| |
|
|
| |
|
|
| |
Status:
Letzter Kontrollgang: 29.07.07
Status: Alle Stationen vorhanden
Bemerkung: keine
|
|
| |
Informationen:
Unsere neue Geschichte führt euch in die Zeit des Zweiten
Weltkrieges. Im Jahre 1940 scheint die Schweiz sehr verwundbar
gegenüber dem nach Expansion strebendem Deutschen Reich.
Die Strecke ist inklusive Rückweg ca. 2 bis 3 Kilometer lang und
kann bequem zu Fuss begangen werden.
Hilfsmittel werden keine benötigt. Einen Parkplatz
findet ihr bei: N 47° 12.214, E 008° 51,867. Hier findet ihr euch
eine gemütliche Gartenbeiz, wo man auch "lucki chlini flugi" machen
kann.
Die Strecke ist zu grossen Teilen im Naturschutzgebiet. Zu sehen
gibt es viele Vögel und Pflanzen. Ihr braucht die Wege nie zu
verlassen! Gebt bitte auf die Mikros gut acht!
Wir wünschen euch viel Spass und Erfolg.
|
|
| |
Prolog:
Westufer des Zürichsees, August 1940. Der Sommer war
kurz gewesen, viel zu kurz. Beat Wunderli fror in der Kanzel seiner
Messerschmitt ME-108, die sich im Landeanflug auf den unscheinbaren
Flugplatz Lachen am Zürichsee befand. Der Pilot wusste nicht zu
entscheiden, ob er sich nach der hochsommerlichen Wärme sehnen
sollte, die ihm vor wenigen Tagen noch mehr Schweisstropfen auf die
Stirn getrieben hatte, als seine heikle Mission, oder ob er
vielmehr die ungewöhnliche Kälte dieses Morgens begrüssen sollte.
Wenn er nur endlich am Boden wäre... Die Ansammlung von Blech um
ihn herum, welche er einmal "Flugzeug" genannt hatte, klapperte mit
jeder zurückgelegten Meile beunruhigender. Es erschien Beat beinahe
wie ein Wunder, dass sein Flugvehikel nicht auseinandergefallen
war, ehe er die Landebahn von Lachen tief unten zu erspähen
vermochte. Doch nun schien der graue Asphaltstreifen zum Greifen
nahe. Mit schabendem Geräusch schob sich das Hauptfahrwerk aus dem
Rumpf der Maschine, und alles um Wunderli herum begann zu
vibrieren. Sein Atem kondensierte zu kleinen Dunstwölkchen, während
er verspannt den Steuerknüppel der Maschine umklammerte. Die
Luftüberwachung hatte ihm unlängst die Landeerlaubnis erteilt, und
nun hob sich die verbeulte Flugzeugnase vor seinen Augen langsam in
die richtige Position zur Landung. Beissender Wind drang durch
zahlreiche Ritzen und Löcher in die Kanzel. Noch 100
Höhenmeter...noch 70... noch 30... Kurz vor dem Aufsetzen geschah
es. Ein nervenzermürbendes Knirschen ließ Beat Wunderli kurz
zusammenfahren. Er spürte mehr, als er hörte, wie Teile der
Maschinenhülle sich lösten und polternd im Luftzug hinter ihm
verschwanden. Die ME-108, oder was davon übrig war, schlingerte
heftig, doch es gelang dem Schweizer Flieger, sie mehr oder minder
ordnungsgemäß aufzusetzen und abzubremsen. Das Wrack, welches
unweit des Hangars zum Stehen kam, durfte kaummehr flugfähig
gewesen sein. Wunderli verlor jedoch keinen Gedanken an den Zustand
seiner Maschine, als er sich hastig aus der Kanzel befreite und um
den Blechhaufen herum eilte.
"Gopferdammisiech
nomal!", entfuhr es ihm. Nicht nur, dass die Verkleidung des
Stauraums für seine Fracht sich gelöst hatte und kurz vor der
Landung gänzlich abgerissen war, auch der Metallkasten an der
gegenüberliegenden Wand war aufgesprungen und hatte sich seines
Inhalts entledigt. Fassunglos wanderte der Pilot mit den Augen die
Landebahn entlang, zurück bis an jenen Punkt, an dem er aufgesetzt
haben musste. So weit war er gekommen, selbst unter widrigsten
Bedingungen. Er hatte von deutschem Boden abheben können, ohne dass
seine kostbare Fracht den dortigen Kontrolleuren in die Hände
gefallen war, war in den heimatlichen Luftraum eingedrungen, ohne
den Bomberverbänden der Alliierten in die Quere zu kommen, oder gar
von den eigenen Leuten fälschlich zur verfrühten Landung gezwungen
worden zu sein. Beat hatte bereits Erleichterung in seinem Inneren
aufkommen gespürt, als er die Dokumente aus seinem Frachtraum
bereits sicher in General Guisans Händen sah. Doch das Schicksal
meinte es nicht gut mit ihm. Ohne lange zu überlegen, wandte der
Flieger sich der Landebahn zu und eilte in zügigem Laufschritt
ihrem äußeren Ende entgegen.
