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Multi-cache

Erlanger Bier-Cache

A cache by wolpertinger Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 3/21/2004
In Bayern, Germany
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
3.5 out of 5

Size: Size: other (other)

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Geocache Description:

Die T-Wertung bezieht sich ganz allein auf den Finalzugang. Die eigentliche Tour kann problemlos mit Kinderwagen oder Rollstuhl durchgeführt werden.

Dieser Cache wurde von wolpertinger im März 2004 erstellt und versteckt. Da es schade wäre ein solches Urgestein einfach ins Archiv zu schicken, habe ich ihn adoptiert.

Das Listing wurde etwas geliftet, Waypoints angegeben, einen Geochecker für das Final eingerichtet und das Final neu verlegt.
Ansonsten bleibt alles beim alten.

weiterhin viel Erfolg und Spaß beim erforschen und entdecken der Erlanger Bierstadt
Gruß Humulus


 

Die Spuren der Seekuh sind ja inzwischen wieder einigermaßen ausgetreten. Seither habe ich weiter gelesen und gesurft und eine andere interessante Spur durch Erlangen gefunden.
Folgt mir auf den Spuren des Bieres kreuz und quer durch Erlangen – und Ihr könnt nicht abkürzen, weil dieser Weg bei weitem nicht so einfach nachzuvollziehen ist, wie abgebaute Eisenbahngleise ;-). Deshalb gibt es dieses Mal auch ein Rätsel zum Cache. Lasst Euch nicht von den vielen Stationen abschrecken. Es ist kürzer, als es aussieht.

Ich denke, Ihr werdet die Stadt nach diesem Rundgang auch aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachten. Mir ging es jedenfalls so, als ich diesen Cache vorbereitete. Die meisten Informationen habe ich aus dem Buch „Ein Erlanger bitte!“ von Jochen Buchelt, Martin Schiebler und Hans-Diether Dörfler.

 

Bevor es losgeht, gibt es noch ein paar Infos zum Einstieg:

Bier gebraut wird in Erlangen schon seit eh und je – aber das ist in Franken ja eigentlich nichts besonderes. Die Brauereien waren in der Regel klein und meist mit einer angeschlossenen Gastwirtschaft verbunden, in der das Bier ausgeschenkt wurde. Im 19. Jahrhundert dann kam für Erlangen der Aufschwung zur größten Bierstadt Deutschlands. Selbst mit Kulmbach, Nürnberg und München konnte man sich damals messen bzw. übertraf diese. Das hiesige Bier wurde nach ganz Deutschland und noch sogar nach Übersee exportiert. Es gewann Preise auf vielen Handels- und Industriemessen – z.B. auch 1893 in Chicago. Noch in den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde im amerikanischen Mittelwesten der Begriff „Erlanger“ als Bezeichnung für ein besonders gut schmeckendes Bier verwendet. Auch Karl May lässt in seinem Roman „In den Schluchten des Balkan“ Kara Ben Nemsi in einer entlegenen Herberge Bier trinken, das der Wirt nach den „Vorschriften“ eines Erlangers gebraut hatte. Damals war in Erlangen das Bier der großen Exportbrauereien kaum zu bekommen. So entstanden einige Kuriositäten, aber davon später mehr.

Zu jener Zeit summierten sich in Erlangen mehrere Standortvorteile für die Brauereien:

Der Aufschwung begann 1834 mit der Gründung des deutschen Zollvereins. Innerhalb des Reiches konnte jetzt freier Handel getrieben werden.

Die Eisenbahn, welche Erlangen bereits 1844 erreichte, ermöglichte den schnellen und günstigen Versand des Bieres über weite Strecken zu einer Zeit, als in vielen Orten noch Pferdekutschen und Ochsenkarren das Verkehrsgeschehen bestimmten. Am 8.8.1882 ging in Erlangen z.B. ein Zug mit 15 Waggons und 1000 Hektolitern Bier zum 3. Sängerfest in Hamburg – zu einer Jahreszeit, in der anderswo aufgrund der Temperaturen kaum noch gutes Bier zu bekommen war.

