Geologischer Lehrpfad – Wo die Steine herkommen
Fragen
An den Koordinaten findet ihr neben der Infotafel eine Sammlung der im Listing beschriebenen Gesteine. Schaut sie euch einmal genau an.
1. Ist das Mineraliengefüge im Gneis fein oder grobkörnig? Könnt ihr eine Parallelstruktur erkennen?
2. Der Quarz hat eine besondere Stelle. Beschreibe erst den Stein allgemein und gehe dann auf die Stelle ein.
3. Vergleiche die geschliffenen Stellen des Öland-Kalkstein mit dem Dolomit und dem Nexø-Sandstein. Beschreibe Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
Jetzt habt ihr euch mit den Steinen vor Ort praktisch auseinandergesetzt und jetzt sollt ihr ihr euer Wissen in der Praxis anwenden. Besucht den Strand in Richtung Norden (bspw. am Reference Point). Sucht euch hier einen schönen Stein.
4. Versuche nun deinen Fund einer der drei Hauptgruppen der Gesteine zuzuordnen. Vielleicht kannst du ihn sogar genau bestimmen. Die Station des Geo Park mit den Steinen dient dir zum Vergleichen.
Helfen kann dir folgendes Vorgehen: Schau dir als erstes die Zusammensetzung an. Findest du Mineralien oder Mineralkörner. Welche Größe haben sie und kannst du sie spüren?
Sind sie richtungslos angeordnet oder zeigen sie eine Vorzugsrichtung (Schichtung/Schieferung)?
5. Mache ein Bild von deinem Fund und übersende es mit deinen Antworten. Wenn du magst kannst es sowie weitere Bilder gerne mit deinem Log hochladen.
Einleitung
Vor Ort steht ihr an einer Station des Geo Park – Nordisches Steinreich, einem kleinen geologischen Lehrpfad. Hier lässt sich eine Auswahl von Gesteinen untersuchen, die ihr auch an einem des aktivsten Kliffs der Ostsee, dem Brodtener Steilufer, entdecken könnt. Diese Steine wurden während der letzten Eiszeiten von Skandinavien zu uns gebracht. Steine die weit über eine Milliarde Jahre alt sein können. Am Ende der Weichsel-Kaltzeit, vor etwa 15.000 bis 17.000 Jahren, blieb beim Abschmelzen der Gletscher ein langer, halbinsel-förmiger Geschiebesporn zurück, der sich zwischen zwei Gletscherzungen gebildet hatte.
Der Geschiebesporn wurde bis heute um mehrere Kilometer abgetragen. Die Reste hiervon sind das Brodtener Steilufer und das ihm vorgelagerte Steinriff. Durch Erosion, bspw. durch das Meer werden diese Steine freigelegt und können gefunden werden. Für Fossilien-liebhaber lohnt es sich im Kies nach den Spuren vergangenem Lebens Ausschau zu halten. Aber auch Edelsteine und Bergkristalldrusen sind hier zu finden.

Station des Geo Park – Nordisches Steinreich
Die Gesteine vor Ort
Vor Ort lassen sich Vertreter aus den drei Hauptgruppen der Gesteine finden. Neben Magmatite (Erstarrungsgesteine) gibt es Sedimente (Ablagerungsgesteine) und Metamorphite (Umwandlungsgesteine).
Porphyr entsteht, wenn Magma im Erdinneren zunächst langsam erkaltet. In der Tiefe bilden sich bereits wenige, aber große Kristalle, die in der Schmelze schwimmen. Kommt es dann zu einem schnellen Aufstieg des Magmas mit einem Vulkanausbruch, kühlt das verbleibende noch flüssige Magma sehr rasch ab und kristallisiert. Dabei entstehen zahlreiche, mikroskopisch kleine Kristalle, die als Grundmasse oder auch Matrix bezeichnet werden. Je rascher die Abkühlung erfolgt, desto feinkörniger wird die Grundmasse. Die großen, mit bloßem Auge gut sichtbaren Kristalle werden als Einsprenglinge bezeichnet. Sie haben meist eine Größe zwischen wenigen Millimetern und mehreren Zentimetern.
