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Dendrolith auf Burg Altena

A cache by Emän Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 4/15/2016
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size: other (other)

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Geocache Description:


Dendrolith auf Burg Altena




Dendrolith oder auch versteinertes Holz ist ein anderer Begriff für fossilisiertes Holz. Derartige Überbleibsel sind weltweit sehr selten, da besondere Bedingungen zur Schaffung erforderlich sind. Bekannte Exemplare befinden sich im Petrified-Forest-Nationalpark (Arizona, USA), in Chemnitz (Sachsen), Namibia sowie im Yellowstone-Nationalpark (USA).

Besonders erfreulich ist daher, dass der Besuchermagnet Burg Altena ein solch sehenswertes und zugleich geologisch sehr lehrreiches Exemplar als frei zugängliche Attraktion vorweisen kann.

Für den Besuch dieses Earthcaches muss kein Eintritt zur Burg entrichtet werden - die Kasse befindet sich erst im nächsten Durchgang. Gleichwohl lohnt ein Besuch des historisch bedeutsamen Objektes zweifellos.


Entstehung
Die Entstehungskette setzt mit der Verrottung von Holz vor rund 300 Mio. Jahren ein. Dazu ist eine Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr sowie der Schutz vor Mikroorganismen notwendig. Lagert sich das Holz in Flüssen, Seen oder auch im Meer ab und wird ausreichend schnell mit Sedimenten bedeckt, so kann ebenfalls ein entsprechendes Milieu entstehen. Gleiches gilt für die Einbettung in vulkanischen Aschen und Tuffen nach einem Vulkanausbruch.

Weiterhin erforderlich ist sodann das Vorhandensein von geeigneten Lösungen. Sind solche Lösungen nicht vorhanden, kann aus den Hölzern je nach vergangener Zeit, herrschenden Druck- und Temperaturbedingungen Kohle oder Anthrazit entstehen. Die Struktur des Holzes kann bei der Inkohlung erhalten bleiben. Als Inkohlung wird der Umbildungsprozess pflanzlicher Stoffe zu Graphit bezeichnet: pflanzliche Stoffe » Torf » Braunkohle » Steinkohle » Anthrazit » Graphit. Je weiter die Inkohlung voranschreitet, umso wahrscheinlicher ist es allerdings, dass die Struktur des Holzes verloren geht.

Je nach vorhandenen Lösungen kann das Holz verkieseln, vererzen, phosphorisierten oder calcitisierten. Bei der Verkieselung werden die organischen Stoffe des Holzes durch Kieselsäure (SiO2) ersetzt. Bei der Vererzung können sich je nach vorhandener Lösung diverse Minerale bilden. Verbreitet sind u.a. Pyrit, Hämatit und Galenit sowie weitere verschiedene Metalle. Kalkhaltige Wässer können zu einer Calcitisierung des Holzes führen. Phosphorhaltige Lösungen können eine Phosphoritisierung herbeiführen. So sind Versteinerungen aus Apatit, Baryt, Calcit, Dolomit und Fluorit ebenfalls bekannt, aber seltener.

Verkieselte Hölzer entstehen in einem Milieu, welches größere Mengen Kieselsäure zur Verfügung stellt. Ein solches Milieu findet sich, wie oben erwähnt, in vulkanischen Ablagerungen. Daher sind versteinerte Wälder insbesondere in Regionen mit (ehemaliger) vulkanischer Aktivität zu finden. In Sedimenten von Flüssen und Seen kann ebenfalls ein entsprechendes Milieu entstehen. SiO2 (Kieselsäure) dringt beim Verkieselungprozess in das Holz ein. Dort bildet sich zunächst amorphes SiO2. Dieses ist allerdings nicht stabil und wandelt sich über Opal-A und Opal-CT schließlich zu Quarz um. Die Geschwindigkeit der Kristallisation ist abhängig u.a. von den Druck- und Temperaturbedingungen. Je langsamer dieser Prozess vonstattengeht, desto besser bleibt die Struktur des Holzes mit den Jahresringen erhalten. Infolge der Kristallisation können auch Strukturen sichtbar werden, die nicht von der Pflanze stammen.

Das Objekt vor Ort entstammt einem Fund aus dem bekanntesten deutschen „versteinerten Wald“ in Chemnitz. Dort wurden 1737 wurden in einem Chemnitzer Stadtteil bei Schachtungsarbeiten verkieselte Stämme großer baumähnlicher urzeitlicher Pflanzen (zumeist Baumfarne und riesenwüchsige Schachtelhalme) gefunden. Die Entstehung dieser Fossilfundstätte steht im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Zeisigwaldvulkans im unteren Perm vor ca. 291 Millionen Jahren. Die meisten der Stämme sind heute im Museum für Naturkunde und im Chemnitzer Kulturkaufhaus DA Stietz ausgestellt.


