Traditionelle Caches, große Ziele und der Weg vor Dir mit Marcellus Cadd

In den letzten paar Jahren trafen wir uns immer wieder mit Marcelluns Cadd (atreides) von Geocaching While Black, um zu hören, wohin ihn Geocaching in letzter Zeit gebracht hat. Und dieses Jahr gibt es viel zu besprechen.

Wir haben uns mit ihm über seine jüngsten Reisen unterhalten, darüber, wie er ehrenamtliches Engagement und das eigene Cachen unter einen Hut bringt, über das Sammeln von Treasures, die anhaltende Beliebtheit von Traditionellen Caches und darüber, was er seinem Geocaching-Ich aus dem Jahr 2018 gerne sagen würde.

Geocaching HQ: Das ist unser sechstes gemeinsames Interview! Was hast Du in der Geocaching-Welt gemacht, seit wir uns das letzte Mal unterhalten haben? Gab es irgendwelche denkwürdigen Abenteuer, Meilensteine oder Projekte, von denen Du erzählen möchtest?

Ich hab im Verlauf des letzten Jahres ziemlich viel gemacht. Ich bin gerade von einer Reise zur Grenze von Manitoba zurückgekehrt, die mich über Nebraska, die Dakotas, Minnesota und Iowa geführt hat! Ende letzten Jahres unternahm ich eine Reise durch den tiefen Süden – ausgehend von Atlanta und zurück nach Texas, über Birmingham und Jackson!

Bonita Lakes – Der älteste Cache in Mississippi

Während ich in der Gegend von Atlanta war, hab ich natürlich Lake Lanier gemacht und damit dieses Jahr endlich die Jasmer-Challenge abschließen können! Und dann haben ich und mein tolles Team natürlich erfolgreich die 24. Jährliche Texas Challenge in Taylor, Texas veranstaltet! Es war ein richtig tolles Jahr für mich!

Lake Lanier am frühen Morgen
Sioux Wasserfälle

Geocaching HQ: Im vergangenen Jahr warst du als Vertreter für Zentral-Texas maßgeblich an der Organisation des 24. jährlichen Texas Challenge & Geocaching Festival (GCB4F75) beteiligt. Organisierst Du dieses Jahr irgendwelche Events und was begeistert Dich am meisten daran, die Geocaching Community zusammenzubringen?

Dieses Jahr lasse ich es locker angehen. Es schadet nicht, diese Last erst einmal für eine Weile beiseite zu legen.

Es ist zwar wichtig, sich für die Gemeinschaft zu engagieren – nicht nur, weil dies dazu beiträgt, Dinge zu erhalten und weiterzuentwickeln, oder weil die lokale Community uns durch Veranstaltungen, Freundschaften, Mega-Events und auf andere Weise so viel gegeben hat –, doch manchmal tut es gut, einen Schritt zurückzutreten und sich Zeit zu nehmen, um ganz für sich selbst zu cachen.

Geocacher sprechen mit der nächsten Generation…

Auch wenn ich einige private Events ausrichte, die mittlerweile zur jährlichen Tradition geworden sind, engagiere ich mich dieses Jahr nicht ganz so stark im ehrenamtlichen Bereich. Davon abgesehen plane ich, am diesjährigen „CITO Across Texas“ teilzunehmen. Es ist das dritte Jahr, dass TXGA es organisiert, also ist das mindeste, was ich tun kann, lokal ein CITO zu veranstalten.

Wenn Du das Logbuch nicht signiert hast, warst Du nicht da!
Ja, wir haben die Ente signiert!
Eine andere Art CITO…
Und nochmal eine andere Art CITO…

Geocaching HP: Vor ein paar Jahren hast Du uns gesagt, dass der Erdbeben in Istanbul EarthCache einer Deiner Traum-Caches ist, die Du besuchen willst. Steht er immer noch ganz oben auf Deiner Wunschliste, oder sind noch weitere Geocaches, die man unbedingt finden muss, dazugekommen?

Er ist noch drauf. Ich will schon seit sehr langer Zeit die Hagia Sophia besuchen, und wenn ich schon mal da bin, kann ich ja gleich noch einen EarthCache mitnehmen, oder?

Davon abgesehen hat sich meine Liste der Caches, die ich unbedingt finden muss, etwas erweitert. Jetzt wo ich die Jasmer-Challenge abgeschlossen habe, denke ich darüber nach, sie ein zweites Mal zu machen. Infolgedessen denke ich dieser Tage noch mehr über Potter’s Pond nach.

