
Wie schon im Rätsel-Cache
Siegfried sagt: Hallo Welt! beschrieben, hat der Privatgelehrte
Heinz
Ritter-Schaumburg einige Theorien zum Nibelungenlied
aufgestellt, die die Heimat der Nibelungen in die Gegend
um Zülpich legen. Danach hießen sie eigentlich
„Niflungen“ = „die von der Neffel“
(Neffelbach) und wohnten auf ihrer Burg „Vernica“ =
Virnich.
Heute geht es ganz speziell um Siegfried, den
Drachentöter, in Verbindung mit den Niflungen aus Virnich. Wenn
Ihr die Geschichte nicht kennt: Weiter unten gibt es keine
Kurzfassung :-)
Wie man sieht: Sex & Crime & Fantasy waren schom immer
erfolgreich.
Das ist doch ein Grund sich die Gegend mal genauer anzusehen.
Ritter-Schaumburg war zwar einige Male in der Region, aber wie viel
Zeit hatte er für seine Forschungen vor Ort?? Gibt es dort noch
mehr zu entdecken........
- Parken könnt Ihr beispielsweise bei N 50 38.680 E 006
39.075, aber Ihr könnt die Punkte auch nach Belieben anlaufen.
Es geht über unbefestigte Wege, offene Wiesen, enge Waldpfade.
Teilweise geht es steil. Teilweise liegen die WPs einige Meter
abseits. Ihr könnt beliebig laufen. Meine Empfehlung nach den
Änderungen:
WP1 - WP4 - WP5 - WP3 - WP2 - WP6
Vom Parkplatz kann man schon gut erkennen, wie ideal die Lage ist.
Wie ein Schutzwall liegen der Görresberg und der Eulenberg. Wer
immer von Norden her kommt, er wird hier erst mal gestoppt.
- Bei N 50 38.802 E 006 39.380 zeigt sich, dass auch in
nicht allzu ferner Vergangenheit diese Lage zu einer
Verteidigungstellung genutzt wurde.
Beim Herumstromern an diesem Platz fiel mir eine relativ große
primitive irdene Figur in die Hände. Ein Kultobjekt? Hat man
es verehrt, gefürchtet? Ein Wächter? Schwer zu deuten. :-)
Vielleicht wisst Ihr, wie man sowas nennt, wenn Ihr die Scherben in
den Händen haltet.
Z: Zähle die Buchstaben der Wortes – kurz! Und mit
Respekt!
- Was ist denn das bei N 50 38.875 E 006 39.618 ?? Ein
Ringwall in fast perfekt quadratischer Form?? Die Burgen in der
Niflungenzeit muss man sich nicht wie eine Kreuzritterburg mit
meterdicken Mauern vorstellen, sondern mehr wie eine ringsum
geschlossene Hofanlage. Könnte das hier der Platz für die
eigentliche Hauptburg Vernica des Königs Gunther gewesen sein? Ich
habe keine Erklärung!
Bestimmt einmal ganz grob (!) die Fläche von x mal x Quadratmetern.
Abschreiten reicht völlig, Ihr wisst hoffentlich, was ein
1-Meter-Schritt ist.
L: Länge zum Quadrat = ??00 m² / davon Quersumme
bilden
- Bei N 50 39.077 E 006 39.547 findet Ihr ein christliches
Symbol. Um 500 A.D., zur Zeit der Niflungen, stand es
sicherlich noch nicht da, aber das Rheinland war zu dieser Zeit im
Umbruch. So kann es durchaus damals schon einen Vorgänger, sei es
heidnisch oder christlicher Art, gegeben haben. Vielleicht wurden
Siegfried mit Krimhild und Gunther mit Brünhild gerade hier
getraut.
Viele Buchstaben sind zu sehen, aber nur zwei sind eindeutig
„original“ und bilden ein Symbol. Hat das Ähnlichkeit
zu einer Rune?
E: Entfernung der beiden Buchstaben voneinander im
Alphabet
- An den Koordinaten N 50 39.029 E 006 39.515 findet Ihr
eine Stelle, bei der die Geologieformation zu Tage tritt.
Hier könnten Erdschichten für Quellwasser gesorgt haben. Ist dies
vielleicht die Stelle, an der sich Siegfried zum trinken
niederbückte, und an der Hagen ihm hinterrücks den Speer in die
verwundbare Stelle am Rücken rammte? Das gäbe eine gute Filmkulisse
ab.