Der Burgberg mit seinem weichen Sandstein, in den sich relativ einfach ausgedehnte Keller graben ließen, erlaubte eine gute Kühlung großer Mengen Bieres bis weit in den Sommer hinein.

Auch der Ludwig-Donau-Main-Kanal trug sein Scherflein dazu bei. Hier hatten alle größeren Brauereien ihre Kanalabschnitte gepachtet, aus denen das Eis gebrochen werden konnte, welches sie für die zusätzliche Kühlung ihrer Keller – sowohl in der Brauerei selbst als auch im Burgberg benötigten.

Der Beginn des Niedergangs Erlangens hat einen Namen: Carl von Linde. Dieser Münchener Ingenieur erfand 1876 die Kältemaschine. Die Keller als Standortvorteil waren plötzlich nichts mehr wert. Auch die Eisenbahn verdichtete ihr Netz und bot die schnelle Verkehrsanbindung auch anderen Städten und Gemeinden. Da das Bier jetzt überall mit der gleichen Qualität hergestellt werden konnte, konzentrierten sich die großen Brauereien mehr auf die Absatzmärkte und es entstanden die riesigen Konzerne in den Großstädten – z.B. in München, Dortmund oder Berlin. Das Ende des 2. Weltkriegs mit dem Wegfall der traditionellen Erlanger Märkte Thüringen und Sachsen tat dann noch sein übriges dazu.

Heute sind von den einstmals 17 Brauereien noch zwei übrig – und eine einzige kann auf einen kontinuierlichen Braubetrieb seit der Hugenottenzeit zurückblicken.

 

 


Beginnen wir nun unseren Spaziergang auf den Spuren des Bieres:


Stage A: N 49° 35.728 E 011° 00.278

Info: Hier steht Ihr vor dem Brau- und Oeconomiehaus der Ritterakademie. Diese wurde von Baron Groß von Trockau gegründet und ist die Vorläuferin der heutigen Erlanger Universität. Hier wurde zunächst für die Bedürfnisse der Akademie, später auch für den allgemeinen Ausschank, gebraut. Weil die übrigen Brauer sie als lästige Konkurrenz betrachteten, gab es nach dem Tod des Barons zahlreiche Streitigkeiten, in deren Folge der Betrieb eingestellt wurde.

Ihr müsst herausfinden, wann die zur Ritterakademie gehörige Kirche gebaut wurde. Die Lösung steht auf einer Infotafel ganz in der Nähe. Die letzte Stelle dieser Jahreszahl ist A.


Stage B: N 49° 35.805 E 011° 00.421

Info: An diesem Ort begann 1690 die Braugeschichte von Christian-Erlang, der Erlanger Neustadt und Hugenottenstadt. Hohe Zölle – selbst für Bier aus der Altstadt - sorgten für die nötige „Sicherheit“. Nachdem sich die Klagen über die Bierqualität häuften, belebte Konkurrenz – u.a. die heutige Kitzmann – das Geschäft. So erlebt die Brauerei eine wechselvolle Geschichte, bis sie sich 1817 unter Zacharias Wolf als „Wolfsschlucht“ einen Namen macht. 1863 entsteht hier die erste Kapitalgesellschaft, die „Aktienbrauerei Wolfsschlucht“, die aber schon bald wieder von der Bildfläche verschwindet. Es war noch nicht die große Zeit der Kapitalgesellschaften. Nun übernahmen die Gebrüder Reif die Brauerein und steigerten den Ausstoß gewaltig – von 2500 Hektolitern 1871 auf 24000 Hektolitern 1873! Die Brauerei setzte als eine der ersten eine Dampfmaschine ein und trieb auch ihren Keller mit 860 m Länge durch den gesamten Burgberg. Allerdings hatte die Modernisierung eine Grenze: es konnten nur bestehende Gebäude ersetzt oder modernisiert werden. Eine Erweiterung kam bei der engen Innenstadtlage nicht in Frage. 1896 wurde die Gesellschaft wieder in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die dann 1906 mit der damaligen Brauerei Helbig (vormals Henninger) fusionierte. Nach der Fusion wurde das hiesige Gelände aufgegeben und an das Königreich Bayern verkauft. Die Gebäude mussten dem Bau der Universitätsbibliothek weichen.

