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Kies - das Öl des NiederRhein

A cache by awema Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 06/03/2009
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size: other (other)

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Geocache Description:

Wer diesen earthcache erfolgreich gefunden hat, darf meine earthcache coin discovern. Bitte beim dortigen Log erwähnen, welchen earthcache ihr gefunden hattet - bitte nennt dessen Namen, nicht nur den Wegpunkt.

Zum Thema:

"Kies ist unser Öl" - diesen treffenden Satz prägte der Verfasser des "kleveblog", nachdem die Klever Bundestagsabgeordnete Barbara Hendricks folgendes zum "Raubbau des Kies am Niederrhein" aussprach: "Wir Sozialdemokraten wollen nicht zulassen, dass man uns unseren schönen Niederrhein unter den Füßen weggräbt und nach Holland abtransportiert".

Man mag zu den Auskiesungen stehen, wie man will - die Abgrabungen und der Verkauf von Sand und Kies stellen am Niederrhein einen nicht unwichtigen Wirtschaftsfaktor dar und so mancher Landbesitzer mag sich mit dem Verkauf desselben auch ein "goldenes Näschen" verdient haben ...

Gehen wir jedoch zunächst einmal weit zurück in die Vergangenheit um zu erfahren, woher der Kies überhaupt stammt und wie er entstanden ist. Zu den Ausführungen sei darauf hin gewiesen, dass ich diverse frei zugänglich Quellen genutzt habe. Zudem habe ich die freundliche Genehmigung des Diplom-Geologen Dr. Dietmar Meier erhalten, Inhalte seiner sowohl informativen, wie auch unterhaltsamen homepage www.intersSand.de nutzen zu dürfen. Ein Klick auf den link führt euch direkt dort hin.

Die meisten unserer heimischen Kies- und Sandvorkommen stammen aus der so genannten Quartiärzeit. Diese Epoche war geprägt von einer beginnenden merklichen Abkühlung der Nordhalbkugel der Erde vor etwa 2,3 Millionen Jahren, in der sich jedoch auch extreme Kälte- und Wärmezeiten abwechselten. Mehrfach bedeckten gewaltige Eismassen Teile des heutigen Europa, die sich von Skandinavien aus nach Süden und von den Alpen aus nach Norden vorgeschoben hatten, so auch bis an unseren Niederrhein.

Kies- und Sandablagerungen entstanden hier durch zwei verschiedene geologische Situationen:

Im eisfreien Gletschervorland wurden Gesteine durch den intensiven Frost gesprengt. Der Schutt wurde von größeren Flüssen stromabwärts transportiert und bei nachlassender Transportkraft in Form von Kies- und Sandbänken abgelagert, so auch durch den Rhein. Da sich die Flussläufe im Verlaufe der Jahrhunderte immer wieder änderten, verblieben diese Ablagerungen auch auf dem Land.

Gletschernahe Gesteine und Sande wiederum wurden aus dem Moränenschutt heraus gespült und durch das Schmelzwasser transportiert und im Vorland wieder abgelagert. Auch diese situativen Begebenheiten finden wir am Niederrhein wieder.

Hier kehren wir nun wieder in die Gegenwart zurück, in der diese Kies- und Sandvorkommen, als mineralische Rohstoffe und die daraus gewonnenen Produkte, eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören nicht nur Kies und Sand allein, sondern auch Natursteine, Kalk, Gips, Zement oder Ton, die für das Hoch-, Tief- und Straßen- und Gleisbaugewerbe eine wichtige Rolle spielen (ca. 95% der abgebauten Kiese und Sande). Weiterhin werden die Mineralien auch zu zahllosen Produkten des täglichen Bedarfs in der Glas- und Keramikindustrie verarbeitet, die aus unserem Leben ebenso wenig wegzudenken sind, wie z. B. Glas oder Computerchips (ca. 5%). Statistisch gesehen verbraucht jeder Bundesbürger mehr als 600 Tonnen dieser Rohstoffe in seinem Leben. Dies entspricht vom Volumen her einer 200 Meter hohen Säule mit einem Quadratmeter Durchmesser.

Das Problem liegt darin, dass diese Lagerstätten natürlich nicht überall vorhanden sind, sondern meist in Gebieten rund um die eiszeitlichen Flusstälern, so eben auch bei uns am Niederrhein. Über 70% der in NRW abgebauten Kiese und Sande stammen aus diesem Raum. Ein Teil davon wiederum wird von niederländischen Firmen ausgekiest und / oder in die Niederlande exportiert.