Welche wasserundurchlässige Bodenart findet man hier
offensichtlich, die in dieser Gegend früher ein bedeutender
Wirschaftsfaktor war, und auch heute noch abgebaut wird? Den
mittleren Buchstaben des kurzen Wortes aufschreiben:
X: Ja, Buchstabe !!! :-)
Auf der anderen Seite des Gebietes bei N 50 38.641 E 006
39.550 liegt wieder eine Verteidigungsstellung jüngeren Datums.
Hier kann man auf Virnich sehen, und die Viereckgehöfte dort --- so
etwa können die „Burgen“ der Niflungen ausgesehen
haben. Sucht bei N 50 38.952 E 006 39.601 ein sehr kleines
Fundstück, dass einen Ritter zeigt. Aus der guten Zeit der
Herrschaft der drei Königssöhne Siegfried, Gunther und Hagen?
[ Edit: Leider ist der alte WP nicht mehr erreichber. Hier
verschwinden sogar Wege!!! ]
C: Coin - Quersumme der Zahl
- Der verwunschene See!!! Schaut Euch mal
N 50 38.774 E 006 39.414
bei
Google-Maps das Satellitenfoto an.
[ Edit: Da hat doch Google still und heimlich das kompromittierende
Bild verschwinden lassen :-o Zum Glück kann ich das aber
dokumentieren ;-) ]
Man versteckt seine Schätze ja sinnvollerweise in der Nähe der
Heimat, wo man sich auskennt. Und wo ist eigentlich der
Ögishelm/die Tarnkappe geblieben? Wurde er mit dem Schatz zusammen
versenkt?
Wurde damit vielleicht ein ganzer See unsichtbar?
Über schmale Pfade bin ich dorthin gelangt und was ich dort
zufällig entdeckt habe, habe ich bei der angegebenen Koordinate
wieder abgelegt. Ihr müsst also nicht selbst dorthin. Das
Ding steckt voller Magie, und Ihr solltet es genau so wieder
verlassen, wie vorgefunden...... Ihr müsst schon selbst wissen, ob
Ihr Euch ewig binden wollt!
F: Finde den geheimnisvollen Gegenstand und notiere die
eingravierte Ziffer
- Naja, ich hoffe, die Runde hat Spaß gemacht und Ihr habt alle
Stationen finden können.
Dann auf zum Final bei N 50 38.E(E-C)(C+F) E 006
39.Z(L+F)(Z+X), dem lauschigen Plätzchen unter dem alten
Baum, wie gemacht für ein Schäferstündchen mit Brünhild.
Bitte passt auf Muggels auf ;-).
Und hier kommt die Siegfriedsaga:
Die Geschichte ist sehr alt und spielt um die Jahrhundertwende vom
5. zum 6. Jahrhundert. Es gibt viele verschiedene Schriften
darüber, viel später aufgeschrieben, und mit vielen verschiedenen
Ausschmückungen. Hier mal eine Kurzfassung für die, die sie nicht
kennen:
Die „Edda“
beispielsweise erzählt folgende mythenbeladene Geschichte:
- Die Götter Odin, Loki und Hönir töten unglücklicherweise
Otr, den Sohn des Zauberers Hreidmar, als er gerade die Gestalt
eines Otters hat. Das muß zur Sühne mit Gold aufgewogen werden!
Loki zieht aus und erpresst vom Zwergenkönig Andwari (=Alberich)
den gesamten Goldschatz. Als Andwari auch noch seinen letzten
Goldring, genannt „Antwara-Naut“, herausgeben muß,
verflucht er diesen, dass er jedem der ihn besäße das Leben kosten
solle.
- Die anderen Söhne Hreidmars, Fafnir und Regin, wollen ihren
Anteil am Gold und als der Vater alles für sich behalten will,
töten sie ihn. Fafnir nimmt das Schwert des Vaters und den
Ögishelm, mit dem man andere Gestalt annehmen oder sich unsichtbar
machen kann (= Tarnkappe im Nibelungenlied). Er verjagt Regin,
verwandelt sich in einen Drachen und sitzt fortan auf dem
Goldschatz.