Heute steht hier die „alte“ Universitätsbibliothek. Ihr Eingang wird von Säulen eingerahmt. Die Zahl der Säulen ist B.


Stage C: N 49° 35.699 E 011° 00.472

Info: Hier steht ihr vor der einzigen Erlanger Brauerei mit ununterbrochenem Betrieb. Die Gebäude stammen aus der Hugenottenzeit und sind seit 1833 in Familienbesitz. Bis dahin hatte die Familie Kitzmann aber bereits 100 Jahre Erfahrung und auch die hiesige Brauerei eine wechselhafte Geschichte. Möglicherweise ist der Erfolg des Betriebs auch darauf zurückzuführen, dass er immer in Familienbesitz war und damit nie zum Spielball der Banken und Großaktionäre werden konnte. Heute ist die Brauerei Kitzmann eine der größeren mittelständischen Privatbrauereien in Deutschland.

Ihr müsst herausfinden, auf welches Jahr die hiesige Brautradition zurückgeht. Geht einfach ein wenig um das Haus herum. Zieht von der Jahreszahl 1700 ab und Ihr habt C.


Stage D: N 49° 35.817 E 011° 00.659

Info: Die Geschichte dieser Brauerei geht auf das Jahr 1729 zurück. Sie ging lange Zeit den Weg der meisten Brauereien und braute das Bier für die eigene Wirtschaft und den direkten Verkauf. Der Aufschwung begann erst 1876, als Georg Erlwein den Sudbetrieb übernahm. 1895 kam Leonhard Wilhelm Schultheiß dazu und es wurde die erste Linde’sche Kältemaschine aufgestellt. Den beiden gelang die Expansion zu einer Zeit, als andere große Erlanger Brauereien längst von der Krise geschüttelt wurden. 1902 hatte Erlwein & Schultheiß zu den Großen aufgeschlossen. Die Brauerei schrieb ihre eigene Geschichte in der hiesigen Arbeitswelt. Gab es hier doch 1899 den ersten erfolgreichen Streik, in dessen Folge die tägliche Arbeitszeit von bis zu 18 Stunden verringert werden konnte. Vier Jahre später gelang es auch, das wöchentliche „Freibier“ abzulösen. Was heute fast ein Zauberwort ist war damals durchaus ein Problem für die in der Brauerei beschäftigten Arbeiter. Ein Drittel ihres Lohnes wurde nämlich nicht in Geld, sondern in Bier – dem Freibier – ausbezahlt. Zur damaligen Zeit 27 Maß Bier in der Woche! Für die Brauerei war das natürlich ausgesprochen billig, aber die Folgen für die Brauer waren katastrophal.

1919 übernahm dann die Hofbräu AG in Bamberg die Brauerei und nahm Erlangen nun mit in ihren Namen auf. Aufgrund der nicht unerheblichen Luftverschmutzung gab es in der folgenden Zeit häufig Ärger mit den benachbarten Universitätskliniken. Dieses Problem wurde 1926 durch die Erhöhung des Kamins „gelöst“. Die Hofbräu überstand auch die Rezession nach dem 1. Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise und wurde zur größten Brauerei Erlangens. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten litt die Brauerei unter deren Angriffen auf ihren jüdischen Großaktionär Ignatz Nacher. „Jüdisches“ Bier war kaum noch zu verkaufen und nach und nach wurde die Firma arisiert, bis Nacher die Aktien 1934 unter erheblichem Druck – es war im Prinzip eine Enteignung - verkaufen musste. Für kurze Zeit liefen die Geschäfte wieder, bis 1936 die Brauerei durch ein Großfeuer vernichtet wurde. Noch bis in die 50er-Jahre standen die Brandruinen mitten in der Stadt, dann wurden drei Universitätsinstitute auf dem Gelände errichtet.

