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Sagen #1: Die Johannisnacht

A cache by Team Kraus Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 07/22/2012
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:

Dies ist der erste Cache aus einer Serie, die sich mit den Sagen bzw. Legenden aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen beschäftigt.

Hier irgendwo am Rande des Burgwaldes soll sich folgendes zugetragen haben:


Hans Frischauf, ein Schneider von Oberhausen, ging am St. Johannistag, um einige Geschäfte zu besorgen, nach Neuburg, und da gerade auch sein Namenstag war, so wollte er sich daselbst etwas gütlich tun. Nachdem er seine Verrichtungen gemacht, begab er sich in den Schatten der Glocke, d. i. in das am äußersten Ende der Stadt an der Donauwörtherstraße stehende Wirtshaus.

Die Hitze war groß, der Durst nicht klein und so schlüpfte eine Halbe nach der anderen in den Schneider hinein, bis er am Ende ganz toll und voll wurde.
Ums Gebetläuten schickte er sich zum Nachhausegehen an. Allein das Heimwärts(gehen) wollte nicht recht von statten gehen. Kopf und Füße schienen verschiedener Meinung zu sein. Wenn die einen dahin wollten, wollte der andere dorthin. Hiedurch ging nun die gerade Richtung seines Ganges gänzlich verloren. Im Zickzack taumelte er von einem Straßenend zum anderen und war alle Augenblick in Gefahr das Gleichgewicht zu verlieren. So schleppte er sich langsam und mühselig bis zum Anfang des Burgholzes fort. Hier aber erreichte seine beschwerliche Wanderschaft mit einem male ihre Endschaft. Er glitt aus und fiel in den Straßengraben. Unfähig wieder aufzustehen blieb er da tale quale liegen und sank sogleich in einen festen Schlaf.

Es mochte um Mitternacht sein, als unser Schneider erwachte. Am westlichen Himmel standen schwere Gewitterwolken, aus denen es stark blitzte. Die Gegend war schwach durch des Mondes Sichel erleuchtet.

Der Schneider, der nun seinen Rausch so ziemlich ausgeschlafen hatte, richtete sich auf, um seinen Weg fortzusetzen. Da hörte er plötzlich den Hufschlag eines Pferdes und ein schwarzer Reiter kam auf der Straße den Berg herauf, hielt ober der Wolfsgrube, sprang vom Pferd, indem er demselben den Zaum über den Kopf warf, und verlor sich im Gebüsch. Das Pferd blieb ganz frei auf der Straße stehen, ohne von der ihm rechts und links dargebotenen Weide etwas zu genießen. Wie eine Wache sah es sich nach allen Seiten um, spitzte die Ohren, ob es kein Geräusch vernähme.

Der Schneider durch die Erscheinung des Reiters in Furcht und Schrecken versetzt, hatte sich in das nahe Dickicht gezogen und hielt sich da stille und verborgen, bis der schwarze Mann abgestiegen und seinen Augen entschwunden war.

Nun wagte er sich aus seinem Versteck und gedachte, seinen Weg weiter zu verfolgen. Schüchtern, jedoch auch etwas neugierig, zu erfahren, was dies doch für ein Pferd und Reiter sein müsste, nahte er sich demselben, das noch immer spähend auf der Lauer stand. Kaum aber hatte ihn die vierfüßige Wache erblickt, als sie auf eine solch durchdringende Art zu wiehern anfing, dass es weit umher in der Stille der Nacht durch den Wald hallte. Der Schneider, dem es ganz unheimlich ward und sich jetzt sehnlichst wünschte, mit heiler Haut nach Hause zu kommen, wollte dem Anschein nach ganz gleichgültig an dem Pferde vorüberzugehen. Allein dieses begann auf noch durchdringendere Weise wie das erste Mal zu wiehern und ließ durchaus den Schneider nicht vorbei passieren. Dieser suchte in das Dickicht zu entfliehen. Das Pferd stand vor ihm, ehe er dasselbe erreichte und trieb ihn wieder auf die Straße. Da rauschte es auf der entgegengesetzten Seite im Gebüsche und heraus trat der schwarze Mann, wie ein Ritter im ganz schwarzen Harnische, ohne Feder und Binde noch anderen Zierrat. Ohne ein Wort zu sagen packte er den Schneider, setzte ihn aufs Pferd, schwang sich selbst darauf und gab dem Pferd die Sporen. Dieses bäumte sich, griff mit den beiden Forderfüßen wie zu einem gewaltigen Sprung aus. Kam aber nicht auf den Boden, sondern stieg mit seiner Last wie ein Luftballon in die Höhe, seine Füße gleich rudern bewegend. Über Wald und Flur, über Berg und Tal ging es mit Sturmes Eile, während rechts und links Blitze zuckten und fürchterlich unter ihnen der Donner rollte.