Der letzte Cache, den ich für die Jasmer-Challenge gebraucht habe, war einer im November 2000, also begann ich über andere Caches aus dem November 2000 nachzudenken und, wie der Zufall es will, sind die ältesten Caches in Indiana, New Jersey und Minnesota alle aus diesem Monat, also schätze ich mal dass sie alle jetzt auf meiner Liste stehen!

Geocaching HQ: Eines deiner langfristigen Ziele war es, in jedem US-County einen Geocache zu finden. Wie läuft es mit dieser Challenge, und gab es auf dem Weg dorthin Überraschungen?

Es läuft klasse. Nicht so schnell, wie ich es gerne hätte, aber ich bin viel weiter als ich je gedacht hätte!

Bislang habe ich offiziell in 961 der insgesamt 3.144 Countys und County-Äquivalente (und falls dir der Begriff „County-Äquivalente“ nichts sagt: Das ist ein interessantes Thema) einen Cache gefunden. Ich habe allerdings noch Caches in vier weiteren Countys, die ich nicht für mich beanspruche (zwei in Arizona, je einen in Vermont und Rhode Island), da ich deren County-Gerichtsgebäude noch nicht besucht habe. Das mach ich aber noch. Lass mir nur ein wenig Zeit!

Lincoln County, South Dakota

Das Überraschendste an meinen bisherigen Reisen waren meine Reisen im Westen der USA. Man hört die ganze Zeit von den weiten Ebenen da draußen, aber wenn Du sie erlebt hast, bist Du Dir nicht mehr so sicher.

Einen ersten Eindruck davon bekam ich in West-Texas und New Mexico, aber so richtig bewusst wurde es mir erst, als ich durch Wyoming, Utah und Arizona fuhr. In weiten Teilen von Texas, Arizona, Louisiana und den östlich davon gelegenen Gebieten fahre ich 30 bis 60 Minuten und erreiche ein neues Gerichtsgebäude in einem neuen County (oder einer vergleichbaren Verwaltungseinheit) – bereit, einen neuen Cache zu finden, sofern ich das nicht schon getan habe.

Als ich aber in Wyoming war, musste ich zwei oder drei Stunden lang fahren, nur um ins nächste County zu gelangen. In Wyoming muss ich noch sechzehn Countys besuchen und ich schätze, dorthin zu reisen wird fast soviel Zeit brauchen wie die fünfundfünfzig, die ich in Nebraska noch übrig habe!

Der weltgrößte Lutefisk (Laugenfisch) in Madison, Minnesota-und ja, dort gab es einen Cache!

Geocaching HQ: Treasures und Souvenirs sind eine spaßige Art, Meilensteine zu feiern und neue Abenteuer zu inspirieren. Welche Rolle spielen sie in Deiner Geocaching-Erfahrung und hast Du eine Strategie, wie Du die neue Bingo 2026 Treasure Sammlung angehst?

Treasures motivieren mich nicht so wie andere Leute, denn ich ab ein sehr spezifisches Ziel, das ich erreichen will, und dieses Ziel gibt mir jede Menge Motivation. Ich bin allerdings jemand, der Dinge gerne vollständig abschließt. Wenn ich dieses RWenn ich dieses Regal mit den unvollendeten Treasures sehe, die darauf warten, fertiggestellt zu werden, kann ich dem Drang einfach nicht widerstehen, sie zu vollenden!

Auf meiner Reise nach Norden habe ich tatsächlich eine Serie abgeschlossen: Ich habe „Origami Animals“ beendet – ein Projekt, das eine Weile geruht hatte, weil ich die kleinen Caches mit vier oder mehr Favoritenpunkten im Raum Austin schon längst alle gefunden hatte. Wenn eine neue Sammlung beginnt, mache ich einfach mit dem Cachen weiter und denke mir, dass ich die entsprechenden Caches schon nach und nach mitnehmen werde. Mit der Zeit werden diese verbleibenden Treasures jedoch zu einem Gedanken, der mir einfach nicht mehr aus dem Kopf geht – und ich muss losziehen und sie endlich erledigen!

Die neue Bingo-Sammlung wird ein wenig anders, weil sie zeitlich begrenzt ist. Deshalb werde ich wohl eine Gruppe von Freunden zusammentrommeln und einen Power-Trail oder Geo-Art in Angriff nehmen. Wenn die Zeit knapp ist, muss ich mich der Sammlung wohl einfach direkt stellen!

Geocaching HQ: Traditionelle Geocaches waren seither Deine Lieblings-Cacheart. Stimmt das heute noch? Warum kommst Du immer wieder zu ihnen zurück, oder wenn Deine Lieblingsart sich verändert hat, wodurch kam der Wechsel?

Traditionelle Geocaches sind immer noch meine Lieblinge! Ich schätze Mystery-Caches und Multi-Caches, aber ich habe selten einen gesehen, der so kreativ ist wie ein gut gemachter Tradi.

