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Alt-Wiener Spaziergang: Die Backgammon-Kuh Multi-cache

Hidden : 07/15/2011
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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How Geocaching Works

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Geocache Description:

Kurzfassung

Touristisch-klassischer “Multi“.

Weglänge: ca. 1.5 km. Stufenfrei und prinzipiell auch bei Nacht machbar (aber nicht empfohlen).
Dauer: etwa 45 Minuten.
Als Service für Papier-Cacher gibt es einen fast inhaltsgleichen, aber schöner formatierten PDF-file.


Einleitung

Dieser Cache ist Teil 5 der Trilogie ;-) von Touristenpfaden der Wiener Innenstadt.

Es gibt Caches, da muß man in Hogwarts studiert haben, um sie zu lösen. Dieser hier ist dagegen schwierigkeitstechnisch recht einfach und für echte eingeborene Wiener von den Stationen her auch wenig bemerkenswert – die Herausforderung liegt eher daran, die üblichen Mißverständnisse und Rechenfehler zu vermeiden. Auch wenn über deinen letzten erfolgreichen Fund nur noch Historiker Bescheid wissen - den hier wirst du schaffen. Und wie üblich gibt’s einen Haufen Informationen als Beilage, welche der eine oder andere vielleicht doch noch nicht kannte.

Und selbst wenn du schon alles wußtest... Geocaching ist der großartigste Unsinn, der mir in meinem Leben begegnet ist – außer Luftpolsterfolie. Also nimm' nicht alles so ernst, ok ?

Gemma's an (wie der Einheimische sagt)...

Der Weg

Du stehst bei N 48° 12.656 E 016° 22.379 am Hohen Markt. Es ist der älteste Platz von Wien und befand sich fast genau im Zentrum der Römerstadt Vindobona - er wird visuell vom Vermählungsbrunnen in der Mitte beherrscht.

Am großen Rundsockel erkennt man das lebensgroße jüdische Brautpaar Josef&Maria (deren Kopf nach dem Krieg wegen eines Bombentreffers ersetzt werden mußte). Wären die beiden damals mit der Bahn nach Betlehem gefahren, wäre Weihnachten wohl erst am 25.März.

Nachdem der Brunnen 1732 errichtet war, hörten dort die Enthauptungen am Hohen Markt auf, er war 500 Jahre lang das oft grausame Justizzentrum Wiens.

Zähle die Anzahl der großen Säulen und du erhältst S.

Ein paar Schritte weiter Richtung Osten bei N 48° 12.636 E 016° 22.405 entdecken wir in luftiger Höhe die grün-goldene brückenförmige Ankeruhr aus dem Jugendstil-Jahr 1913.

Persönlichkeiten der Wiener Stadtgeschichte zeigen die Zeit an: sie machen jede Minute einen Schritt, jede volle Stunde erscheint eine andere Figur und jeden Tag um 12:00 mittags hatschen sie etwa zehn Minuten lang alle mit Musikbegleitung (jede mit einer eigenen Kennmelodie) vorbei – zur Freude der Fotografen.

Übrigens vor allem der Japaner - eine Theorie besagt ja, daß Japan seine Bevölkerungsdichte nur im Griff hat, weil zu jedem Zeitpunkt mindestens 20% der Einwohner gerade in Wien und Salzburg auf Urlaub sind.

Schau‘ dich um - du findest dort eine Tafel mit diesen Persönlichkeiten. Eine der Figuren, welche namentlich groß gewesen zu sein scheint, ist aber als einzige Ausnahme eher kein Teil der Wiener Geschichte. Zähle die Buchstaben seines vollen Namens (ohne Titel) und du erhältst K.

Krebse bewegen sich seitwärts - außer sie sind besoffen, dann gehen sie vorwärts. Du hingegen gehst jetzt ein paar Schritte zurück, sodaß du die Figuren gut sehen kannst und schiebst dich dich dann nach Osten weiter. Das wird für einige Zeit unsere Hauptrichtung bleiben.

Überquere die Rotenturmstraße, widerstehe den Verlockungen des 365 Tage im Jahr geöffneten Eissalons und du kommst bei N 48° 12.594 E 016° 22.495 am Lugeck zu einem Denkmal. Es ist Johannes Gensfleisch von Sorgenloch gewidmet, ohne dessen Erfindung es heute Amazon nicht gäbe. Er nannte sich allerdings anders, sein Rufname steht auf der Vorderseite des Denkmals – zähle die Buchstaben seines Nachnamens und du erhältst B.

Vor dem Denkmal stehend und weiter nach Osten folgend, hast du die Wahl zwischen zwei Straßen. Falsche Entscheidungen resultieren oft in tollen Geschichten, aber du entscheidest dich für die rechte „Bäckerstraße“. In Bäckerstraße 7 auf der linken Seite befindet sich übrigens der einzige noch gut erhaltene Renaissancehof der Stadt – leider ist die Tür dazu nicht immer (und Sonntags meist nie) geöffnet.

