Die Drei ??? und das Rätsel um
Münster
Aus dem alten Bauwagen ist nur der Fernseher zu hören. Peter
Shaw, der nach dem Fußballspiel vor dem Fernseher eingeschlafen
ist, gibt ein leises Schnarchen von sich. Bob sitzt über alten
Akten und versucht mehr oder weniger erfolgreich ein besseres
Ablagesystem zu finden, denn im Laufe der Jahre haben sich
über hundert große Fälle ereignet, von den kleinen Fällen
zwischendurch gar nicht zu sprechen. Und Justus sitzt über einem
Heft mit allen möglichen Rätseln, aber der Großteil stellt keine
großen Herausforderungen an ihn dar.
Seit Wochen hatten die Drei keinen ordentlichen Fall mehr.
Letzte Woche war die Katze von der alten Mrs. Melodie
verschwunden. Nach kurzer Zeit hatten die Drei Fragezeichen sie in
einem Baum nicht weit weg vom Haus gefunden. Peter kletterte in den
Baum und vor Schreck sprang die Katze herunter und rannte zurück
zum Hause. Zum Dank gab es dann eine Tafel Schokolade, von der aber
nur Justus etwas hatte. Der hatte sie nämlich auf dem Weg zurück
zum Schrottplatz seines Onkels Titus Jonas, auf dem sich der
Bauwagen, die Zentrale der drei Fragezeichen befinden,
aufgegessen.
Das Telefon klingelt, Blacky der alte Papagei der Drei, fällt
vor Schreck fast von der Stange. „Ich gehe dran!“, schreit Justus
„Ja, Justus Jonas Jonas von den Drei Detektiven“.
„Hey Just, schalt den Verstärker ein, wir wollen auch mitkriegen
was los ist“, meldet sich Bob aus dem Hintergrund.
„Hallo, hier ist Inspektor Cotta.“
„Hallo Inspektor, wir haben schon lange nichts mehr von Ihnen
gehört, wie geht es Ihnen?“
„Danke Justus, mir geht es gut. Aber um gleich auf den Punkt zu
kommen, was macht eure Detektei, habt Ihr zurzeit viel zu tun? Oder
sitzt ihr zur Abwechslung mal in eurer Zentrale und jagt keinen
Verbechern hinterher?“
„Nein Herr Inspektor, bei uns ist es in letzter Zeit absolut
ruhig, es will einfach nichts passieren in Rocky Beach.“
„Dann rufe ich ja zur passenden Zeit an, ich habe einen Fall für
euch. Die Polizei hat nämlich für solche Dinge keine Zeit.“
„Was für Dinge Mr. Cotta? Machen Sie es nicht so spannend!“
„Ein guter alter Freund, Mr. Halloran rief mich letzte Tage an und
erzählte, dass ihm sein Onkel etwas vererbt hat, aber er leider
keine Ahnung hat, wie er das Erbe finden soll. Und da hat er sich
gedacht, er ruft mich mal an, schließlich sei ich ja bei der
Polizei. Und die Polizei könne doch bestimmt auch so kniffelige
Rätsel lösen.“
„Das hört sich ja mal wieder nach einem Fall für die drei
Fragezeichen an!“, freut sich Justus.
„Dann macht euch mal auf den Weg zum Rocky Beach Drive 1876 zu Mr.
Halloran, er wird euch alles Weitere erklären.“
Kurze Zeit später machten sich die Drei Fragezeichen mit ihren
Rädern auf den Weg. Nachdem es die letzten Wochen viel zu heiß
gewesen ist, genießen Sie den frischen Wind, der ihnen um die Ohren
bläst. Zwanzig Minuten später kommen sie am Rocky Beach Drive 1876
an und stehen vor einem großen Apartmenthaus.
„Diese verrückten Autofahrer in Rocky Beach“, flucht Justus,
„die nehmen absolut keine Rücksicht auf die Radfahrer“. „Du bist
auch kaum zu übersehen“, kontert Bob mit einem Grinsen von der
Seite. „Deswegen nehmen wir ja auch das Rad“, grummelt Justus
zurück.
„Los Leute, jetzt lasst uns erst mal schellen. Hoffentlich ist
er“.