Gewonnen werden die Kiese und Sande derzeit aus über 5000 Abgrabungsstätten (gesamte BRD) im Trocken- und Nassabbau, d. h. entweder wird oberhalb oder unterhalb der Grundwasserlinie ausgekiest. Da der Grundwasserspiegel in den ehemaligen Flusstälergebieten jedoch meist sehr hoch steht, erfolgt 2/3 der Gewinnung im Nassabbau. Dies zieht bei den vertrauten Landschaftsbildern natürlich erhebliche Veränderungen nach sich, in dem sich Flächen, die meist vorher landwirtschaftlich genutzt wurden, in Seenlandschaften verwandeln.

So steht der Abbau heute immer mehr im Kreuzfeuer von Ökonomie und Ökologie und stößt vor Ort immer auf Widerstand, so aktuell wieder bei einer als Abgrabungsstätte vorgesehenen Fläche von fast 100 Hektar Größe in Bedburg-Hau im Bereich B9/Querallee, wegen der schon politische Köpfe rollen mussten. Dennoch wurde nach langem Kampf mittlerweile auch von Naturschutzbefürworten festgestellt, dass die zurück bleibenden Abbaugebiete neue Lebensareale für die heimische Flora und Fauna bieten, in denen sich sogar spezialisierte Arten finden lassen, die in der sonstigen Umgebung kaum Überlebenschancen hätten. Vielmehr arbeiten die Naturschützer mit den Abbaufirmen und den Kommunen Hand in Hand und entwickeln gemeinsam bereits frühzeitig Konzepte für die spätere Nutzung der zurück bleibenden Gebiete. So entstehen heute immer mehr so genannte Renaturierungsflächen, die ganz gezielt für einen angepassten Lebensraum einheimischer Tiere und Pflanzen künstlich modelliert werden und sich dennoch harmonisch in das bestehende Landschaftsbild einfügen und auch für den Menschen einen wertvollen Erholungsraum darstellen.



Womit wir zurück wären im Renaturierungsgebiet Graefenthal und dem cache. Beides ergänzt sich auch hier sinnvoll, indem ihr durch das Studieren der Infotafeln vor Ort mehr über dieses bereits umgesetzte Projekt erfahren und gleichzeitig einen weiteren earthcache loggen könnt ...

Zum cache:

Da ein früherer schöner multi von "Cafetante" hier leider archiviert worden ist, möchte ich euch durch diesen cache zu einem kleinen Spaziergang um einen der ehemaligen und nun "renaturierten" Baggerseen einladen. Die gesamte Wegstrecke vom Parkplatz Kloster Graefenthal (heute auch: Gut Graefenthal) bis dort hin zurück beträgt etwas über 3 Kilometer.

Nach kurzem Spaziergang findet ihr, bei den Koordinaten zu Wegpunkt 1, eine interessante Informationstafel über das "Renaturierungsprojekt Graefenthal", die es sich durchzulesen lohnt, nicht nur, um die folgende Frage beantworten zu können:

1. Wie nennt man den Austausch des abzubauenden Kies durch darunter liegende Feinsande?

Folgt dem Weg längs des Sees in Richtung der Koordinaten zu Wegpunkt 2. Zum eigentlichen Inhalt der Infotafel stelle ich hier keine Frage, denn ihr werdet schnell feststellen, dass es sich um die gleiche Beschreibung handelt. Damit ihr trotzdem den Rundweg entlang spaziert, gilt es hier folgende Frage zu beantworten:

2. Wie oft findet ihr die Buchstabenkombination "VN" an, aber nicht auf, der Infotafel?

Weiter um den See geht es zu den Koordinaten des Wegpunkts 3. Auch hier steht eine der besagten Informationstafeln. Die folgende Frage lässt sich allerdings nur mit Hilfe des schräg gegenüber stehenden Schildes beantworten:

3. Was ist hier "passiert", bevor etwas Neues entstehen konnte?

Dem Weg hinter der Kurve folgend gelangt ihr alsbald wieder zur ersten Infotafel. Nicht weit davon wird auf der gegenüber liegenden Seite aktiv weiter Sand und Kies abgegraben. Hier gilt es zu guter Letzt folgende Aufgabe zu erfüllen:

4. Begebt euch zu den Koordinaten des Foto-Standortes und posiert mit eurem GPS Gerät in der Hand so vor dem Zaun, dass zumindest ihr und das Transportband mit der Nummer 3 im Hintergrund zu erkennen seid. Dies ist lediglich eine Bitte und optional.

Um den cache loggen zu können sind folgende Bedingungen zu erfüllen:

 - Sendet mir über mein Profil die Antworten zu den drei Fragen zu.
 - Nachdem ich euch Logfreigabe erteilt habe, könnt ihr loggen


Ich hoffe ihr konntet zum einen wieder etwas dazu lernen, habt zum anderen eine neues Stückchen Heimat kennen gelernt oder wenigstens einen schönen Spaziergang gehabt.

Mit besten Grüßen

awema


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