Nach den letzten Abenteuern in Pielenhofen will Junker Ulrich
dem Bischof von Regensburg über das dort aufgefundene
Vermächtnis der Äbte berichten. Da Markttag in Regensburg ist,
nimmt er seine Gattin, die Edeldame Gudrun, und Enna, die ältere
ihrer beiden kleinen Töchter, mit, um seinen Herzensdamen Bänder
und Kleider zu kaufen.
Am Vorabend ihrer Ankunft in Regensburg übernachten sie in
Etterzhausen, in der dortigen Schänke. Beim gemeinsamen Abendessen
fallen Junker Ulrich die ungewöhnliche Stille und die wenigen Gäste
auf.
"Herr Wirt, komm' er einmal her." ruft Ulrich.
"Was ist Euer Begehr, edler Herr?" eilt der Wirt
herbei.
"Sprecht, uns fällt die bedrückte Stimmung Eurer wenigen Gäste
auf. Sagt an, was ist die Ursach?"
"Herr, ich wusste nicht, ob ich dieses Thema Euch gegenüber
ansprechen dürfte, ohne Euer Nachtmahl zu verderben, aber da ihr es
von Euch aus anschneidet... Seit einigen Wochen verschwinden immer
wieder des Nachts Menschen aus unserer Mitte und tauchen entweder
gar nicht mehr auf oder kehren nach einigen Tagen völlig verstört
und ohne Erinnerung an das Vorgefallene zurück. Damit nicht genug,
sind diese Rückkehrer teilnahmslos, und verschwinden einige Tage
darauf endgültig, auch wenn sie in verschlossenen Zimmern
zurückgehalten wurden. Keiner von Ihnen ist bislang zurückgekehrt
und man hat auch nichts mehr von ihnen gehört. Ganz im
Vertrauen" der Wirt beugt sich tief zu Ulrich herab und
flüstert - "hier geht's nicht mit rechten Dingen zu."
"Nun, meint ihr nicht, dass es für diese Dinge natürliche
Erklärungen geben mag? Immerhin ist Markt zu Regensburg und die
Verlockungen des Fleisches sind mannigfaltig. Aber dessen
ungeachtet werde ich der Sache nachgehen, wenn ich aus Regensburg
zurück bin."
Der Wirt bedankt sich und zieht sich zurück. Drauf spricht
Gudrun: "Das war halbherzig, mein Gemahl, und den Sorgen der
Menschen hier wenig angemessen. Versprich mir, dass Du Dich
wirklich darum kümmern wirst!" "Du hast Recht, der Kummer
dieser Menschen ist offensichtlich! Ich werde mein Möglichstes
tun!" Kurz darauf ziehen sich Ulrich, Gudrun und Enna in ihre
Gemächer zurück. Die Eltern teilen ein Zimmer, dem kleinen Kind ist
eine Schlafstelle in einer angrenzenden Kammer gerichtet
worden.
Ulrich fällt in einen unruhigen Schlaf, dunkle Vorahnungen eines
nahenden Unheils quälen ihn. Fast erleichtert, vom Schlaf erlöst zu
sein, schrickt er hoch, als er einen lauten Kinderschrei vernimmt.
"Vater, Mutter, so helft mir doch! Die Augen, sie glühen..."
Ulrich und die ebenfalls erwachte Gudrun eilen in die Kammer ihrer
Tochter: das Zimmer ist leer, nur der offene Fensterladen schlägt
im Wind. Sie stürzen zum Fenster und der Anblick lässt ihr Blut in
den Adern erstarren: eine dunkle Gestalt hat Enna, die noch den
Korb mit ihren Lieblings-Spielsachen, ohne den sie nie in's Bett
geht, in den Händen hält, über die Schultern geworfen. Das Kind
strampelt und schreit, doch vergebens, der Griff der Gestalt ist
fest und umbarmherzig. Hilflos müssen die Eltern mit ansehen, wie
die dunkle Gestalt mit ihrem Kind Richtung Wald in der Dunkelheit
verschwindet.
Völlig außer sich versucht Ulrich sofort kopflos in die Nacht
hinauszueilen, um dem Entführer zu folgen, aber seine Frau Gudrun
hält ihn zurück. „Unsere kleine Enna ist ein kluges Mädchen,
zudem fürchtet sie sich nicht in der Dunkelheit, sicherlich wird
sie uns Spuren hinterlassen. Doch Liebster, alleine in den Wald zu
eilen ist töricht. Lass uns gemeinsam losziehen, unsere Tochter zu
retten. Hierfür brauchen wir geeignete Ausrüstung, sonst werden wir
niemals ihre Spuren finden. Wir sollten eine sehr helle Laterne,
eine Blendlaterne mit rotem, dünnem Schein als auch eine Laterne
der Spurensucher mit violettem Speziallicht mitnehmen, damit wir
keinen ihrer Hinweise übersehen.“
Die Worte seine Frau bringen Ulrich zur Besinnung, und nachdem
sie die benötigten Laternen an sich genommen haben, eilen Gudrun
und Ulrich hinaus in die Finsternis, um die Verfolgung ihrer
Tochter und des geheimnisvollen Entführers aufzunehmen. Schon nach
kurzer Zeit fasst Gudrun ihren Gatten aufgeregt am Arm: "Ulrich,
sieh! Enna hat einen Ihrer weißen Spielsteine fortgeworfen.
Vielleicht ist dies eine Spur, der wir folgen können..."
Diese Geschichte wird in
Junker Ulrichs dunkle Stunde 1 1/2 - Das Intermezzo sowie
Junker Ulrichs dunkle Stunde 2 - Die Jagd weitergeführt.
Für diesen Nachtcache benötigt ihr neben einer starken
Taschenlampe noch einen Laserpointer und eine UV-Lampe. Weiße
Punkte weisen Euch den Weg, rote Punkte erfordern Eure
Aufmerksamkeit. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich alle
Koordinatenangaben an den Stages auf N49°01.xxx E11°59.yyy
Bitte lasst über den ganzen Weg hinweg eure Lampen an, da das
Waldgebiet auch von Jägern frequentiert wird.
Update vom 23.07.08: Hints etwas ausführlicher gestaltet,
dafür Difficulty einen halben Punkt nach unten.