Kurze Zeit später schräpt die Gegensprechanlage. „Ja, wer
stört?“
„Entschuldigen Sie, Mr. Halloran. Hier sind Justus, Peter und Bob
von den Drei Fragezeichen, Inspektor Cotta hat uns gebeten, uns bei
Ihnen zu melden.“
„Kommt hoch Jungs, Mr. Cotta hat mich bereits informiert, dass ich
von euch Besuch bekomme.“ Bruchteile einer Sekunde später summt das
Türschloss und die Drei betreten das Treppenhaus.
„Was ein Glück, dass Mr. Halloran nur in der dritten Etage wohnt“,
freut sich Justus.
Nachdem die drei Detektive die Wohnung von Herrn Halloran erreicht
haben, werden Sie freundlichst begrüßt.
„Ihr seit also die Drei Detektive, von denen man schon so viel in
der Zeitung gelesen hat.“
„Ja Mr. Halloran, wir Sind die drei Detektive, wenn ich uns kurz
vorstellen darf:
Ich bin der erste Detektiv, das der zweite Detektiv, Peter Shaw.
Und das ist Bob Andrews, zuständig für Recherchen und Archiv. Darf
ich Ihnen unsere Karte geben.“ Justus reicht Mr. Halloran die
legendäre Karte der drei Fragezeichen.

„Dankeschön, kommt doch bitte herein.“ Mr. Halloran führt die
drei Fragezeichen in ein recht spartanisch eingerichtetes
Wohnzimmer und zeigt auf eine Couchgarnitur. „Setzt euch. Kann ich
was zu trinken anbieten?“
„Nein Danke, Mr. Halloran. Wir sind viel zu sehr gespannt, was für
einen Auftrag Sie für uns haben. Mr. Cotta wollte mit keinen
Informationen herausrücken.“
„Immer mit der Ruhe Jungs, ich werde erst mal ein paar Kekse holen
und dann werde ich euch die Geschichte erzählen.“ Mr. Halloran
verlässt kurz das Wohnzimmer und kommt kurze Zeit später mit einer
großen Schale Kekse zurück. „Na, dann will ich euch mal erzählen,
was mir passiert ist. Es lässt sich eigentlich recht kurz
zusammenfassen“.
„Kurz ist gut“, grinst Peter, “das hört sich nicht so kompliziert
an.“
„Also folgendes: Vor einiger Zeit habe ich eine Erbschaft gemacht.
Ein guter Freund, Albert Goodween, den ich nach seiner Einreise in
unser wunderschönes Land kennen lernte, ist vor einiger Zeit
unerwartet im Alter von 50 Jahren verstorben. Möge die Seele dieses
Scherzkekses seine Ruhe finden. Von seinem Anwalt bekam ich ein
altes Fax, das beschreibt, wo sich die Erbschaft befinden
soll.“
„Eine Beschreibung! Das hört sich ja noch besser an“, freut sich
Bob.
„Hier ihr drei, das ist das Fax!“

„Ui, das ist aber eine harte Nuss“, stöhnt Justus, „das sieht
wirklich nicht einfach aus!“
„Deswegen habe ich euch drei ja auch engagieren wollen. Seid ihr
an dem Fall interessiert?“
„Mit Sicherheit, aber wir haben bis jetzt noch keinen Ansatz, da
müssten wir drei uns mal ein wenig mit beschäftigen.“
„Macht das, und wenn ihr Geld benötigt ist das kein Problem.“
„Normalerweise nehmen wir kein Honorar, aber wir sind froh, wenn
wir unsere Ausgaben decken können.“
„Können Sie uns noch weitere Informationen zu Mr. Goodween geben,
die uns vielleicht weiterhelfen könnten.“
„Gerne doch, Albert lebte bis vor 20 Jahren in Deutschland, einer
Stadt, die Münster heißt. Aber da gefiel im angeblich das Wetter
nicht. Er meinte, es würde dort zu viel regnen. Deshalb habe er
sich entschlossen seine Heimat zu verlassen und sich hier in Rocky
Beach niederzulassen, das er schon aus einigen Urlaubsreisen
kannte. Das sollte, glaube für das erste reichen. Ich habe hier
auch noch einen Schlüssel zu seiner Wohnung. Er hat hier in den
Staaten keine Verwandten. Bis seine Tochter aus Münster angekommen
ist, soll ich auf die Wohnung aufpassen. Vielleicht wollt ihr euch
da mal umsehen?“
„Das hört sich sehr gut an Mr. Halloran“, wir werden uns gleich
morgen auf den Weg machen.
