Skip to content

Käpt'n Schweissfuss bildet sich weiter Mystery Cache

Hidden : 10/27/2007
Difficulty:
3.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:

Der Cache liegt nicht bei den angegebenen Koordinaten!
Dies ist Teil 2 der Geschichte. Dieser Cache ist jedoch unabhängig von Teil 1 lösbar.

Wir kennen ihn bereits, den nicht wirklich erfolgverwöhnten, wasserscheuen Jungpiraten Schweissfuss.
In der letzten Folge hatte er sich am Schatz seines Onkels Ferdinand vergriffen.
Lange haben wir nun nichts mehr von ihm gehört. Sollte er etwa in See gestochen sein? War er vielleicht endlich erfolgreich geworden?
Wohl kaum!
Schweissfuss hatte die gefundenen Dukaten gegen ein Fass Schnaps getauscht und nun einige Zeit ein angenehmes Leben geführt.
Doch jedes Fass wird einmal leer...

Käpt'n Schweissfuss lag vor seiner Hütte im Gras. Die Sonne hatte den Zenit längst überschritten. Die Blumen auf der Wiese wurden bereits langsam welk und der Wald, der die Lichtung vor seiner Hütte umgab, liess die ersten Blätter zu ihm nieder schweben.
Das Leben könnte so schön sein, so dachte Schweissfuss, wenn man sich von Träumen ernähren könnte. Bei diesem Gedanken zuckte er zusammen. 'Ernähren', das war das Stichwort.
Das grosse Fass, das er in der Mitte seiner Küche auf einen Stapel Holzscheiter gehievt hatte, war in den letzten Wochen erschreckend leicht geworden. Seine Vorräte neigten sich also dem Ende entgegen.
Ein echter Seefahrer - dessen war er sich bewusst - konnte sehr wohl von Alkohol leben, aber mit dem letzten Tropfen, der das Fass verlässt - auch dies war ihm klar - hatte des Seefahrer's letzte Stunde geschlagen.
Schweissfuss war noch nicht bereit, sein Leben abzuschliessen. Zu viele Abenteuer lockten ihn noch, zu viele Geschichten wollten noch erlebt werden.
Es gab nur eine Lösung. Geld musste her - und wo Geld zu finden war, das wusste er nur zu gut: Bei Onkel Ferdinand, dem grossen Seefahrer, der vor einigen Jahren in Rente gegangen war.
Der missratene Seefahrer Schweissfuss räkelte sich zufrieden im trockenen Gras, genoss die letzten Sonnestrahlen des scheidenden Tages und beschloss, am nächsten Tag seine Zukunft in die Hand zu nehmen.

Der Morgen kam, und mit ihm das Grauen. Schweissfuss schüttelte seinen verkaterten Schädel. War das alles vielleicht bloss ein böser Traum gewesen?
Umgeben von einem letzten Hoffnungsschimmer schleppte er sich mühsam in die Küche. Nein, es war kein böser Traum. Es war die verheerende Realität. Das Fass war leer!
Verbittert stiess Schweissfuss seinen linken Schuh gegen den Scheiterhaufen, was der Holzstapel nicht Stand zu halten vermochte. Das Fass donnerte zu Boden, und obgleich es leer war, hatte es noch genügend Wucht, um Schweissfuss einen lauten Schrei zu entlocken, als es seine Zehe quetschte.
Dies holte uns'ren Käpt'n vollends in die Realität zurück.
Im Schrank fand er noch einen von Schimmel überzogenen, halben Laib Brot, an dem sich die Ratten wohl schon vor längerer Zeit gütlich getan hatten. Er kratzte die pelzige Schicht vom harten Kern, weichte den unappetitlichen Klumpen in einem Kübel Wasser auf, und machte sich bereit, seinen Onkel aufzusuchen.

