Erste GeoTour in Ostdeutschland eröffnet

Geocacher Gernot Schmeller (SchmelliDE) ist ein deutscher Geocaching-Blogger, der mit seinem Wohnmobil und Gleichgesinnten oft unterwegs ist, um kleine sowie große Events im In- und Ausland zu besuchen und dabei ausgiebig cachen zu gehen. Auf seiner Reise zwischen den Giga-Events in Hamburg und Berlin nahm er auch am Eröffnungs-Event der GeoTour Fläming teil. Lest hier, was er dort erlebt hat.

GeoTour Fläming

Ich war sehr neugierig, als ich mich am frühen Morgen des 12. Mai 2019 mit Freunden vom zwei Kilometer entfernten Wohnmobil-Stellplatz auf den Weg machte. Unser Ziel war der Bahnhof in Zossen, wo mit einem Event die neue GeoTour Fläming eröffnet werden sollte – die fünfte GeoTour in Deutschland, die erste in Ostdeutschland.

Janine vom Orga-Team hatte mich eingeladen und mir die Pressemitteilung für die Veranstaltung geschickt. Also las ich nochmal schnell nach: Es kommt eine Fahrt mit der Draisine von insgesamt 36 Kilometern auf uns zu. Dabei gibt es 30 Letterboxen und einen Bonus zu finden. Wir werden mindestens sechs Stunden benötigen. Ich hatte keine Ahnung, was eine Draisine ist und wie anstrengend das werden sollte. Aber abenteuerlustig stürzte ich mich mit meiner Reisegruppe in den Tag!

Am Bahnhof angekommen hatte ich noch etwas Zeit und entschloss mich kurz vor dem Event zu einem Gruppenfoto mit meinen Begleitern von Birre’s Camper Friends, einigen Cachern und Janine von der Orga. Die Stimmung war ausgezeichnet, das Wetter ebenfalls!

Nach den ersten Begegnungen mit bekannten und bisher unbekannten Cachern folgte anschließend die Einweisung in die Sicherheitsbestimmungen für unsere Draisinen-Fahrt. Dabei lernten wir wichtige Dinge, zum Beispiel, dass wir Straßen überqueren müssen, Autos dabei immer Vorfahrt haben und wir die Schranken selbst öffnen und für Sicherheit sorgen müssen. Es kann vorkommen, dass eine Draisine schneller voran kommt als die vor ihr fahrende. Dann muss die überholende aus den Gleisen gehoben und vor die langsamere gesetzt werden.

Ok, dann sind wir ja vorbereitet. Aber noch bevor die erste Draisine startete, sammelten wir die erste Letterbox ein – übrigens die einzige, die wir ohne Draisine gemacht haben. Hier das FTF-Foto.

Dann ging es endlich los. In kurzen Abständen starteten wir mit unseren Draisinen in den Tag:

Nach einem etwas längeren Stück ohne Dosen gab es schon bald die nächsten Verstecke zu finden. Vorne rechts seht Ihr eine der ersten Dosen dieser Tour:

Ausgestattet mit den Sicherheitshinweisen kamen wir unbeschadet an den Schranken vorbei über die Straßen.

Unterwegs gab es auch ein paar Bahnhöfe, wo man kurz anhalten und etwas essen oder trinken konnte. Um für die nachfolgenden Draisinen kein Hindernis so sein, stellt man sein Fahrzeug dann einfach neben den Gleisen ab.

Die Tour in Richtung Wendepunkt entwickelte sich für uns sehr abwechslungsreich. Alle paar hundert Meter gab es einen Cache zu loggen und die Zeit verging wie im Fluge. Anhalten die Umgebung genießen, loggen und weiter. Das hat richtig Spaß gemacht.

Zur Hälfte, nach etwa 18 Kilometern, erreichten wir das Ziel und konnten ohne Probleme die riesige, sehenswerte Bonus-Dose finden. Hier ein kleiner Teil im Foto:

Am Eröffnungstag gab es am Bahnhof Schönefeld auch noch ein herzliches Willkommen der Organisatoren mit Kaffee und lecker Kuchen.

Das ist der Bahnhof Schönefeld. Hier wurden die Draisinen umgedreht und es ging auf dem gleichen Weg zurück zum Startpunkt.

Wenn Ihr glaubt, dass das alles ein riesiger Spaß ist, liegt Ihr richtig – bis zum Wendepunkt. Bedenkt dann aber bitte, dass Ihr anschließend 18 Kilometer zurückstrampeln müsst. Die Beine werden schwer und es zieht sich. Deshalb meine Empfehlung:

Genießt den Hinweg mit den Caches und ruht Euch in Schönefeld etwas aus. Erst auf dem Rückweg solltet Ihr dann eine Pause an einem der Bahnhöfe einlegen, etwas essen oder trinken. Dann wird der Rückweg nicht zur Strapaze. Außerdem empfiehlt es sich, gut zu überlegen, wer in welcher Draisine sitzt. Die Anzahl der Personen (zwei bis vier) und die Kondition der Mitfahrer sollten dabei ebenso eine Rolle spielen wie deren Gewicht.

Hilfreich ist es auch, wenn Ihr mit einem lustigen Team unterwegs seid. Unsere Draisinen wurden zwar auf dem Rückweg gefühlt immer schwerer und langsamer. Das tat der guten Laune aber keinen Abbruch:

Ich muss zugeben, dass ich am Ende des Tages die Anstrengung deutlich zu spüren bekam. In einer mit drei Personen besetzten Draisine habe ich die gesamten 36 Kilometer durchgehend getreten. Trotzdem war es ein ganz besonderer Tag. Ein Cache-Erlebnis, das meine Begleiter und ich niemals vergessen werden.

Zur Information: Die mindestens sechsstündige Fahrt mit der Draisine kostet pro Person 18 €. Die Abfahrt erfolgt zwischen 9 und 11 Uhr. Ab 15 Uhr könnt Ihr Euch in Schönefeld auf den Rückweg zum Bahnhof Zossen machen, wo die Fahrzeuge bis spätestens 18 Uhr zurückgegeben werden müssen. Die Draisinen können vorab bei der Erlebnisbahn gebucht werden.

Eine Geocoin gibt es bei dieser Geo-Tour übrigens nicht, dafür einen Geo-Tag. Wer diesen als Erinnerung erwerben möchte, kann ihn beim Lost-Place-Shop bestellen.

Vollständigkeitshalber möchte ich zum Abschluss noch erwähnen, dass es für das erfolgreiche Absolvieren dieser Geo-Tour natürlich auch ein Souvenir zu ergattern gibt:

Herzlichen Dank an die Organisatoren. Meinen Begleitern und mir hat es bei dieser GeoTour sehr gut gefallen. Ein Erlebnis, das man uneingeschränkt empfehlen kann!

Guest Writer
Guest writer for Geocaching.com's blog