
Linus Orange hatte schlecht geschlafen. Er
hatte wild geträumt und wie so oft die Gefühle der Nacht in
den jungen Morgen mitgenommen. War dieser Traum ein reines
Produkt seiner Phantasie oder hatte er einen realen
Hintergrund? Faktoren schlecht zu schlafen gab es
genug.

Er hatte für eineinhalb Wochen mit einer
Magen-Darm Grippe im Bett gelegen, und wusste schon seit
längerem nicht mehr wie er liegen sollte. Erst gestern war es
besser geworden und er war das erste Mal aufgestanden, weil
Freunde seine Golden Retriever Hündin Fanta wieder
zurückgebracht haben. Mit dem Versuch durch Rekeln und
Strecken seine Rückenschmerzen und schlechten Gefühle zu
vertreiben, wankt Orange in die Küche. Während er sich einen
Tee zubereitet, fällt sein Blick auf den Küchentisch und mit
einem Mal weiß er wieder warum er schlecht geträumt hatte.
Dieser bescheuerte Zeitungsartikel lag ihm noch zusätzlich im
Magen. Wie kann man bloß etwas so abwegiges zu Papier
bringen. Linus setzt sich an den Küchentisch trinkt seinen
Tee und überfliegt noch einmal stirnrunzelnd den Artikel, der
ihn um seinen Schlaf gebracht hatte.

Erst eine feuchte Hundeschnauze weckt ihn aus seinen
trüben Tagträumen. Also raus an die frische Luft, Gassi gehen. Tief
in Gedanken absolviert Linus diese Runde, als er an einer
Straßenecke von einem Jogger angerempelt wird, aber statt
beschimpft zu werden, raunt der Jogger: "Vielleicht hilft ein
Telefonbuch! Und denk daran, sie sind überall!" So schnell wie der
Jogger aufgetaucht war, war er auch schon wieder verschwunden und
Orange war noch nicht wieder so fit auf den Beinen, um hinterher zu
rennen. Ein Telefonbuch? Warum nicht. Aber wer ist
überall und woher kennt ein wildfremder Jogger meine
Probleme?
Und tatsächlich findet Linus auf seinem Weg mit Fanta ein
Telefonhäuschen. Etwas verwittert, das T ist kaum zu erkennen, aber
es hat ein Telefonbuch: N, N, K, L, M, N, Nu… Mist keine
Numismatiker. Aber vielleicht die Zeitung, irgendjemand wird ihm da
eine Auskunft geben können. Nach einiger Überredung und dem
Versprechen eines exklusiven Interviews, wenn der Fall gelöst ist,
bekommt Linus Orange die Adresse von einem Münzhändler, der ihm
hoffentlich weiterhelfen könne. Spätestens jetzt ist von der
Erschöpfung der letzten Wochen nichts mehr zu spüren. Orange
verlässt das Telefonhäuschen, er ist auf einer Fährte.
Der Münzhändler entpuppt sich als drei Münzhändler. Drei
Brüder, von denen der eine von einem schweren Unfall gezeichnet
ist. Trotzdem dass er gebrochen wirkte, ist er es, der das Wort
ergreift und Linus sieben Münzen präsentiert. Er erzählt, dass der
vorherige Besitzer von einem Geheimnis dieser Münzen sprach und
ihnen das Versprechen abgerungen hat, sie niemals einzeln zu
verkaufen, da sonst das Geheimnis nicht mehr gelöst werden kann.
Sie sollten sie auch frühestens verkaufen, wenn ein Mann namens
Orange sie gesehen habe. Die Münzen selbst waren Liebhaberstücke,
nicht Ihr Material sondern Ihr Geheimnis und Ihr Weg machen den
Wert dieser Münzen aus, deshalb haben auch die Münzsammler, die
hier eine Geldanlage suchen, kein Interesse gezeigt. Wir haben sie
auch nur aus Neugier gekauft und eigentlich einen zu hohen Preis
dafür gezahlt. Die sieben Münzen ähneln sich sehr, was ist dieser
Unterschied, dass sie nur gemeinsam Ihr Geheimnis preisgeben. Linus
läßt sich von den Münzhändlern eine Lupe geben und untersucht die
Münzen ganz genau. Er spürt wie sich seine Nackenhaare aufstellen,
weil eine Gänsehaut seinen Rücken herunter läuft. Er hat eine Idee,
vielleicht die Lösung. Er schreibt sie auf einen Zettel, sie könnte
Sinn machen. Er bedankt sich bei den drei Münzhändlern und macht
sich auf den Weg. Die Spur geht weiter, aber die Motive der
Numismatiker an seiner Detektei sind auch weiterhin noch völlig
unklar. Linus Orange steuert eine bestimmte Adresse an, parkt sein
Auto in gewissem Abstand und schleicht zu der Tür. Er hört ein
Klingen rein wie eine Stimmgabel. Er öffnet die Tür nur einen Spalt
weit und schielt hinein, da wird er überwältigt …