Des Rätsels Lösung
Am nächsten Morgen machen sich Justus, Peter und Bob auf den Weg
zur Wohnung von Mr. Goddween. Dort angekommen öffnet Justus die
Tür.
„So Jungs, wir drei sollten jetzt mal die Wohnung durchsuchen,
aber hinterlasst bitte kein Chaos. Ich übernehme das Wohnzimmer,
Bob du das Arbeitszimmer und du Peter, übernimmst das Schlafzimmer
und die Küche.
Lange Zeit durchsuchen die drei die Wohnung. Nach einer Stunde
schreit Bob auf: „Ich habe was gefunden!“. Gleich darauf stürmen
Peter und Justus in das Arbeitszimmer, Justus hat einen Stapel
Papier dabei. „Was ist los Bob?“, fragt Justus den dritten
Detektiv.
„Ich habe einen Tresor gefunden. Er war hier hinter den Büchern
versteckt.“
„Das ist ja super Bob, ich hatte schon so langsam die Befürchtung,
dass wir nichts finden. Peter schaue dir doch mal bitte den Tresor
an, der scheint nicht besonders widerstandsfähig zu sein.
Vielleicht kannst du ja etwas mit deinen Dietrichen
ausrichten?“
„Ich mache mich gleich an die Arbeit!“
Peter stürzt sich sogleich auf den Tresor und versucht ihn zu
öffnen. Da fällt Bob auf, dass Justus einen ganzen Stapel Papier
mit sich herumschleppt.
„Was hast du da eigentlich für Papiere, Justus?“
„Die habe ich im Wohnzimmer gefunden. Das sind Briefe aus
Deutschland und einige Flugtickets. Mr. Goodween scheint in letzter
Zeit sehr häufig zu einem Flughafen mit dem Kennzeichen FMO
geflogen zu sein. Das ist wohl in Deutschland. Es sind aber auch
ein paar andere Tickets dabei. Der ist ganz schön herum
gekommen.“
„Klick“! Justus und Bob drehen sich um. „Mensch Peter, du hast
es geschafft“, rufen die beiden im Chor. Peter holt einen Stapel
Papiere aus dem Tresor. Als oberstes liegt ein großer grauer, mit
blauem Siegellack verschlossener Briefumschlag.
„Los Peter, öffne den Umschlag“, drängt Justus.
„Keine Panik Justus, wir haben alle Zeit der Welt“, grinst Peter
den ersten an. Peter öffnet in aller Ruhe den Umschlag und zieht
einen Zettel heraus.
„Hier steht folgendes:
„Lieber James,
wenn du dieses hier lesen solltest, bin ich wohl leider nicht mehr
am Leben. Wenn du von meinem Anwalt einen Brief bekommen haben
solltest, mach dich bitte möglichst bald auf den Weg nach Münster,
es ist dringend! Folge dem Rätsel und du sollst reich belohnt
werden.“
„Sonst steht da nichts?“ „Nein Justus, das ist alles. Aber
immerhin wissen wir jetzt, was das Ziel des Ganzen ist. Aber jetzt
sollten wir uns, glaube ich, mal auf dem Weg zu Mr. Halloran machen
und ihm erzählen, was wir herausgefunden haben. Das Rätsel um das
FAX habe ich übrigens noch gestern Abend gelöst.“
„Mensch Justus, das hättest du uns ja schon früher erzählen
können!“, beschwert sich Peter.
„Keinen Grund zur Aufregung Peter, das war alles ganz einfach. Ich
erzähle es euch gleich.“
Die drei Fragezeichen machen sich auf den Weg zu Mr. Halloran,
der sie wie am Vortag schon freundlichst empfängt.
„Dann erzählt mal, was ihr drei herausgefunden habt, ich bin
gespannt.“.