Nach ein paar Bissen dieser Notration humpelte er los. In den Baumkronen hingen Nebelschwaden, die verbittert ihren ausweglosen Kampf gegen die bereits hoch stehende Sonne austrugen. Schweissfuss fühlte sich ihnen irgendwie verbunden.
Auf dem Fussmarsch an's Ende des Waldes plagten ihn Gewissensbisse. Wie konnte er seinen Onkel um Geld angehen, nachdem er diesen doch so gemein bestohlen hatte?
Gab es für ihn denn wirklich keine andere Möglichkeit zu überleben?
Wie er so in Gedanken versunken aus dem Wald heraus trat, sah er sich auch schon vor der stattlichen Behausung seines Onkels.
Als er zwischen den knorrigen Bäumen des verwahrlosten Vorgartens auf die Eingangstüre zuschritt, hörte er eine vertraute Stimme hinter sich.
"Ich habe dich erwartet", sprach Ferdinand, während er sich aus der Hängematte hievte.
Wie konnte sein Onkel ihn erwartet haben? Was wusste dieser denn über ihn?
"Komm mit, ich muss dir etwas zeigen" sprach Ferdinand weiter und wies ihm den Weg zu einer niedrigen, mit Efeu und Brombeerranken halb zugewachsenen Tür, die Schweissfuss früher noch nie aufgefallen war.
Schweissfuss schob sich zwischen den Dornen hindurch, drückte gegen die rostigen Beschläge und mit lautem Knarren schwenkte die massive Eichentür nach innen.
Dahinter wurde der Blick frei auf eine nur spärlich beleuchtete, eng gewundene Treppe, die steil nach unten führte.
"Geh da runter!" befahl Ferdinand, "deine Überraschung erwartet dich schon".
Eine Überraschung? Für ihn, der seinem Onkel noch nie was Gutes getan hatte?
Schweissfuss konnte kaum glauben, was er da hörte. Es war wohl doch richtig gewesen, seinen Onkel aufzusuchen, wenn dieser es derart gut mit ihm meinte.
Ein derartiges Glücksgefühl hatte Schweissfuss schon lange nicht mehr verspürt. Sogar als er damals die Schatzkarte fand und später das Fass nach Hause rollte war stets irgend etwas dabei, was seine Laune zu trüben vermochte.
Sie stiegen die glitschigen Stufen runter. Das Kerzenlicht wurde immer spärlicher und matter, der Geruch immer modriger und die Luft immer kühler und feuchter. Ein eigenartiger Dunst der Verwesung lag in der Luft.
Was konnte das bloss für eine Überraschung sein?
Als sie die unterste Stufe erreicht hatten, bogen sie in einen kleinen Raum und Ferdinand sprach: "Dies hier wollte ich dir schon lange einmal zeigen. Das soll alles einmal dir gehören".
Verwundert schaute sich Schweissfuss um. Was meinte sein Onkel? Er hatte eine grosse Schatztruhe erwartet, doch er fand nichts dergleichen.
Der Raum war nahezu leer. Aus den Wänden ragten rostige Metall-Ösen, ein paar Ketten lagen auf dem Fussboden. In einer Ecke stand eine Kiste mit alten, verstaubten Büchern. Eine Ratte huschte im Schein der Kerzen in ein Loch knapp unterhalb der gewölbten Decke.
"Kein Ort, an dem man gewesen sein muss", dachte Schweissfuss, und doch war er irgendwie fasziniert von der gespenstischen Leere.
"Was soll das? Was soll ich damit?" stotterte der Käpt'n. Er spürte wie seine Hände zitterten.
"Komm, ich zeig's dir", erwiderte Ferdinand, und legte eine Schelle um Schweissfuss' linken Knöchel. Weitere Ringe schnappten zu, um Arme und Hals.
"Kannst du dir vorstellen, wie in grauer Vorzeit gefangene Handelsreisende hier geschmachtet haben?" sprach Ferdinand weiter, "bis sie auch ihr letztes Geheimnis preisgegeben haben!"
Nach kurzer Pause fuhr er fort: "Dort drüben, eingemauert hinter diesen Steinen, liegen noch ihre Gebeine. Aufgestapelt bis zur Decke. Vor vielen Jahren, als ich zum ersten Mal hier her kam, hab ich diese Wand aufgemauert, denn der Gestank hier unten war früher noch viel unerträglicher".
"Und warum wolltest du mir dies unbedingt zeigen?" widerfuhr es Schweissfuss mit dünner Stimme.
"Weil dies von nun an dein Zuhause ist", erwiderte Ferdinand gelassen, "denn du hast die Prüfung bestanden".
"Welche Prüfung? Weshalb werd ich für eine bestandene Prüfung mit einem Verlies belohnt?"
Der Onkel erklärte dem jungen Käpt'n, wie er damals absichtlich die Kiste mit der Schatzkarte auf dem Dachboden verstaut hatte, um heraus zu finden, ob Schweissfuss allenfalls doch über eine gewisse Neigung zum Piratenleben verfüge, oder ob bei ihm alle Hoffnung auf ein ehrenhaftes Dasein Verschwendung sei.
"Du hast mir meinen Schatz gestohlen! Dies will ich dir aber verzeihen, wenn du dafür ein anständiger Pirat wirst".
Er zeigte auf die Kiste mit den Büchern. "Dies ist deine zweite Prüfung. Dieser Papierhaufen wird dich nun die nächsten Monate beschäftigen. Du kriegst von mir jeden Tag einen Kübel frisches Wasser, einen halben Laib Brot und eine Kerze."
Schweissfuss stöhnte und wischte sich mit der in Ketten gelegten Hand den kalten Schweiss von der Stirn.
"Teile gut ein. Es gibt nur einmal im Tag eine Ration für dich. Nutze die Zeit, in der die Kerze brennt für die Bildung. Wenn du mir sagen kannst, wo genau der zweite Schatz liegt, den unsere Vorfahren damals vergraben haben, so sollst du dieses Verlies wieder verlassen und dich auf die Suche machen.
Findest du keine Antwort, so wirst du für immer hier unten bleiben. Nach meinem Tod wird deine tägliche Ration leider ausbleiben, und niemand wird dich je hier unten finden. Also zögere nicht und mach dich an die Arbeit, wenn du nicht als Rattenfutter enden willst".
Mit diesen Worten schritt Ferdinand zur Treppe und entschwand Schweissfuss' Blicken.
Toll, dachte der sich. Das hat mir nun gerade noch gefehlt. Früher wollte ich Pirat werden - jetzt muss ich.
Die Kerze war bereits zur Hälfte abgebrannt. Also höchste Zeit, einen ersten Blick in die Bücherkiste zu werfen.
Da fanden sich umfangreiche Werke wie: "Das ABC der Seefahrt", "Kompendium der Hochsee Lyrik des 13. Jahrhunderts", "Schiffe versenken", "Raubzug Management leicht gemacht (Erfolg in zehn Kapiteln)", "Schiffbruch" und "Querwellen Psychologie für bedingt wasserdichte Jungpiraten".
Aber auch dünne Hefte wie: "Der Grund des Ozeans (Tod eines Piraten)", "Meutern", "Kalfatern für Anfänger", "Der Strudel", "Der Ruf der Enterhaken" und "Tauwerk".