An der Ecke befindet sich eine Gastwirtschaft, die früher ebenfalls zur Brauerei gehört hat. D ist die kleinere der beiden Jahreszahlen (Baujahr).


Stage E: N 49° 36.071 E 011° 00.449

Info: Wir verlassen jetzt die Erlanger Neustadt und schauen uns die zahlreichen Brauereien in der Altstadt an.

1872 war das Bier Johann Holzbergers in aller Munde. In jenem Jahr bewirtschaftete er auf der Bergkirchweih den Erich-Keller und schenkte dort auch sein Bier aus. Das Bier des Kellerbesitzers selbst war in Erlangen nicht zu bekommen. Es wurde vollständig exportiert. Bereits 1786 wurde hier für die eigene Wirtschaft gebraut. Nach etlichen Besitzerwechseln ging die Brauerei unter Friedrich Kropf 1854 in Konkurs. 4 Jahre blieb der Sudkessel kalt, bis Johann Holzberger die Brauerei kaufte. Er hatte bereits die Hertleinsche Brauerei gepachtet und dann bei Erich als Braumeister gearbeitet, bevor er seine eigene Sudstätte erwarb. Auch am gewaltigen Bierexport beteiligte sich Holzberger – als kleinste Exportbrauerei. 1874 z.B. mit 222 Hektoliter oder 0,2% der Gesamtausfuhr. Mit dem Niedergang des Exports begann dann der Verdrängungswettbewerb in Erlangen und so braute die Brauerei Holzberger 1899 ihr letztes Bier.

E ist die Anzahl der Fenster dieses Gebäudes, die sich nach Süden öffnen – einschließlich der Dachgauben.


Stage F: N 49° 36.060 E 011° 00.347

Info: 1753 als Gasthaus gebaut wurde das Haus 1813 an den Bierbrauer Georg Leonhard Kropf verkauft. Eigentlich wollte dieser sein Bier im Altstädter Kommun-Brauhaus brauen, jedoch wurde dieses zu der Zeit geschlossen, als er beginnen wollte. Deshalb bemühte er sich um eine Konzession für eine eigene Brauerei, die er 1814 nach etlichen Ablehnungen auch erhielt – zunächst nur für den eigenen Ausschank, ab 1818 auch außer Haus. Sein Sohn Friedrich verkaufte nach dem Tod von Georg Leonhard die Brauerei und zog als angesehener Bierbrauer nach Leipzig. Das Gasthaus und die Brauerei wechselten noch mehrfach die Besitzer. 1883 wurde die Brauerei eingestellt, 1895 noch einmal für 5 Jahre aufgenommen. Im Gegensatz zur Gastwirtschaft war die kleine Brauerei in der damaligen Zeit einfach nicht mehr konkurrenzfähig.

F ist die Anzahl der Buchstaben im Namen des beschriebenen Gasthauses


Stage G: N 49° 36.063 E 011° 00.329 

Info: Hier wurde genau 100 Jahre Bier gebraut. Die Geschichte begann 1811, als Johann Adam Erich im Gasthaus „Zum goldenen Engel“ eine Brauerei einrichtete. Offenbar florierte der Betrieb, denn 1820 und 1838 erwarb er zwei weitere Gebäude, die mit dem Goldenen Engel über einen gemeinsamen Hof verbunden waren. Die Brauerei lag in den 40er und 50er Jahren des 19. Jahrhunderts zeitweise an der vierten, 1860 noch an der siebten Stelle der Erlanger Sudbetriebe. 1868 verkaufte Konrad Erich die Brauerei an Adam Weller. Unter dessen und seines Sohnes Leitung wurde sie 1884 noch einmal völlig umgebaut. 1911 – nach genau 100 Jahren – wurde zum letzten Mal Bier gebraut, die Gaststätte schloss im selben Jahr – vermutlich aus Altersgründen, denn Hans Weller hatte die Brauerei 44 Jahre lang geführt.