- Regin geht zu König Hialprek, wird dessen Schmied und
unterweist den Heißsporn Sigurd (=Siegfried), der dort am Hofe zur
Ausbildung ist. Er schmiedet das Schwert Gram, mit dem man einen
Amboß zerschlagen kann, und stachelt Siegfried an, den Drachen
Fafnir zu töten. Das schafft Siegfried auch und er sticht den
Drachen in Herz. Als aber Herzblut auf seine Zunge kommt, versteht
er plötzlich die Sprache der Vögel und hört, das Regin ihn nur
benutzt hat. (Nach der Nibelungenlied badet er im Drachenblut und
seine Haut wird unverwundbar, bis auf eine Stelle am Rücken, auf
der ein Lindenblatt klebte.)
- Siegfried tötet daraufhin auch Regin, nimmt das beste Pferd
aus dem Stall Hialpreks, beläd es mit dem Goldschatz und zieht von
dannen.
Soweit die Heldentaten des Siegfried. Schwere Kost und komische
Namen. Fassen den Fortgang aus den verschiedenen Quellen mal in
kurze, einfache Worte:
- Unterwegs trifft er auf eine schlafende Kriegerin. Es ist
Brünhild, Schwester von König Attila. Er schneidet ihren BH auf --
der war gepanzert und wurde Brünne genannt. :-) Sie erwacht davon,
und über alles Weitere schweigt die Edda ...
- Siegfried kommt zu den Niflungen (in Virnich), freundet sich
mit den Königssöhnen Gunther und Hagen an, und verlobt sich mit
ihrer Schwester Krimhild. Er erzählt Gunther von dem Klasse-Weib
Brünhild und verspricht, sie ihm als Braut zuzuführen. Details hat
der Gentleman wohl verschwiegen.
- Ob es zu einer Doppelhochzeit kommt oder zwei einzelnen
Hochzeiten ist unklar. Jedenfalls scheint Brünhild reichlich zickig
gewesen zu sein und lässt Gunther nicht an sich ran. Vielleicht
weil sie keine Jungfrau mehr war? Peinlich wäre das! Siegfried
verbringt eine Nacht mit Brünhild mit Gunthers Einverständnis zu
„der Widerspenstigen Zähmung“ und tut das angeblich mit
Hilfe der Tarnkappe in der Gestalt ihres Mannes --- haben die
beiden doch clever eingefädelt :-) Von da an scheint es dann auch
zu klappen mit Gunther und Brünhild.
- Alles ist Friede, Freude, Eierkuchen und eine dicke
Freundschaft zwischen Siegfried, Gunther und Hagen. Aber es kommt
wie es kommen muß: Die beiden Frauen Krimhild und Brünhild können
nicht miteinander! Krimhild, die von dem Abenteuer ihres Mannes
weiß, stellt Brünhild damit öffentlich bloß. Das kann der
inzwischen zum König aufgestiegene Gunther nicht auf sich sitzen
lassen. Sein Ruf ist in Gefahr. Hagen übernimmt die Sache für
seinen Bruder und ersticht Siegfried bei einer gemeinsamen Jagd,
als der gerade an einer Quelle trinkt. Und damit ist die Ruhe
dahin.
- Aus Trauer um Siegfried begeht Brünhild Selbstmord. Krimhild
dagegen, die Witwe, wird mit Attila, dem Bruder Brünhilds und König
der Hunen verheiratet - so lief offenbar damals
„Schadenersatz“. Gunther und Hagen eignen sich alle
Schätze an – den Niflungenhort - und sind die Herren auf
Vernica / Virnich. Aber nur für kurze Zeit.
- Krimhild scheint bei Attila mächtig Drähte gezogen und
aufgewiegelt zu haben. Jedenfalls werden die Niflungen zu einem
großen Fest nach Soest eingeladen und ziehen mit dem gesamten
Gefolge dorthin. Der berühmte Zug der Niflungen! Aber sie werden
von Krimhild in eine Falle gelockt und allesamt
gemeuchelt.
So hat der Ring sein Werk getan. Und der Niflungenschatz, den sie
vor der Abreise versteckt hatten, wurde nie gefunden
…..........
P.S. Wenn Ihr schon in der Gegend seid und den GC17ZJA noch
nicht gefunden habt: Nutzt die magischen Kräfte des Rings um
den direkten Weg dorthin zu finden! Ihr könnt ihn sofort als
Bonus machen. Er liegt bei N50 38.??? / E 006 39.???. Aber es
ist und bleibt halt ein Rätselcache.