Wasserturm Rothenburgsort
Der 64m hohe Wasserturm Rothenburgsort, von weitem wie ein
Burgturm erscheinend, wurde 1848 nach Plänen von Alexis de
Chateauneuf errichtet und steht noch heute auf dem Gelände der
Hamburger Wasserwerke.
Der Turm hat, anders als von Wassertürmen oder Speichern
gewohnt, keinen Wasserbehälter auf der Spitze. In ihm befinden sich
lediglich zwei Rohrleitungen, die oben und auf halber Höhe
verbunden sind. Um den notwenigen Druck zu erzeugen, wurde das
Wasser in einem Rohr hochgepumpt, und nach Bedarf durch eine der
beiden Verbindungen in das Fallrohr geleitet.
Es braucht nicht in der Nähe eines Zaunes gesucht zu
werden!
Für Wasserturmfans: Es gibt ein sehr interessantes Buch über die
Hamburger Wassertürme von Jens U. Schmidt. Siehe auch www.wassertureme.com. Sollte ich
zufällig über den Umzugskarton stoplern, in dem das Buch liegt,
werde ich die Beschreibung auchnoch ergänzen...
Um die zusätzlichen Informationen nicht irgendwo unten in den
Logs versauern zu lassen, hier noch ein paar Ergänzungen von Olli
und Oschn:
Olli:Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang das
Wassermuseum "Wasserforum" direkt neben dem "Turm" am Billhorner
Deich 2, das immer dienstags, donnerstags, sonntags von 10 bis 16
Uhr geöffnet ist. Der Eintritt ist sogar frei! Weiteres gibt es
hier zu erfahren: klick mich!
Seit etlichen Jahren gibt es ja eine durch einen Rothenburger
Bürgerverein angeregte Diskussion, den Turm für die Öffentlichkeit
zugängig zu machen, um von hier aus einen exquisiten Ausblick auf
das südliche Hamburg zu bekommen. Doch bislang weigert sich
Hamburg-Wasser beharrlich gegen solche Pläne, da man potenzielle
Brunnenvergifter wittert und sich um die gesicherte
Wasserversorgung der Wachsenden Stadt sorgt. Nicht umsonst ist das
gesamte Gelände um den Turm durch einen hohen Zaun gesichert.
Noch was Interessantes: Wie Adam Riese richtig beschreibt, handelt
es sich bei diesem Bauwerk nicht um einen Speicher, sondern um eine
Druckerhöhungsanlage. Eigentlich ist dies hohe Gebäude hier sogar
"nur" ein Schornstein! Im Inneren des Bauwerks befindet sich
nämlich ein Kaminzug, so dass im Winter bei Frost kräftig geheizt
wurde, um ein Einfrieren des Wassers in den Rohrleitungen, die den
"Turm" von oben nach unten durchziehen, zu verhindern. Daher
entweicht auf dem von Adam Riese verwendeten Hintergrundbild auch
dunkler Rauch oben aus dem "Wasserturm". Ein schönes, großes
SchnittModell, bei dem man das interessante Innenleben des Turmes
bestaunen kann, ist z.B. im Wassermuseum zu bewundern.
Oschn: Übrigens hat Olli natürlich vollkommen recht:
Das Wasserforum ist eine der anschaulichsten und interessantesten
Ausstellungen dieser Stadt. Hier wird die Entwicklung der
Trinkwasserversorgung in Hamburg dokumentiert. Ein echtes Kleinod,
das man hier in Rothenburgsort sicherlich nicht erwarten würde.
Absolut sehenswert und auch für Kinder besonders geeignet (der
Diplom-Pädagoge in mir würde mal so ab 10 Jahre aufwärts
empfehlen). Viel zum Anfassen, Entdecken, Ausprobieren. Tipp:
Während der "Nacht der Museen" hingehen (in diesem Jahr am 5.
Mai).
Vielen Dank für eure Ergänzungen