DAS ABGESCHOBENE DENKMAL
Wenn Denkmäler gestürzt werden, dann stehen die Zeichen auf Sturm.
Schon bevor 1933 die Nationalsozialisten in Göppingen das Sagen hatten, entzündete sich deren Unmut an dem Göppinger Kriegerdenkmal beim alten Friedhof an der Oberhofenkirche. Dort stand seit 1930 ein von dem Schwäbisch Gmünder Bildhauer Jakob Wilhelm Fehrle geschaffenes Kriegerdenkmal, das die Niederlage im Ersten Weltkrieg und die Gefallenenschicksale mit dem christlichen Motiv der Trauer zum Ausdruck brachte.
Fehrle hatte eine Steinskulptur in Form einer Pietà geschaffen - eine Mutter betrauert den toten Sohn, der sich geopfert hat.
Den Nationalsozialisten war ein solches Denkmal zu wenig heldenhaft, es wurde von ihnen als pazifistisches Machwerk und als "entartet" beschimpft. Erst in einem zweiten Anlauf gelang den neuen Machthabern, das Denkmal zu beseitigen, an dem sie am jährlichen Heldengedenktag Aufstellung nehmen mussten, um den Treueschwur für Führer und Volk zu leisten.
Im Spätjahr 1938 wurde die Fehrle'sche Skulptur abgebaut und an abgelegener Stelle seitlich des Eingangs zum neuen Friedhof wieder aufgestellt.
Vor der Zerstörung des Denkmals war man doch zurückgeschreckt.
(Quelle: Göppinger Geschichten)
Die Koords zeigen nicht genau auf den Cache, sondern auf das Denkmal.