
Jüngere Geschichte von Achern
Nachdem Winfried Rosenfelder 28 Jahre das Amt des
Oberbürgermeisters inne hatte und mit dem Gemeinderat wesentlich
die neuere Geschichte der Stadt prägte, wurde 1991 Reinhart Köstlin
zum Oberbürgermeister gewählt.
Die Konversion des ehemaligen Militärgeländes in der
„Heid” und in der Illenau, der Ausbau des
Industriegebietes und die Einrichtung eines Interkommunalen
Gewerbegebietes, die Einrichtung von Neubaugebieten sowie die
Neugestaltung der Hauptstraße und die bauliche Aufwertung der
Innenstadt waren zentrale Aufgaben in seiner Amtszeit, die im
November 2007 endete.
Im Jahr 2007 wurde Klaus Muttach zum Oberbürgermeister gewählt.
Er hat sich zum Ziel gesetzt die städtebauliche Entwicklung im
innerstädtischen Bereich zu forcieren, die städtische Infrastruktur
zu verbessern und den Wirtschafts-standortes Achern zu stärken.
St. Nikolauskapelle / Klauskirchl
Um bei den ältesten Zeugnissen der Stadt zu bleiben, sei hier
die Nikolaus-Kapelle, im Volksmund „Klauskirchl“
genannt, erwähnt. Sie steht heute in zentraler Lage an der
Bundesstraße 3 nahe der Acherbrücke.

Die Erstnennung in einer Urkunde erfolgte zwar erst 1318, doch
neueren Untersuchungen nach dürfte der erste Kapellenbau bereits im
8. Jahrhundert erfolgt sein. Der älteste Bauabschnitt des heute
noch zu sehenden Mauerwerkes fällt in die Zeit nach 1100. Dieser
romanische Bau wurde in gotischer Zeit verändert – man setzt
um 1270 für diesen Umbau an. Weitere Umbauten folgten. Die
nahegelegene Acher trat in früheren Zeiten oft über die Ufer und
dabei rissen Wassermassen Brücken und Stege weg und beschädigten
die meist leicht gebauten Häuser. Von solch unheilvollen
Überschwemmungen war Achern unter anderem in den Jahren 1570, 1716,
1778, 1824, 1939 und zur Jahreswende 1947/48 heimgesucht worden. So
verwundert es nicht, dass als Schutzheiliger der Heilige Nikolaus,
Bischof von Myra, gewählt wurde.
1601 wurde die Kapelle durch ein Erdbeben zum großen Teil
zerstört und danach wieder aufgebaut. Zweifelhaft bleibt, ob 1675
die Eingeweide des französischen Marschalls Turenne, der in der
Schlacht bei Sasbach gegen den kaiserlichen General Montecuccoli
gefallen war, wirklich hier für eine kurze Zeit aufbewahrt wurden.
Funde bestätigten diese Überlieferung nie.
Die gewölbte Decke entstand 1779 anstelle der flachen Holzdecke;
die äußeren Strebepfeiler lassen erkennen, dass schon ursprünglich
ein Kreuzgewölbe eingeplant war.
Bis zum josephinischen Einstellungsbeschluss 1788 fanden hier
Gottesdienste statt, doch auch danach blieb die Kapelle als Stätte
des Gebets von der Bevölkerung stets geschätzt. 1974 wurde sie nach
gründlicher Renovierung benediziert.
Quellen:
Schneider, Hugo: Die Nikolauskapelle in Achern, in: Die Ortenau,
1974, S. 160-167 - Erzdiözese Freiburg: Pfarrkirche zu Unserer
Lieben Frau in Achern, Salzburg 1999
Ortlam, Dieter: Das Acherner Klauskirchl, die
„Sühne“-Kreuze und das Stark- beben von 1601. Älteste
keltisch-gälische-Zeugnisse der nördlichen Ortenau.
Geowissenschaftliche Aspekte und Ergebnisse, in: Acherner
Rückblicke, 4/2008, S. 9-41
Herzlichen
Glückwunsch "hartehunde" zum FTF !!!