L2 - verflucht
verliebt
Eigentlich ist er
heute ja schon genug gelaufen, aber seine Gedanken lassen ihm
einfach keine Ruhe, und dieser kleine "Ort" schreit förmlich danach
noch ein paar Meter zu gehen...
Gehen... Laufen...
Klettern... Bewegung lässt ihn fühlen, dass er noch nicht tot
ist.
Er wünscht sich endlich Ruhe in seinem Kopf. Selbst beim Schlafen
hat er sie nicht... Trotzdem, wie oft am Tag wünscht er sich
einfach zu schlafen. All das hier nicht durch zu machen, endlich
Frieden zu finden, und dann aus dem Albtraum wach zu werden.
Er steigt aus dem Auto und geht auf die Straße. "So ist mein
Leben nur eine Sackgasse." Sein Kopf sagt ihm, dass er so
geradewegs auf ein Ende zusteuert, aber sein Herz kann das einfach
nicht akzeptieren. Langsam schlendert er die Straße
hinunter, vorbei an vielen schönen Häusern. "Hier würde sie
gerne wohnen" Er ist voll mit Gedanken an sie... nur an sie...
den ganzen Tag... und darum läuft er.
Endlos geht es
geradeaus, durch ein kurzes Stück Wald, und wieder vorbei an
kleinen Häusern zwischen den Bäumen.
Er folgt einfach dem Verlauf der Straße. In der Ferne sieht er ein
Haus mit der Nummer 11.
"11 Tage... Genau so lange ist es her. 11 lange Tage. 11 Tage
zweifeln, hoffen, lieben, hassen... Ob sie mich
vermisst?"
Rechts von ihm hat
jemand einen alten Wohnwagen mit einem Dach versehen und in den
Wald gestellt. Selbst dort würde er leben wollen, solange sie nur
bei ihm wäre. Weiter hinten, nach der nächsten Kurve, führt ihn ein
schmaler Weg links in den Wald. Er hört die Blätter unter seinen
Schuhen rascheln. "Waldwege... wie viele sind wir wohl zusammen
gewandert?" Tief in Gedanken schlendert er immer
weiter.
Etwa zweihundert Meter
nachdem er die Siedlung verlassen hat fällt ihm auf, dass er einen
kleinen Berg hinaufgestiegen sein muss, denn vor ihm geht es steil
bergab. Der Wind bläst ihm ins Gesicht und seine Augen füllen sich
mit Tränen. Mehr rutschend als gehend erreicht er einen quer
verlaufenden Weg und folgt ihm nach rechts. Das Schild über seinem
Kopf sieht er nicht.
"Verflucht. Warum macht sie das mit mir? Ich hasse sie ...
Nein, hassen kann ich sie einfach nicht. Ich wünschte nur sie wäre
mir egal." Seine Hand spielt mit dem Papier in seiner Tasche.
"Was rede ich denn da für einen Blödsinn? Ich will nicht, dass sie
mir egal wird. Ganz sicher nicht. Ich wünschte... ich wünschte...
Ach, eben nur ein Wunschtraum..."
Nach etwa 3 Minuten
bemerkt er eine Felsgruppe vor sich - Scheinbar ein Aussichtspunkt,
denn hier hat man zwei Bänke aufgestellt. Er setzt sich... und er
steht wieder auf, geht zum Felsvorsprung und wieder zurück. Seine
Gedanken wollen ihn einfach nicht in Frieden lassen. Sein Kopf
schreit nach Ruhe, seine Beine nach Bewegung. Nervös rutscht er auf
der Bank hin und her und steckt sich eine seiner Lieblingszigarren
an.
Der Umschlag hat mittlerweile schon einige Knicke und Falten.
"Sie muss es unbedingt erfahren. Heute noch. ... Nein, besser
doch nicht. ... Vielleicht ist es ja schon sinnlos und zu spät,
keine Ahnung was in der Zwischenzeit alles passiert ist."
...
"Vernichte ihn.
Nein, versteck ihn" Ganz plötzlich kommt ihm eine Idee.
Er lächelt. "OK,
spielen wir ein Spiel. Ich verstecke ihn, und wenn es der Zufall
will, wirst Du ihn finden." Sie liebt solche
Spiele.
Vergraben wird er ihn direkt hier
wohl kaum - zu viele Spaziergänger. Und so hinterlässt er ihr "ein
Zeichen".
...
Dort sitzt er nun, hoch oben, mitten im Wald. Stundenlang. Mit den
Gedanken nur bei Ihr.
Den Schatz hat er begraben, aber seine Hoffnung will einfach nicht
sterben. Er fühlt sich wie in einem Abenteuerfilm. Wie ein Pirat,
der einer scheinbar verfluchten Sache hinterher rennt und bis zum
Ende nicht weiß, ob seine Geschichte gut oder böse
endet.
Erst in ein paar Wochen
wird ihm klar werden, dass er gerade seinen ersten Cache versteckt
hat ...
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Dies ist der erste
Cache aus der L2-Serie.
Wer schon jetzt mehr über diese Serie wissen möchte, kann sich
einfach bei dem Blog unter http://geo.goerzel.de
anmelden.
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