Geh' die Bäckerstraße bis N 48° 12.546 E 016° 22.570 zu Haus Nr. 12. Dort hat man bei Restaurierungsarbeiten ein bezauberndes Hauszeichen gefunden: das Gebäude hieß früher "wo die Kuh am Brett spielt". Man sieht eine bebrillte Kuh, die mit einem Wolf am Brett spielt. Leider verdeckt der später angebaute Vorbau einen Großteil des Wolfes, man kann gerade noch seine Schnauze erkennen. Auf dem Bild waren früher laut diverser Schriften noch ein Kürschner mit einer FLIEGENklatsche, ein Jäger und ein Hund zu sehen.

Das Bild war damals als beißender Spott gemeint und bezog sich auf den Streit zwischen Katholiken und Protestanten im 17.Jh: die Kuh stellt die Katholiken dar, der Wolf die Protestanten, Kürschner/Jäger/Hund symbolisieren die gierigen Stadträte und Rechtsanwälte (welche sich sofort auf die Seite des Gewinners schlagen wollten) und die hilflos dem Spiel der beiden zusehende Geistlichkeit wird durch ein FLIEGendes Tier direkt neben der Brille der Kuh dargestellt.

Früher brauchten die Menschen eine Religion, die ihnen Antworten gab, heute reicht den meisten einfach Google. Nimm den Namen des Tieres im Bild, welche die Geistlichkeit symbolisiert - die Anzahl der Buchstaben ergibt für dich E.

Folge der Bäckerstraße weiter durch einige Torbögen, überquere die Postgasse und du erreichst schließlich nach einem Durchgang den Dr.Karl Lueger Platz.

Tip: hier gibt es eine U-Bahn-Station der Linie U3, falls du ausschließlich mit den eigenen Gehwerkzeugen unterwegs bist und nach erfolgreichem Fund der Dose später rasch woandershin möchtest. Sei aber gewarnt – in dieser Stadt gilt bezüglich Zuverlässigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel die Regel: „Die Unschuld verliert man im Bett. Die Geduld auf Bahnsteigen."

Den Karl-Lueger-Platz noch ein paar Schritte weiter nach Osten folgend und das Lueger-Denkmal mit den vielen Figuren rechts liegenlassend (es spielt in DIESEM Alt-Wiener Spaziergang keine Rolle), triffst du links auf die Biberstraße, in die du einschwenkst. Die Hausnummern 2, 4, 6, 8 zischen an dir vorbei, bis du bei N 48° 12.589, E 016° 22.856 in der Nähe des Eingangs der österreichischen Postsparkasse kommst, welche 1906 von Otto Wagner erbaut wurde.

Die Säulen vor dem Eingang sind aus einem für damals neuartigen Baumaterial, nämlich Aluminium. Unzählige Marmorplatten bedecken die Fassade, in der Mitte jeder Platte ein Nagel. Diese Nägel haben eine doppelte Funktion: einerseits halten sie die Platten, andererseits dienen sie als Dekoration (und entsprachen damit dem Leitgedanken Wagners, für den funktionsloses Dekor so sinnvoll war wie ein rostiger Nagel ins Knie). Wenn sie geöffnet ist, schau‘ hinein – sie ist durchaus sehenswert.

Zähle die Nägel auf den Marmortafeln. Zähle die Anzahl der Fenster auf der Vorderseite des Gebäudes. Hör‘ auf zu fluchen, wirf‘ beide sinnlosen Ergebnisse wieder weg und mach‘ es dir leichter: bei der angegebenen Koordinate gegenüber der Postsparkasse findest du eine Hausnummer der Biberstraße, welche eine Subtraktion darstellt. Führe sie durch und du erhältst Z.

Du gehst, die Postsparkasse im Rücken, nach Osten weiter bis zur Ringstraße und überquerst diese, bis du am "Stubenring 1" bei N 48° 12.590, E 016° 22.958 das frühere K.-u.-k.-Kriegsministerium findest.

Übrigens ist „K.k.“ und „k.u.k.“ nicht dasselbe. Letzteres bedeutet „kaiserlich und königlich“ und bezieht sich auf die drei gemeinsamen österreichisch-ungarischen Angelegenheiten Außenpolitik, Kriegswesen und Finanzen. Alle anderen Themen waren „kaiserlich-königlich“ und Ungarn hatte kein Mitspracherecht – z.B. beim Burgtheater.

Oben am Dach befindet sich der kaiserliche Doppeladler, an der Vorderseite des Gebäudes über den Fenstern des Erdgeschoßes verschiedene Soldatenköpfe mit den Kopfbedeckungen der verschiedenen Völker der alten Monarchie. Das Reiterstandbild zeigt Feldmarschall Radetzky, der eindeutig zur Postsparkasse sieht – vielleicht, weil ihm das Gebäude besser gefällt ? Immerhin ist es auch das ältere, obwohl es weit jünger und moderner aussieht.

