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Dein schlimmster Alptraum - Memento Mori - Teil 1 Mystery Cache

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Trödelpanda: Ich nehme trauern Abschied von einem, meiner Liebsten!

Die Besten sterben jung. So ist dieser hier auch leide nicht alt geworden, aber der Frühling kam und damit die Gewalt verherrlichenden Muggel, die es einfach nicht lassen können, schöne Dinge am Leben zu erhalten.

Nach diversen Versuchen musste ich feststellen, dass der Ort endgültig verbrannt war. Zwei Tupperdosen waren Steinschlägen zum Opfer gefallen und ein weiterer Petling wurde auch - wie auch immer - heruntergeholt, obwohl ich ihn bereits höher im Baum anzubringen versucht habe. So wurde er auch zu meinem Alptraum. Hier geht leider nichts mehr im Moment.

Ich bedanke mich bei all denen, die den "Alptraum" bewältigt und ihre Freude daran zum Ausdruck gebracht haben.

Beste Grüße

Trödelpanda

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Hidden : 10/04/2013
Difficulty:
5 out of 5
Terrain:
5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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How Geocaching Works

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Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:

Ihr benötigt für diesen Cache, wie ihr dem Listing entnehmen werdet:

- eine erweiterte Cacheausrüstung in Form einer Leiter,

- ein Smartphone oder einen Laptop mit mobilem Internet,

- einen Stift,

- ein Fahrrad oder Cachemobil,

- Zeit und Ausdauer.


Für diesen Cache ist es ratsam, sich eine Menge Zeit zu nehmen!!!

Sowohl zur Lösung der Rätsel wird die ein oder andere Minute / Stunde ins Land ziehen, als auch der Outdoor-Teil euch einiges abverlangen.

Die Länge des Listings setzt sich aus 22 Seiten Text (Arial, Schriftgröße 14)  und 18 Seiten Brief zusammen, was bei einer durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit - allein zum erstmaligen Lesen des gesamten Listings - eine Stunde in Anspruch nehmen wird. Vermutlich werden einige Sachen aber mehrfach gelesen werden müssen. Gelesen werden sollte es gründlich, weil sich überall im Listing Tipps befinden.

Laut Google Maps beträgt die reine Wegstrecke mit dem Fahrrad etwa 22,5 km und dauert knapp 80 Minuten. Nicht in diesen Angaben enthalten sind Suchvorgänge. Zudem muss an den jeweiligen Stationen in geringem Maße recherchiert werden und nicht zuletzt sind an einigen Stationen zusätzliche Internet-Rechercheaufgaben und weitere Rätsel sowie beim Final sportliches Aktivwerden notwendig. Worum es sich dabei im Einzelnen handelt, wird sich im Verlauf des Listings zeigen!

 

Hiermit möchte ich jeden Anfänger warnen:

Dieser Cache ist nichts für Neueinsteiger, denn er ist sehr anspruchsvoll, setzt möglicherweise ein hohes Frustpotential voraus, bedingt Erfahrung im Lösen von Mysteries und ist nichts für Cacher, die nicht gewillt sind, eine Menge Arbeit auf sich zu nehmen für einen einzelnen Smilie, denn in der Zeit, die ihr für diesen Cache benötigt, kann eine Menge anderer schöner Caches bewältigt werden. Dieser Cache hier ist vor allem etwas für erfahrene Leute und Genusscacher oder Personen, die etwas Besonderes bevorzugen!

 

Ich habe sehr viel Zeit in die Erstellung des Caches investiert, um ihn seiner Wertung gerecht werden zu lassen! Viel Zeit müsst auch ihr in Anbetracht des Umstandes, dass es allein sechs Rätsel zur Wahrnehmung des Outdoorteils gibt, mitbringen, um dann auch noch eine beträchtliche Zeit im Freien aufzuwenden. Der Umstand, dass es sich um einen T5 handelt, bedingt zudem, dass er möglicherweise nicht an einem Stück gelöst werden kann. Es ist keine Schande, vorwegzunehmen, dass der Kletterteil erst am Final zu erfüllen ist! Trotzdem ist zu bedenken, dass die Bewältigung mit einem Fahrrad die Schwierigkeit birgt, eine erweiterte Cacheausrüstung bzw. nach Wunsch auch eine Kletterausrüstung darauf mitzubringen. Personen mit einer guten Konstitution können den Kletterteil auch allein mit einer Leiter bewältigen. Wer sich nicht sicher genug fühlt, sollte diesen Cache - zumindest den Final - nicht alleine und nicht ohne Sicherheitsausrüstung machen.

Kein Cache ist es Wert, seine Gesundheit dafür aufs Spiel zu setzen! Wer ohne die notwendige Ausrüstung versucht, den Cache zu erreichen, tut dies auf eigene Gefahr!

(Eine gewisse Ironie in diesem Satz ist gerade mit Blick auf den Final nicht zu verkennen!)

 

Ein paar kleine Anmerkungen noch vorab, bevor es losgeht, damit die Geschichte auch richtig auf euch wirken kann:

Das Gebiet um den Radbodsee herum ist ein Naturschutzgebiet. Eine Entsprechende Genehmigung ist eingeholt worden! Das Naturschutzgebiet muss zwar nur einmalig betreten werden und ein Verlassen der Wege ist absolut nicht notwendig, trotzdem möchte ich jeden Geocacher, gerade in Anbetracht der aktuellen Medienlage dazu anhalten, vorsichtig mit der Natur, sowohl generell, aber auch gerade hier, umzugehen! Wie haben nur eine Erde und diese ist absolut schützenswert!

Alle beschriebenen Ereignisse sind rein fiktional und beruhen ausschließlich auf meiner Fantasie. Die Vorgehnsweisen der Person sind nicht recherchiert, sondern bewusst für die Geschichte verformt worden. Auch der - im Folgenden wird es erklärt werden - "Virus" ist weder realistisch, noch in irgendeiner Form auf die beschriebene Weise erstellbar. Es kann sogar davon ausgegangen werden, dass es absolut unmöglich ist, ein solches Resultat in irgendeiner Form zu erzeugen! Zum Glück!

Ich möchte jedem Cacher, der sich an diese Aufgabe wagt, empfehlen, mir seine Ergebnisse, die er vorab ermittelt hat, zukommen zu lassen, damit ich ihm diese bestätige. Ich werde Anfragen gerade zu Beginn ganz sicher chronologisch nach Eintreffzeitpunkt der Nachrichten abarbeiten! Wer sich Sorgen um seinen FTF, STF oder TTF macht, der muss entweder auf eigenes Risiko losziehen oder darauf vertrauen, dass kein anderer es ohne meine Bestätigung versucht!

Auf Wunsch lasse ich euch die Briefe per Mail in einem Word-Dokument zukommen. Leider lässt die Plattform keine besseren Darstellungen zu, also empfehle ich jedem, der die Bilder nicht ausreichend lesen kann, diese Datei anzufordern. In dem Dokument können - unter Verlust des Formates - auch Schriftart und -größe editiert werden! Ein Upload im Listing ist leider nicht möglich.

Alternativ kann sie auch aus meiner Dropbox heruntergeladen werden, was wohl der nicht nur schnellere, sondern auch einfachere Weg ist, aber wie es so mit der Technik ist, geht sie manchmal auch kaputt. Sollte das der Fall sein, bitte ich darum, mich zu informieren. Das Dokument bekommt ihr dann auch umgehend von mir per Antwortmail!

