kreuz und quer durch Erlangen
– und Ihr könnt nicht abkürzen, weil dieser Weg bei
weitem nicht so einfach nachzuvollziehen ist, wie abgebaute
Eisenbahngleise ;-). Deshalb gibt es dieses Mal auch ein
Rätsel zum Cache. Lasst Euch nicht von den vielen Stationen
abschrecken. Es ist kürzer, als es aussieht.
Ich denke, Ihr werdet die Stadt nach diesem Rundgang auch aus
einem ganz neuen Blickwinkel betrachten. Mir ging es jedenfalls so,
als ich diesen Cache vorbereitete. Die meisten Informationen habe
ich aus dem Buch „Ein Erlanger bitte!“ von Jochen
Buchelt, Martin Schiebler und Hans-Diether Dörfler.
Bevor es losgeht, gibt es noch ein paar Infos zum Einstieg:
Bier gebraut wird in Erlangen schon seit eh und je – aber
das ist in Franken ja eigentlich nichts besonderes. Die Brauereien
waren in der Regel klein und meist mit einer angeschlossenen
Gastwirtschaft verbunden, in der das Bier ausgeschenkt wurde. Im
19. Jahrhundert dann kam für Erlangen der Aufschwung zur
größten Bierstadt Deutschlands. Selbst mit Kulmbach,
Nürnberg und München konnte man sich damals messen bzw.
übertraf diese. Das hiesige Bier wurde nach ganz Deutschland
und noch sogar nach Übersee exportiert. Es gewann Preise auf
vielen Handels- und Industriemessen – z.B. auch 1893 in
Chicago. Noch in den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde im
amerikanischen Mittelwesten der Begriff „Erlanger“ als
Bezeichnung für ein besonders gut schmeckendes Bier verwendet.
Auch Karl May lässt in seinem Roman „In den Schluchten
des Balkan“ Kara Ben Nemsi in einer entlegenen Herberge Bier
trinken, das der Wirt nach den „Vorschriften“ eines
Erlangers gebraut hatte. Damals war in Erlangen das Bier der
großen Exportbrauereien kaum zu bekommen. So entstanden
einige Kuriositäten, aber davon später mehr.
Zu jener Zeit summierten sich in Erlangen mehrere
Standortvorteile für die Brauereien:
Der Aufschwung begann 1834 mit der Gründung des deutschen
Zollvereins. Innerhalb des Reiches konnte jetzt freier Handel
getrieben werden.
Die Eisenbahn, welche Erlangen bereits 1844 erreichte,
ermöglichte den schnellen und günstigen Versand des
Bieres über weite Strecken zu einer Zeit, als in vielen Orten
noch Pferdekutschen und Ochsenkarren das Verkehrsgeschehen
bestimmten. Am 8.8.1882 ging in Erlangen z.B. ein Zug mit 15
Waggons und 1000 Hektolitern Bier zum 3. Sängerfest in Hamburg
– zu einer Jahreszeit, in der anderswo aufgrund der
Temperaturen kaum noch gutes Bier zu bekommen war.
Der Burgberg mit seinem weichen Sandstein, in den sich relativ
einfach ausgedehnte Keller graben ließen, erlaubte eine gute
Kühlung großer Mengen Bieres bis weit in den Sommer
hinein.
Auch der Ludwig-Donau-Main-Kanal trug sein Scherflein dazu bei.
Hier hatten alle größeren Brauereien ihre
Kanalabschnitte gepachtet, aus denen das Eis gebrochen werden
konnte, welches sie für die zusätzliche Kühlung
ihrer Keller – sowohl in der Brauerei selbst als auch im
Burgberg benötigten.
Der Beginn des Niedergangs Erlangens hat einen Namen: Carl von
Linde. Dieser Münchener Ingenieur erfand 1876 die
Kältemaschine. Die Keller als Standortvorteil waren
plötzlich nichts mehr wert. Auch die Eisenbahn verdichtete ihr
Netz und bot die schnelle Verkehrsanbindung auch anderen
Städten und Gemeinden. Da das Bier jetzt überall mit der
gleichen Qualität hergestellt werden konnte, konzentrierten
sich die großen Brauereien mehr auf die Absatzmärkte und
es entstanden die riesigen Konzerne in den Großstädten
– z.B. in München, Dortmund oder Berlin. Das Ende des 2.
Weltkriegs mit dem Wegfall der traditionellen Erlanger Märkte
Thüringen und Sachsen tat dann noch sein übriges
dazu.