|
|
| |
Station 1: ( N 47°
12.296, E 008° 52.242 )
Atemlos erreichte Wunderli den Windsack weit draußen auf
der Ebene. Hastig sah er sich um. Tatsächlich, im Umkreis von
einigen Dutzend Metern verstreut entdeckte er mehrere Wrackteile
seines Flugvehikels. Der Pilot eilte von Teil zu Teil, durchsuchte
jedes Bruchstück und das hohe Gras in der Umgebung. Von den
Dokumenten fand er keine Spur. Nervös sah er in Richtung des
Flugplatzes zurück. Noch schien sein seltsames Verhalten kein all
zu großes Aufsehen erregt zu haben. Beat Wunderli wusste, dass er
auch auf schweizerischem Boden keineswegs vor NS-Sympathisanten und
Spionen sicher war. Die verlorene Fracht war zu brisant - und zu
wertvoll für seine Landsleute - als dass sie hier den falschen
Leuten in die Hände fallen durfte. Nicht nur, dass es einer guten
Portion Glück bedurft hatte, dass er die niedergeschriebenen Pläne
zur "Operation Tannenbaum" so bald nach ihrer Entstehung unbemerkt
in die Hände bekam und zu kopieren vermochte, es handelte sich bei
diesen strategischen Skizzen um detaillierte Angriffspläne der
deutschen Wehrmacht gegen die Schweiz selbst! Gewiss sonnte der
deutsche Generalstabshauptmann von Menges sich ahnungslos in
Genugtuung über den Abschluss seiner Planungsarbeiten, ahnungslos
davon, dass seine Entwürfe schon bald in den Händen des Feindes
liegen würden.... hätten liegen sollen? Wunderli schüttelte den
Gedanken mit einer harschen Geste fort. Die Pläne mussten das
Schweizer Oberkommando erreichen, koste was es wolle! Doch je
länger er sich hier draußen aufhielt, desto mehr riskierte er,
Aufmerksamkeit zu erregen. Zudem würde die Suche nach seiner Fracht
Spezialisten erfordern. Der Pilot würde seine Vorgesetzten
ersuchen, eine der Fährtenleser-Einheiten aus dem Gebirge zur
"unauffälligen Bergung zerstreuter Wrackteile" einzusetzen....
Ruckartig blähte sich der Windsack über Beats Kopf auf. Natürlich,
die Dokumente waren nicht schwer und würden wie ein Segel vom Wind
getragen worden sein. Wenn die Fährtenleser eintrafen, würden sie
Informationen über Windrichtung und Windstärke zum Zeitpunkt der
Landung benötigen. Die Einöde hier draußen war wahrscheinlich der
letzte Ort, der abgehört oder anderweitig ausspioniert wurde.
Wunderli betrachtete die Zeichen auf einer harmlos erscheinenden
Tafel am Mast des Windsacks. Kurz darauf kramte er einen
Papierfetzen und einen Bleistiftstummel aus seinem Fliegeranzug und
begann eilig zu kritzeln.
Nur wenige Stunden
später habt ihr, die Angehörigen der Fährtenlesereinheit, euch um
den Windsack versammelt. Gebannt ruhen alle Blicke auf dem
Gefreiten Spueri, der einen mit Bleistift bekritzelten Papierfetzen
in Händen hält und wie versunken das Schild am Mast anstarrt. "Aus
diesem Geschreibsel werde mal jemand schlau... der Pilot
behauptete, es würde uns hier etwas über den Wind zum Zeitpunkt
seiner Landung verraten. Doch ich sehe hier nur übereilt
zusammengereimtes wirres Zeug..." Einer nach dem anderen werft ihr
einen Blick auf die Notiz.
[...]
N 47° [(Busse 1 + Busse
2)/10].[Art. + 8]
E 008° [ Tag + 7 * Monat + 1].[§ + 169]
[...]
Wer weiß eurem Befehlshaber zu helfen?
|
|
| |
Geschichtlicher
Hinweis:
Nach dem deutsch-französischen Waffenstillstand im Juni
1940 wurde Otto Wilhelm von Menges der Auftrag erteilt
Angriffsplanungen zur überfallartigen Besetzung der Schweiz
zusammenzustellen. Diese erhielten den Kodenamen Operation
Tannenbaum. Der Plan war es, das schweizer Heer so zu zerschlagen,
dass ein Ausweichen ins Hochgebirge verunmöglicht wurde. Gewinnung
der wichtigsten Eisenbahn- und Straßenknotenpunkte sowie der
zahlreichen Brücken und Tunnel in unbeschädigtem Zustande, um das
Land als Durchmarschgebiet für alle Transporte nach Südfrankreich
nutzbar zu machen hiess die Devise. Operation Tannenbaum wurde nie
umgesetzt, weil das Schwergewicht des deutschen Heeres bei der
Planung und Vorbereitung einer möglichen Invasion Großbritanniens
lag und damit nicht genügend Mittel für die Umsetzung der Besetzung
der Schweiz zur Verfügung standen.
|
|
| |
Abschliessend:
Wir hoffen es gelang uns wieder mal euch mit dieser
Geschichte in die Vergangenheit zu entführen. Wir freuen uns immer
über konstruktive
Kritik.

|
|