Schweissfuss hatte schon lange kein Buch mehr gelesen. Wenn er sich's genau überlegte, so hatte er eigentlich noch überhaupt nie ein Buch gelesen.
Er kannte wohl die Buchstaben, jedenfalls die meisten, die hatte er als kleiner Junge mal gelernt. Aber richtig lesen, nein, das konnte er nicht.
Etwas mutlos blätterte er in den Büchern, zog eines nach dem andern aus der Kiste um es gleich wieder zurück zu legen.
Er konnte sich für seine neue Lebensaufgabe nicht wirklich begeistern, doch irgendwo musste er wohl beginnen, wollte er dieses üble Loch jemals wieder verlassen.
Kurz bevor das Licht der Kerze verlosch, hatte er sich entschieden. "Das ABC der Seefahrt", eines der abgegriffensten Bücher, hatte zahlreiche Illustrationen. Dies schien ihm ideal, um sich mit der Fertigkeit des Lesens auseinander zu setzen.
Damit wollte er morgen beginnen, sobald ihm der Onkel eine neue Kerze brachte.

Hast du vielleicht ein klein wenig Mitleid mit Schweissfuss, der sich in einer schier ausweglosen Situation befindet?
Du darfst ihn bei seiner Ausbildung ruhig ein wenig unterstützen. Zünde eine Kerze an und werde ein richtiger Pirat!
Solltet ihr zusammen die Lösung finden, so darfst du Schweissfuss ruhig auf seiner Schatzsuche begleiten und ihm auch helfen, die geplünderte Schatzkiste wieder gut zu tarnen.

Additional Hints (No hints available.)