Heute sind von den einstmals 17 Brauereien noch zwei übrig
– und eine einzige kann auf einen kontinuierlichen
Braubetrieb seit der Hugenottenzeit zurückblicken.
Beginnen wir nun unseren Spaziergang auf den Spuren des
Bieres:
Stage A: N49°35.715 / E11°00.256
Info: Hier steht Ihr vor dem Brau- und Oeconomiehaus der
Ritterakademie. Diese wurde von Baron Groß von Trockau
gegründet und ist die Vorläuferin der heutigen Erlanger
Universität. Hier wurde zunächst für die
Bedürfnisse der Akademie, später auch für den
allgemeinen Ausschank, gebraut. Weil die übrigen Brauer sie
als lästige Konkurrenz betrachteten, gab es nach dem Tod des
Barons zahlreiche Streitigkeiten, in deren Folge der Betrieb
eingestellt wurde.
Ihr müsst herausfinden, wann die Ritterakademie
gegründet wurde. Die Lösung steht auf einer Infotafel
ganz in der Nähe am eigentlichen Akademiegebäude. Die
letzte Stelle dieser Jahreszahl ist A.
Stage B: N49°35.796 / E11°00.403
Info: An diesem Ort begann 1690 die Braugeschichte von
Christian-Erlang, der Erlanger Neustadt und Hugenottenstadt. Hohe
Zölle – selbst für Bier aus der Altstadt - sorgten
für die nötige „Sicherheit“. Nachdem sich die
Klagen über die Bierqualität häuften, belebte
Konkurrenz – u.a. die heutige Kitzmann – das
Geschäft. So erlebt die Brauerei eine wechselvolle Geschichte,
bis sie sich 1817 unter Zacharias Wolf als
„Wolfsschlucht“ einen Namen macht. 1863 entsteht hier
die erste Kapitalgesellschaft, die „Aktienbrauerei
Wolfsschlucht“, die aber schon bald wieder von der
Bildfläche verschwindet. Es war noch nicht die große
Zeit der Kapitalgesellschaften. Nun übernahmen die
Gebrüder Reif die Brauerein und steigerten den Ausstoß
gewaltig – von 2500 Hektolitern 1871 auf 24000 Hektolitern
1873! Die Brauerei setzte als eine der ersten eine Dampfmaschine
ein und trieb auch ihren Keller mit 860 m Länge durch den
gesamten Burgberg. Allerdings hatte die Modernisierung eine Grenze:
es konnten nur bestehende Gebäude ersetzt oder modernisiert
werden. Eine Erweiterung kam bei der engen Innenstadtlage nicht in
Frage. 1896 wurde die Gesellschaft wieder in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt, die dann 1906 mit der damaligen
Brauerei Helbig (vormals Henninger) fusionierte. Nach der Fusion
wurde das hiesige Gelände aufgegeben und an das
Königreich Bayern verkauft. Die Gebäude mussten dem Bau
der Universitätsbibliothek weichen.
Heute steht hier die „alte“
Universitätsbibliothek. Ihr Eingang wird von Säulen
eingerahmt. Die Zahl der Säulen ist B.
Stage C: N49°35.699 / E11°00.472
Info: Hier steht ihr vor der einzigen Erlanger Brauerei mit
ununterbrochenem Betrieb. Die Gebäude stammen aus der
Hugenottenzeit und sind seit 1833 in Familienbesitz. Bis dahin
hatte die Familie Kitzmann aber bereits 100 Jahre Erfahrung und
auch die hiesige Brauerei eine wechselhafte Geschichte.
Möglicherweise ist der Erfolg des Betriebs auch darauf
zurückzuführen, dass er immer in Familienbesitz war und
damit nie zum Spielball der Banken und Großaktionäre
werden konnte. Heute ist die Brauerei Kitzmann eine der
größeren mittelständischen Privatbrauereien in
Deutschland.
Ihr müsst herausfinden, auf welches Jahr die hiesige
Brautradition zurückgeht. Geht einfach ein wenig um das Haus
herum. Zieht von der Jahreszahl 1700 ab und Ihr habt C.
