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Zwischen zwei Hochbrücken!

A cache by Smilla-XL Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 09/05/2010
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size: micro (micro)

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Geocache Description:


Zwischen zwei Hochbrücken


Die Olympiabrücke zur Linken:
Durch den ständig zunehmenden Verkehr wurde die alte Prinz-Heinrich-Brücke, die sich ursprünglich auf der rechten Seite befand, im Laufe der Jahrzehnte zu einem Verkehrsengpass. So entschied man sich dafür, u.a. ausgelöst durch die olympischen Segelwettbewerbe in Schilksee 1972, eine zweite Brücke in unmittelbarer Nähe zur Bestehenden zu bauen. Die heute links befindliche Olympiabrücke wurde zwischen 1969 bis 1972 östlich der alten Prinz-Heinrich-Brücke durch die Straßenbauverwaltung errichtet. Der Bau der Olympiabrücke wurde in moderner Bauform durchgeführt. So entstand eine Stahl-Hohlkastenbrücke mit oben liegender Fahrbahn, die auf Stahlbetonstützen gelagert ist. Dieses Bauwerk besitzt eine Gesamtbreite von 19,25m und bietet daher eine Fahrbahnbreite von 12m. Neben der Fahrbahn ist ein Geh- und Radweg von 4m Breite vorhanden. So standen damals direkt nebeneinander zwei Hochbrücken aus verschiedenen Epochen. Durch den Bau der Olympiabrücke war es nun möglich, den Verkehr von Süden in Richtung Norden über den Kanal zu führen, wobei der Verkehr in entgegengesetzter Richtung, also von Norden nach Süden über die Prinz-Heinrich-Brücke abgewickelt werden konnte. Ihre Abmessungen sind zwar im Vergleich mit der neuen Hochbrücke ungefähr gleich aber das Gewicht der Olympiabrücke ist mit einem reinen Stahlgewicht von 3380t um einiges leichter als die neue Hochbrücke mit 4010t.

Die Maße der Olympiabrücke:
Die Brücke hat eine Länge von 518m, eine Breite von 19,25m und ihre lichte Durchfahrtshöhe beträgt 40m. Die Stützweiten ihrer Stahl-Betonpfeiler sind 79,2m, 86,6m, 186,4m, 87m und 79,2m. Das reine Stahlgewicht der Brücke liegt bei etwa 3380t.

Die neue Straßenhochbrücke Kiel-Holtenau zur Rechten:
Die neue "Holtenauer" Hochbrücke existiert so in ihrer Form erst seit 1996. Ihre Vorgängerin war die vom "Brücken-Papst" Friedrich Voß entworfene und nach dreijähriger Bauzeit im Jahr 1912 fertiggestellte Prinz-Heinrich-Brücke. 1987 wurde auf der Prinz-Heinrich-Brücke eine Geschwindigkeits- und Gewichtsbegrenzung eingeführt. Dieser Schritt war notwendig geworden, da der bauliche Zustand nur noch eine eingeschränkte Nutzung zuließ. Eine intensive Untersuchung dieser Brücke ergab dann, dass eine Instandsetzung des Bauwerkes nicht wirtschaftlich gewesen wäre. Durch den steigenden Verkehr und durch Zunahme des Schwerlastverkehrs war die Kapazität dieser Brücke ohnehin lange erreicht. Auch eine Anpassung des Kanalverlaufes an dieser Stelle ließen die Brückenpfeiler der Prinz-Heinrich-Brücke nicht zu. So wurde 1988 entschieden, die in die Jahre gekommene Prinz-Heinrich-Brücke zu demontieren und an gleicher Stelle eine neue Brücke zu errichten. Den Auftrag zur Durchführung dieser Maßnahme bekam das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau vom zuständigen Verkehrsministerium. Es begann eine etwa 3-jährige Planungszeit für diesen Neubau. Bei den Planungen orientierte man sich an der schon vorhandenen Olympiabrücke aber der Abriss der alten Brücke stellte eine große Herausforderung für die Planer dar. Zum Einen musste der Straßenverkehr während der gesamten Bauzeit über die Olympiabrücke geleitet werden und zum Anderen mussten die Behinderungen für den Schiffsverkehr auf ein Minimum reduziert werden. Da das Geld damals knapp war, setzte sich die billigste Brückenlösung durch, die aufgrund einiger Pannen mit einer südafrikanischen Firma schließlich doch noch teurer wurde als ursprünglich geplant. Der Rückbau der alten Brücke erfolgte dann im Jahre 1992, mit Hilfe von zwei Schwimmkränen und einem 1000t Mobilkran. Das ca. 109m lange und 710t schwere Brückenmittelteil wurde auf zwei Schwimmpontons abgesenkt und in den Binnenhafen Kiel-Holtenau transportiert, wo es transportgerecht zerlegt wurde, dies allerdings mit schweren Komplikationen. Nachdem die alte Prinz-Heinrich-Brücke nun restlos entfernt war, wurde mit den Arbeiten der Beton-Unterbauten für die neue Brücke begonnen. Die Bauweise der neuen Brücke entspricht dabei die der schon vorhandenen Olympiabrücke. Es wurde eine Deckbrücke mit 5 Feldern errichtet. So konnte auf der Brücke eine dreispurige Fahrbahn von etwa 11m Breite errichtet werden. Wie auch auf der Olympiabrücke, befindet sich auf der neuen Holtenauer Hochbrücke neben der Fahrbahn ein Geh- und Radweg von etwa 3,75m Breite. Nachdem sämtliche Arbeiten an der Brücke beendet und die Fahrbahnanschlüsse hergestellt waren, konnte die Brücke 1996 für den Verkehr freigegeben werden. Kurze Zeit später wurde die Brücke an die Straßenbauverwaltung übergeben. Die neue Hochbrücke wurde übrigens vom Ingenieurbüro Meyer + Winter (Überbau) und der Ingenieurgemeinschaft Eriksen (Unterbau) als Hohlkasten-Brückenkonstruktion geplant. Für die Bauausführung war die Firma Wayss & Freytag zuständig. Die Stahlarbeiten, welche einen nicht unerheblichen Teil der Brücke ausmachen, wurden von der Firma Dillinger Stahlbau GmbH ausgeführt. Das gesamte Gewicht der Brücke ruht auf mehreren Lagern die von der Firma DIAMANT Gesellschaft für Metallplastic mbH an den Auflagepunkten verbaut wurden. Die gesamte Bauzeit der neuen Brücke betrug 4 Jahre und ging von 1992 bis zur Fertigstellung 1996. Sie verbindet heute den nördlich gelegenen Kieler Stadtteil Holtenau mit dem südlichen Stadteil Wik und führt den gesamten damit verbundenen Straßenverkehr der Bundesstraße B503 von Nord nach Süd über den Nord-Ostsee-Kanal. Die Holtenauer Hochbrücke, wie auch die neun anderen Brücken entlang des NOK, haben alle eine vorgeschriebene Mindest-Durchfahrtshöhe von 40m und ermöglichen es somit auch größeren Schiffen, welche hier bekanntlich regelmäßig verkehren, den NOK zu passieren.