Achtung: Der folgende Link startet den Download einer Datei mit weiteren Details, die zum Finden des Geocaches benötigt werden. Als der Cachebesitzer versichere ich, dass diese Datei ungefährlich ist. Die Datei und ihr Inhalt sind nicht von Groundspeak oder einem Geocache Reviewer auf schädlichen Inhalt überprüft worden und die Datei wird auf eigene Gefahr heruntergeladen.

[https://dl.dropboxusercontent.com/u/91063651/Briefe.doc]

oder als PDF unter:

[https://dl.dropboxusercontent.com/u/91063651/Briefe.pdf]

Es ist auch möglich, mich um meine Mobiltelefonnummer zu bitten, um mich im Notfall zu kontaktieren. Wer möchte kann mir also gerne sagen, in welchem Zeitraum er sich auf die Suche begibt, um ggf. über eine  Telefonjoker zu verfügen - nicht weil ich es euch leicht machen will, sondern weil ich voraussetzen möchte, dass ihr nicht an Kleinigkeiten scheitert, denn es gibt immer mehr Unwägbarkeiten, als ein Owner selbst sich vorstellen kann!

 

Anzahl der Stationen:

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Beginnen wir also mit einer Geschichte, die euch, wenn ihr sie nur nahe genug an euch heran lasst, eine Menge Spaß, Thrill und nicht zuletzt auch Herzklopfen bescheren wird. Den ultimativen Zugang in den Kurz-Thriller findet ihr natürlich nur dann, wenn ihr euch an die Chronologie der Geschichte haltet. Ich werde zwischenzeitlich [in ekligen Klammern angeben] mitteilen, welche Teile der Rätsel während des Outdoorteils wann genau gelesen werden sollten, um es möglichst realistisch zu gestalten!

Viel Spaß also auf der Reise ins Ungewisse!

 

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INDOOR:

 

Fünf Semester Biologie, seit über zwei Jahren an der Universität und wofür das Ganze? "Viel Spaß im Praxissemester!", haben die Dozenten dir gewünscht. "Mach etwas Außergewöhnliches!", haben sie dir empfohlen. Und wo bist dank dieses guten Rates gelandet? Bis zum Bauch im Habitat heimischer Fischreiher! "Das ist aber eine Ehre!", hat dein Vater, der Diplombiologe, dir gesagt. "Nur wenige Menschen dürfen den geschützten Raum eines Naturschutzgebiets betreten. Eine Genehmigung dafür zu bekommen ist so schwer wie einer Mücke beizubringen, sie solle kein Blut mehr saugen", bla bla bla!

Etwas Besonderes? Eine Ehre? Du findest es hier nicht nur langweilig, sondern es stinkt auch. Die Brühe in der du stehst ist das Sinnbild eines eutrophen Sees. Abgesehen von einigen Fröschen und vereinzelten Fischen oder Vögeln, die die glatte, grüne Oberfläche abwechselnd von unten oder oben durchbrechen, ist hier nichts!

Nichts? Vielleicht ja doch. Du kämpfst dich in deiner Wathose durch den morastigen Untergrund. Deine Knöchel stecken beinahe knietief im Schlamm. Jeder Schritt ist eine Gefahr. Gefahr steht auch auf dem Behälter, den du findest. Gefahr und ein Fragezechen auf der anderen Seite des Fläschchens aus Kunststoff, das auf dem Wasser treibt. Was da wohl drin gewesen sein mag, fragst du dich? Sei es drum. Eintüten, wegpacken, Wasserprobe nehmen und raus aus dem Sumpf!

Deine Tutoren haben dir immer erklärt, du sollst zwei Proben nehmen. Eine schickst du zum staatlichen Labor, wie es Vorschrift ist, die andere schickst du zu einem privaten Labor. Die staatlichen Labore brauchten länger. Sie sind kostenlos, dafür aber auch deutlich kostengünstig mit Personal ausgestattet. Kaum ein Unternehmen wartet daher gerne auf sie. Es ist Gang und Gebe geworden, private Unternehmen heranzuziehen, denn wer will in einer Welt, die sich immer schneller zu drehen scheint, schon warten?

Zu Hause angekommen, kämpfst du dich aus deiner Kleidung. Die Proben hast du noch schnell abgegeben, genauso wie deine Ausrüstung, aber der Mief steckt in deiner Kleidung und sie weiterhin zu tragen willst du genauso wenig wie einen offenen Sack voll Zecken unter einem Rollkragenpullover! Du knüllst deine Kleidung in die Waschmaschine, stellst sie auf Kochwäsche und über sechzig Grad, damit auch der letzte Parasit sein Ende darin finden wird und springst unter die Dusche, kurz nachdem du deinen Körper nach Egeln, Zecken oder sonstigem Getier abgesucht hast. Das warme Wasser fühlt sich wie ein Segen an ,doch das wohlige Gefühl soll nicht lange anhalten.

Es klopft an der Tür. Wer mag das wohl sein, zu so später Stunde? Die Proben hast du in den Abendstunden genommen, weil dann am wenigsten Wanderer und Geocacher unterwegs sind. Du arbeitest am liebsten ungestört. Ungestört wärst du auch gerne heute Abend geblieben, aber da sollte wohl nicht sein. Du gehst in deinen Flur, nur in deinen Bademantel gekleidet und bist froh, dass du so niemandem die Tür öffnen musst. Ein Blick durch den Spion verrät dir, dass niemand auf dich wartet. Ein Brief liegt auf der Fußmatte. Er wurde durch den Briefschlitz geschoben. Er wirkt flach. Ein bis zwei Seiten höchstens. Eine Rechnung vielleicht? Aber dafür ist das Papierzu edel, aus dem der Umschlag gemacht wurde. Vielleicht ein heimlicher Schwarm? Du beschließt ihn gleich zu öffnen.

Mit dem Brief in der Hand bewaffnet setzt du dich an den Küchentisch. Du machst dir einen Tee zur Entspannung und suchst in der Schublade nach deinem Brieföffner, sitzend, denn zum Aufstehen bist du inzwischen zu faul. Ein Außenstehender hätte eine spektakuläre Akrobatiknummer bewundern können, wie du versuchst, den Stuhl auf zwei Beinen zu balancieren, während du den Schubladenknauf nur mit zwei Fingerspitzen zu greifen bekommst. Ebenso akrobatisch kramst du in der Schublade. Während dessen erhitzt der Wasserkocher die heute Abend endlich einmal klare Flüssigkeit H²O auf eine angemessene Temperatur. Der Brieföffner ist verschwunden, vermutlich irgendwo unter einem Aktenspatel verschütt gegangen. Die Akrobatik hättest du dir sparen können. Ein Obstmesser liegt seit gestern Abend benutzt auf deinem Tisch. Wird das schöne Briefpapier dadurch wohl besudelt? Kaum, beschließt du. Schnell trennt die Klinge Papier von Papier und der Brief liegt in deiner Hand. Eine feine Handschrift, die kaum durch das Papier gedrückt ist, spricht für einen häufigen Schreiber von Handschriften, vermutlich einen Menschen mit hoher Fingerfertigkeit und Intelligenz, erinnerst du dich in einer kriminalistischen Zeitschrift gelesen zu haben. Du öffnest die beiden Seiten und beginnst zu lesen.

 

Brief Nummer 1 - Seite 1/2

 

Du legst den Brief kurz zur Seite, um deinen Tee von seinem Beutel und dich von dem nervige Gefühl zu befreien, dass der Teebeutel verursacht, indem er dir immer wieder vor die Nase stößt. Ein merkwürdiger Brief, überlegst du. Worauf wollte der Autor wohl hinaus? Und wer war er? Du liest weiter!

