Die Kelten in
Saalfelden
Im Saalfeldner Becken sind die Kelten das erste Volk, von dem
nicht nur Bodenfunde, sondern auch schriftliche Quellen in Form von
kurzen Nachrichten bei griechischen und römischen Schriftstellern
gefunden werden konnten. Claudius Ptolomaios, ägyptischer Geograph
und Astronom aus Alexandrien (150 n. Chr.), überliefert die Namen
einiger keltischer Stämme unseres Gebietes. Einer der Stämme, die
Ambisonten, können im Bereich des Pinzgaues lokalisiert werden. Als
Beweis darf die in frühmittelalterlichen Urkunden benützte
Bezeichnung Bisonzo für das heutige Zell am See gelten [W.
Hauthaler, Salzburger Urkundenbuch, I, 8]. Man nimmt an, dass der
Name Bisonzo ursprünglich einer anderen Örtlichkeit, nämlich dem
Biberg, zugehörig war, jenem Burgberg, der in vorrömischer Zeit das
Zentrum dieses Gebietes darstellte. In der Bezeichnung "Biberg"
steckt noch die ursprüngliche Stammsilbe. Ob sich auch der Pinzgau
von Bisonzo herleitet, ist umstritten.

Biberghirsch (keltisch), 1. Jh. v. Chr., aus der
Gauburg am Biberg
Die Siedlung auf dem Biberg bei Saalfelden war zweifellos die
Stammburg, der Sitz des Stammesfürsten der keltischen Ambisonten .
Es ist anzunehmen, dass der Biberg in dieser Periode mit starken
Befestigungen versehen war, ob in Form von Palisaden oder bereits
einer Steinmauer, kann nicht eindeutig geklärt werden.
Der Ausbau der Siedlung setzt bereits in der Mittellatenezeit (2.
Jhdt. v. Chr.) ein, die Blütezeit des "Oppidums" auf dem Biberg
fällt jedoch in die späte Latenezeit (1. Jhdt. v. Chr.). In diesen
Zeitabschnitten sind mehr als 90 Prozent der Funde einzuordnen.
Keramische Reste machen naturgemäß einen Großteil des Fundmaterials
aus. Von besonderer Bedeutung sind die zahlreichen Fundgegenstände
aus Eisen, vor allem Werkzeug und Geräte wie Meißel, Ahlen, Bohrer,
Äxte sowie Messer in jeder Größenordnung. Die Kelten galten nicht
nur als ausgezeichnete Schmiede, sondern sie verstanden es auch,
vorzüglich Eisen, mittelhartem Stahl entsprechend, herzustellen,
das ob seiner überragenden Qualität auch in Rom sehr gefragt
war.

In diesem Zusammenhang sei auf das bedeutendste Fundstück vom
Biberg, die Figur eines liegenden
Hirsches, hingewiesen. Die Bronzeplastik stammt
offenbar aus einer einheimischen keltischen Arbeit, Einflüsse des
römischen sind zwar in der Gestaltung der Tierfigur spürbar, das
Thema des liegenden Hirsches ist jedoch in der römischen Kunst
unbekannt. Ein Gegenstück zum Hirschen vom Biberg liegt bisher
nicht vor, das Original befindet sich im Museum Carolino Augusteum
in Salzburg. Als Entstehungszeit des Biberg - Hirschen ist das 1.
Jahrhundert v. Chr. bzw. die Zeit um Christi Geburt anzunehmen.
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Geschichts-Caches Part I bis Part V
Sie stehen bis auf weiteres im Hint