„Gerne Mr. Halloran. Ich werde Ihnen alles ganz genau
erklären.“
Nach einer Stunde ausführlichster Erklärungen von Justus Seite ist
Mr. Halloran sehr begeistert „Dass ihr das so schnell lösen
konntet, ist echt unglaublich.“
„Allerdings, Mr. Halloran, möchte ich hier darauf hinweisen, dass
es sich meiner Meinung nach nicht um das einzige Rätsel handelt,
das es zu lösen geben wird.“
„Na dann ihr drei, da ja zurzeit Schulferien sind, solltet ihr
vermutlich kein Problem damit haben, mich nach Münster zu
begleitet, oder?“
„Aber sicher haben wir kein Problem damit?“ Und die Drei fahren
mit einem breiten Grinsen nach Hause und packen ihre Sachen
zusammen, denn am nächsten Tag soll es direkt losgehen. Es ist ja
schließlich nicht ihre erste Europareise und so sind sie pünktlich
am nächsten Morgen am Flughafen und fliegen nach Münster.
In Münster
Nach einigen Stunden Flug sind die drei Fragezeichen zusammen
mir Mr. Halloran am Flughafen Münster-Osnabrück angekommen.
„Oh, Mann!“, stöhnt Justus, „ich kann mich nicht mehr bewegen,
meine Beine sind wie eingefroren, diese Flugzeuge sind auch nicht
mehr das, was sie einmal waren.“
„Mensch Justus, du hast vielleicht mal wieder Probleme, wenn du
dich im Flugzeug zwischendurch mal bewegt hättest, wäre das jetzt
kein Problem.“ Und mit Ende dieses Satzes nimmt Peter Anlauf und
macht einige Bocksprünge über die Absperrungspfosten am
Parkplatz.
„So ihr drei, da ihr in Deutschland noch nicht Auto fahren dürft,
werde ich jetzt mal einen Wagen mieten. Wartet hier, ich hole euch
dann gleich ab.“
„Das ist ja fast wieder so, als wenn wir unseren guten alten
Morton wieder hätten“, lacht Bob.
Kurze Zeit später kommt eine schwarze Limousine angefahren und
Mr. Halloran winkt den dreien zu. Justus nimmt vorne Platz, die
anderen beiden setzten sich hinten rein.
Als erstes packt Justus die Karte aus, die er sich zuvor aus dem
Internet geladen hat und übernimmt die Führung des Fahrzeuges. Eine
Stunde später sind die drei an ihrem Ziel angekommen.
„So Justus, dann führe uns mal zum Versteck, wenn du das Rätsel
gelöst hast, dürfte das ja kein Problem sein“, stichelt Peter von
der Seite.
„Kein Problem los geht’s. Da vorne müsste es sein, hoffe ich
zumindest“.
Fünfzig Meter weiter steht Justus da, mit einem großen
Fragezeichen im Gesicht.
„Kollegen, ich gebe es ja nur ungern zu, aber ich weiß auch nicht
weiter. Da müssen wir wohl diese Ecke etwas intensiver
durchforsten.“
Nach 15 Minuten Sucherei meldet sich Bob zu Wort „Ich glaube ich
habe da was gefunden, war wirklich gut versteckt.“
„Zeig schon her“, drängelt Peter, „und was soll uns das
weiterhelfen?“
„Gib mal her Peter“, schiebt Justus sich aus dem Hintergrund nach
vorne. „Ist doch ganz klar das sind Koordinaten, Längen und
Breitengrad. Da müssen wir uns wohl erst mal eine bessere Karte
besorgen oder vielleicht noch besser ein GPS-Gerät. Ich habe
gehört, die gibt es mittlerweile in ziemlich kompakter Form zum
Mitnehmen.“
Die drei Detektive machen sich auf den Weg in die Stadt, um ein
GPS-Gerät aufzutreiben. Zum Glück bezahlt ja Mr. Halloran. Da
mittlerweile die Nacht hereingebrochen ist, fahren Sie zusammen mit
Mr. Halloran zum Hotel und legen sich erst einmal schlafen.
Bei den Koordinaten
Als die drei Detektive am nächsten Morgen aufwachen, liegt unter
der Tür ein Zettel. Justus hebt ihn auf und wundert sich.

„Was uns das bloß schon wieder sagen soll?“, grübelt Justus, als
er den Zettel ein zweites Mal betrachtet. „Vielleicht sollten wir
uns zu den Koordinaten begeben, die wir gestern gefunden
haben.“
„Das ist eine gute Idee Justus, aber das erste, was wir jetzt
machen werden, ist was?“, stellt Peter als Frage in den Raum.