 

Brief Nummer 1 - Seite 2/2

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[Ebenso wie die Person in der Geschichte solltest du dich mit diesem Bief erst später "erneut" befassen, um den besten Rollenspieleffekt zu erhalten]

Was um alles in der Welt hast du da gerade gelesen? War das ein Scherz? Wenn ja ein wirklich schlechter! Du legst den Brief zur Seite und beschließt, schlafen zu gehen. Es war ein langer Tag und du hast jetzt keine Nerven mehr dafür übrig, dich damit zu befassen!

Am nächsten Morgen wachst du mit einem Muskelkater auf. Deine Beine brennen von der Arbeit in dem See. Das Waten war anstrengend, aber heute hast du ja frei. Du beschließt, den Brief ein zweites Mal beim Frühstück zu lesen und ihn dann in den Aktenschredder zu werfen, wenn sich nicht plötzliche Eingebungen bei dir zeigen sollten, wer dahinter steckte und was es mit dem Brief auf sich hatte? Ein Freund, der dich ärgern will? Ein Kommilitone, der deine Fähigkeiten testen will? Vielleicht eine versteckte Botschaft, die es zu entschlüsseln gilt? Das einzige, was du mit Sicherheit sagen kannst, ist, dass dieser Brief fiktiv ist!

Du schlurfst ins Badezimmer und putzt dir die Zähne, versuchst deine Haare zu retten, beschließt aber, dass nur mit einer neuerlichen Haarwäsche Aussicht auf Erfolg bietet. Kurzerhand springst du erneut unter die Dusche. Man kann nicht oft genug duschen, wenn man aus so einem See gekrochen ist! Du trocknest dich ab, wirfst dich in bequeme „Heute-gehe-ich-nicht-raus“- Schale und gehst in die Küche. Der Brief liegt immer noch dort, wo du ihn hast liegen lassen, genauso wie das Obstmesser.

Doch du entdeckst noch etwas. Ein zweiter Brief. Fein säuberlich vor deinem Sitzplatz platziert. War der etwa auch in dem Umschlag? Hast du ihn gestern übersehen? Oder noch schlimmer: Hattest du nächtlichen Besuch? Niemand hatte einen Schlüssel, also konnte es auch niemand anderer als ein Einbrecher gewesen sein, der bei dir war. Panik ergreift dich, die aber bald abflaut. Die Tür ist verschlossen, das Kettenschloss liegt unverändert in seiner Halterung. Die Fenster sind verriegelt. Niemand kam rein oder raus, ohne dass du es festgestellt hättest. Es fehlt nichts und alles sieht aus wie immer. Nur der neue Brief ist da.

Bestimmt ist er aus dem Umschlag gefallen und du hast ihn einfach übersehen. Du greifst erneut zum Obstmesser, öffnest ihn und bereitest dir eine Schale mit Müsli und Milch zu, die du isst, während du den zweiten Brief zuerst lies, um danach beide zusammen zu analysieren.

 

Brief Nummer 2

 

Die Person führt ihr Spiel also weiter? Als du das Nonogramm entdeckst, kitzelt es in deinen Fingern. In der Schule hast du damals Stunden mit den Dingern verbracht. Ohne den ersten Brief noch einmal gelesen zu haben, löst du das Rätsel schnell. Zahlen?

Moment. So etwas hast du schon einmal gesehen. Das sind Koordinaten. Du schleppst deinen Laptop aus seinem nächtlichen Lager am Energiehighway, wirfst ihn an und gibst die Zahlen ein. Nichts. Du googlest das Wort „Koordinaten“ und entdeckst deinen Fehler. „N51°“ gibst du vor der ersten Zahl ein und „E007°“ vor der zweiten. Zack. Mitten in der Stadt vermutest du auf den ersten Blick, den Google Maps dir eröffnet. Als du ins Bild hinein zoomst wird deutlich, dass es doch nicht mitten darin ist, aber deutlich innerhalb der Stadt. Du fährst näher und näher ran, schaltest auf Google Earth in der Browseransicht und schon weißt du, was das Rätsel dir zeigen wollte. Aber warum? Vielleicht musst du dem Ganzen etwas näher kommen.

Im Internet suchst du nach einer Software, mit deren Hilfe du dich mit deinem Smartphone – ein GPS-Gerät hättest du erst ausleihen müssen – auf den Weg machen kannst. Du wühlst dich durch diverse Internetseiten, findest sogar einen ausgesprochen nützlichen Blog, landest am Ende aber doch bei der Seite, die deiner Meinung nach auf jeden Fall vertrauenswürdig sein muss: Geocaching.com. Die offizielle „Geocaching-App“ von Groundspeak scheint für deine Zwecke geeignet zu sein.

Vollkommen unterdressed verlässt du das Haus, nicht nur, weil du wissen willst, was dort genau ist, sondern auch, weil gegenüber ein Tiergeschäft ist und du dich in absehbarer Zeit nach einem kleinen Hund umsehen willst. Das bedarf Beratung und wer hatte da mehr Ahnung von, als die Leute, die in solchen Geschäften arbeiten? Du kannst sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und das ohne dich schick machen zu müssen, weil dich dort ohnehin kaum jemand sehen würde, außer vielleicht einige vorbeifahrende Leute, die mit dem Berufsverkehr stärker beschäftigt waren, als mit schlecht angezogenen Passanten.

Vor Ort entdeckst du genau gar nichts. Vielleicht entdeckt dich ja die eine oder andere Kamera, aber außer einigen mechanischen Augen ist niemand zu sehen. Wenn das, was dir gezeigt werden sollte, nicht mitten auf dem Dach liegt und dieses keinen unentdeckten öffentlichen Zugang hat, dann ist hier Endstation für dich. In die Feuerwehr willst du auch nicht einbrechen, geschweige denn die Männer von ihrer Arbeit abhalten – was auch immer Feuerwehrmänner eigentlich machen, wenn es nirgends brennt.

Das Thema „Brief“ harkst du vor dem inneren Auge bereits ab, als dir etwas auffällt. Mitten zwischen zwei Eingangstoren zu den Feuerwehrfahrzeugen zur Straße hin klebt etwas an der Wand. Ein weiterer Brief. Das gleiche Papier. Schnell schnappst du ihn dir, bevor dich jemand entdeckt. Du öffnest ihn noch vor Ort, bist aber ausgesprochen ernüchtert, auch nachdem du den Brief noch ein zweites und drittes Mal liest. Was möchte diese Person denn nun schon wieder von dir?

 

Brief Nummer 3

 

Du läufst leicht gefrustet auf die andere Straßenseite um das Tiergeschäft zu betreten. Doofer Brief. Doofer Briefautor, der dich nur an der Nase herumführen wollte. Kein heimlicher Schwarm hat dich besucht, sondern ein literarischer Schwarm fliegen besucht dich, als du im Eingansgsbereich auch noch in einen vergessenen Hundehaufen tritts. Das geht ja super los!Du schaust dich eine Weile nach den Welpen um, um wieder auf andere Gedanken zu kommen, kommst sogar zu dem Schluss, dass Katzenbabys eigentlich auch ganz süß wären, wenn nicht so selbstsüchtige, herrische Tyrannen aus ihnen werden würden und kaufst am Ende nichts außer einem Gummikauknochen für den Hund einer Bekannten, weil du nicht mit leeren Händen nach Hause kommen willst. Als du die Ausgangstür des Ladens durchschreitest, fällt dir etwas in den Blick.

