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Difficulty:
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Terrain:
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Size:
 (micro)
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Ein kleiner Think-about & Drive-by
(English language not really applicable here)
Die obigen Koordinaten bilden nur den Ausgangspunkt, und sind gemäß der folgenden Geschichte zu ergänzen.
Als ich einmal müde von der Schatzsuche an einer Klosterpforte läutete, um mich dort ein wenig auszuruhen, tat mir ein kauziger, knorriger alter Klausner auf und hieß mich eintreten. Alsbald wurde mir ein großer Holzbecher mit kühlem Wasser gereicht, das ich gierig hinunterstürzte.
"Halt, halt - nicht so hastig!" rief er mich an, "dieser Trunk ist stärker als du vermeinst!"
Aber da war es schon zu spät. Es prickelte und blitzelte und kitzelte dermaßen, daß ich wieder und wieder aufs heftigste niesen mußte, und schier einen Koller davon bekommen wollte.
Nicht lange danach wich dieser jedoch einem Gefühl äußerster und innerster Erquickung, wie ich es vormalen nie gekannt, das mich Wunder nahm, und worob ich mich kaum wieder beruhigen mochte.
Auch machte mich der Trunk kecker als gewöhnlich, und ich fragte den Klausner: "He, Alter, sag mir gleich, woher du dies Wunderwasser genommen, das mir so in die Glieder gefahren?!"
"Gern will ich dir weisen, wo du selbiges kannst schöpfen. Doch sollst du die Stücke des Weges selbst zusammenfügen, denn nur dem Verständigen darf solches zuteil werden." Damit winkte er mich hinter sich her, tiefer ins Innere des Gemäuers, wo ein trutziger, ganz für sich stehender Sandsteinbau wohl schon seit Äonen dem Wetter trotzte, hoch wie weit wie tief.
"Hier bezogen die Brüder in den alten Zeiten ihre Zellen. Jeder Bruder hatte nur eine hölzerne Bettstatt, ein Betpult und ein winziges Fensterloch, kaum eine Spanne im Geviert - nur der Bruder Abtprior nicht, denn der, so wird gesagt, war vom Geist erleuchtet, und bedurfte des Lichtes nicht länger, ebenso wie der Bruder Kellermeister, der ohnehin blind war. Der Bruder Heiligenbildner allein von allen hatte Himmelslicht, das er in seinen Werken einzufangen wußte."
Dies Dormitorium war fürwahr seltsam, denn Zelle war an Zelle gemauert, mit Türen und Luken und Stiegen dazwischen, doch einen Korridor suchte man ganz vergebens. Wollten die Brüder des Morgens zu Gebet und Arbeit ausziehen, so stieg zuerst der Abtprior zum Bruder Kellermeister hinab, und ging mit diesem sodann dann zum Bruder Pfortwächter, dessen Zelle als einzige ein zugiges Türchen nach außen kannte, dem er wohl seine brüchige Stimme zu danken hatte. Dort läutete der Älteste allmorgentlich die Brüder mit der Glocke zusammen, und sie verließen gemeinsam den Bau, wie die Immen ihren Korb.
"Jenseits des Berges", erzählte der Klausner weiter, "hatten vormalen die Karmeliterinnen ein ebensolches Kloster, vom gleichen Baumeister errichtet.
Wenn du nun wissen willst, wieviele Hundertste Teile du gen Mitternacht wandern mußt, dann zähle die Brüder und Schwestern alle zusammen."
Dies ging mir noch leicht von der Seele. "Doch sage mir nun auch, wie weit gen Morgen zu gehen ich habe", forderte ich ihn auf.
"Nun gut. Du fragst also nach dem dunkelsten Teil der Klostergeschichte, und wie es kam, daß der Teufel", er bekreuzigte sich, "die Brüder endlich geholt hat!"
Dessen war ich mir nicht bewußt, und ich blickte betreten zu Boden.
"Eines schwülwarmen Tags kam ein fliegender Händler, wie zu jedem neuen Mond, von dem kauften sie ihre Kerzen und derlei kleine Dinge, gegen ein Fäßchen Bier, das sie wohl zu brauen wußten. Diesmal aber zeigte er dem Pfortwächter, dem der Handel oblag, zudem eine seltsame Sammlung kleiner Andachtsbilder, darunter Sonne, Mond und Sterne, ein Eremit, allerlei Tugenden, wie Kraft und Mäßigkeit, aber auch voll ketzerischen Bildwerks, wie Ritter, Tod und Teufel, neben Knappen, Münzen und Keulen und noch allerlei mehr. Der Pfortwächter verfiel ihnen sofort, erstand heimlich die Bildtafeln, und es dauerte nicht lang, da saßen die Brüder mehr über dieselben gebeugt als beim Gebet, und die Bilder gingen von Hand zu Hand, lehrten die Mönche das Fluchen und verdarben so ihre Herzen, bis der Leibhaftige", dabei bekreuzigte sich der Klausner gleich dreimal, "ihre verdammten Seelen holte."
Ich verstand nicht recht zu deuten, was er mir berichtet.
"Gen Morgen gehst du soviele Hunderste Teile, wie der arme Bruder Pfortwächter Bildtafeln erstanden. Und weil du alles so genau wissen willst, geh noch soviele Tausendste Teile einer Minute weiter, wie Ritter und Knappen darunter gewesen."
Was wollte mir solches nur künden? Ich wußte mir zunächst keinen Rat, aber da der Trunk mich dermaßen erquickt hatte, daß ich in Siebenmeilenstiefeln zu stecken glaubte, zog ich mutig von dannen, um unterwegs die Worte zu bedenken und den Ort zu finden, da ich trockenen Fußes mehr vom Wunderwasser schöpfen, und vielleicht gleich daneben, eingehüllt in eine erzene Locke, das verborgene Buch der Weisen entdecken mochte ...
Solches alles berichte ich aus einer Zeit, da Wasser noch Wasser war. Also, Kinder: nicht nachmachen !-)
Der Erstfinder hat die Ehre, den Cache-Namen "Nies-Koller"
an den Anfang des Logs zu schreiben ;-)
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