Stage D: N49°35.823 / E11°00.677
Info: Die Geschichte dieser Brauerei geht auf das Jahr 1729
zurück. Sie ging lange Zeit den Weg der meisten Brauereien und
braute das Bier für die eigene Wirtschaft und den direkten
Verkauf. Der Aufschwung begann erst 1876, als Georg Erlwein den
Sudbetrieb übernahm. 1895 kam Leonhard Wilhelm
Schultheiß dazu und es wurde die erste Linde’sche
Kältemaschine aufgestellt. Den beiden gelang die Expansion zu
einer Zeit, als andere große Erlanger Brauereien längst
von der Krise geschüttelt wurden. 1902 hatte Erlwein &
Schultheiß zu den Großen aufgeschlossen. Die Brauerei
schrieb ihre eigene Geschichte in der hiesigen Arbeitswelt. Gab es
hier doch 1899 den ersten erfolgreichen Streik, in dessen Folge die
tägliche Arbeitszeit von bis zu 18 Stunden verringert werden
konnte. Vier Jahre später gelang es auch, das
wöchentliche „Freibier“ abzulösen. Was heute
fast ein Zauberwort ist war damals durchaus ein Problem für
die in der Brauerei beschäftigten Arbeiter. Ein Drittel ihres
Lohnes wurde nämlich nicht in Geld, sondern in Bier –
dem Freibier – ausbezahlt. Zur damaligen Zeit 27 Maß
Bier in der Woche! Für die Brauerei war das natürlich
ausgesprochen billig, aber die Folgen für die Brauer waren
katastrophal.
1919 übernahm dann die Hofbräu AG in Bamberg die
Brauerei und nahm Erlangen nun mit in ihren Namen auf. Aufgrund der
nicht unerheblichen Luftverschmutzung gab es in der folgenden Zeit
häufig Ärger mit den benachbarten
Universitätskliniken. Dieses Problem wurde 1926 durch die
Erhöhung des Kamins „gelöst“. Die
Hofbräu überstand auch die Rezession nach dem 1.
Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise und wurde zur
größten Brauerei Erlangens. Nach der Machtergreifung
durch die Nationalsozialisten litt die Brauerei unter deren
Angriffen auf ihren jüdischen Großaktionär Ignatz
Nacher. „Jüdisches“ Bier war kaum noch zu
verkaufen und nach und nach wurde die Firma arisiert, bis Nacher
die Aktien 1934 unter erheblichem Druck – es war im Prinzip
eine Enteignung - verkaufen musste. Für kurze Zeit liefen die
Geschäfte wieder, bis 1936 die Brauerei durch ein
Großfeuer vernichtet wurde. Noch bis in die 50er-Jahre
standen die Brandruinen mitten in der Stadt, dann wurden drei
Universitätsinstitute auf dem Gelände errichtet.
An der Ecke befindet sich eine Gastwirtschaft, die früher
ebenfalls zur Brauerei gehört hat. D ist die kleinere der
beiden Jahreszahlen (Baujahr).
Stage E: N49°36.071 / E11°00.449
Info: Wir verlassen jetzt die Erlanger Neustadt und schauen uns
die zahlreichen Brauereien in der Altstadt an.
1872 war das Bier Johann Holzbergers in aller Munde. In jenem
Jahr bewirtschaftete er auf der Bergkirchweih den Erich-Keller und
schenkte dort auch sein Bier aus. Das Bier des Kellerbesitzers
selbst war in Erlangen nicht zu bekommen. Es wurde vollständig
exportiert. Bereits 1786 wurde hier für die eigene Wirtschaft
gebraut. Nach etlichen Besitzerwechseln ging die Brauerei unter
Friedrich Kropf 1854 in Konkurs. 4 Jahre blieb der Sudkessel kalt,
bis Johann Holzberger die Brauerei kaufte. Er hatte bereits die
Hertleinsche Brauerei gepachtet und dann bei Erich als Braumeister
gearbeitet, bevor er seine eigene Sudstätte erwarb. Auch am
gewaltigen Bierexport beteiligte sich Holzberger – als
kleinste Exportbrauerei. 1874 z.B. mit 222 Hektoliter oder 0,2% der
Gesamtausfuhr. Mit dem Niedergang des Exports begann dann der
Verdrängungswettbewerb in Erlangen und so braute die Brauerei
Holzberger 1899 ihr letztes Bier.
E ist die Anzahl der Fenster dieses Gebäudes, die sich nach
Süden öffnen – einschließlich der
Dachgauben.