„Frühstücken gehen!“ „Genau Justus!“ Also los geht’s.
Kaum sitzen die drei Detektive am Frühstückstisch, kommt Mr.
Halloran auf sie zu.
„Guten Morgen, ihr drei. Es tut mir wirklich leid, aber ihr müsst
heute wohl ohne mich auskommen. Die Tochter von Albert hat mich
eingeladen. Ich soll sie besuchen und ihr erzählen, was ihr Vater
die letzten Jahre alles unternommen hat. Sie scheinen keinen guten
Kontakt gehabt zu haben. Er hat sie noch nicht einmal besucht, wenn
er nach Münster geflogen ist.“
„Ist gut, Mr. Halloran, wir werden dann gleich losziehen und
versuchen in dem Fall weiter zu kommen. „Macht das, Jungs. Und
Justus, passt auf, nicht das euch noch etwas passiert.“
„Nein, keine Sorge, bis jetzt ist noch immer alles gut
gegangen.“
Nach einem ausführlichen Frühstück verlassen die drei das Hotel
und laufen zur Bushaltestelle, um ihr Ziel zu erreichen. Nach
einiger Fahrzeit kommen die drei endlich an.
„So Kollegen und nun geht’s weiter, mal schauen, wo uns das
GPS-Gerät hinführt. Ich bin ja mal gespannt.“
„Da hast du recht, Erster. Ich komme mir vor wie bei den guten
alten Schnitzeljagden, die wir damals auf den Kindergeburtstagen
gemacht haben“, schmunzelt Peter. Nach ein paar Minuten Fußmarsch
haben die drei Fragezeichen die Koordinaten erreicht.
„Oh je“, stöhnt Bob, „wo soll das denn hier sein. Hier kann man ja
überall etwas verstecken.“
„Ich glaube, das ist kein so großes Problem Peter, wie üblich habe
ich mir vorhin im Bus, als ihr euch über die Fahrgäste gelästert
habt, das Rätsel gelöst. Damit sollte es hoffentlich recht schnell
gehen. Wir müssen dahinten hin“.
Keine Fünf Minuten später haben die drei das Rätsel gelöst und
wieder eine neue Koordinate gefunden.
„So wie es aussieht ist noch nicht Schluss“, stöhnt Peter. „Das
scheint eine kompliziertere Sache zu sein, als wir vorher
angenommen haben. Aber was will man machen. Wir müssen weiter. Wenn
wir heute noch fertig werden, haben wir morgen noch den ganzen Tag,
um die Stadt zu erkunden. Bob, mach da doch bitte eine Markierung
hin, dann finden wir das schneller wieder, falls wir hier noch mal
hin müssen.
Auf zu Station Nummer drei
„Ach du heiliger Bimbam, dass sind 500 Meter zu Fuß, aber zum
Glück: Jeder Gang macht schlank“, witzelt Justus. Peter und Bob
kriegen sich gar nicht mehr ein vor Lachen.
„Ich bin mal gespannt, wie wir die nächste Station finden sollen.
Ich glaube nicht, dass das einfacher sein wird als die Stationen
zuvor“, nuschelt Bob vor sich hin.
„Da hast du wohl Recht. Ich bin mir auch noch nicht sicher, wie
das gehen soll. Aber wir haben bis jetzt noch nie aufgegeben. Und
wir haben jeden Fall gelöst. Dann fangen wir heute gar nicht erst
an mit so etwas“, kommt aus Justus mit größter Überzeugung
heraus.
In diesem Augenblick kommt von hinten ein Auto angerast. Bob
kann Justus noch gerade zur Seite schupsen, als es an ihnen
vorbeidonnert. In dem Augenblick, als es sie passiert, schmeißt der
Fahrer einen Stein aus dem Fenster nach den drei Detektiven.
„Justus, ich glaube der wollte uns umbringen.“
„Da könntest du wohl recht haben, Zweiter.“
Während sich die drei wieder vom Boden aufrappeln, hebt Bob den
Stein auf.
