Vor vielen tausend Jahren war der Lindberg dreimal so
hoch. Riesige Bäume wuchsen da. In einer großen
Höhle hauste der mächtige Lindwurm. Er soll hundert Meter
lang gewesen sein. In dem großen Rachen wuchsen gewaltige
Zähne. Aus seinem Halse sprühte er Feuer. Im
Frühjahr hatte er besonders großen Hunger, denn seinen
Winterschlaf hatte er beendet. Oft fraß er zwei Kühe
hintereinander auf. Unten am Lindberg waren die großen
Weiden für die Niebeler Kühe. Die Kuhhirten waren oft in
Gefahr, von dem Lindwurm aufgefressen zu werden. Es fand sich kaum
einer, der die Kühe hüten wollte. Endlich kam von weit
her einer, der die Kühe hüten wollte, der sagte zu den
Bauern: "Den Lindwurm werde ich vernichten! Ihr müsst mir
versprechen:
1. Wenn ich alt bin, müßt ihr mich gut
versorgen.
2. Wenn ich tot bin, mich anständig zu beerdigen!"
Im Winter fing der Hirte an, riesige Haufen Reisig zu bündeln
und nach dem Lindberg zu fahren. Bevor der Frühling
kam, zündete der Hirte den Reisighaufen an, und der Lindwurm
mußte verbrennen. Die Niebeler Bauern erfüllten ihm
nicht nur seine zwei Wünsche, sondern ließen ihm in der
Niebeler Kirche ein Denkmal am Altar setzen. Sie ließen ein
Bild anfertigen, welches den Kuhhirten und seine mutige Tat
darstellte. Das Bild hat 200 Jahre zu der alten Kirche gehört.
Später, als die Würmer es zerfressen hatten, wurde es auf
den Boden gebracht. Hier lag es wieder viele Jahre. Als in einem
Jahr Niebel Einquartierung bekam, fand ein Hauptmann dieses
Bild schön, und er kaufte es. Es wurde wieder erneuert und
soll in Frankreich in einer Grabkapelle aufgestellt sein. Die
jetzigen Niebeler bedauern es, dass sie dieses schöne Bild
nicht wiederbekommen können.
Der Lindwurm wurde zwar besiegt, doch gibt es dort oben
auf dem Lindberg noch einen kleinen Würmling zu
erlegen.
Bitte parkt mit Eurem Drachenjägerfahrzeug bei N
52° 08.680 E 012° 56.888 und wandert den Rest des
Weges.