Stage F: N49°36.067 / E11°00.334
Info: 1753 als Gasthaus gebaut wurde das Haus 1813 an den
Bierbrauer Georg Leonhard Kropf verkauft. Eigentlich wollte dieser
sein Bier im Altstädter Kommun-Brauhaus brauen, jedoch wurde
dieses zu der Zeit geschlossen, als er beginnen wollte. Deshalb
bemühte er sich um eine Konzession für eine eigene
Brauerei, die er 1814 nach etlichen Ablehnungen auch erhielt
– zunächst nur für den eigenen Ausschank, ab 1818
auch außer Haus. Sein Sohn Friedrich verkaufte nach dem Tod
von Georg Leonhard die Brauerei und zog als angesehener Bierbrauer
nach Leipzig. Das Gasthaus und die Brauerei wechselten noch
mehrfach die Besitzer. 1883 wurde die Brauerei eingestellt, 1895
noch einmal für 5 Jahre aufgenommen. Im Gegensatz zur
Gastwirtschaft war die kleine Brauerei in der damaligen Zeit
einfach nicht mehr konkurrenzfähig.
F ist die Anzahl der Buchstaben im Namen des beschriebenen
Gasthauses
Stage G: N49°36.056 / E11°00.326
Info: Hier wurde genau 100 Jahre Bier gebraut. Die Geschichte
begann 1811, als Johann Adam Erich im Gasthaus „Zum goldenen
Engel“ eine Brauerei einrichtete. Offenbar florierte der
Betrieb, denn 1820 und 1838 erwarb er zwei weitere Gebäude,
die mit dem Goldenen Engel über einen gemeinsamen Hof
verbunden waren. Die Brauerei lag in den 40er und 50er Jahren des
19. Jahrhunderts zeitweise an der vierten, 1860 noch an der siebten
Stelle der Erlanger Sudbetriebe. 1868 verkaufte Konrad Erich die
Brauerei an Adam Weller. Unter dessen und seines Sohnes Leitung
wurde sie 1884 noch einmal völlig umgebaut. 1911 – nach
genau 100 Jahren – wurde zum letzten Mal Bier gebraut, die
Gaststätte schloss im selben Jahr – vermutlich aus
Altersgründen, denn Hans Weller hatte die Brauerei 44 Jahre
lang geführt.
Zählt die kleinen vergitterten Fenster an diesem Haus ganz
oben. Diese Zahl ist G.
Stage H: N49°36.081 / E11°00.274
Info: Das stattliche Gebäude lässt noch heute seine
Geschichte erkennen. Diese geht auf das Jahr 1718 zurück. Die
eigentliche Erfolgsgeschichte begann jedoch erst 1848 mit Franz
Erich. Die Brauerei wuchs enorm und verkaufte ihre gesamte
Produktion außerhalb Erlangens. Sie war so ausgelastet, dass
sie z.B. 1872 nicht einmal zur Bergkirchweih Bier für den
eigenen Keller produzieren konnte. Hier wurde in diesem Jahr
Holzberger-Bier ausgeschenkt. Auch die Erich konnte für ihr
Bier zahlreiche internationale Auszeichnungen – u. a. in
Chicago – erringen. Die Schwierigkeiten begannen mit der
Weltwirtschaftskrise. Die Brauerei ging beinahe in Konkurs und
wurde – zur Erhaltung der Arbeitsplätze – durch
einen Eingriff der Stadt gerettet. Sie profitierte einige Jahre von
den engen Beziehungen zur öffentlichen Hand, bis diese ihre
Anteile unter dem Druck der Konkurrenz wieder verkaufen musste.
Nach dem Krieg blühte die Erich-Bräu noch einmal auf, um
dann 1973 mit dem letzten großen Brauerei-Sterben ebenfalls
unterzugehen.
H ist die Differenz der beiden Jahreszahlen, die auf der
Hausfassade zu finden sind.
Stage I: N49°35.982 / E11°00.292
Info: Die Geschichte der kleinen Brauerei Hartmann begann mit
dem Einzug des Königlich Bayerischen 6. Jägerbataillons
in Erlangen. Das Haus war 1855 schon fast 150 Jahre Gasthaus, aber
Johann Hartmann schloss dieses und eröffnete eine gutgehende
Branntwein- und Spiritusbrennerei. Als 1868 im städtischen
Redoutenhaus (heute Theater) 52 Soldaten einquartiert werden,
eröffnet er die Wirtschaft wieder und beginnt vier Jahre
später damit, auch Bier zu brauen. Zu dieser Zeit herrschte in
Bayern bereits Gewerbefreiheit und so war die Eröffnung einer
Brauerei für ihn kein Problem. Nach dem Umzug der Soldaten in
ihre neue Kaserne, konnte sich die Brauerei noch fünf Jahre
halten. Heute erinnert noch der kleine Hartmann-Keller an die kurze
Geschichte dieser kleinen Brauerei.