Außerdem ist der Tradi immer noch das Rückgrat dieses Hobbys. Ohne den einfachen Tradi bricht alles zusammen, oder?

Für mich gibt es nach wie vor nichts Verführerischeres, als das „Gehirn Mark I“ und das „Auge Mark I“ gegen die Umwelt antreten zu lassen und den Schatz (nicht zu verwechseln mit „Treasure“) zu enthüllen, der dort verborgen liegt. Selbst nach all den Jahren ist das immer noch ein kleiner Nervenkitzel.

Der Cache mit den meisten Favoritenpunkten in North Dakota
Dieser Geocache ist geschützt

Geocaching HQ: Wenn du deinem Geocaching-Ich aus dem Jahr 2018 einen einzigen Rat geben könntest, welcher wäre das?

Wenn ich meinem Ich aus 2018 etwas sagen könnte, wäre es wahrscheinlich “Kehre jetzt sofort um! Das ist der Weg in den Wahnsinn!”

Aber im Ernst, ich würde mir sagen, dass ich mehr Zeit auf die Planung verwenden sollte und mich dann an den Plan halten. Wahrscheinlich hätte ich die Texas Monate früher abschließen können, wenn ich mehr Zeit in die Planung investiert hätte, als ich es damals getan habe. Und wenn ich gründlicher geplant hätte, wären mir auch solche Debakel wie das von Arizona erspart geblieben.

Außerdem hätte ich, nachdem ich einen Plan aufgestellt hatte, mich mehr daran halten sollen. Wäre das tiefer verankert gewesen, hätte ich mir auf meiner Reise nach Norden einige Fehltritte – und wiederum das Debakel von Arizona – ersparen können. Ich glaube, ich wäre mit meinen Zielen viel weiter, wenn ich mir das 2018 gesagt hätte.

Geocaching HQ: Wenn du auf das kommende Jahr blickst – welches Geocaching-Ziel, welches Abenteuer oder welche Errungenschaft möchtest du erreichen?

Ich habe zwei Ziele, die ich 2026 erreichen möchte. Als erstes möchte ich tausend Couties erreichen. Sofern im echten Leben keine größeren Komplikationen auftreten, gehe ich davon aus, dieses Ziel zu erreichen.

Der zweite Punkt (der in gewissem Zusammenhang mit dem ersten steht) ist, dass ich mich in der allerersten Planungsphase für einen Ausflug befinde, um den Virtual Cache zu platzieren, den ich im Februar vom HQ erhalten habe. Ich habe viel darüber nachgedacht, was ich damit machen möchte, und jetzt, da ich mich entschieden habe, muss ich die Koordinaten ermitteln und bestimmte Abschnitte ablaufen, um genau herauszufinden, wie ich das Projekt abschließen kann.

Und auch wenn ich nicht verraten werde, was ich genau plane, kann ich doch sagen, dass ich erwarte, eine ganze Reihe neuer Countys zu besuchen!

Was die erste Jahreshälfte 2027 betrifft, so gehe ich davon aus, dass ich mich insbesondere auf zwei Bundesstaaten konzentrieren werde: [GESCHWÄRZT] und [GESCHWÄRZT]. Ich hab ziemlich gute Gründe dafür, mich auf sie zu konzentrieren und sie abzuschließen. Leider konnte ich mich im Jahr 2026 auf keine von beiden konzentrieren, also sind sie meine Ziele für 2027.

Und natürlich muss ich an der 25. Jährlichen Texas Challenge in San Angelo teilnehmen! Ich hoffe, Euch alle dort zu sehen!

Netherlands in Minnesota

Vom Abschluss der Jasmer-Challenge bis hin zur Marke von fast 1.000 Landkreisen – Marcellus findet immer wieder neue Geocaching-Ziele. Eine bewältigte Herausforderung kann der Auftakt zu einem zweiten Versuch sein, eine lange Autofahrt kann offenbaren, wie riesig das Land tatsächlich ist, und selbst nach Jahren voller Funde kann ein geschickt versteckter Traditioneller Geocache noch immer diesen vertrauten Kick auslösen.

Wir müssen abwarten, wohin ihn sein geheimnisvoller neuer Virtual führt und welche zwei Bundesstaaten als nächstes auf ihn warten.

Bis dahin gibt es noch weitere Counties zu besuchen, Treasures zu sammeln, und irgendwo in Istanbul wartet ein EarthCache darauf, gefunden zu werden.

Auf welches Geocaching-Ziel arbeitest Du zu? Teile es uns in den Kommentaren mit!

Snacks bei einem Event um 2 Uhr morgens (ja, 2 Uhr morgens)!