Die Ladenöffnungszeiten, angegeben auf durchsichtigen Aufklebern mit schwarzen Linien, Kreisen und Ziffern darauf, irritieren dich. Du wunderst dich, warum die Uhrzeit nicht wie gewohnt in Zahlen angegeben ist, sondern in der Form, als das Uhren mit den Öffnungs- und Schließzeiten abgebildet sind, was dazu führt, dass der Betrachter genauer hinsehen musste. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Seit Jahren hattest du schon keine normale Uhr mehr.

Schnell fährst du nach Hause, klappst deinen nur in den Ruhezustand versetzten Laptop auf und hast schneller mit dem Mauszeiger auf dem Browser geklickt, als dein Laptop es geschafft hat, sich ins W-Lan einzuwählen. Ungeduldig wartest du auf den Aufbau der Startseite. Im Browserfenster gibst du deine Idee ein. Wie heißt das wohl genau? So vielleicht? Nein. Und so? Ja! Das muss es sein! Bilder. Du suchst nach Bildern! Da ist endlich ein passendes Exemplar. Das muss es sein! Du rechnest es gegen und es kommt erneut etwas Sinnvolles dabei heraus - Koordinaten! Google Maps. Aha? Kommt man da als Normalbürger hin? Probieren geht über Studieren!

Noch ist es keine Mittagszeit. Schnell schwingst du dich auf dein Fahrrad. Wenigstens ist es diesmal mittiger in der Stadt. Du weißt sogar genau, wohin du musst, ohne zuvor Google Earth konsultiert zu haben. Einzig der genaue Standort irritiert dich etwas! Angekommen schleichst du dich hinein. Du fühlst dich wie ein Einbrecher.

Nord Plus fünfzig, Ost plus fünfzig. Du überlegst kurz. Musst du das vielleicht einfach auf die Koordinaten aufaddieren?  Du läufst schnell zu dem neuen Ort und bist froh, dass dich erneut außer ein paar wenigen Kameras niemand gesehen hat. Vor Ort findest du einen Parkplatz vor. Autos, überall. Du kommst deinen Koordinaten näher und siehst es schon kommen. Ein Cabriolet. Mitten auf dem Beifahrersitz, symbolisch für deine Mitfahrerposition bei diesem Spiel vermutest du, liegt ein weiterer Briefumschlag mit dünnem Inhalt. Das Verdeck des Wagens ist geöffnet. Du greifst den Brief und die Alarmanlage geht los. So schnell bist du schon lange nicht mehr gerannt. An der nächsten Bushaltestelle hältst du an und setzt dich hin, als wärst du nur ein Wartender auf den Linienverkehr. Niemand hat dich beobachtet – vermutlich, hoffentlich!

 

[Hinweis: Die Angaben "Nord Plus fünfzig, Ost plus fünfzig." beziehen sich ausschließlich auf die Geschichte. Anders wäre sie hier unplausibel geworden. Sie sind nicht zum Berechnen der Koordinaten relevant! Lesen, freuen, mehr nicht!]

 

Brief Nummer 4

 

Feuer? Will dieser Verrückte etwa ein Gebäude anzünden? Aber Moment. Du bist der Polizeihauptwache so nahe und hörst keine Sirenen. Außerdem ist hier keine Kamera. Er kann also gar nicht wissen, ob du diesen Brief bereits hast. Noch einmal, Moment! Bist du jetzt vollkommen übergeschnappt? Nur weil irgendjemand dir irgendwelche merkwürdigen Briefe mit noch merkwürdigeren Rätseln und einer abstrusen Geschichte vorlegt, wirst du doch nicht gleich paranoid werden. Mit Sicherheit ist da niemand, der Zugang auf Kameras hat und auch niemand, der ernsthaft vorhat ein Gebäude anzuzünden!

Du schaust dir das Rätsel an, fühlst dich wütend, frustriert und hinters Licht geführt, obwohl nichts hinzugekommen ist, außer einem mulmigen Gefühl, welches dich schon den ganzen Tag lang begleitet. Jemand spielt ein Spiel mit dir und dieses Spiel hat ein Ziel, dass du nicht erkennen kannst. Das Spiel ist makaber, macht aber auch irgendwie Spaß – und Angst!

Du wirst aus dem Rätsel einfach nicht schlau, also fährst du erst einmal wieder nach Hause. Vielleicht hat Google ja eine Idee, aber auf dem Smartphone macht ein solches Rätsel keinen Spaß. Zum Glück wohnst du nicht weit weg. Der Weg in die Stadt war wesentlich kürzer, als der Weg zuvor, der dich in den Besitz eines Hundegummikauknochens gebracht hat. Nach wenigen Minuten auf dem Rad hast du deine Wohnung erreicht. Ein leichtes Kribbeln durchwühlt die Ruhe, die das Radfahren normalerweise in dir auslöst. Für gewöhnlich heißt es, du kommst jetzt nach Hause. Du kannst jetzt machen, was du willst. Du hast frei. Du kannst ruhen. Heute heißt es, Spannung, Aufregung und du erwartest beinahe, dass ein weiterer Brief auf deinem Küchentisch liegt, was natürlich nicht der Fall ist. Wie soll der da auch hinkommen?

Du klappst deinen Brief und den Laptop auf, gibst die Zahlen in Reihenfolge ein und erhältst – wider Erwarten – kein Ergebnis. Du überlegst. Wofür die Zahlen stehen könnten. Buchstaben? Muss ich sie umrechnen? Aber kein Buchstabe kann von gerade dieser Zahlenwertigkeit erfasst sein. Das deutsche Alphabet hat 30 Buchstaben, Umlaute und das Eszett miteingerechnet. Die erste Zahl ist aber eine 78. Alles liegt genau genommen über dreißig. Trotzdem wirst du das Gefühl nicht los, dass es wieder um Zahlen gehen muss.

Vielleicht aber auch nicht nur. Du schaust dir das Muster erneut an. Elf Zahlen und zwölf Zahlen. Nordkoordinaten wurden bisher mit elf Zahlen, Sonderzeichen und Ziffern angegeben, Ostkoordinaten mit zwölf. Das bedeutet also, dass die 78 vermutlich ein „N“ ist und die 69 ein „E“. Das passt auch vom Abstand. Neun Ziffern nach dem E kommt das N. Trotzdem vermutest du ein anderes System dahinter und es lässt auch keine Rückschlüsse über die restlichen Zahlen zu. 248 ist viel höher, einige wiederholen sich. Was ist das wohl?

Erneut fragst du Herrn Google. N gleich 78. Nichts. E gleich 69. Nada. 248 gleich Sternchen, das Zeichen "*", das in vielen Suchfunktionen eine unbekannte Variable ersetzt. Niente. Es wird nicht besser! Du rufst einen Freund an, der Ahnung von Computern und dem Internet hat und der dir helfen könnte, herauszufinden, worum es sich dabei handelt. Als du ihm sagst, was du für ein Problem hast, fragt er dich – du hörst das Grinsen in seiner Stimme heraus, weil du ihn schon so lange Grund gut kennst – warum er dir das verraten sollte. Er wüsste es, will dafür aber im Gegenzug wissen, wofür du die Information brauchst. Quid pro quo!