„Liebe Kameraden ihr werdet es kaum glauben, aber ich glaube da
kam gerade der nächste Hinweis geflogen.“
„Zeig mal her“, bittet Justus, „was soll uns das nun schon
wieder sagen? Laufen wir erst mal weiter zum nächsten Punkt, das
war das letzte Mal auch der richtige Ansatz.“
Ein paar Meter weiter kommen die drei endlich an der richtigen
Stelle an.
„Ich glaube diesmal ist es wirklich einfach.“ Freut sich Peter und
rennt los.
Und siehe da, nach kurzem Suchen ist der nächste Hinweis gefunden.
Also machen sich die drei Fragezeichen auf zur nächsten Station
Auf zur Station Nummer vier
„Justus“, meint Peter etwas nervös, „als wir hier gerade durch
diesen schmalen Weg gegangen sind, …“ Peter verstummt. „Ja, Peter
und weiter.“ „Ich glaube, wir werden verfolgt.“
„Wie kommst du denn darauf?“
„Als wir vorhin in den Weg eingebogen sind, meine ich jemanden
gesehen zu haben. Und ich glaube, der sah genau so aus wie der Typ,
der mit dem Stein aus dem Auto nach uns geschmissen hat.“
„Bist du dir sicher, Zweiter, ich konnte nichts sehen, als der an
uns vorbeigesaust ist.“
„Doch Justus, ich bin mir mehr als sicher, dass der das war.“
„Und was machen wir jetzt?“, fragt nun auch Bob etwas nervös.
„Eigentlich müssten wir hier an der Kreuzung geradeaus weiter,
aber in unserem GPS ist eine Karte. Wir können ja mal ein paar
Harken schlagen. Vielleicht ist das ja jemand anderes.“
„Gute Idee Justus, so machen wir es“, meldet sich Peter, der immer
noch ein wenig verschreckt ist.
So machen sich die drei Detektive auf den Weg durch den Ort.
Fünfzehn Minuten später sitzen die drei vor einer Kneipe und essen
erst mal etwas. Nachdem sie sich die Sonne auf ihre Bäuche haben
scheinen lassen, laufen sie wieder los. Mittlerweile sind sich die
drei sehr sicher, dass sie nicht mehr verfolgt werden, und nehmen
wieder ihren alten Weg auf. Somit haben sie zwar einiges an Zeit
verloren, aber wie Justus immer zu sagen pflegt: „Vorsicht ist die
Mutter der Porzellankiste“.
„Ich glaube, bald könnte es dunkel werden Bob. Hast du deine
Taschenlampe dabei?“, fragt der Erste. „Nein, wieso?“
„Ich glaube wir verlassen langsam den beleuchteten Teil des Ortes.
Nicht dass wir später im Stockdunklen herumirren.“
„Ach wieso, ich glaube so weit ist es auch nicht mehr.“
An den Koordinaten angekommen haben die drei ein kleines
Problem.
„Das ist aber mehr als bescheiden“, grummelt Peter, „diesmal gibt
es keinen Hinweis.“
„Da hast du Recht, Peter. Also Bob und du natürlich auch Peter,
Suchen ist angesagt. Aber passt auf, ich glaube die Nachbarn können
uns hier sehen.“
„Du bist gut Justus, vielleicht kannst du uns mal suchen helfen?“
„Mach keinen Stress Bob, ich versuche das Ganze etwas logisch
anzugehen. Ich versuche etwas zu finden, was hier nicht so ganz
hingehören könnte. Da vorne links, da könnte was sein.“ Justus
läuft zu der Stelle, die ihm ins Auge gefallen ist. Da meldet sich
von der anderen Seite des Weges Peter. „Ich habe es gefunden.“
Wo nun auch diese Aufgabe gelöst ist, geht es weiter zur Station
Nummer Fünf.
Die fünfte Station
„Man glaube es kaum, aber diesmal ist es wirklich nicht weit.
Wir scheinen kurz vorm Ziel zu sein. Es sind grade mal 250 Meter
von hier“, freut sich Justus.
„Also, weiter geht’s“
Kurze Zeit später treffen die drei Detektive auf einen Platz im
Wald. Der Platz ist voller angetrunkener Leute in grünen
Uniformen.
„Was ist denn hier los?“, stellt Bob die Frage in die Runde.
„Die sind ja ganz schön komisch hier. Schießen die auf einen Vogel
aus Holz in dem Kasten da oben? Wieso macht man denn so etwas?“,
grübelt Justus vor sich hin.