Der Schneider, halb tot in den Armen des schwarzen Reiters liegend, kam nicht eher wieder zu sich, als bis nach einer Luftfahrt von einer halben Stunde sich das Pferd mit seinem Reiter wieder herabsenkte und außerhalb des Grabens einer auf einem Felsberge liegenden Burg stehen blieb. Es gab wieder einen Laut von sich und es ging die Zugbrücke und das Tor auf, durch welches der Ritter mit dem Schneider in die Burg sprengte.

Die Gewitterwolken hatten sich indessen zerteilt, Hof und Gemäuer der alten Veste standen vom schwachen Mondlicht erhellt. Aus dem tiefen Schatten, den die Gebäude warfen, glänzte da und dort im Glühwurmlicht bald ein volles, bald ein halbes Gesicht mit feuerroten Augen hervor. Vor dem Tor des Hauptgebäudes hielt der Ritter, stieg vom Pferd und hob auch den Schneider herab. Das Pferd überließ er sich selbst, das, seiner Bürde entledigt, davon sprang und sich im Dunkel verlor.
Der Ritter klopfte an die Türe. Sie wurde aufgetan und dem Blicke öffnete sich eine weite, gewölbte Halle, in deren Mitte eine halbrunde, mit schwarzem Tuche überzogene Tafel stand. 15 Ritter in voller Rüstung mit geschlossenem Visier saßen herum. Vor ihnen brannten auf sonderbar gestalteten Leuchtern mehrere Lichter. Hinter ihnen, längs den beiden Seitenwänden standen eine reihe Knappen mit Turmhauben und Brustharnischen und leichenbleichen Gesichtern. Alles war unbeweglich und still. Der Ritter trat ein und stellte den am ganzen Leib zitternden Schneider in den Halbkreis der Tafel.

"Edle Ritter", fing er mit hohler Stimme die herrschende Stille zu unterbrechen an. "Ihr wisst, dass alle 100 Jahre mir, wenn der Tag seine höchste Stufe erreicht, vergönnt ist, meine Tochter auf meinem ehemaligen Sitze der alten Burg zu besuchen. Die war, während ich überfallen und in Gefangenschaft hierher geschleppt wurde, wo ich auch starb, abwesend und hat daher ihren Vater, so wie der Vater sie, nicht mehr gesehen. Ihr wisst, dass an diese Erlaubnis die Bedingung gebunden ist, dass kein lebendes Wesen in der Nähe sein darf. In welchem Falle ich , ohne meine Besuch gemacht zu haben, wieder in den Ort meiner Gefangenschaft zurückkehren muss. Zum vierten Mal hab ich diesen Weg schon vergeblich zurückgelegt. Um nun Furcht und eine gerechte Scheu vor dieser Nacht und dieser Stund unter den Sterblichen zu verbreiten, habe ich diesen Störer meines schon so lange gehegten Verlangens mit mir hierher genommen und stelle ihn nun vor Gericht!" Der in der Mitte sitzende Richter fragte nun um die Ursache, welche ihn um Mitternacht auf die Straße geführt habe, wo er dem Pferd des Ritters begegnete. Dieser erzählte stotternd und verwirrt den Hergang dieses Zusammentreffens, schützte seine Unwissenheit vor und bat die edlen und festen Ritter mit dem Versprechen um Nachsicht und Verzeihung, dass er nie mehr so spät nach Hause gehen, noch sich einen Rausch antrinken wolle.

Der Oberrichter winkte, zwei Knappen traten hervor, ergriffen den Schneider bei den Armen und führten ihn in ein, im nebenstehenden Turm befindliches enges Gemach. Ganz matt und erschöpft von dem ausgestandenen Schrecken und der Furcht, was kommen solle, setzte er sich auf die an der Wand angebrachte steinerne Bank und es dauerte nicht lange, so schlief er ein.

Als er erwachte, war es um ihn her hell und luftig. Er rieb sich die Augen, sah um sich herum. Da war weder Burg noch Turm mehr. Er saß auf einem Haufen Steine einer alten Burg unweit Augsburg.

BITTE DIE DOSE WIEDER SO VERSTECKEN WIE IHR SIE VORGEFUNDEN HABT!

Additional Hints (Decrypt)

pn. 2 Zrgre

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)