Zählt die kleinen vergitterten Fenster an diesem Haus ganz oben. Diese Zahl ist G.


Stage H: N 49° 36.084 E 011° 00.263

Info: Das stattliche Gebäude lässt noch heute seine Geschichte erkennen. Diese geht auf das Jahr 1718 zurück. Die eigentliche Erfolgsgeschichte begann jedoch erst 1848 mit Franz Erich. Die Brauerei wuchs enorm und verkaufte ihre gesamte Produktion außerhalb Erlangens. Sie war so ausgelastet, dass sie z.B. 1872 nicht einmal zur Bergkirchweih Bier für den eigenen Keller produzieren konnte. Hier wurde in diesem Jahr Holzberger-Bier ausgeschenkt. Auch die Erich konnte für ihr Bier zahlreiche internationale Auszeichnungen – u. a. in Chicago – erringen.  Die Schwierigkeiten begannen mit der Weltwirtschaftskrise. Die Brauerei ging beinahe in Konkurs und wurde – zur Erhaltung der Arbeitsplätze – durch einen  Eingriff der Stadt gerettet. Sie profitierte einige Jahre von den engen Beziehungen zur öffentlichen Hand, bis diese ihre Anteile unter dem Druck der Konkurrenz wieder verkaufen musste. Nach dem Krieg blühte die Erich-Bräu noch einmal auf, um dann 1973 mit dem letzten großen Brauerei-Sterben ebenfalls unterzugehen.

H ist die Differenz der beiden Jahreszahlen, die auf der Hausfassade zu finden sind.


Stage I: N 49° 35.982 E 011° 00.292

Info: Die Geschichte der kleinen Brauerei Hartmann begann mit dem Einzug des Königlich Bayerischen 6. Jägerbataillons in Erlangen. Das Haus war 1855 schon fast 150 Jahre Gasthaus, aber Johann Hartmann schloss dieses und eröffnete eine gutgehende Branntwein- und Spiritusbrennerei. Als 1868 im städtischen Redoutenhaus (heute Theater) 52 Soldaten einquartiert werden, eröffnet er die Wirtschaft wieder und beginnt vier Jahre später damit, auch Bier zu brauen. Zu dieser Zeit herrschte in Bayern bereits Gewerbefreiheit und so war die Eröffnung einer Brauerei für ihn kein Problem. Nach dem Umzug der Soldaten in ihre neue Kaserne, konnte sich die Brauerei noch fünf Jahre halten. Heute erinnert noch der kleine Hartmann-Keller an die kurze Geschichte dieser kleinen Brauerei.
Die Brauerei Hartmann war die kleinste Brauerei in Erlangen. Interessant ist vielleicht, dass sie genau in der Zeit des höchsten Erlanger Bier-Exportes von 1877 bestand. In dieser Zeit verkauften die großen Erlanger Brauerein ihre gesamte Produktion außerhalb der Stadtgrenzen, so dass Bier in der Stadt möglicherweise Mangelware wurde.

Aus der Zeit nach der Brauerei Hartmann sind am Gebäude noch Spuren einer anderen nicht mehr existierenden Brauerei zu finden (Lampen linkes und rechts neben der Tür).
Ihr müsst die Buchstaben aus dem Namen (ohne Bräu) im Alphabet einsortieren (Erlanger _ _ _ _ Bräu) und die Summe bilden. Diese Zahl ist dann I.


Stage J: N 49° 36.026 E 011° 00.220

Info: Das Haus wurde von Georg Fink gebaut, dessen Initialen heute noch auf dem Schlussstein zu finden sind. Bis 1813 brauten die hiesigen Wirte ihr Bier im Kommunbrauhaus. Erst als dieses geschlossen wurde, wurde hier ein eigener Sudkessel aufgestellt. Die Brauerei blieb während ihrer gesamten Geschichte ein relativ kleiner Betrieb, der 1890 wieder eingestellt wurde.