Plötzlich werden die drei von einem Jungen angesprochen, der die
Ecke hier ziemlich gut zu kennen scheint.
„Sag mal Kleiner, was macht ihr hier, so etwas habe ich ja noch
nie gesehen“, erkundigt sich Justus.
„Ihr kommt wohl nicht aus der Region, oder?“, fragt der Kleine
lachend. „Nein kommen wir nicht, aber wenn du so freundlich wärst
uns diesen Sachverhalt zu erklären?“ „Häh, was willst du von mir?“
„Du sollst mir erklären, was zum Teufel die Leute hier machen.“
„Ach so, sag das doch gleich. Das nennt sich Schützenfest. Die
Leute treffen sich einmal im Jahr, um den Holzvogel da oben
abzuschießen. Wer ihn abschießt ist Schützenkönig.“
„Und was macht das für einen Sinn?“
„Ich glaube, die machen das nur, um einen Grund zum Trinken zu
finden und um viel Spaß zu haben.“
„Dann ist ja gut. Sachen gibt es hier in Deutschland“, beendet
Justus den Dialog etwas kopfschüttelnd mit dem Jungen.
„So, Kameraden, jetzt wird es aber Zeit. Sonst ist es gleich
wirklich dunkel.“
Ein paar Minuten später haben die drei Detektive die Koordinate
endlich erreicht.
„Ich hoffe mal, dass uns keiner gefolgt ist. Vor allem die ganzen
Kinder nicht, die da herumturnten“, sieht sich Peter ein wenig
besorgt um.
„Ich habe keinen gesehen“, bestätigt Bob.
„Dann wollen wir mal auf die Suche gehen“, sagt Justus mit einem
breiten Grinsen.
Kurze Zeit später haben die drei das nächste Versteck
gefunden.
Auf zum Finale
„Mensch Justus, das ist zur Abwechslung ein Zettel mit einer
Skizze. Und eine Koordinate steht auch dabei.“
„Na dann Bob, machen wir uns auf den Weg. Das sind noch ein paar
Meter, aber vielleicht ist das endlich das Ende unserer Suche.“
Keine fünf Minuten später kommen die drei an ihrem Ziel an.
„Und nun Justus, du Schlauberger. Dann sag uns jetzt mal,
wie wir den Schatz hier finden sollen. Hier gibt es nur Bäume und
sonst nichts.“
„Immer mit der Ruhe, Peter. Schauen wir uns doch noch mal die
Skizze an, die wir vorhin gefunden haben.“
Die drei starren einige Minuten auf die Skizze und keinem von
ihnen fällt auf, was die Skizze bedeuten soll. Doch dann meldet
sich Peter auf einmal zu Wort.
„Ich glaube, ich weiß, wo es versteckt ist“, schreit
Peter voller Freude. Er stürzt sich auf einen hohlen Baumstumpf.
„Nicht so laut, Peter, stell dir vor, uns hört jemand“,
bremst Bob ihn. „Wer soll uns schon hören?“
In diesem Augenblick kommt aus dem Hintergrund ein „Hände Hoch“.
Im gleichen Augenblick drehen sich Justus, Peter und Bob um und
schauen in eine doppelläufige Schrotflinte. „Hände Hoch, und keinen
Mucks. Legt euch auf den Boden, Gesicht auch. Gebt mir das, was ihr
gefunden habt.“ „ Es ist da in dem Baumstamm!“, sagt Justus mit
zitternder Stimme. Während der Fremde die Kiste durchsucht, fragt
Justus leise Peter: „Sag mal Peter, ist das der Mann, der uns
verfolgt hat?“ „Ich glaube schon“, kommt es leise von Peter
zurück.
„Was tuschelt ihr da? Und was ist das hier für ein Mist. Da ist
nichts drin in dem Baumstupf, außer vermoderten Blättern. Wo ist
der Schatz vom Alten?“
„Das kann ich Ihnen nicht sagen Mister und wer sind sie
überhaupt?“
„Mein Name ist Mancarrow, ich war einmal Partner von Albert, wir
haben damals das ein oder andere krumme Ding gedreht. Und jetzt, wo
er tot ist, will ich an seinen Teil der Beute. Er sagte, er hätte
nicht alles ausgegeben. Er wollte einiges für seine Tochter
zurücklegen.“
„Das sieht schlecht aus Mister. Ich glaube, er hat das Geld in den
letzte Jahren bei vielen verschiedenen Reisen ausgegeben.“
„Hände Hoch, Polizei!“
Während sich Mancarrow mit den drei Fragezeichen beschäftigt,
nähern sich zwei bewaffnete Streifenpolizisten von hinten.