Die Brauerei Hartmann war die kleinste Brauerei in Erlangen.
Interessant ist vielleicht, dass sie genau in der Zeit des
höchsten Erlanger Bier-Exportes von 1877 bestand. In dieser
Zeit verkauften die großen Erlanger Brauerein ihre gesamte
Produktion außerhalb der Stadtgrenzen, so dass Bier in der
Stadt möglicherweise Mangelware wurde.
Aus der Zeit nach der Brauerei Hartmann sind am Gebäude
noch Spuren einer anderen nicht mehr existierenden Brauerei zu
finden. Ihr müsst die Buchstaben aus dem Namen (ohne
Bräu) im Alphabet einsortieren und die Summe bilden. Diese
Zahl ist dann I.
Stage J: N49°36.036 / E11°00.229
Info: Das Haus wurde von Georg Fink gebaut, dessen Initialen
heute noch auf dem Schlussstein zu finden sind. Bis 1813 brauten
die hiesigen Wirte ihr Bier im Kommunbrauhaus. Erst als dieses
geschlossen wurde, wurde hier ein eigener Sudkessel aufgestellt.
Die Brauerei blieb während ihrer gesamten Geschichte ein
relativ kleiner Betrieb, der 1890 wieder eingestellt wurde.
J ist das Baujahr des Hauses. Die Zahlen sind etwas altmodisch
geschrieben.
Stage K: N49°35.969 / E11°00.176
Info: Auch wenn es heute nicht mehr so aussieht, hier stand bis
in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts die größte
Brauerei Erlangens. Ihre Geschichte beginnt 1691 mit dem Bierbrauer
und Metzger Georg Vierzigmann. Generation für Generation wurde
der Betrieb weitergegeben und so kam sie 1847 zu Heinrich
Henninger. In 14 Jahren unter ihm erlebte die Brauerei einen
enormen Aufschwung – unter anderem 1853 der Einsatz der
Dampfmaschine zur Kraft- und Wärmeerzeugung. Damit war
Henninger die zweite Brauerei in der Region nach Lederer in
Nürnberg 1851, die eine Dampfmaschine aufstellte. Über
Henninger werde ich am Ende dieser Info noch weiter berichten.
1861 wurde die Brauerei an den Berliner Geschäftsmann
Wilhelm Helbig verkauft. Für den guten Ruf des Betriebs
spricht, dass dieser unbesehen 235000 Gulden bezahlte. Nach dessen
frühen Tod führten seine Erben den Betrieb weiter. Die
Brauerei wurde weiter vergrößert. Bald wurde die
Stadtmauer abgebrochen und der Betrieb bis zur Bahnlinie erweitert.
1905 wurde die Brauerei nach dem Tod von Oscar Helbig zur
Kapitalgesellschaft, die 1906 mit der Reif-Bräu (Stage B)
fusionierte. Wahrscheinlich in den 20er Jahren gelangte die
Gesellschaft in den Besitz des Berliner Unternehmers Nacher, dessen
Geschichte bereits bei der Hofbräu erzählt wurde. Das
Ende der Brauerei kam dann in der großen Fusionswelle der
fränkischen Brauereien zur Patrizier-Bräu. Die
Aktiengesellschaften wurden zu einem Spielball des Kapitals –
wenn sie nicht mehr rentabel waren, wurden sie geschlossen.
1975 wurde dann die gesamte Brauerei abgerissen und hier der
Altstadtmarkt errichtet. Schaut Euch um – man sieht wirklich
keine Spuren mehr aus der Zeit, als hier die größte und
modernste Erlanger Brauerei stand!
Bleibt noch übrig, die Geschichte von Heinrich Henninger
weiter zu erzählen. Dieser blieb dem Braugewerbe treu und
gründete in Nürnberg 1861 eine
„Dampfbrauerei“, die innerhalb weniger Jahre die
renommierten Nürnberger Sudstätten überholte.
Henninger wurde im ganzen Reich geschätzt und 1871 in den
ständigen Ausschuss des deutschen Brauerbundes gewählt.
