Wer etwas mehr über Stolpersteine wissen möchte, kann in diesem Wikipedia Artikel nachlesen.
Gegen das Vergessen -
Stolperstein Groß Wittensee

Heinrich Hans Hinz wurde am 28.06.1925 als zweites Kind von Hans Claudius und Anna Hinz, geb. Saß, in Alt Duvenstedt geboren. Seine Schwester Anni war zu diesem Zeitpunkt schon 12 Jahre alt. Aufgewachsen ist er dann im Abnahmehaus der Hofstelle Behmer in Schulendamm/Neu Duvenstedt. Er litt Zeit seines Lebens an Epilepsie, wuchs aber sehr behütet in der Familie auf. Wegen seiner Epilepsieerkrankung wurde er 1932/33 und im April/Mai 1941 in der Kieler Nervenklinik behandelt. Am 18.09.1941 wurde er in die Landes-Heil-und Pflegeanstalt in Schleswig eingewiesen. Seine Eltern hätten ihn lieber nach Bethel gegeben; dies wurde aber abgelehnt. Sie haben sich weiterhin um ihn gekümmert. Zu seinem Geburtstag und zu Weihnachten wurden 4-wöchige Urlausanträge gestellt, sodass er nach Hause kommen konnte. Im Februar 1942 wurde dann festgestellt, dass es sich bei seiner Krankheit um einen Dauerzustand handelte, der die dauerhafte Unterbringung ohne weitere Heilmaßnahme erforderlich machte. Ab diesem Zeitpunkt war der Aufenthalt in der Schleswiger Heilanstalt nur noch eine Verwahrung von Hans. Am 03.08.1942 wurde dann die völlige Untauglichkeit für den Wehr- und Arbeitsdienst festgestellt. Hans wurde als arbeitsunwillig, albern und debil beschrieben, der zu keiner Arbeit in der Anstalt zu gebrauchen war. Auch seiner Mutter unterstellte man, debil, weinerlich und depressiv zu sein. Ihr wurde die Migräneneigung der Familie angekreidet. Zu seinem 18. Geburtstag hatten die Eltern wieder einen Urlaubsantrag gestellt. Am Dienstag, den 22.06.1943, sechs Tage vor seinem Geburtstag, wurde dann ein Telegrammübermittelt: „Heinrich heute gestorben. Beerdigung Samstag 13:00 Uhr. Brief folgt." In dem Brief wurde dann mitgeteilt, dass Hans um 03.45 Uhr verstorben sei, angeblich an hohem Fieber. Falls er nicht überführt werden würde, wäre die Beerdigung am Samstag in Schleswig gewesen. Daraufhin ließen seine Eltern ihn überführen. Er wurde am 26.06.1943 auf dem Bünsdorfer Friedhof beigesetzt. Auch seine Eltern wurden 1966 und 1989 an gleicher Stelle beerdigt. Die Grabstelle existiert heute nicht mehr. An dieser Stelle ist jetzt der kleine Baumfriedhof entstanden. Im Jahr 1946 verstarb auch die Tochter Anni. Sie war seit 1943 Kriegerwitwe und hinterließ sechs Kinder im Alter von 3-11 Jahren. Über Hans wurde in der Familie eigentlich nicht gesprochen. Nur durch Besuche auf dem Friedhof wusste man von ihm, weil man sich über seinen Grabstein wunderte.
Um nun hier an die Koordinaten zu kommen, müsst ihr euch zu den angegebenen Koordinaten begeben. Wenn ihr nun zum Amtsgebäude guckt, solltet ihr zwei blaue Schilder mit einem weißen P drauf sehen. Unter dem einen Schild ist eine Eisenplatte angebracht, an deren Ecke sich zwei ? befinden.