Gneise entstehen durch Metamorphose, d. h. Umwandlung von Gestein unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen. Das Ausgangsmaterial wird von vielen Gesteinsschichten überlagert. An die Oberfläche kommt Gneis folglich nur dann, wenn entweder das überliegende Material erodiert ist oder ehemals tiefliegende Schichten durch Tektonik an die Oberfläche gehoben wurden. Die Zusammensetzung der Gneise hängt vom Ausgangsgestein ab. Die wichtigsten Minerale im Gneis bilden sich nicht während der Metamorphose, sondern sind schon im Ausgangsmaterial vorhanden. Das Gefüge schwankt zwischen fein- und grobkörnig bei mitunter gut sichtbarer Paralleltextur. Im letzteren Fall spricht man von eingeregelten Kristallen. Das Gestein kann dann lagig-flaserig bis grobschieferig und oft auffällig gebändert erscheinen
Ein Vertreter von Granit ist der Möwenstein. Seine Zusammensetzung ist sehr ausführlich im EC „Mövenstein“ beschreiben.
Quarz ist ein Mineral mit der chemischen Zusammensetzung SiO2 und trigonaler Symmetrie. Er ist die auf der Erdoberfläche stabile Form (Modifikation) des Siliciumdioxids und nach den Feldspaten das zweithäufigste Mineral der Erdkruste. Mit einer Mohshärte von 7 gehört Quarz zu den harten Mineralen.
Der Öland Kalkstein ist ein Sedimentgestein (Ablagerung) das sehr lokal (Insel Öland) vorkommt. Als Kalkstein werden Sedimentgesteine bezeichnet, die überwiegend aus dem chemischen Stoff Calciumcarbonat (CaCO3) in Form der Mineralien Calcit und Aragonit bestehen. Kalkstein ist ein äußerst variables Gestein. Dies betrifft sowohl seine Entstehung als auch seine Eigenschaften und das Aussehen. Jeder Millimeter Kalkstein repräsentiert 1.000 Jahre Erdgeschichte. Seine Besonderheit ist, dass er sich aus einem 480 Millionen Jahre alten Meeresboden gebildet hat. Häufig lassen sich in ihm fossile Reste der damaligen Meeresbewohner finden.
Die Nexø-Sandsteine kommen aus Bornholm in Dänemark. Sie sind meist mittel- bis grobkörnig, aber auch feiner Sandstein sowie grober Silt kommen vor. Meist sind die verschiedenen Korngrößen in Schichten gelagert, wobei die grobkörnigen Schichten hellere Farben zeigen, die feinkörnigen Schichten hingegen sehr dunkle. Die einzelnen Sandkörner bestehen überwiegend aus hellem Quarz, darüber hinaus sind 15 – 20 % Feldspat sowie weitere Nebenbestandteile. Diese Sande sind mittels eines sehr hämatitreichen Zements zu einem Sandstein verkittet, dadurch entsteht die typische rote Farbe des Nexø-Sandsteines. Es treten aber auch feinkörnigere, dunkelbraune oder grünliche, glimmerhaltige Schluffstein in dünnen Lagen zwischen den Sandsteinlagen auf.
Dolomit, ist ein Karbonat-Gestein, das zu mindestens 90 Prozent aus dem Mineral Dolomit) besteht. Dolomitstein ist selten weiß, häufig elfenbeinfarben, hellgrau, graugelb oder grüngrau. Im Vergleich zum chemisch verwandten Kalkstein ist er bei ähnlicher Struktur und Textur etwas härter und sehr viel spröder. Wie Kalksteine sind Dolomite auf frischen Bruchflächen oft grau, verwittern jedoch meist gelblich oder bräunlich.
Quellen:
Infotafeln vor Ort
Reinicke: Steine am Ostseestrand
https://www.geopark-nordisches-steinreich.de/auf-eigene-faust/index.php
https://strand-und-steine.de/gesteine/sedimentgesteine/sandstein/nexoe/nexoe.htm
https://de.oland.se/en/geology-oland
https://de.wikipedia.org/wiki/Brodtener_Ufer
https://de.wikipedia.org/wiki/Dolomit_(Gestein)
https://de.wikipedia.org/wiki/Gneis
https://de.wikipedia.org/wiki/Kalkstein
https://de.wikipedia.org/wiki/Porphyr
https://de.wikipedia.org/wiki/Quarz
Happy Hunting
wünschen