Die Maße der neuen Straßenhochbrücke Kiel-Holtenau:
Die Brücke hat eine Länge von 518,4m, eine Breite von 18m und ihre lichte Durchfahrtshöhe beträgt 40m. Die Stützweiten ihrer Betonpfeiler sind 79,2m, 86,6m, 186,4m, 87m und 79,2m. Das reine Stahlgewicht der Brücke liegt bei etwa 4010t.

Die schweren Komplikationen:
Während der Abrissarbeiten der alten Prinz-Heinrich Brücke im August 1992 gab es einen Unfall bei dem wie durch ein Wunder kein einziger Mensch getötet oder schwer verletzt wurde. Ein schwerer Mobilkran (Quicklifter) der Firma Bracht KG sollte von Land und in Zusammenarbeit mit zwei Schwimmkränen, einem Telekran Thömen (LT 1400) und einem Gittermastkran Fahrenkrog (TC 2000/2400), ein Brückensegment aus seinen Auflagern heben und dieses dann in einem 90°-Schwenk links neben dem Quicklifter parallel zum Kanal ablegen, um es dann zerlegen zu können. Dabei assistierten dem Quicklifter noch ein Sünkler-Kran Autokran (KMK 6200) und ein Telekran von Longuet durch Halten des Pendelauflagers. Als das Segment bereits in luftiger Höhe am Haken hing, brach der Quicklifter überraschend und mit großem Getöse zusammen wobei das Brückensegment zunächst auf der Kanalseite zu Boden knallte und es den Oberwagen des gerade mal ein Jahr alten Sünkler-Autokrans, der ja am Pendellager fest hing, vom Unterwagen rasierte und einen kurz zuvor unter der Brücke geparkten VW-T4 der Länge nach halbierte. Danach rutschte das Brückensegment aus der Traverse der beiden landseitigen Krane und knallte vollends zu Boden, wobei die beiden Krane von Thömen und Fahrenholz ordentlich durchgerüttelt aber nur leicht beschädigt wurden. Als fünfter Kran wurde noch der Telekran von Longuet beschädigt, der auch in der Nähe des Pendellagers stand und auf die hinteren Abstützungen gestellt wurde. Verletzt wurde meiner Kenntnis nach bei dem Unfall lediglich der Kranführer des Quicklifters, der sich beim "Abschmieren" seines Auslegers mit einem Hechtsprung in den Kanal rettete und sich dabei an einem der Böschungssteine die Nase schrammte. Der finanzielle Gesamtschaden soll seinerzeit laut Zeitungsberichten bei über 60 Millionen DM gelegen haben, vom Imageschaden für die Firma Bracht mal ganz abgesehen. Über die genaue Unfallursache gibt es keine offiziellen Aussagen. Inoffiziell aber heißt es, beim Einziehen des Hauptmastes des Quicklifters soll eine der beiden hydraulischen Rückfallsicherungen nicht richtig gearbeitet haben, so das sich der Teleskopmast seitlich verdreht haben soll. Dies führte dann angeblich auch zum Zusammenbruch des Krans mit all seinen Folgen.

Literaturempfehlung:
Jürgen Jensen, "Kieler Kanalbrücken" / Sonderveröffentlichung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte / Boyens Verlag Heide


Der Cache:
Der Cache ist ideal für Zwischendurch, ein geringer DR/TR machen ihn auch für Kinder cachebar. Solltet Ihr mit dem PKW anreisen, dann parkt diesen am Besten direkt bei Wegpunkt P1. Man kann den Cache auch mit dem Fahrrad, Kinderwagen oder Rollstuhl erreichen. Dies ist zwar anstrengend aber möglich. Vom Parkplatz führt ein Weg hinauf zum Cache-Spot.
Der besagte Weg führt direkt bis zum Brückenzugang. Wer also einen Blick über den Kanal in Richtung der Schleusen erhaschen will kann diesen Weg nutzen. Die Tür ist ein wenig schwergängig, kann aber — mit Druck, bzw. Schwung — geöffnet und geschlossen werden.



1.100

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