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Fatale Fassrolle - Der Absturz der Boeing 720

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Hidden : 05/01/2017
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:

Fatale Fassrolle
Der Absturz der Boeing 720 bei Petersdorf/Forst 1964

Die vierstrahlige Boeing 720 stammt von der Boeing 707 ab. Mit dem kommerziellen Erfolg der verschiedenen Langstreckenvarianten der Boeing 707 entschloss sich Boeing, auch eine spezielle Kurz- bis Mittelstreckenvariante der „707“ zu entwickeln, und bot diese den Fluggesellschaften ab 1957 als Boeing 707-020, später Boeing 720 genannt, zum Kauf an. Der Erstflug wurde am 23. November 1959 durchgeführt. Wegen grundlegender Änderungen an den Tragflächen und der Zelle kann man die Boeing 707-020 als eigenständiges Modell betrachten, weshalb sie als Boeing 720 eine eigene Typenbezeichnung erhielt. Insgesamt wurden nur 154 Boeing 720 gebaut und seit 2008 befindet sich keine mehr im Einsatz.

Am 15. Juli 1964, einem Mittwoch, stürzte ca. 8km nordöstlich von Ansbach zwischen Petersdorf und Forst während eines Ausbildungs-/Prüfungsfluges eine Boeing 720 der Lufthansa ab und zerschellte auf einem Feld.
Das Flugzeug mit der Kennung D-ABOP wurde am 4. Januar 1962 von Boeing an die Lufthansa ausgeliefert und wurde auf den Namen „Bremen“ getauft. Sie war zum Zeitpunkt des Absturzes gerade mal 2 Jahre und 6 Monate alt.

Die Boeing 720 „Bremen“ startete um 9:33 Uhr vom Flughafen Frankfurt zu einem Prüfungsflug. Zu diesem wollten sie nach Beendigung dieses Fluges auch wieder zurückkehren.
Gegen 9:38 Uhr meldeten die Piloten das Erreichen von Flugfläche 130 (13000 Fuß, 3962 Meter) und das Beenden des Instrumentenfluges. Sie wollten zwischen dem Navigationspunkt Kitzingen und dem Funkfeuer Röthenbach/Pegnitz einige Prüfungsmanöver fliegen, u.a. auch mindestens zwei Fassrollen.
Eine Fassrolle (engl. barrel roll) ist eine Flugfigur, bei der das Flugzeug eine Schraubenlinie in horizontaler Richtung fliegt, etwa so, wie wenn es auf der Innenseite eines liegenden imaginären Zylinders oder Fasses rollen würde. Fliegerisch ist die Fassrolle eine Kombination aus einer gesteuerten Rolle und einem gleichzeitigen Looping. Dabei dreht sich das Flugzeug um die eigene Längstachse und befindet sich somit auch über Kopf in Rückenlage. Die Fassrolle ist nicht im Aresti-Katalog enthalten und somit auch keine Wettbewerbsfigur.
Während der Fassrolle bleiben die Beschleunigungskräfte immer positiv. Ein berühmter Trick besteht darin, während einer perfekt geflogenen Fassrolle eine Tasse Kaffee einzuschenken.

Die „Bremen“ flog eine vollständige Fassrolle, danach wollten die Piloten eine weitere Fassrolle fliegen. Während dieses Manövers verloren sie in der Rückenlage jedoch die Kontrolle über das Flugzeug. Die „Bremen“ wurde überlastet und zerbrach in einer Höhe von ca. 1200 Metern (ca. 3937 Fuß). Die Trümmer stürzten bei Petersdorf in einem Umkreis von mehreren Hundert Metern auf ein Feld (Referenzpunkt 2) und verursachten am nahen Waldrand einen Waldbrand, der schnell gelöscht werden konnte. Alle drei sich an Bord befindliche Insassen starben bei diesem Absturz.

Der Grund für den Absturz war die Überlastung des Flugzeugs durch die Fassrollen. Die Piloten hatten die Fassrollen geflogen, obwohl die Richtlinien der Lufthansa solche Manöver mit der Boeing 707 und 720 verboten und das Flugzeug auch vom Hersteller Boeing nicht dafür zugelassen bzw. ausgelegt war.
Die in einem Film festgehaltene Fassrolle des amerikanischen Testpiloten Alvin M. „Tex“ Johnston, der mit einem Prototyp einer Boeing 707 bei Seattle eine Fassrolle flog, diente den Piloten der Boeing 720 wohl als Vorbild. YouTube: Fassrolle einer Boeing 707.
Aber Alvin M. „Tex“ Johnston war ein Testpilot und die Boeing 707 damals eben ein Prototyp.
Die dreiköpfige Crew um den einstigen Piloten und Offizier der Luftwaffe Werner Baake führte also die Fassrollen verbotenerweise aus und dieser Flugunfall war somit vermeidbar. Einige Trümmerteile der bereits in der Luft zerborstenen Boeing 720 verfehlten Petersdorf nur knapp, so das glücklicherweise keine weiteren Opfer zu beklagen waren.

Der Verlust der "Bremen" war bereits der zweite Totalverlust einer Boeing 720 bei der Lufthansa.
Am 4. Dezember 1961 stürzte ebenfalls bei einem Trainingsflug bei Ebersheim südlich von Mainz eine Boeing 720 (D-ABOK, "Düsseldorf") ab und auch hierbei waren drei Todesopfer, die drei Insassen, zu beklagen.
Bei diesem Unglück konnte aber die Absturzursache nie genau ermittelt werden.


Zum Cache: Parkmöglichkeiten sind eingeschränkt möglich.
Parkmöglichkeit 1 (P1) befindet sich am Anfang vom Weg, der von der Straße Petersdorf - Forst abgeht. Bitte soweit wie möglich rechts parken, so kommen auch Traktoren vorbei. Der kleine Spaziergang zum Cache mit Blick auf Petersdorf und Forst dauert von hier nicht mehr als 15 Minuten.
Parkmöglichkeit 2 (P2) erlaubt für lauffaule, etwas den unbefestigten Weg hineinzufahren, und dann am angegebenen Punkt links vom Weg kurz zu parken. Auch hier möglichst so parken, das Trecker usw. vorbeikommen.
Auf dem Weg zum Cache empfiehlt es sich, den Weg über Referenzpunkt 1 zu tippeln, auch wenn es nicht ganz der direkte Weg ist, aber er ist besser und dauert höchstens zwei Minuten länger.

Dem Erstfinder winkt eine unaktivierte Coin!!!

Bitte den Cache nicht in der Dämmerung bzw. in der Nacht aufsuchen – JAGDGEBIET!!! Danke!

Im Gedenken an die 3 Todesopfer

UHU15
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Additional Hints (Decrypt)

Nz Shffr rvarf "Nhtramrhtra", qre qra Nofghem zvgreyrog ung.

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)