1872 verließ er auch Nürnberg und übernahm die
Brauerei Stein in Frankfurt. Diese führt noch heute den Namen
Henninger und ist z.B. auch vom Profi-Radrennen „Rund um den
Henninger Turm“ bekannt.
K ist die Jahreszahl unter dem Adler an der Hausecke
Stage L: N49°36.070 / E11°00.169
Info: Dieses Gebäude wurde von Georg Vierzigmann als
Gaststätte mit Brauerei errichtet, wie man heute noch an den
Initialen auf dem Schlussstein lesen kann. Das Zeichen – zwei
gekreuzte Bierheber und ein Maischscheit – zeigt, dass hier
von Anfang an Bier gebraut werden sollte. Nach einer Pause von 1751
bis 1763 wurde noch einmal bis 1790 hier gebraut. Danach ruhte der
Betrieb endgültig.
L ist die Jahreszahl im Stein
Stage M: N49°36.101 / E11°00.175
Info: Ihr steht hier im Brauzentrum der Altstadt von Erlangen.
Unmittelbar an diesen Platz angrenzend seht Ihr von hier aus 5
ehemalige Brauereien!
Auf der östlichen Seite des Platzes – heute das
Intermezzo – befand sich die Brauerei Ott. Vor dem Stadtbrand
1706 war sie die größte Brauerei in Erlangen. Die
Brauerei exportierte nie Bier nach außerhalb Bayern und kam
in Schwierigkeiten, als sich nach dem Wegbrechen der
Exportmärkte auch die Großen wieder lokal orientierten.
Nach dem Tod von Konrad Ott 1917 wurde der Betrieb eingestellt.
Die Brauerei im Norden des Platzes hat ihren eigenen Stage
Auf der Westseite fallen Euch drei ziemlich gleich aussehende
Häuser mit den Nummern 3, 4 und 5 auf. Alle drei waren
Brauereien!
Nikolaus Schad aus der Nr. 3 lag um 1700 immerhin auf Platz 3
der Erlanger Brauereien. Nach dem Stadtbrand wurde sie wieder
aufgebaut, blieb aber nun eine der kleineren Betriebe. In den 70er
Jahren des 19. Jahrhunderts wurde die Brauerei eingestellt.
Die Nr. 4 war unter Konrad Vierzigmann in den 40er Jahren des
19. Jahrhunderts die zweitgrößte Sudstätte
Erlangens. Zur Hochzeit des Erlanger Bieres war die Brauerei dann
aber wieder von zahlreichen anderen übertroffen. Ihr Betrieb
wurde 1902 eingestellt, als der damalige Besitzer keinen Nachfolger
mehr fand.
Die Brauerei Tauber braute ihr Bier in der Nr. 5. Sie war lange
Zeit die Große unter den Kleinen und stellte 1911 ihren
Betrieb ein. Der heute wohl bekannteste Teil dieser Brauerei ist
deren Keller. Es ist der einzige Erlanger Keller, der den gesamten
Sommer über offen ist: Der Entlas-Keller.
M findet Ihr am linken der drei Gebäude an der Westseite
des Platzes. Es ist die älteste Jahreszahl
Stage N: N49°36.129 / E11°00.200
Info: Hier begann die Braugeschichte ebenfalls noch im 15.
Jahrhundert, als Ruprecht Memminger hier Bier braute und in seinen
Gaststätten „Zur goldenen Krone“ und „zum
roten Ross“ ausschenkte. Das Rote Ross erlangte dadurch
tragische Berühmtheit, dass durch Funkenflug aus dem Kamin
1706 der große Erlanger Stadtbrand ausgelöst wurde.
Die Brauerei blieb nach dem Wiederaufbau eine der kleineren mit
wechselnden Besitzern, bis sie 1866 Karl Philipp Niklas kaufte.
Unter seiner Ägide stieg sie rasch in die Spitzengruppe auf.
Zur Hochzeit gehörte der gesamte Straßenblock zur
Brauerei Niklas. Dies ist vielleicht am augenfälligsten, wenn
man einen Blick in die – für die Enge der umliegenden
Straßen – recht großzügigen Innenhöfe
wirft. 1895 wurde die Niklas als zweite Brauerei nach der
Wolfsschlucht Aktiengesellschaft. Das hier gebraute Bier erzielte
auf vielen Ausstellungen internationale Preise. 1910 kam noch
einmal eine Erweiterung unter der mittleren Schulstraße
hindurch dazu, als die Niklas die gegenüberliegende Brauerei
Stahl erwarb (die ich nicht mehr in meine Cache-Tour aufgenommen
habe). In der allgemeinen Rezession nach dem 1. Weltkrieg wurde die
Brauerei aufgegeben und 1922 liquidiert.
