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Wie der Etzel seinen Hut bekam

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Hidden : 10/1/2014
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size: other (other)

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Geocache Description:




Wie der Etzel seinen Hut bekam
Earth Cache Geotope im Kanton Schwyz: Etzel-Gipfel-Klippe

Fragen:
1. Lest die Info-Tafel an den Koordinaten: Wie wird das Gestein bezeichnet, das hier abgebaut wurde?
2. Lest die Infos im Listing: Weshalb, denkt ihr, wurden die Steine ausgerechnet hier oben abgebaut und unter Mühen nach Einsiedeln geschafft?
3. Im Steinbruch liegen viele grosse Steinblöcke. Sucht euch einen mit frischen Abbruchstellen. Wie unterscheiden sich die Farben der verwitternden Oberfläche und der frischen Bruchstellen?

Bitte sendet uns Eure Antworten über unser Profil. Danach könnt Ihr sofort loggen. Wir melden uns, wenn etwas nicht stimmt.

Einleitung:
Dieser Earth Cache führt euch oberhalb des St.Meinrads-Passes (Parkmöglichkeit) in einen aufgelassenen Steinbruch, welcher einen Blick auf die Beschaffenheit des Etzel-Gipfels gewährt. Anders als die aufgerichtete mittelländische Molasse – dem Gestein, welches die Umgebung des Etzels und seinen Sockel formt, besteht der Etzelgipfel aus flach liegenden Sedimentschichten, die hier aufgeschlossen, d.h. sichtbar sind.

Schematische Darstellung des Molassezonenrandes in der Etzelgegend.

Die Entstehung der Molasse:
Unter dem Begriff Molasse werden alle Gesteine zusammengefasst, die aus abgelagertem Verwitterungsschutt aus den sich hebenden Alpen entstanden sind. So sind die Gesteine des Etzels und seiner Umgebung nach geologischen Massstäben relativ jung.

Ihre unmittelbare Geschichte beginnt vor etwa 53 Millionen Jahren (zum Vergleich: Die Erde ist vor ca. 4,6 Milliarden Jahren entstanden!) im Tertiär während der geologischen Epoche des Eozäns, als die afrikanische Kontinentalplatte auf dem Weg nach Norden mit der adriatischen Platte zu kollidieren und diese in die europäische Kontinentalplatte hineinzuschieben begann. Binnen 5 Millionen Jahren wurde so, was einst der Grund eines flachen Meeres war, zusammengeschoben und zum Hochgebirge – den Alpen – aufgefaltet.

Wenngleich dieser tektonische „Auffahrunfall“ und damit die weitere Anhebung der Alpen bis heute andauert, war das Gebirge doch bereits im Oligozän bzw. Miozän (also vor 34 bis 5 Millionen Jahren) Wind und Wetter und damit der Verwitterung ausgesetzt. In einem Zeitraum von 20 Millionen Jahren während dieser beiden Epochen lösten sich grosse Mengen Schutt in Murgängen (Bergrutsche, Rüfen) von den Hängen der verwitternden Berge, stauten Gebirgsflüsse, und wurden beim Bruch eines solchen natürlichen Staudamms in weiteren, gewaltigen Murgängen ins Alpenvorland „ausgeschüttet“.
Das Alpenvorland stellte zu jener Zeit eine durch das Eigengewicht der sich hebenden Alpen verursachte Senke dar, die anfangs noch ein flaches Meer enthielt. Der Schutt aus dem verwitternden Gebirge füllte diese Senke mit der Zeit und liess sie verlanden. Schliesslich sank diese weiter ab, sodass sich ein weiteres flaches Meer darin sammeln und schliesslich ein zweites Mal zugeschüttet werden konnte. So werden die Schuttmassen heute nach ihrer Herkunft eingeteilt: Die Untere (=ältere) Meeresmolasse besteht aus Ablagerungen aus jenem ersten flachen Meer, die Untere Süsswassermolasse aus den Murgängen während der ersten Verlandungsphase, während die Obere (=jüngere) Meeresmolasse und die Obere Süsswassermolasse in den darauf folgenden Phasen entstanden sind.

Aus der Enge der damaligen Flusstäler befreit haben sich die Schuttmassen der ausbrechenden Stauseen in gewaltigen Schuttfächern in die weite Senke des Vorlands ergossen. In Jahrmillionen sind diese Ablagerungen von Trümmern, Kieseln und Sand zu Konglomeraten (Nagelfluh), Sandstein und Mergel versteinert. Die Gesteine des Etzels (sowohl des oberen als auch des unteren Teils), wie sie an den Koordinaten sichtbar sind, gehören zur Unteren Süsswassermolasse und sind Teil eines „Höhronen-Schüttung“ genannten einstigen Schuttfächers.

Molasse-Schichten in Bewegung: Überschiebung durch die Etzel-Gipfel-Klippe:
Die aus den unterschiedlichen Schuttablagerungen entstandenen Molasse-Gesteine weisen unterschiedliche physikalische Eigenschaften auf. So ist die weit im Alpenvorland abgelagerte mittelländische Molasse weicher, d.h. flexibler, als die alpennah abgelagerte subalpine Molasse. In Folge dessen wurde die mittelländische Molasse durch den Druck der sich weiter hebenden Alpen an ihrem Südrand (hier die Nordseite des unteren Etzels) emporgebogen und aufgerichtet. Die steifere subalpine Molasse wurde, anstatt ebenfalls aufgebogen zu werden, in Schuppen von ihrer Unterlage gelöst, welche von den sich hebenden Alpen übereinander und teilweise gar waagerecht über die aufgerichtete Molasse geschoben wurden. Bis heute sind diese Schuppen oberhalb der aufgerichteten Molasse weitestgehend abgetragen. Einzig die oberen 300 Meter des Etzelgipfels (von oberhalb von Feusisberg bis Etzel Kulm) und die Kuppe des benachbarten Hüllerich sind Überbleibsel der waagerechten Schichten subalpiner Molasse, welche ursprünglich flächendeckend bis hierher gereicht hat.


Fazit:
Der Etzel, dessen Sockel zum aufgerichteten Südrand der mittelländischen Molasse-Ablagerungen zählt, trägt einen „Hut“ aus waagerecht orientierten Schichten subalpiner Molasse, welche im Zuge der Anhebung der Alpen über die aufgerichteten Schichten überschoben und rings um den Berg abgetragen wurden.

Literatur:
1. Kälin, W. 1989. Der Etzel. Verlag Bruhin AG, Freienbach
2. Hantke, R., Kuriger, E. 2003. Überblick über die Geologie des Kantons Schwyz und seiner Nachbargebiete. In: Geologie und Geotope im Kanton Schwyz – Berichte der Schwyzerischen Naturforschenden Gesellschaft Nr. 14, S.9-34
3. Müller, H.-P. 1971. Geologische Untersuchungen in der subalpinen Molasse zwischen Einsiedeln und oberem Zürichsee (Kt.Schwyz). In: Vierteljahresschrift der Naturforschenden Gesellschaft Zürich 116/1, S. 1-153


Viel Spass wünschen die Navikatzen

Additional Hints (No hints available.)



 

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