Zur Prinzenhöhle
Kurzinfos:
Empfohlener
Startpunkt: Straße von Hartenstein nach Schlema durchs Muldental,
ca. 2 km nach Hartenstein findet ihr den Parkplatz Prinzenhöhle auf
der linken Seite.
Entfernung: ca. 0,8
Kilometer
Dauer: ca. ¾
Stunde
Kinder: für Kinder
geeignet, aber leider ist kein Platz zum tauschen
Nur bedingt
behindertengerecht. Wenn man mit dem Stock gehen muß, geht’s, wenn
man einigermaßen gut beieinander ist. Es geht aber ganz schön den
Berg hoch. Allerdings ist der Weg sehr gut. Danach folgen einige
Treppen.
Weiterführende
Wanderungen sind problemlos möglich
Eine kleine Lampe ist
hilfreich
Die
Geschichte:
Als Kunz von
Kaufungen, welcher die Burg Stein von 1448 bis 1450 als Lehen
besaß, für den Sächsischen Kurfürsten Friedrich den II. von Sachsen
in den Krieg zog, sollte dies sein ganzes Leben verändern. Der
Junker Kunz geriet in Gefangenschaft und erlitt schwere Verluste an
seinen Gütern im Thüringischen. Um wieder frei zukommen, wurde ihm
gar ein Lösegeld von 4000 Gulden abgepresst. Wieder zu Hause und in
Freiheit verlangte Kunz vom Kurfürsten Entschädigung für
Kriegsdienst und Verluste. Der Kurfürst argumentierte jedoch, daß
der Junker als Freier Ritter in den Krieg gezogen wäre und keinen
Anspruch auf Entschädigung habe. Dafür wurde ihm gemeines
Raubrittertum vorgeworfen und das Lehen auf die Burg gekündigt.
Ausschlag gab die sogenannte „Lindenauer Nahme“, bei welcher Kunz
von Kaufungen einen thüringischen Kaufmannszug in Lindenau bei
Leipzig gefangen nahm und auf die Burg Stein zu Hartenstein
verschleppte um Lösegeld zu erpressen. Daraufhin wurde die Burg mit
300 Mann auf Befehl des Zwickauer Stadtvogtes gestürmt und nur dem
Umstand, daß Kunz die Burg nicht verteidigte, ist es wohl zu
verdanken, daß diese noch steht. Der Junker fühlte sich im Recht,
da er mit dem Herren der Kaufleute in Fehde lag, seine Entführung
also vom Kriegsrecht gedeckt war.
Der Streit zog sich 5
Jahre hin, inzwischen lebte Kunz auf einer neu erworbenen Burg im
Böhmischen, bis dann beschlossen wurde, den Fall einem
Schiedsgericht vorzutragen. Vermutlich platzte Kunz dann der
Kragen. Er verfasste einen Fehdebrief und erklärte damit dem
Kurfürsten den Krieg. Gemeinsam mit den Rittern Wilhelm von Mosen
und Wilhelm von Schönfeld, sowie begleitet von bewaffneten Reitern
zog er auf Schloß Altenburg. Dank guter Kenntnisse der Interna des
Schlosses (Kunz war früher Kommandant der Truppen) sowie der
Abwesenheit des Kurfürsten nebst Hofstaates war es ihnen möglich,
die beiden Söhne Friedrichs des II., die Prinzen Ernst und Albrecht
zu entführen.
Die Ritter faßten den
klugen Plan sich in zwei Trupps zu teilen, um die Verfolgung zu
erschweren. So bog der eine Trupp, geführt von Junker Kunz, in
Richtung Böhmen, der Trupp von Schönfeld und Mosen in Richtung
Franken ab. Leider war ihnen das Glück wieder nicht hold und schon
am ersten Tag wurde Kunz gefaßt, der junge Albrecht konnte sich bei
einer Rast in der Nähe der Ortschaft Grünhain im Erzgebirge
befreien und ortsansässige Köhler und Bauern um Hilfe rufen. Diese
überwältigten Kunz und seine Mannen und übergaben sie den
Kurfürstlichen. Schönfeld und Mosen suchten derweil, von heftigen
Kämpfen mit ihren Verfolgern geschwächt, Zuflucht in einem alten
Bergwerksstollen bei Hartenstein. Als sie nach 3 Tagen aber Kunde
von der Verhaftung des Junkers erhielten, gaben sie auf und
lieferten den zweiten Sohn Ernst gegen Leben und freies Geleit
aus.
Seitdem wird dieser
Ort die „Prinzenhöhle“ genannt.
Ach ja, Kunz von
Kaufungen wurde bezichtigt, den Fehdebrief nicht fristgerecht
abgesandt, und sich so des Landfriedensbruches schuldig gemacht zu
haben. Dafür wurde ihm am 14. Juli 1455, ganze 6 Tage nach der Tat,
in Freiberg der Kopf abgeschlagen.
Viel Spaß bei der
Suche wünscht euch
Team
Smo_Sen