Skip to Content

This cache has been archived.

Moarhof Gang: Requiescat in pace

More
<

Groeni 22 Zeitgeschichte - Verordnete Kunst

A cache by Moarhof Gang Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 5/1/2007
Difficulty:
1 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size: micro (micro)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:

Mit Groeni - Zeitgeschichte möchten wir auf das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte im Umfeld der „Hauptstadt der Bewegung“ eingehen und zum Nachdenken anregen.

Die Informationen und Geschichten werden keine leichte Kost sein.

Manche Locations und Lost Places wird man sicher mit anderen Augen sehen.

Verordnete Kunst 

Nach der Machtergreifung:

Am 10.  Mai 1933 lodert im Zuge einer Feier der nationalen Revolution auf dem Königsplatz ein großer Scheiterhaufen. SA und HJ werfen Bücher deutscher Literaten und wissenschaftliche Bücher mit Schmähsprüchen in die Flammen: Unter anderem
Heinrich Mann, Erich Kästner, Karl Marx, Erich Maria Remarque, Kurt Tucholsky, Carl von Ossietzky und Sigmund Freud
wegen
„Dekadenz und moralischem Verfall“, „Gesinnungslumperei und politischem Verrat“, „Verfälschung der Geschichte“, „dünkelhafter Verhunzung der deutschen Sprache“ und „seelenzerfressender Überschätzung des Trieblebens“... .

Diese und viele weitere Schriftsteller sind in Zukunft verboten.

Die Bücher des Münchner Schriftstellers Oskar Maria Graf werden nur verschont, weil diese von den geistigen Ignoranten fehlgedeutet werden.
Graf, im Exil lebend, fordert daraufhin in der Wiener „Arbeiterzeitung“ provozierend: Verbrennt mich!

Zeitgleich zur verordneten geistigen Verarmung läuft die künstlerische Verarmung an:

Während die politische Führung in Berlin sitzt, wird München Parteizentrale und soll nach dem Willen des minderbegabten Möchtegernmalers aus Braunau DIE deutsche Kunstmetropole werden.
Am 15. Oktober 1933 wird am Englischen Garten der Grundstein zum Haus der deutschen Kunst gelegt, dem einzigen Kunstmuseum, das während der dunklen Jahre im Reich entstand.

Zur Eröffnung 1937 prangt über dem Haupteingang der Satz: „Kunst ist eine erhabene und zum Fanatismus verpflichtende Mission“. Man könnte auch von Gehirnwäsche sprechen.
Gezeigt werden Landschaftsidyllen, stolze Bauern, Statuen heroischer Arbeiter und weibliche Akte, die auf die Fruchtbarkeit der deutschen Frau hinweisen sollen.
Dies bringt dem Museum den Spottnamen „Haus der deutschen Brunft“ ein.

Die erste Ausstellung widmet sich dann dem, was von den Kleingeistern als entartete Kunst gesehen wird: Expressionismus, Impressionismus, Kubismus oder Dadaismus.
Betroffen sind u.a. Werke von Dix, Klee, Kandinsky, Kokoschka, Pechstein und Nolde.
Unter den Bildern stehen Sätze wie „So sieht ein krankes Gehirn die Natur“.

Während die einen geächtet werden, sind andere groß im Kommen: Arno Breker und Josef Thorak.

Thorak wird neben Breker einer der am meisten beschäftigten und geförderten „Künstler“ des Dritten Reiches.

Seine teils gigantischen Figuren drücken den Zeitgeist aus: harte Männergesichter und nackte, athletisch gestählte Körper in heroischen Posen, Frauen mit kleinen Brüsten und breitem Becken, perfekt für die Zucht des Idealmenschen. So ganz nach des Führers Vorbild !?! 

Diese Gigantomanie braucht dringend Platz und 1938 wird an Albert Speer der Auftrag erteilt für Thorak im verschlafenen Münchner Vorort Baldham ein Staatsatelier zu schaffen.

Wegen der riesigen Skulpturen wird das Gebäude sehr groß: Allein die Werkhalle hat eine Fläche von 700m², die Gebäudehöhe reicht an die 20 m. Auf der Südseite werden drei über 10m hohe Tore installiert. Weitere Gebäude für Modellpferde und Bedienstete werden erstellt. 

Zum Ende des Krieges übernehmen die einmarschierenden Amerikaner das Gebäude als Hauptquartier für ihr XV. Corps, am 5. Mai 1945 unterschreibt hier die deutsche Heeresgruppe G ihre Kapitulation. Damit ist für Bayern der Krieg beendet.

Thorak versteht bis zu seinem Tod 1952 nicht, weshalb nach dem Krieg gegen Ausstellungen seiner Werke protestiert wird.
Eine Reflektion über seine Werke, die Unterstüztung eines verbrecherischen Regimes und die Beeinflussung der Volksmeinung über die Kunst verweigert er.
Er ist und war immer nur "Künstler".

Heute nutzt die Prähistorische Staatssammlung München das Gebäude als Lager.

Der Cache liegt vor der linken Torsäule, außerhalb des Spielplatzes.

 

Zum Thema Zeitgeschichte ist in unmittelbarer Näche der Cache Feldzeichen - erlebte Geschichte von speedyelise empfehlenswert.

Additional Hints (Decrypt)

Uvagre Onhz nz Obqra

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)



 

Find...

362 Logged Visits

Found it 337     Didn't find it 3     Write note 10     Archive 1     Temporarily Disable Listing 1     Publish Listing 1     Needs Maintenance 3     Owner Maintenance 5     Post Reviewer Note 1     

View Logbook | View the Image Gallery of 7 images

**Warning! Spoilers may be included in the descriptions or links.

Current Time:
Last Updated:
Rendered From:Unknown
Coordinates are in the WGS84 datum

Return to the Top of the Page

Reviewer notes

Use this space to describe your geocache location, container, and how it's hidden to your reviewer. If you've made changes, tell the reviewer what changes you made. The more they know, the easier it is for them to publish your geocache. This note will not be visible to the public when your geocache is published.