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Multi-cache

Rhein Km 211

A cache by fogg & consortin Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 4/5/2014
In Baden-Württemberg, Germany
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size: small (small)

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Geocache Description:

Ein kleiner Multi zu den Vermessungssteinen des Großherzogtums Baden bei Rheinkilometer 211.




Ausgangspunkt


Unser kleiner Rheinkilometer-Multi beginnt bei Kilometer 211. Die heutigen Kilometerzeichen entlang des Rheines wurden am 1. April 1939 eingeführt. Sie beginnen an der alten Brücke in Konstanz und enden bei Rheinkilometer 1036,20 westlich von Hoek von Holland.

Vor dem Kilometerzeichen 211 liegt ein viereckiger, halb im Boden versunkener Sandstein. Er gehört zu den Kilometersteinen, die das Großherzogtum Baden nach der Rheinkorrektur in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts aufstellte. Diese alte badische Kilometrierung beginnt bei der badisch-schweizerischen Grenze beim heutigen Rheinkilometer 170 und endet an der badisch-hessischen Grenze. Die badischen Kilometersteine wurden am 31. März 1939 außer Kraft gesetzt. Sie sind heute Kleindenkmale und stehen unter Denkmalschutz.

1. Frage


Im weißen Feld des versunkenen Kilometersteins müsste also welche Kilometerangabe stehen?

  1. a = die zweistellige Zahl
  2. b = 1. Ziffer der Zahl
  3. c = 2. Ziffer der Zahl

Wir wandern nun rheinabwärts


Bald schon werden dem aufmerksamen Cacher zwei weitere, kleinere Steine aus rotem Sandstein am Waldsaum rechts des Weges auffallen. Der erste ist ebenfalls teilweise im Boden versunken, der zweite macht einen gut erhaltenen Eindruck. Diese kleineren Steine stehen im Abstand von 300 Metern zueinander.

Auf der Rhein-Karte von 1862, die den Verlauf des Rheins und seine geplante Begradigung zeigt, finden wir diese Steine als nummerierte Vermessungspunkte wieder. Sie markieren die Länge des geplanten Flussbettes von der badisch-schweizerischen Grenze bis zur badisch-hessischen Grenze. Die Karte wurde im Maßstab 1:50 000 gezeichnet. Als Längenmaße werden Meter und badische Ruthen angegeben. Die badische Ruthe war 1828 auf 30 Dezimeter festgelegt worden. Die Steine stehen also im Abstand von 100 Ruthen. Man könnte sie deshalb auch Ruthensteine nennen.

Wann diese kleineren Steine aufgestellt wurden, wissen wir nicht. 1862, als die Karte gezeichnet wurde, holten sich die Ingenieure an diesem Rheinabschnitt an den Aufstellungsorten der Steine noch nasse Füße. Sie können eigentlich erst nach 1876 errichtet worden sein, als im Großherzogtum das große Projekt der Rheinbegradigung erfolgreich beendigt worden war und der Rhein in den von den Ingenieuren projektierten Grenzen floss.

Und noch etwas können wir nicht erklären. Die kleineren Steine stehen tatsächlich an den in der Karte von 1862 verzeichneten Stellen, denn sie stehen im dort angegebene Abstand zum Grenzstein* Nr. 36 (siehe die beiden Bilder unten). Wer mag, kann dies nachmessen. Ihr findet den Grenzstein beim Wegpunkt Grenzstein Nr. 36. Allerdings müssten die beiden Ruthensteine rein rechnerisch an den badischen Rhein-Kilometern 41,4 und 41,7 km stehen, was sie aber nicht tun.


Waren die älteren Messungen nicht exakt? Wurde der Rhein kürzer oder länger als geplant? Hat man vielleicht sogar die badisch-schweizerische Grenze verschoben? Wir wissen es nicht. Vermutlich handelt es sich aber um die Differenz zwischen der Achs- und Uferlinie des Rheins.

2. Frage


Welche Nummern tragen diese 2 kleinen Vermessungssteine?

  1. d = dreistellige Nummer des ersten, halb im Boden versunkenen Steins
  2. e = dreistellige Nummer des zweiten Steins

Berechnung des Finalkoordinaten


N 47° 55.e-d+a-c
E 007° 34.(e*5)+d+(a*3)+b


Im Logbuch findet ihr einen Teil der Peilungsdaten für den Bonus-Cache GC504D4.


*Die auf der Karte von 1862 von 1 bis 120 nummerierten Grenzsteine kennzeichneten die Besitzgrenze zwischen den badischen und elsässischen Gemeinden. Jahrhunderte lang hatte der frei mäandernde Rhein keine festen Grenzlinien zugelassen. Nach der Korrektur des Rheins wurde der Talweg des Rheins zur nun festen und eindeutigen Grenze zwischen Frankreich und dem Großherzogtum Baden. Die Staaten bereinigten die Besitzverhältnisse der Gemeinden und glichen sie der Grenze an.




Verwendete Karten und Literatur


Ausschnitt aus dem Kartenblatt “Freiburg” der „Karte über den Lauf des Rheins längs der badisch-französischen Grenze nach dem Stande der Jahre 1838 & 1861 und längs der badisch-bayerischen Grenze nach dem Stande der Jahre 1817 & 1861“ / bearb. v. Grosh. Oberdirection d. Wasser & Strassen-Baues (…), [Karlsruhe ca. 1862] (Badische Landesbibliothek, Signatur O42B80)

Honsell, Max, Die Korrektion des Oberrheines, Textband, Atlas Karlsruhe 1885

Schneider, Wilhelm, Die Längenmessung im Talweg des Rheines (Kilometrierung), in: Der Rhein, hrsg. vom Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg, Duisburg 1951

Stiefel, Karl, Baden 1648-1952, 2 Bde., Karlsruhe 2001

Wir danken dem Archivar von Hartheim Herrn Edmund Weeger für einige interessante Hinweise und Oliver Rau (Projekt Eucor - Universitätsbibliothek Freiburg) für die Freigabe der Nutzung der Rheinkarte von 1862.

Additional Hints (No hints available.)



 

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Last Updated: on 7/19/2017 7:09:10 AM Pacific Daylight Time (2:09 PM GMT)
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