„Ist ja schon gut, ich ergebe mich. Hier ist anscheinend sowieso
nichts zu holen“, grummelt Mr. Mancarrow vor sich hin.
„Justus, Peter, Bob alles in Ordnung?“, kommt Mr. Halloran fragend
hinter den Polizisten hervor.
„Ich habe mir wirklich Sorgen gemacht. Nachdem die Tochter des
guten alten Albers mich fragte, ob ich von etwas wüsste, was ihr
Vater in Münster versteckt hätte, habe ich Ihr von der Geschichte
erzählt. Und dann erklärte sie mir, dass in letzter Zeit einige
Male ein angeblicher Bekannter ihres Vaters da gewesen sei und nach
einem Schatz fragte, den ihr Vater für ihn versteckt hat. Aber sie
wollte ihm nicht glauben. Und da habe ich mir gedacht, ihr könntet
vielleicht in Gefahr sein. Erst konnte ich euch nicht finden. Ich
habe überall herumgefragt, auch auf dem Fest dort hinten. Und dort
fand ich einen Jungen, der erzählte, ihr seid da im Busch
verschwunden. Und kurze Zeit später sei ein andere Man hinter euch
her. Und er hätte etwas dabei gehabt, das aussah wie ein Gewehr.
Daraufhin habe ich den Jungen losgeschickt, er solle die Polizei
rufen. Und somit sind wir hier. Aber was ist denn nun, habt ihr den
Schatz gefunden?“
„Nein Mr. Halloran, er ist einfach nicht zu finden. Vielleicht
sollte ich die Koordinaten noch einmal überprüfen, die ich in das
GPS eingegeben habe.“ Justus drückt ein paar Knöpfe. Und meldet
sich recht leise zu Wort: „Mir ist da wohl ein kleiner Fehler
unterlaufen, ich habe mich bei der Eingabe der Koordinaten vertan.
Hier im Wald sind wir ziemlich falsch, das sind noch einige Meter
von hier.“ Die drei Detektive machen sich zusammen mit dem Rudel
Menschen, das sich angesammelt hat, auf den Weg zu den Koordinaten.
An den Koordinaten angekommen, kommt von Peter nur ein „Diesmal bin
ich mir sicher, ich weiß wo er ist.“ „Mensch Peter pass auf, da
vorne ist ein alter rostiger Stacheldraht!“, schreit Justus ihm
hinterher. Peter stürmt nun etwas vorsichtiger nach vorne und siehe
da, er hält eine große Plastikbox in der Hand. „Justus, hier steht
etwas von Geocaching, und in der Kiste ist kein Geld drin. Nur
aller Möglicher Kram. Und ein Buch.“
Justus antwortet mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Kollegen,
so wie es aussieht, hat man uns einen großen Bären aufgebunden. Wir
haben an einem weltweiten Spiel teilgenommen. Es nennt sich
Geocaching. Ich habe in der Wohnung von Mr. Goodween neben den
ganzen Flugtickets einige Ausdrucke gesehen, auf denen etwas von
Geocaching stand. Ich fand des jedoch für unseren Fall ohne
Bedeutung. Aber so wie es aussieht, sind wir einem von langer Hand
vorbereiten Scherz Ihres Freundes Albert aufgesessen. Wir sind nach
Deutschland geflogen, um eine Tupperdose im Wald zu suchen. Was für
ein Aufwand, aber ein tierischer Spaß.“ Mit diesem Satz schließt
Justus seine Ausführungen. Und die drei. inklusive Mr. Halloran,
können sich vor Lachen nicht mehr halten. Für eine Tupperdose nach
Deutschland zu fliegen, ist wirklich ein guter Scherz.
In der Nähe des Finals haben ein paar
Kinder eine Bude gebaut, versteckt den Cache bitte wieder
ordentlich.