J ist das Baujahr des Hauses. Die Zahlen sind etwas altmodisch geschrieben.


Stage K: N 49° 35.969 E 011° 00.176

Info: Auch wenn es heute nicht mehr so aussieht, hier stand bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts die größte Brauerei Erlangens. Ihre Geschichte beginnt 1691 mit dem Bierbrauer und Metzger Georg Vierzigmann. Generation für Generation wurde der Betrieb weitergegeben und so kam sie 1847 zu Heinrich Henninger. In 14 Jahren unter ihm erlebte die Brauerei einen enormen Aufschwung – unter anderem 1853 der Einsatz der Dampfmaschine zur Kraft- und Wärmeerzeugung. Damit war Henninger die zweite Brauerei in der Region nach Lederer in Nürnberg 1851, die eine Dampfmaschine aufstellte. Über Henninger werde ich am Ende dieser Info noch weiter berichten.

1861 wurde die Brauerei an den Berliner Geschäftsmann Wilhelm Helbig verkauft. Für den guten Ruf des Betriebs spricht, dass dieser unbesehen 235000 Gulden bezahlte. Nach dessen frühen Tod führten seine Erben den Betrieb weiter. Die Brauerei wurde weiter vergrößert. Bald wurde die Stadtmauer abgebrochen und der Betrieb bis zur Bahnlinie erweitert. 1905 wurde die Brauerei nach dem Tod von Oscar Helbig zur Kapitalgesellschaft, die 1906 mit der Reif-Bräu (Stage B) fusionierte. Wahrscheinlich in den 20er Jahren gelangte die Gesellschaft in den Besitz des Berliner Unternehmers Nacher, dessen Geschichte bereits bei der Hofbräu erzählt wurde. Das Ende der Brauerei kam dann in der großen Fusionswelle der fränkischen Brauereien zur Patrizier-Bräu. Die Aktiengesellschaften wurden zu einem Spielball des Kapitals – wenn sie nicht mehr rentabel waren, wurden sie geschlossen.

1975 wurde dann die gesamte Brauerei abgerissen und hier der Altstadtmarkt errichtet. Schaut Euch um – man sieht wirklich keine Spuren mehr aus der Zeit, als hier die größte und modernste Erlanger Brauerei stand!

Bleibt noch übrig, die Geschichte von Heinrich Henninger weiter zu erzählen. Dieser blieb dem Braugewerbe treu und gründete in Nürnberg 1861 eine „Dampfbrauerei“, die innerhalb weniger Jahre die renommierten Nürnberger Sudstätten überholte. Henninger wurde im ganzen Reich geschätzt und 1871 in den ständigen Ausschuss des deutschen Brauerbundes gewählt. 1872 verließ er auch Nürnberg und übernahm die Brauerei Stein in Frankfurt. Diese führt noch heute den Namen Henninger und ist z.B. auch vom Profi-Radrennen „Rund um den Henninger Turm“ bekannt.

K ist die Jahreszahl unter dem Adler an der Hausecke


Stage L: N 49° 36.070 E 011° 00.169 

Info: Dieses Gebäude wurde von Georg Vierzigmann als Gaststätte mit Brauerei errichtet, wie man heute noch an den Initialen auf dem Schlussstein lesen kann. Das Zeichen – zwei gekreuzte Bierheber und ein Maischscheit – zeigt, dass hier von Anfang an Bier gebraut werden sollte. Nach einer Pause von 1751 bis 1763 wurde noch einmal bis 1790 hier gebraut. Danach ruhte der Betrieb endgültig.

L ist die Jahreszahl im Stein


Stage M: N 49° 36.101 E 011° 00.175

Info: Ihr steht hier im Brauzentrum der Altstadt von Erlangen. Unmittelbar an diesen Platz angrenzend seht Ihr von hier aus 5 ehemalige Brauereien!