Weil es dir zu peinlich ist, ihm zu erzählen, dass du auf Grund einiger Briefe von einem Unbekannten durch die Stadt geradelt bist, erzählst du ihm eine Geschichte über ein Nachhilfekind einer Freundin, dass dieses Rätsel in der Schule als Hausaufgabe aufbekommen hat. Im Informatikunterricht, wirfst du gleich hinterher, weil du dir sicher bist, dass es etwas damit zu tun haben muss, wenn dein Freund sofort weiß, was Sache ist. Richtig geraten. Statt es am Telefon zu erklären, schickt er dir eine Nachricht per Mail. Bestimmt würde wieder irgendein dämlicher Witz darin stecken, der ihm gerade am Telefon eingefallen war. Du legst auf und wenige Sekunden später erreicht dich eine Mail mit dem Betreff:

„Des Rätsels Lösung: Ein ALTer Bekannter!“

Du liest den Inhalt und es macht nach wenigen Sekunden Klick. Zu einfach! Dass du darauf nicht ohne seinen Tipp gekommen bist, beschämt dich. Du kannst dich sogar erinnern, ein ähnliches Problem bei einer mathematischen Hausarbeit im ersten Semester gegoogled zu haben und dort auf solche Zahlen gestoßen zu seien. Sie sahen irgendwie anders aus, aber es ist ein ähnliches System.

Schnell gibst du die Koordinaten in dein Smartphone ein und fährst gleich wieder los. Du hast inzwischen entdeckt, dass diese App auch Karten anzeigen kann, nicht nur Kompassnavigation und weist auf den ersten Blick, wohin du musst, weil du selbst schon oft da warst. Eigentlich immer wenn es im Hals brennt. War das vielleicht der Hinweis im Brief? Geht es gar nicht um einen richtigen Brand?

Am Ziel angelangt siehst du das Briefpapier im Schaufenster. Du betrittst den Laden, greifst hinter die Dekoration, in die der Brief einfach eingeschoben worden war und erschrickst dich zu Tode, als dich eine böse dreinblickende Frau auf die Schulter tippt und fragt, was du da machen würdest. Vollkommen perplex hältst du den Brief hoch. Sie starrt dich einen Moment mit halb zusammengekniffenen Augen an, als würde sie dir nicht trauen, was du ihr nicht verübeln kannst. Du bist als Fremder einfach reingeplatzt, grapscht in der Schaufensterdekoration herum, als gehöre sie dir und das nur, weil du so nervös bist, dass du nicht einmal mehr groß nachdenkst, bevor du handelst.

Die Frau weist mit dem Finger auf eine Kamera in der Ecke des Zimmers hin und ermahnt dich, ja nichts zu Klauen. Kleinlaut entschuldigst du dich und verlässt mit dem Brief den Laden. Ultrapeinlich, wie die kleinen Schulmädchen sagen würden und genauso fühlst du dich in diesem Moment auch. Voller Scham und mit einer Mischung aus Selbsthass und dem Gefühl, der Briefeschreiber wäre Schuld an deiner Handlung, läufst du aus dem direkten Umfeld des Ladens, dein Fahrrad neben dir herschiebend, bis sich die Aufregung ein wenig gelegt hat und fährst dann gleich wieder nach Hause. Der Brief musste bis dorthin warten. Du hast den Kaffee auf!

 

Brief Nummer 5

 

Der Inhalt des Briefes ist ziemlich verstörend, dafür ist das Rätsel dieses Mal wenigstens leicht – zumindest nach dem Letzten. Jetzt weist du auch, warum dir das System bekannt vorkam. Genau das hier hattest du damals gefunden. Du erinnerst dich noch daran, dass du den Begriff für dieses System lustig fandest, weil es dich an die Toiletten der öffentlichen Hochschulen erinnert hat, auch wenn dieser Wortwitz so albern war, dass selbst ein Siebtklässler nicht darüber hätten lachen können – du schon, aber „Pscht!“

Schnell hast du deine Koordinaten ermittelt und begibst dich zum dritten Mal für heute in die Stadtmitte. Es ist inzwischen nach Mittag, wenn auch nicht spät. Du überlegst, deinen Besuch mit einem Abstecher in einen Imbiss zu verbinden. Was ist da wohl in der Nähe? Klassisch, Döner! Oder Pizza. Auf Indisch hast du keine Lust und der Mittagstisch ist vermutlich nicht einmal mehr geöffnet, wenn es denn überhaupt einen gibt. Abends ist es dort immer sehr voll, aber nicht zu so einer Uhrzeit.

Am Ziel angekommen betrittst du das Gebäude, weil du von außen nichts siehst, was auf den mysteriösen Schreiber oder einen seiner Briefe hindeutet. Du fragst an der Information, ob irgendwo ein Brief gefunden worden wäre. Die Frau schaut dich einen Moment lang unschlüssig an. Sie fragt dich ob du die Person wärst, die den Brief bekommen soll. Sie sagt deinen Namen. Plötzlich bekommst du schwitzige Hände. Woher weiß sie das? Es war ja zu erwarten, dass die Person, die dir die Briefe zukommen lässt, weiß, wer du bist, wenn sie dir Briefe nach Hause zukommen lässt, aber irgendwie wird es mit der Nennung deines Namens reeller, als es ohnehin schon ist. Mit hochrotem Kopf nimmst du den Brief von der skeptisch dreinblickenden Frau entgegen und verlässt das Gebäude schnurstracks. Der Hunger ist dir vergangen. Du fährst erneut nach Hause, ohne den Brief zuvor zu öffnen. Er ist schwerer, als die bisherigen. Mindestens drei Seiten, vermutest du. Keine Rechnung!

 

Brief Nummer 6 - Seite 1/3

 

Wer steckt nur dahinter? Die inhalte kommen dir immer suspekter vor. Trotzdem lässt du dich auf das Rätsel ein. Du willst schauen, was es mit sich bringt.

 

Brief Nummer 6 - Seite 2/3

 

Wieder was gelernt, auch wenn die fünfte Frage nicht so leicht zu googlen war, wie der Rest. Du dachtest zwar, dass du eigentlich "up to date" bist, aber diese Fragen stellen sich als deutlichen Affront an deinem jugendlichen Alter heraus. Toll, jetzt fühlst du dich wegen so einem Schrott alt!

 

Brief Nummer 6 - Seite 3/3

 

[Hinweis zu Frage I wie Ida: Es gibt zwei Schreibweisen, aber ich mag es nicht, wenn etwas krampfhaft anglisiert wird. (Das ist übrigens ein echtes Wort und steht so im Duden!) ;-)]

Die letzten beiden Fragen brachten dich noch einmal gewaltig ins Grübeln, aber nach ein wenig Googlearbeit war es dann geschafft. So einen Mist zogen sich die Jugendlichen heute rein? Vermutlich, hättest du deinen Freund erneut gefragt, hätte er dir alles das sofort sagen können, auch ohne zu suchen, aber in die endlosen Diskussionen über die Internetkunstform "Meme", wolltest du dich nicht zwängen lassen. Dein Freund war hilfreich, aber ein Quatschkopf und du hast zu tun, wenn es auch noch nicht sonderlich produktiv wirkt. Ob er vielleicht dahinter steckt? Das wäre schließlich genau sein Metier. Aber das konnte nicht sein. Er hätte sich das Lachen nicht verkneifen können, als du ihn angerufen hast. Er war es nicht. Aber wer war es dann, der dich testet?

Schnell fährst du auch noch ein viertes Mal für heute los, bist vor Ort aber ziemlich enttäuscht, dass du nichts vorfindest. Hast du etwas irgendetwas vergessen? Zu Mittag zu Essen. Zugegeben. Aber sit das etwas, das über dein enttäuschendes Ernährungsverhalten hinausgeht? Du machst einen Abstecher zur Frittenschmiede deines Vertrauens, tankst neue Currykraft und fährst grüblerisch nach Hause. Du schließt gerade die Tür auf, da entdeckst du den Post-It an der Tür. Die gleiche Handschrift. Sofort ist dein Puls wieder auf Einhundertachtzig. „Brief 1“ steht darauf. Mehr nicht. Natürlich!

