Die Vorgeschichte
Wir schreiben das Jahr 1712. Ich heisse Johann Ochsner. Mein Vater
ist der Kronenwirt in Hütten. Ich gehöre zu den 24 Mannen, die Tag
und Nacht auf dem Wachtposten Bergli die Schwyzer im Auge behalten
mussten. Als Folge der Reformation hatten sich die Kantone in eine
reformierte und eine katholische Gruppe gespalten, die immer wieder
kriegerisch um die Vorherrschaft gerungen hatten. Aber nun waren
Friedensverhandlungen im Gang. Es war Sommer. Die militärischen
Besatzungen waren auf ein Minimum reduziert, um den Soldaten, die
meist auch Bauern waren, das Einbringen der Ernte zu ermöglichen.
Wir wenigen, die ausharren mussten auf beiden Seiten der Front,
kannten einander und liessen einander in Frieden. Bis am 22. Juli
1712.
Die Schlacht
Im Morgengrauen überrannten 2'300 Schwyzer unseren Wachtposten, der
von aus Hütten 10 Minuten Richtung Schindellegi gelegen war. Wir
flüchteten auf die Hüttner Schanze und alarmierten die anderen
Verteidiger. Doch die Schwyzer liessen sich nicht lange aufhalten.
Sie marschierten ausserhalb der Kanonenreichweite um den Hüttnersee
herum bis gegen Schönenberg. Dort konnten sie endlich von ein paar
herbeigeeilten Zürcher Reitern mit einer List gestoppt werden: Die
Reiter winkten von einer Anhöhe herab mit ihren Hüten nach hinten,
als ob sie einer (inexistenten) Hauptmacht den Weg weisen wollten.
Die Schwyzer liessen sich täuschen und zogen sich zurück, um die
Bellenschanze jenseits des Hüttnersees anzugreifen. Doch diese
hielt stand, und mit Hilfe weiterer Reiter konnten die Angreifer
endgültig zurückgeschlagen werden. Dies war einer der letzten
Konfessionskriege in der Schweiz. Drei Tage später wurden die
vereinigten katholischen Truppen in einer grossen
Entscheidungsschlacht bei Villmergen durch die Berner vernichtend
geschlagen.
Der Schatz
Mein Vater hatte mir ein Kistchen mit Erinnerungsstücken zum
Aufbewahren gegeben. In einem unbeobachteten Moment vergrub ich es,
denn ich hatte Angst, es zu verlieren in diesen unsicheren Zeiten.
Um mir den Ort gut merken zu können, dachte ich mir einen Trick
aus. Ich wusste von zuhause:
AB = Anzahl dicke Gitterstäbe auf dem Brunnen
CD = Anzahl Nietenköpfe auf den dicken Gitterstäben
E = Anzahl Enden an jedem der acht grossen Zacken der Krone
So brauchte ich mir bloss die folgende Rechnung aufzuschreiben, mit
der absolut niemand etwas anfangen kann ausser mir. Oder?
47° 10.(A+E)(B+B)(C+E) 8° 40.(A+B-E)(D-C-A)(B)
Mehr Info
Eine Schanze ist eine historische Befestigungsanlage. Die Hüttner
Schanze war Teil eines ganzen Systems, welches die reformierten
Zürcher im Gebiet Richterswil-Hütten-Schönenberg-Wädenswil
errichtet hatten als Schutz gegen die katholischen Innerschweizer.
Die Schanze war gesichert mit Wall und Graben sowie mit einem
Palisadenzaun, und bestückt mit zwei Kanonen. Dank dem
fantastischen Rundblick konnten nicht nur die Häuser geschützt
werden, sondern auch die Brücke über die Sihl war gesichert, und
die Sicht auf die feindlichen Truppenbewegungen in der
Höhronenflanke war optimal.
Das Bild zeigt die Hüttner Schanze. Es ist ein Ausschnitt aus einem
zeitgenössischen Gemälde von J. Füssli. Foto von Fritz Fankhauser.
Wer mehr wissen möchte über die Befestigungsanlagen in der Gegend,
findet auf Infotafel am Reservoir oder auf der folgenden Webseite
haufenweise Details:
http://www.villmergerkriege.ch/
Heute ist die Hüttner Schanze ein beliebter Aussichtspunkt mit
Bänken, Tisch und Feuerstelle. Holz muss man allerdings selber
mitbringen. Bitte das Fahrverbot respektieren.
Edit 06.01.2008: Rätsel, Rechnung und Hints umformuliert.
Die Endkoordinaten sind unverändert
Edit 23.05.2009: Neue Büchse am selben Ort versteckt
Edit 20.08.2010: Neues Versteck; Rechnung geändert, Hint angepasst,
Difficulty erhöht wegen dem neuen Versteck. Achtung die
Endkoordinaten haben sich verschoben!
Edit 05.11.2010: Hint präzisiert und Spoilerbild
hinzugefügt.