Auf der östlichen Seite des Platzes – heute das Intermezzo – befand sich die Brauerei Ott. Vor dem Stadtbrand 1706 war sie die größte Brauerei in Erlangen. Die Brauerei exportierte nie Bier nach außerhalb Bayern und kam in Schwierigkeiten, als sich nach dem Wegbrechen der Exportmärkte auch die Großen wieder lokal orientierten. Nach dem Tod von Konrad Ott 1917 wurde der Betrieb eingestellt.

Die Brauerei im Norden des Platzes hat ihren eigenen Stage

Auf der Westseite fallen Euch drei ziemlich gleich aussehende Häuser mit den Nummern 3, 4 und 5 auf. Alle drei waren Brauereien!

Nikolaus Schad aus der Nr. 3 lag um 1700 immerhin auf Platz 3 der Erlanger Brauereien. Nach dem Stadtbrand wurde sie wieder aufgebaut, blieb aber nun eine der kleineren Betriebe. In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde die Brauerei eingestellt.

Die Nr. 4 war unter Konrad Vierzigmann in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts die zweitgrößte Sudstätte Erlangens. Zur Hochzeit des Erlanger Bieres war die Brauerei dann aber wieder von zahlreichen anderen übertroffen. Ihr Betrieb wurde 1902 eingestellt, als der damalige Besitzer keinen Nachfolger mehr fand.

Die Brauerei Tauber braute ihr Bier in der Nr. 5. Sie war lange Zeit die Große unter den Kleinen und stellte 1911 ihren Betrieb ein. Der heute wohl bekannteste Teil dieser Brauerei ist deren Keller. Es ist der einzige Erlanger Keller, der den gesamten Sommer über offen ist: Der Entlas-Keller.

M findet Ihr am linken der drei Gebäude an der Westseite des Platzes. Es ist die älteste Jahreszahl


Stage N: N 49° 36.136 E 011° 00.204

Info: Hier begann die Braugeschichte ebenfalls noch im 15. Jahrhundert, als Ruprecht Memminger hier Bier braute und in seinen Gaststätten „Zur goldenen Krone“ und „zum roten Ross“ ausschenkte. Das Rote Ross erlangte dadurch tragische Berühmtheit, dass durch Funkenflug aus dem Kamin 1706 der große Erlanger Stadtbrand ausgelöst wurde.

Die Brauerei blieb nach dem Wiederaufbau eine der kleineren mit wechselnden Besitzern, bis sie 1866 Karl Philipp Niklas kaufte. Unter seiner Ägide stieg sie rasch in die Spitzengruppe auf. Zur Hochzeit gehörte der gesamte Straßenblock zur Brauerei Niklas. Dies ist vielleicht am augenfälligsten, wenn man einen Blick in die – für die Enge der umliegenden Straßen – recht großzügigen Innenhöfe wirft. 1895 wurde die Niklas als zweite Brauerei nach der Wolfsschlucht Aktiengesellschaft. Das hier gebraute Bier erzielte auf vielen Ausstellungen internationale Preise. 1910 kam noch einmal eine Erweiterung unter der mittleren Schulstraße hindurch dazu, als die Niklas die gegenüberliegende Brauerei Stahl erwarb (die ich nicht mehr in meine Cache-Tour aufgenommen habe). In der allgemeinen Rezession nach dem 1. Weltkrieg wurde die Brauerei aufgegeben und 1922 liquidiert. 

Über dem Eingang steht eine Jahreszahl. N ist die Ziffer, die nicht mehr auf den Schlussstein gepasst hat.


Stage O: N 49° 36.162 E 011° 00.232

Info: Bald habt Ihr es geschafft. Die hiesigen Wirte haben ihr Bier anfangs im Kommunbrauhaus in der Wöhrstraße(gehört auch nicht mehr zur Tour) gebraut. Erst 1841 wurde eine erste kleine Hausbrauerei hier eingerichtet. Anfang der 1870er Jahre erwarb Conrad Hübner die Gaststätte mit Brauerei, schloss erstere und baute letztere zu einem modernen Unternehmen aus. Er lieferte ausschließlich in die nähere Umgebung und sein Bier war eines der beliebtesten in Erlangen. Auch die Brauerei Hübner geriet nach dem 1. Weltkrieg in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Gemeinsam mit dem Nachbarn Steinbach wurden die Braukontingente 1923 an das Brauhaus Nürnberg verkauft und die Brauerei eingestellt. Noch heute erinnert die Schrift am Haus an die Zeit danach, als hier dessen Bierniederlage betrieben wurde.