Du hast in all dem Stress das erste Rätsel ganz vergessen, weil die anderen so viel schneller zu lösen waren. War das erste Rätsel überhaupt so kompliziert oder kam es dir nur so vor? Jetzt, da du im flow der Mysterien bist, begibst du dich erneut daran. Google wird erneut in Gebrauch genommen, führt aber zunächst nur zu frustrierenden Ergebnissen. Zahlen, Ziffern, vor allem Chaos kommt bei den Wörtern heraus. Doch dann entdeckst du etwas, dass dich an die bisherigen Koordinaten erinnert. Ist es das? Du findest für beide Wörter vergleichbare Zahlen. Aber wohin führen sie?

Also du dir Koordinaten eingibst, fällst du beinahe vom Stuhl. Dort? Wirklich? Du hörst das Klappern des Briefschlitzes. Ein weiterer Brief fällt noch aus dem ihn einklemmenden Spalt in der Tür, als du in den Flur stürmst. Du reißt die Tür auf, siehst aber niemanden im Flur. Schnell schlägst du die Tür zu. Dein Herz klopft, als hätte dich jemand verfolgt. Schnell greifst du nach dem Brief, öffnest ihn dieses Mal ungeschickt mit den Fingern und liest ihn noch an die Tür gelehnt.

 

Brief Nummer 7 - Seite 1/7

 

Hektisch greifst du zum Hörer. Du rufst gleich beim Labor an, erhältst aber nur die Nachricht, dass der Bote noch nicht angekommen sei, dass so etwas aber nicht unbedingt verwunderlich ist, weil die Proben schließlich erst gestern Abend herausgesendet worden sind. Du sollst dir keine Sorgen machen. Machst du aber!

Von einer inneren Panik befallen fährst du zum Ort, den das erste Rätsel dir zeigen wollte. Alles beim Alten scheint es auf den ersten Blick. Du bist vollkommen abgekämpft. So schnell bist du lange schon nicht mehr Rad gefahren, aber du hattest das Gefühl, die Zeit sei knapp. Du entdeckst nichts Besonderes. Den Brief hast du in deine Tasche geknüllt. Sechs ungelesene Seiten warten noch auf dich und du hast Angst vor ihrem Inhalt.

 

OUTDOOR:

[Es empfiehlt sich, die nun folgenden Briefe auszudrucken und mitzunehmen.]

[Es wird empfohlen, um einen optimalen Nervenkitzel bei diesem Cache zu erleben, die Seiten entsprechend des Verlaufes der Geschichte, also genauso wie der Protagonist / die Protagonistin sie erlebt, zu lesen! Bis hierher ist also nur Seite 1 des siebten Briefes zu lesen!]

„Zurück zum versprochenen Ursprung! Haben sie Acht gegeben? Sind sie wachsam gewesen? Und vor allem: Sind sie am richtigen Ort? Schauen Sie noch einmal genau an der Stelle nach, an der Sie die erste Probe genommen haben. Ich habe Ihnen dort etwas hinterlassen.“

Das lässt du dir nicht zweimal sagen. Überall schaust du nach, kniest dich hin, wühlst im Laub, schaust in Astgabel und drehst jeden Stein um. Du willst gerade aufgeben, bist vollkommen durchgeschwitzt und verdreckt, da siehst du etwas, dass die bisher gar nicht aufgefallen war. Schnell läufst du dahin. Du wirfst einen Blick auf dein Handy. Die Koordinaten hattest du beinahe wieder vergessen. Jetzt stehst du genau davor. Das muss es sein.

Du greifst darunter, spürst einen leichten Widerstand, ziehst fester daran und hörst in der Ferne zwei gewaltige Explosionen. Erschrocken fällst du beinahe aus dem Stadn heruas um, obwohl die Detonationen zu weit weg sind, um dich überhaupt erreichen zu können. In deiner Hand hältst du eine kleine schwarze, verschließbare Dose. Daran befindet sich ein Stück Draht. Ein mattes, rotes Leuchten unter dem Gegenstand, unter dem du die Dose gefunden hast, signalisiert dir, dass du einen gewaltigen Fehler gemacht hast! Schnell greifst du zum Brief. Die Bestätigung folgt auf dem Fuß!

[Es wird empfohlen nun den Rest der Seite 2 des siebten Briefes zu lesen!]

Brief Nummer 7 - Seite 2/7

 

Brief Nummer 7 - Seite 3/7

 

[Es wird empfohlen bis hierher den Inhalt "Station 2" der Seite 3 des siebten Briefes zu lesen!]

Du verstehst nur Bahnhof. Ein mattes Gefühl nimmt langsam Besitz von deinem Verstand ein. Panisch  bist du versucht, dich gleich wieder auf dein Rad zu schwingen, da fällt dir die schwarze Dose in deiner Hand wieder ein. Du ziehst einen Zettel daraus hervor.

[Gemeint ist der Zettel, der sich auch in der echten Dose befindet!]

Was sollst du machen? Dein Gehirn besteht aus Wackelpudding, in dem ein Verrückter mit einem Rührbesen herumgewühlt hat. Du hörst in der Ferne Sirenen. Polizei? Feuerwehr? Krankenwagen? Alle gleichzeitig? Du bist dir nicht sicher. Sicher ist nur, dass du hier weg musst und nicht nach Hause, sondern du musst diesen Verrückten finden!

Schnell berechnest du die neuen Koordinaten. Vor Ort angekommen siehst du, dass alle Fahrzeuge ausgerückt sind. Du siehst Rauch über der Stadtmitte und Rauch über dem Stadtteil, in dem du dich befindest. Überall herrscht Krach, schauen sich Leute hilfesuchend um, versuchen zu verstehen. Menschen rennen in das Gebäude. Rein, raus, rein, raus. Sie rennen an dir vorbei, bemerken dich nicht einmal. Aber du bemerkst etwas. Erneut blickst du auf diese komischen Zeilen. Du liest sie erneut. Eine Botschaft im Gedicht?

Ja, das ist es. Du verstehst die Nachricht. Du entnimmst dem Gegenstand die Informationen, die du brauchst. Sofort musst du weiter und zwar schnell. Ein Feuerwehrmann scheucht dich vom Hof. Er habe keine Zeit für schmutzige Unruhestifter, wenn verletzte Leute seine Hilfe brauchen würden! Schnell folgst du den Koordinaten zur nächsten Station, ohne zu rgistrieren, was er da eigentlich gerade zu dir gesagt hat!

[Es wird empfohlen bis hierher den Inhalt "Station 3" der Seite 3 und den Anfang der Seite 4 des siebten Briefes zu lesen!]

Am Ziel angekommen, entdeckst du das gleiche Theater, nur dass du dem Qualm wesentlich näher gekommen bist. Die Straßen sind gesperrt. Fahrzeuge der Rettungsgeräte verstopfen alles. Du musst einen Umweg fahren, aber den nimmst du gerne in Kauf. Wenn das wirklich deine Schuld ist, dann willst du nicht mit eigenen Augen sehen müssen, was du angerichtet hast!

Vor Ort findest du mit Hilfe des Hinweises auch das zweite Objekt. Direkt neben dem Treppenaufgang, gut von der Straße aus zu sehen, hängt es. Was wollte der Verrückte? Mit zitternden Fingern kritzelst du die Buchstaben auf dein Blatt, einen nach dem anderen. Tränen laufen über dein Gesicht. Tränen, die der Rauch ausgelöst haben könnte, aber der Rauch war es nicht!

