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*** DIE BELITZER KREBSESSER *** Traditional Cache

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Hidden : 8/22/2007
Difficulty:
1 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   regular (regular)

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Geocache Description:

Kleiner Drive in. Ideal für Radwanderer >

Die Belitzer Krebsesser

 

Es ist wohl bekannt, daß die Gewässer des Wendlandes einst sehr

reich an Krebsen waren. In dem Bach, der entlang der Dörfer Belitz

und Reitze floß, lebten diese Tiere dennoch nicht in so reichlichem

Maße, so daß es wegen des Krebsfangs fortwährend zu erheblichen

Differenzen unter den beiden Dorfschaften kam.

 

Als  die  Gemeindeväter von  Belitz nun an  einem  Abend

beisammensaßen und über ihre Probleme berieten, kam ihnen plötz-

lich eine ganz besondere Idee. Daß die Krebse vom Aussterben

bedroht waren, wenn man sie weiter mit solcher Emsigkeit fing und

nichts für ihre Erhaltung tat, war schließlich allen klar. Aber wie ließ

sich solches verhindern?

 

Ein alter Belitzer riet, das Augenmerk auf die Mutterkrebse zu richten,

denn diese sorgen selbstverständlich auch in der Krebswelt für fort-

währende Nachkommenschaft. Man müßte also versuchen, sie

seßhaft zu machen, um die Anzahl der Krebse zu erhöhen. Also

beschlossen die Belitzer, einen großen Mutterkrebs zu fangen und

ihn unter der Brücke bei Belitz an die Kette zu legen. So hoffte man,

daß dieses Krebsweibchen Generationen von tüchtigen, nicht zur

Auswanderung neigenden Völkchen um sich scharren würde.

 

Und tatsächlich erfüllte sich die Hoffnung der guten Belitzer. Bei gün-

stigem Wetter und Winde von oben und bei hinreichendem Gewürm

als Nahrungsgrundlage auf dem Bachgrund entwickelte sich die neue

Krebsart rasch und stark. Als Delikatesse lieferten die Belitzer ihre

neue Züchtung nach Lüchow zum Ratskeller und an Bauers Hotel.

Dort wurden die noch lebenden Krebse auf flackerndem Feuer gesot-

ten und begeisterten alle Feinschmecker.

 

Nachdem nun die Fortpflanzung und Erhaltung dieser Tierart durch

die geniale Idee zunächst gesichert war, besann man sich auf die nun

schon lange unter der Brücke angekettete Stamrnmutter. Da zu

befürchten war, daß sie ohnehin bald aus Altersschwäche sterben

würde, entschloß man sich zum baldigen Handeln:

 

Um ihre Leinenprodukte zu vermarkten, waren Belitzer Bäuerlein

früher bis nach Hamburg gereist. In der Großstadt hatten sie von vor-

züglicher Krebssuppe mit einzigartigem Wohlgeschmack gehört.

Selbstverständlich konnten sie es sich nicht leisten, ihre Gelüste

danach zu stillen. Aber jetzt bot sich die Gelegenheit!

 

Der Krebs unter der Brücke sollte es ermöglichen, daß alle einmal

von einer ausgezeichneten "Gemeinde-Krebssuppe" kosten konnten.

 

Am Sonntag in der Frühe trafen sich die Bauern beim Dorfschulzen.

Auf dem Kamin loderte ein prasselndes Feuer. Der Krebs wurde

geholt und in den großen kupfernen Kessel mit Wasser gelegt, der am

Haken mit der eisernen Kette aufgehängt wurde. Über die beim

Krebsmahl verwendeten Gewürze wird nichts berichtet. Aber Hans

Fick, Jochen Trybian, Christoph Parum und Genossen lief schon das

Wasser im Mund zusammen in Erwartung des delikaten Mahls.

Vielleicht war das, was an Düften in ihre Nasen drang, dann doch

nicht so vielversprechend, denn einer traute sich schließlich, einfach

einmal mit dem Finger zu kosten, was dort vor sich hin brodelte.

Andere taten es ihm gleich. und alle schauten sich verdutzt an. "Das

hat ja überhaupt keinen Geschmack, war die übereinstimmende

Meinung.

 

Nachdem die Suppe nicht den erhofften Beifall gefunden hatte,

beschloß man, einmal an der festen Substanz. dem Krebs selbst, zu

kosten. Das Recht des Ersten hatte der Schulze. Er rührte mit einem

großen hölzernen Löffel. dem Schleef, in dem Kessel umher. Doch er

fand nichts.

 

Die Bauern sehen sich fassungslos an und konnten einfach nicht

begreifen, was sie in dem Augenblick erleben mußten. Plötzlich

schaute einer nach oben, und sein Blick fiel zielgerecht auf den

Deserteur. Er saß oben im Kamin an der Kette. Das heiße Bad im

Kessel war ihm offensichtlich zu warm geworden, und da war er an

der Kette hoch nach oben geklettert.

 

Die Belitzer Bauern kamen schließlich und endlich doch noch zu

ihrem Recht, der Krebs wurde gekocht. Es wird nicht berichtet, ob

die „Gemeindesuppe“ gemäß der Anteile von Vollhufern, Halbhufern,
Kossatern und Brinksitzern zum Verzehr geboten wurde und ob bei
dieser Teilung Reklamationen auftraten.

 

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