Über dem Eingang steht eine Jahreszahl. N ist die Ziffer,
die nicht mehr auf den Schlussstein gepasst hat.
Stage O: N49°36.155 / E11°00.226
Info: Bald habt Ihr es geschafft. Die hiesigen Wirte haben ihr
Bier anfangs im Kommunbrauhaus in der
Wöhrstraße(gehört auch nicht mehr zur Tour)
gebraut. Erst 1841 wurde eine erste kleine Hausbrauerei hier
eingerichtet. Anfang der 1870er Jahre erwarb Conrad Hübner die
Gaststätte mit Brauerei, schloss erstere und baute letztere zu
einem modernen Unternehmen aus. Er lieferte ausschließlich in
die nähere Umgebung und sein Bier war eines der beliebtesten
in Erlangen. Auch die Brauerei Hübner geriet nach dem 1.
Weltkrieg in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Gemeinsam mit dem
Nachbarn Steinbach wurden die Braukontingente 1923 an das Brauhaus
Nürnberg verkauft und die Brauerei eingestellt. Noch heute
erinnert die Schrift am Haus an die Zeit danach, als hier dessen
Bierniederlage betrieben wurde.
O ist die Jahreszahl über dem Hauseingang
Stage P: N49°36.176 / E11°00.246
Info: Während die hier in der Posthalterei rastenden Pferde
mit Wasser zufrieden waren, galt dies für die Reisenden eher
nicht. Deshalb wurde hier wohl bereits seit 1653 das Bier für
den Ausschank gebraut. Nach dem Stadtbrand wurde das Haus
größer wieder aufgebaut und blieb Poststation bis 1745.
Danach wurde die Station selbst in die Innenstadt verlegt. Der
Stall für 32 Pferde und 7 Kutschen blieb aber weiterhin auf
dem Gelände. Nach wechselhafter Geschichte übernahm 1848
Georg Bechert die Brauerei und baute sie zu einem florierenden
Unternehmen aus. Nunmehr seit 1861 befindet sich die Brauerei im
Besitz der Familie Steinbach bzw. deren Nachfahren. 1923 musste die
Brauerei aufgegeben werden. Das Braukontingent wurde an die
Brauhaus Nürnberg verkauft und lediglich die Mälzerei
weiterbetrieben. Bis heute hat sich die Mälzerei gegen alle
Konkurrenz behauptet. Seit 1993 ist dann wieder eine kleine
Brauerei hinzugekommen, in welcher Christoph Gewalt –
Ururenkel von Carl Steinbach – besonders hochwertige und
individuelle Biere für den eigenen Ausschank braut.
Die Dauer, während der hier die Posthalterei untergebracht
war, ist P.
Geschafft! Seid Ihr auch beeindruckt von den vielen Brauereien
hier? Für den Cache habt Ihr jetzt alle Zahlen zusammen. Setzt
Euch bei N49°36.161/ E011°00.297 hin, lasst Euch ein gutes
Storchenbier einschenken und rechnet in Ruhe die Cache-Koordinaten
aus:
Bei den letzten Besuchen und meinem Check war J nicht zu lesen,
da die Weihnachtsdeko des Restaurants davor aufgehängt ist.
Deshalb eine zusätzliche Hilfe:
J = D-19
N 49° 10*G + B, 200+L-K-A’
E (P-10*E)° (M-O)+(F-C), J-1000-H-I’
Ich habe versucht, in der Stadt ein Versteck zu finden, an dem
sich relativ unauffällig suchen lässt. Der Cache liegt an
der Uferböschung ungefähr auf der Höhe der
angegebenen Koordinaten. Sucht einen umgestürzten und
abgesägten Baum. Unter dessen Wurzeln liegt der Cache etwas
vergraben.
Der anfängliche Inhalt war:
Beipackzettel, Logbuch und Bleistift als Inventar
TB Fetch, ein Drahtpuzzle, Euro-Taschentücher, Geisterlichter,
ein Holzpuzzle und Murmeln zum Tauschen.
Viel Spaß wünscht Euch das
Team Wolpertinger (Fabian, Christoph, Thomas)