Du gibst die nächsten Koordinaten ein. Dein Herz setzt einen Schlag aus. Nein, bitte nicht! Du versuchst die Polizei zu erreichen. Alle Leitungen sind belegt. Jeder Beamte, der im Wachtraum hätte seien können, ist verschwunden. Die Türen geschlossen. Alle außer Haus. Panik in der Stadt und du mitten darin! Du bist auf dich allein gestellt. Die Frage ist, ob du als Held oder als Henker in die Geschichte eingehen willst. Du bist dir sicher, dass du genau weißt, wo die Explosion in der Stadt hochgegangen ist und wo das äquivalente Gebäude steht, dass du nun besuchen musst, irgendwie. Wenn du ihn aufhalten willst, dann must du es allein tun, ohne Hilfe. Keine Polizei, keine Feuerwehr, einfach keiner hat Zeit für dich, weil niemand verstehen kann, wie wichtig es ist!

 

Brief Nummer 7 - Seite 4/7

 

[Es wird empfohlen bis hierher den Inhalt "Station 4" der Seite 4 und den Anfang der Seite 5 des siebten Briefes zu lesen!]

Du kämpfst dich durch Rettungswagenreihen, an Polizeikräften vorbei, die versuchen, die Unfallstelle auszusperren, aber an der Masse der Schaulustigen scheitern. Verdeckt kriechst du zwischen den Wagen hin und her. Die Hauptsache ist, dass niemand dich sieht. Ein junger Feuerwehrmann entdeckt dich, schaut dich kurz unschlüssig an, und entschließt sich dann dich zu ignorieren. Er hat dich, dreckig wie du bist, vielleicht für einen Verletzten gehalten, hat aber keine Verletzungen gesehen. Du bist zweitrangig für ihn. Löscharbeiten finden statt. Du kannst kaum etwas sehen, so viel Rauch und Wasser verwüsten die sonst so klare Luft an diesem Ort!

Was wollte der Verrückte? Wasser spritzt auf den Brief, aber er bleibt zum Glück leserlich. Deine Augen brennen und Tränen, zusammengesetzt aus einer Mischung inneren Selbsthasses und der Hitze wegen, rinnen über deine Wangen. Du entzifferst, was er von dir will. Es ist ebenfalls von der Straße aus gut zu sehen, selbst als das Wasser gegen die Fenster schlägt und die Reste des Glases in den Innenraum schießt. Fast geblendet und stark hustend schleifst du dich aus dem Gefahrenbereich, bergaufwärts, weil ein Feuerwehrmann dich plötzlich packt und einem Sanitäter übergibt. Dein Fahrrad bleibt zurück. Du würdes es später holen müssen!

 

Brief Nummer 7 - Seite 5/7

 

[Zu M: Gemeint sind ALLE Leuchten und nicht nur die oberen, die das Caro beleuchten.]

[Es wird empfohlen bis hierher den Inhalt "Station 5" der Seite 5 des siebten Briefes zu lesen!]

Du folgst den Anweisungen des Rettungssanitäters, der sich deiner angenommen hat, ohne auch nur ein Wort von dem, was er zu dir sagt, zu hören. Du fühlst dich schuldig, erschlagen. Überall siehst du Verletzte. Baren sind an die Wände geschoben werden. Weiße Tücher bedecken Körper von Menschen, die es nicht geschafft haben. Schreie hallen durch die Gänge des Krankenhauses, in das du gepfercht wurdest. Weiße Kittel umkreisen Menschen wie die Fliegen ihr Futter, verlieren aber immer wieder schnell das Interesse zugunsten eines größeren Festmahles. Frauen weinen, Kinder verstecken sich, Männer schreien vor Schmerz.

Dir wird übel. Du rennst nach draußen, schaust auf den zerquetschten Zettel in deiner Hand. Du stehst zufällig an der richtigen Stelle. Das Abdach nutzen die Menschen, um sich unterzustellen. Es hat zu regnen begonnen, aber der Regen ist dir egal. Zwei Meter weiter bist du allein, während unzählige sich unter ein wenig Beton quetschen, um ja nicht von Wassertropfen getroffen zu werden.

Du schaust auf die Schilder. Namen von Ärzten. Die scheinen aber nicht gemeint zu werden. Daneben ist ein viel kleineres Schild aus Bronze. Ob dieses Schild wohl gemeint ist? Ja, das muss es sein. Schnell notierst du die Informationen und läufst weg von der Meute Kreischender, die dir den letzten Sinn rauben wollen. Die Telefone sind immer noch alle belegt. Du läufst matt zwischen rennenden Menschen, die in Panik flüchten oder einen Ort suchen, der weniger absurd ist, durch die Straßen zu deinem Fahrrad. Du findest es. Jemand hat es umgestoßen. Du stellst es auf, setzt dich darauf uns fährst geradewegs dahin, wohin die nächsten Koordinaten dich führen wollen. Genau dahin willst du nämlich jetzt auch!

 

Brief Nummer 7 - Seite 6/7

 

[Es wird empfohlen bis hierher den Inhalt "Station 6" der Seite 6 des siebten Briefes zu lesen!]

Mit dem Gefühl in einen überfüllten Raum zu stürmen betrittst du den Ort. Das was du suchen sollst, befindet vor dem Gemäuer, aber das ist dir jetzt gerade egal. Du musst mit jemandem spreche, doch alle Ansprechpersonen sind ebenfalls am Unfallort. Unfall! Dass du nicht lachst. Das war kein Unfall, sondern ein Anschlag. Und du hast ihn asugelöst - unabsichtlich, aber du trägst die Schuld daran, denn ohne dich hätte es ihn nicht gegeben. Jemand anderes wäre es vielleicht gewesen, jemand der genauso gut darin ist, die Rätsel des mysteriösen Fremden zu lösen, aber nun war es an dir fortzufahren, denn ein Zurück gab es nicht mehr. Ein Anschlag... Selbst die Polizei wird das inzwischen wissen. Sie wird wissen, dass es kein Unfall war. Zwei Explosionen, vermutlich das gleiche Gebäude, nur an einem anderen Ort. Niemand kann daran zweifeln, dass es Absicht war. Ohne gesehen zu haben, was in der Stadtmitte geschehen ist, weiß du, was dort vor sich geht, warum das Chaos so groß ist und warum keine Amtshilfe geleistet werden kann.

Der Ort, an dem du bist, ist leer. Keine Menschenseele und wenn die Kirche Recht hat, hast du mit dem Auslöser auch deine Seele verloren. Das Fegefeuer in dem du dich bereits befindest, brennt lichterloh, nur dass es unschuldige Menschen anstatt deiner verbrennt. Du rennst wieder raus. Die Übelkeit ist zurück. Du übergibst dich in einen offenen Gully. Minutenlang starrst du zwischen die Metallstreben, bis du es schaffst dich zu erheben. Du stapfst zum Schild, entnimmst ihm die Angaben, die du für den Verrückten benötigst und widmest dich der Lösung des letzten Teiles dieses Rätsels. Jemand muss dafür bezahlen, schwörst du dir!

 

Brief Nummer 7 - Seite 7/7

 

[Die Formel ist nach Möglichkeit leicht dargestellt worden, aber es sind trotzdem einige Zahlen, die darin verwendet werden müssen. Es empfiehlt sich daher, sich Zeit zu nehmen, die Formel genau auszufüllen und umzusetzen, denn nicht alle Zahlen sind in alphabetischer Reihenfolge darin vorgesehen. Nord- und Ostkoordinate sind einander sehr ähnlich. Daher sind dir Formel bis auf das letzte Element gleich. Solltet es Unsicherheiten geben, wäre jetzt ein Moment gekommen, den Owner zu kontaktieren, denn das nächste Ziel ist einige Kilometer weit entfernt und ins Ungewisse zu fahren kann fatal sein und den Charakter des Caches schädigen. Wer die richtigen Koordinaten hat, kann sich sicher sein, wenn er nachschaut, was dort ist, dass er an der richtigen Stelle sucht! Es empfiehlt sich ein Blick auf die Karte von Geocaching.com zu werfen und nicht nur GoogleMaps zu beanspruchen. Kommt es einem irgendwie spanisch vor, wohin man soll, ist das Ergebnis sicher falsch!]