Struktur
Versteinertes Holz kann in drei verschiedenen Strukturen auftreten:

Jaspis – mikrokristalline, feinkörnige Varietät des Minerals Quarz mit dichter Struktur;
Chalcedon – eine faserige, mikrokristalline Gefügevarietät des Minerals Quarz; farblos bis bläulich grau, wobei Verunreinigungen verschiedenste Färbungen bewirken (meist braun, rötlich oder grün); durchscheinend, trüb, besitzt einen wächsernen Glanz
Opal – amorpher Festkörper ohne Kristallstruktur (ähnlich wie Glas), der zumeist als massige Adernfüllung oder knollig ausgebildet auftritt

Die Verwandtschaft zwischen Jaspis und Chalcedon ist so eng, dass Fundstücke vorkommen, bei denen körnig und faserig aufgebaute Quarzmaterialien miteinander verwachsen sind.


Färbung
Die Färbung des Dendroliths beruht nicht auf der Farbe des Holzes. Vielmehr ist sie eine Folge der chemischen Zusammensetzung der Lösung, die bei der Versteinerung mitwirkt. Diese Lösung enthält in der Regel Elemente wie Mangan, Eisen und Kupfer. Die Art und Menge dieser Elemente, die während des Versteinerungsprozesses vorhanden sind, beeinflussen die Färbung. Da die vorhandenen Elemente und deren Konzentration von Fundort zu Fundort stark variieren können, ergibt sich daraus ein breites Spektrum an Farben, die bei versteinerten Hölzern auftreten können. Beispiele sind z.B.

Kupfer - blau, grün
Kobalt - blau, grün
Chrom - blau, grün
Mangan - rosa
Eisenoxide - rot, braun und gelb
Kohlenstoff - schwarz
Manganoxide - schwarz


Weitere Eigenschaften
Versteinertes Holz schillert und glitzert teilweise an der Oberfläche, was auf die Reflexion und Lichtbrechung der Gemengteile zurückzuführen ist. Die Härte des Gesteins liegt üblicherweise zwischen 6,5 und 7, die Dichte beträgt 2,6 g/cm³. Versteinertes Holz ist sehr kompakt und massig und dabei von undurchsichtiger Transparenz. Der Bruch ist spröde und uneben. Die Textur kann schieferartig sein, in einigen Fällen ist die ursprüngliche Faserung des Ausgangsmaterials nicht mehr erkennbar.

Quellen: Wikipedia, www.steine-und-minerale.de, www.c3-in-berlin.de, Herr Sensen als Museumsleiter des Märkischen Kreises


Der Geocache
Um diesen Cache loggen zu dürfen, beantworte bitte die folgenden Fragen mithilfe deiner Beobachtungen vor Ort unter Anwendung auf die Informationen aus dem Listing.

Schreibe die Antworten bitte an meinen Account. Du kannst sofort loggen. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, melde ich mich.

Frage 1: Entstehung
Wie beurteilst du die Umwandlungsgeschwindigkeit dieses Exemplares, wenn du die Merkmale für eine schnelle bzw. langsame mit deinen Erkenntnissen vor Ort vergleichst?
Frage 2: Struktur
Beschreibe durch Beobachtung und Fühlen des Holzes dessen Struktur. Begründe anhand deiner Beobachtungen, um welche der drei im Listing genannten Strukturen es sich deiner Meinung nach handelt.
Frage 3: Färbung
Welches der im Listing beschriebenen Elemente dürfte bei der Umwandlung beteiligt und Grund für die Färbung des Dendrolithen gewesen sein?
Optional: Foto
Keine Logvoraussetzung, aber gerne gesehen ist ein Foto von dir in der Örtlichkeit.

Viel Spaß bei diesem Cache innerhalb der sehenswürdigen Burg wünscht




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Zur Erinnerung für die eigene Pinwand:

Code: <a href="https://coord.info/GC6FE1V"><img src="https://s3.amazonaws.com/gs-geo-images/0ebe993d-7bb5-4c74-9d09-063260277c76.png" style="width: 230px; height: 150px;" border="0" title="Earthcache: Dendrolith auf Burg Altena"></a>

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