Die Geologie des Brodtener Ufer
Gefahren an der Steilküste!
An Steilküsten kann es zu Abbrüchen, Rutschungen und Steinschlägen kommen. Es ist jeder gefährdet, der sich am Geröllstrand vor den Steilufern aufhält. Bitte meidet den Uferbereich bei und nach Starkregen und Flut! Das Kliff muss auch nicht beklettert oder in anderer Weise beeinträchtigt werden.
Fragen
1. Schau dir die Steilküste an und beschreibe wie sie sich darstellt.
2. Findest du vor Ort Geschiebemergel oder Lehm oder beides?
3. Begründe deine Antwort!
(Das Listing und die Grafik sollte dir helfen eine genaue Bestimmung vorzunehmen.)
4. Was denkst du, warum gerade das Brodtener Steilufer so strakt von Erosion betroffen ist? Begründe deine Vermutung mit den geologischen Gegebenheiten, die du vor Ort erkennen kannst.
5. Mache ein Bild vor Ort und lade es mit deinem Logeintrag hoch.
Einleitung
Das Brodtener (Steil-)Ufer ist eine über 4 km lange Steilküste. Bei dieser bis zu 20 m hohen Steilküste handelt es sich in weiten Teilen um ein aktives Kliff, das durch die Einwirkung der Ostsee im Durchschnitt um ca. 50 bis 100 cm pro Jahr zurückweicht. Der Abbruch erfolgt größtenteils im Winterhalbjahr durch Wellenschlag bei Sturm und nach starken Regenfällen durch das Abgleiten von Teilen der Steilküste, wenn diese durch das aus einzelnen Schichten austretende Wasser destabilisiert wird. Zur Entstehung und der derzeitigen geologischen Situation vor Ort erhaltet ihr im EC „Earthcache Brodtener Ufer“ weitere Informationen. Wir möchten euch an dieser Stelle den geologischen Aufbau des Brodtener Steilufers näherbringen.

Blick auf den Aufbau der Steilküste
Die Geologie des Brodtener Ufer
Das Brodtener Ufer besteht größtenteils aus Geschiebemergel, dem sogenannten Till. Dabei handelt es sich um ein Lockergestein, das von den Gletschern aus Skandinavien, Südwestfinnland und dem Ostseeraum antransportiert und hier abgelagert wurde. Till ist eine graue bis gelbliche Mischung aus Ton-, Schluff- und Kalkpartikeln (Mergel) vermengt mit Sand und Kies. Aber auch größere Steine und sogar tonnenschwere Findlinge (Geschiebe) sind miteingebettet. Der Geschiebemergel ist also ein Sediment, das direkt vom Gletscher an seiner Basis abgelagert wird. Das Gletschereis als fester Körper sortiert das von ihm bewegte Moränenmaterial weder bei der Aufnahme noch beim Transport. Beim Abschmelzen des Gletschers wird das Material dann auch unsortiert abgelagert. Im frischen Zustand (nach Abbrüchen) hat der Geschiebemergel eine graue Farbe. An der Oberfläche wird Kalk herausgelöst, der Mergel verwittert so zu Geschiebelehm. Lehm ist im bodenkundlichen Sinn sehr genau definiert und zwar als ein Korngemisch bestehend aus 1/3 Ton, 1/3 Schluff und 1/3 Sand und Kies. Ist etwas mehr Ton enthalten, wird es ein schluffiger oder sandiger Ton.
Dieses lose Sediment ist daher auch sehr anfällig für Erosionen. Daher ist der Abtragungsgrad des Ufers auch besonders hoch. Aber nicht nur das Meer mit seinen Wellen sorgt für Abbrüche des Steilufers. Auch Regen, Frost und austretendes Schichtwasser sorgt für eine vertikale Erosion, die sich an einigen Stellen in Erosionsrillen zeigt.

Hilfsmittel, um Korngrößen abzuschätzen
(Sebastian, U.: Gesteinskunde, Ein Leitfaden für Einsteiger und Anwender.)
Quellen:
Infotafeln vor Ort
https://www.geopark-nordisches-steinreich.de/auf-eigene-faust/index.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Brodtener_Ufer
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschiebemergel
Happy Hunting
wünschen
