Durch die Industriealisierung und die z.T. katastrophalen hygienischen Lebensbedingungen der Arbeiter in den Ballungzentren wuchs die Notwendigkeit zur Schaffung von Volksbädern.
1883 wurde auf der deutschen Hygiene-Ausstellung erstmalig ein Modell für ein Volksbad vorgestellt. 1899 gründete sich die "Deutsche Gesellschaft für Volksbäder", die sich auf der einen Seite für den Bau von Volksbädern durch die Kommunen einsetzte und zum anderen durch Aufklärungsarbeit das Baden als Gewohnheit für alle Bevölkerungsschichten durchsetzen wollte.
Hauptlosung des Vereins war: "Jedem Deutschen wöchentlich ein Bad." Die Volksbäder sollten bequem zugänglich, preiswert und einfach ausgestattet, aber einladend sein...
...In der Zeit um die Jahrhundertwende gab es in Magdeburg 8 private Badeanstalten. Um aber auch der ärmeren Bevölkerung die Benutzung von Bädern zu ermöglichen, beschloß der Magdeburger Magistrat, Volksbäder in allen Stadteilen einzurichten...
Das Volksbad in Sudenburg wurde am 01.03.1892 eröffnet. Es war mit 21 Brausen und 11 Wannen eingerichtet, die Einteilung erfolgte getrennt nach den Geschlechtern. 1911 beschloß der Magistrat, das Volksbad zu erweitern, weil es nicht mehr den Anforderungen der Zeit genügte.
Zitiert aus: Stadtplanungamt Magdeburg "Stadtsanierung Magdeburg-Buckau"
Wer kann sich heute noch vorstellen, dass es um die Jahrhundertwende nicht einmal eine Toilette, geschweige denn ein Bad in der Wohnung gab? Ein Plumsklo fand sich im Hof, der Nachttopf stand unterm Bett und gewaschen wurde sich mit Lappen und Seife in der Schüssel in der Küche. Da war es wenigstens warm...
Heute befindet sich im Volksbad Lemsdorfer Weg die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung "MAGNET".
Naturgemäß kommt es temporär zu erhöhtem Muggelaufkommen. Deshalb nur ein Nano. Bitte wieder exakt platzieren.
Viel Spaß und genießt die nächste Dusche oder Wanne...