Zähle die in gleicher Höhe befindlichen vorher beschriebenen Köpfe (gesichtslose Helme zählen nicht) auf der GERADEN Frontseite, sie ergeben für dich M.

Du hast es fast geschafft, aber nach so viel Beton steht dir der Sinn nach etwas mehr Grün. Du gehst daher Richtung Süden und folgst dabei der Fahrtrichtung der Autos. Am MAK (Museum für Angewandte Kunst) vorbei erreichst du schließlich den Stadtpark und gehst an diesem noch ein Stück vorbei entlang bis etwa zur Mitte des Parks, wo am Eingang in den Park 3 grüne Poller breitere Fahrzeuge am Eindringen hindern.

Nur ein kurzes Stück in den Park findest du bei N 48° 12.309, E 016° 22.773 ein Wiener Naturdenkmal: die "kaukasische Flügelnuß". Keine Angst, du darfst dort genauer nachschauen, denn seit 2007 ist es laut Wiener Grünanlagenverordnung erlaubt, den zuvor geheiligten Rasen- und Erdboden „zu Erholungszwecken“ zu betreten.

Sie hat eine Nummer an der Tafel – nimm die mittlere Ziffer davon, diese ergibt für dich N.

Update (11.04.2017): Die Tafel ist leider weg, nimm daher vom eingeritzten Wort mit fünf Buchstaben die ersten beiden, wandle sie nach dem bekannten Schema (A=1, B=2, usw.) um, addiere sie und ziehe davon noch den umgewandelten, letzten Buchstaben ab, das ergibt für dich N.

Die Wiener Naturdenkmäler, von denen es eine ganze Menge gibt, werden von einer Magistratsabteilung verwaltet. Die amtliche Website verwendet zu ihrer Definition und Beschreibung durchaus lyrische Worte: "Als Naturdenkmal qualifiziert sich eine Hervorbringung der Natur, angesichts deren imposanter Erscheinung sich der Mensch innerlich verneigt." Zu solchem Amtsdeutsch kann man ausnahmsweise applaudieren.

Bei Tageslicht findest du im Stadtpark sicher ein "Bankerl", welches du für die Finalberechnungen benutzen kannst; des Nächtens solltest du den Park dazu eher wieder verlassen.

Ein paar kleine einfache Rechnungen noch und du bist am Ziel. Da für manchen Mathematik die schwierigste aller Fremdsprachen ist, kommt nur eine einzige Grundrechenart zur Anwendung - du mußt dir also keinen Bruch rechnen.

Sollten die ermittelten Koordinaten viele Kilometer weit von deinem Standort entfernt sein, liegst du definitiv falsch. Du wirst schon noch ein Stückchen gehen und am Finalort auch bißchen Mut beweisen müssen, aber du schaffst das schon ! ;-)

S =
K =
B =
E =
Z =
M =
N =

A = M – B – N – S - Z
C = K - S
D = M - N - B
F = B - Z

Du findest den Cache gemäß der üblichen Koordinaten-Kodierung bei:

Nord 48° 12.ABC
Ost 016° 22.DEF

Wenn dir eine Variable „überbleibt“, dann heb‘ sie dir auf, es könnte sein, dass sie dir für diesen Bonus-Cache von Nutzen ist ;-).

Falls du mit deinen Werten auf keinen grünen Zweig kommst, kannst du diesen niegelnagelneuen Multi-Checker bemühen!

V 1.01: Koordinaten-Korrektur bei der Kuh in Listing und .PDF (in den Waypoints war's eh' richtig). Eine meiner Stärken: ich kann Fehler (mindestens) zweimal machen. Der Fachbegriff dafür ist, glaube ich, "Leben".. ;-)

Additional Hints (Decrypt)

Creföayvpuxrvgra: frva Fbua uvrß „Cvccva qre Ohpxyvtr“. Vzzre abpu mhjravt ? Bx, rf vfg qvr Ae.2 nhs qre Gnsry. Nore cnß nhs qnf „ß“ nhs.
Trvfgyvpurf Gvre: qre Anzr ortvaag vz Qrhgfpura haq vz Ratyvfpura zvg qrzfryora Ohpufgnora (jraa qh üorexerngvi ovfg, avzz' vz Mjrvsryfsnyy qvr mnuyrazäßvt teößrer Yöfhat). Jraa qbeg trenqr Onhneorvgra fvaq, yvrf qra Grvy qrf Yvfgvat-Grkgf tranh - rf tvog qrhgyvpur Nafcvryhatra qneva.
Unhfahzzre: qh jvefg qbpu abpu fhogenuvrera xöaara ?
Xöcsr: qvr Dhrefhzzr vuere Namnuy vfg 8.
Svany: Yvpugfcvry-Mhzcsrey.

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)