O ist die Jahreszahl über dem Hauseingang


Stage P: N 49° 36.176 E 011° 00.246

Info: Während die hier in der Posthalterei rastenden Pferde mit Wasser zufrieden waren, galt dies für die Reisenden eher nicht. Deshalb wurde hier wohl bereits seit 1653 das Bier für den Ausschank gebraut. Nach dem Stadtbrand wurde das Haus größer wieder aufgebaut und blieb Poststation bis 1745. Danach wurde die Station selbst in die Innenstadt verlegt. Der Stall für 32 Pferde und 7 Kutschen blieb aber weiterhin auf dem Gelände. Nach wechselhafter Geschichte übernahm 1848 Georg Bechert die Brauerei und baute sie zu einem florierenden Unternehmen aus. Nunmehr seit 1861 befindet sich die Brauerei im Besitz der Familie Steinbach bzw. deren Nachfahren. 1923 musste die Brauerei aufgegeben werden. Das Braukontingent wurde an die Brauhaus Nürnberg verkauft und lediglich die Mälzerei weiterbetrieben. Bis heute hat sich die Mälzerei gegen alle Konkurrenz behauptet. Seit 1993 ist dann wieder eine kleine Brauerei hinzugekommen, in welcher Christoph Gewalt – Ururenkel von Carl Steinbach – besonders hochwertige und individuelle Biere für den eigenen Ausschank braut.

Die Dauer, während der hier die Posthalterei untergebracht war, ist P.

Geschafft! Seid Ihr auch beeindruckt von den vielen Brauereien hier? Für den Cache habt Ihr jetzt alle Zahlen zusammen. Setzt Euch bei N49°36.161  E011°00.297 hin, lasst Euch ein gutes Storchenbier einschenken und rechnet in Ruhe die Cache-Koordinaten aus:



Finale Berechnung:    

 

A B C D E F G H J K L M N O P
                               

 

N 49° 10*G + B. 200+L-K-A+26

E (P-10*E)° (M-O)+(F-C). J-1000-H-I+42

+++ Die Finalberechnung hat sich zum 22.05.2017 leicht geändert +++

 

Überprüfe deine Lösung!

 

 

Ich habe versucht, in der Stadt ein Versteck zu finden, an dem sich relativ unauffällig suchen lässt. Der Cache liegt an der Uferböschung ungefähr auf der Höhe der angegebenen Koordinaten. Sucht einen umgestürzten und abgesägten Baum. Unter dessen Wurzeln liegt der Cache etwas vergraben.

Der anfängliche Inhalt war:
Beipackzettel, Logbuch und Bleistift als Inventar
TB Fetch, ein Drahtpuzzle, Euro-Taschentücher, Geisterlichter, ein Holzpuzzle und Murmeln zum Tauschen.

Viel Spaß wünscht Euch das

Team Wolpertinger (Fabian, Christoph, Thomas)

 

 

 

PS: Die T-Wertung bezieht sich nur auf das Final! Der restliche Cache kann sehr wohl mit Kinderwagen oder Rollstuhl absolviert werden.

Additional Hints (Decrypt)

Orv qra yrgmgra Orfhpura haq zrvarz Purpx jne W avpug mh yrfra, qn qvr Jrvuanpugfqrxb qrf Erfgnhenagf qnibe nhstruäatg vfg. Qrfunyo rvar mhfägmyvpur Uvysr: W = Q-19

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)



 

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Last Updated: on 9/12/2017 3:21:38 PM Pacific Daylight Time (10:21 PM GMT)
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