 

[Das folgende quersummenbasierte Verifikationssystem für die errechneten Koordinaten sollte selbsterklärend sein:]

Brief 7:

N51° A+B+C+D+E

= 16

E007° F+G+H+I+J

= 15

 

Während du fährst kommen dir unzählige Gedanken. Was ist, wenn die Videos in dem Ladenlokal überprüft werden. Was ist, wenn jemand auf die Idee kommt, nach dir zu suchen? Du tauchst auf den heutigen Videos der Polizei, der Feuerwehr und vielleicht noch an einigen anderen auffälligen Stellen in der Stadtmitte auf. Sollten sie zu dem Schluss kommen, dass du es gewesen sein könntest hängen sie dir gleich zwei Attentate an und du verschwindest für ein Verbrechen, dass du gar nicht begangen hast – zumindest nicht absichtlich – in den Bau. Kein Schlüssel, vielleicht nicht einmal eine Tür. Nur ein endlos tiefer Brunnen wird es sein, in dem sie dich Abschaum entsorgen, geht es dir durch den Kopf. Dir wird kalt. Für immer werden sie dich dort verroten lassen, vermutest du, bei der Anzahl an Opfern, die es allein dort, wo du warst, gab. In der Stadtmitte musste der Schaden noch viel größer sein. Mehr Passanten. Mehr Opfer.

Du trittst in die Pedale, bis du das Gefühl hast zu ersticken. Der Husten wird schlimmer. Du schwitzt, hast aber das Gefühl, dass mehr dahinter steckt. Fieber? Vielleicht von einer Rauchvergiftung? Es geht dir inzwischen ziemlich mies und dieses Gefühl geht über den bloßen Schaden, den die Ereignisse in dir angerichtete haben, hinaus. Darüber würdest du aber erst später nachdenken können, denn jetzt zählt es nur, den verdammten Massenmörder zu fangen. Du musst ihn aufhalten, nicht nur, damit du selbst aus dem Schneider bist, sondern auch, weil er zur Rechenschaft gezogen werden soll!

Am Ziel angekommen fällst du mit deinem Rad beinahe um. Dein Kreislauf spielt verrückt. Du hältst dich an einem Schild fest. Oben Metall, unten Holz. Du schaust auf dein Handy. Erneut eine Punktlandung. Was wollte er gleich? Du rutscht ab, fällst auf den Boden und entdeckst in deiner Hand einen neuen Brief. Er hat von hinten an dem Holzschild geklebt. Du öffnest ihn und richtest dich dann erst auf, sodass du sitzend lesen kannst. Es verschlägt dir augenblicklich die Sprache!

 

Brief Nummer 8 - Seite 1/3

 

 

Dir stockt der Atem. Dein Mund fühlt sich taub und trocken an. Du musst husten, so heftig, dass du das Gefühl hast, dich erneut übergeben zu müssen. Das Fieber wird unerträglich. Deine Nasennebenhöhlen ziehen zu, deinen Stirn ebenfalls. Du kannst kaum mehr klar denken. Du bist ihm auf den Leim gegangen?

 

Brief Nummer 8 - Seite 2/3

 

Eine Chance? Willst du überhaupt eine? Denk nicht so einen Mist, bläust du es dir selbst ein! Du willst leben und du wirst es! Du wirst daran glauben, dass dieser Verrückte vor dir Halt macht, weil du dir so viel Mühe gegeben hast, weil du ihm geholfen hast, weil er glaubt, dich zu bestrafen, indem er dich zurücklässt mit alldem Wissen, um den heutigen Tag! So etwas muss es doch einfach sein oder etwa nicht?

Du versuchst dich ein letztes Mal zu konzentrieren. Fokus auf die letzte Briefseite. Handy in die eine, Brief in die andere Hand. Du musst erneut Fragen beantworten. Keine schweren Fragen oder etwa doch? Dein Kopf droht zu platzen und trotzdem machst du dich ans Werk!

 

Brief Nummer 8 - Seite 3/3

 

 

[Das folgende quersummenbasierte Verifikationssystem für die errechneten Koordinaten sollte selbsterklärend sein:]

Brief 8:

N51° A+B+C+D+E

= 16

E007° F+G+H+I+J

= 13

 

Du verstehst kaum mehr, was du liest, aber Google versteht dich. Du konzentrierst dich mit letzter Kraft auf diese eine Aufgabe, erfüllst sie und setzt dich auf dein Rad. Hast du falsch gerechnet, bist du Tod. Da bist du dir sicher. Du hast den Virus in dir. Vermutlich schon seit gestern Abend. Sehr kurze Inkubationszeit, aber genügend davon, wenn der Virus tödlich genug ist. Außerdem hast du dich ihm erneut ausgesetzt. Extrem sogar, als du die dicke, schwarze Kartusche entdeckst. Das Gebilde erinnert dich an einen Behälter für Campinggas, nur dass er vollständig schwarz ist, oben geöffnet und der Inhalt ins Wasser geleitete worden ist.

 

Deine Beine tragen dich beinahe blind. Es ist weit, aber Zeit und Raum verschwimmen zu einem öligen Brei. Du erreichst dein Ziel, findest eine zufällig abgestellte Holzleiter und erklimmst den finalen Ort. Vom Boden aus kannst du die Dose bereits sehen. Du greifst nach ihr, rutscht ab, kannst dich aber halten. Du legst dich auf den langen, dicken Ast, öffnest das Behältnis und findest zwei Zettel darin. Einer ist mit Linien und Buchstabe versehen, die zu klein für deine geschundenen Augen sind, ein anderer trägt große Buchstaben, auf die du dich aber jetzt nicht konzentrieren willst.

Du öffnest die kleine Dose, die sich darin befindet. Der Geruch von Grapefruit geistert durch deine Sinne und verwirrt dein Gehirn. Du schüttest dir den Inhalt in den Mund, kaust, schluckst und fällst erleichtert mit dem Kopf auf die moosbedeckte Stelle am Baum. Ein Lächeln, gewinnend, eben weil du gewonnen hast, zieht sich über deine Lippen, auch wenn es aussieht, als hättest du einen Schlaganfall erlitten. Eine deiner Gesichtshälften fühlst du kaum mehr. Trotzdem lässt die Ruhe, die mit dem Erreichen des Finales einhergeht, dich endlich ein wenig entspannter werden. Du ziehst den Zettel mit den dicken Buchstaben aus deiner Jackentasche. Der Rest der Dose ist dir heruntergefallen. Du liest den Inhalt des Zettels und…

 

[Fragen? Emil, dem das „a“ gestohlen wurde, hat die Antworten!]

 

Auszug aus: "Edda" (eine Sammlung germanischer Heldengesänge aus Islands 13. Jahrhundert)

Besitz stirbt,
Sippen sterben,
Du selbst stirbst wie sie.
Eins weiß ich:
dass ewig lebt der Toten Tatenruhm.

 

Wer diese Aufgabe meisterlich überstanden hat, hat möglicherweise nicht überlebt. Er / Sie selbst oder die Nachkommenschaft soll frei über dieses Andenken verfügen in Gedenken an die verstorbenen und diejanigen, die es mit Sicherheit noch werden!


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