Dies ist ein Cache, der mit Hilfe einer Geschichte durch
Sillenbuch führt. Ein Teil davon ist fiktiv, der andere Teil
erzählt euch etwas über die Geschichte Sillenbuchs. Wir denken, der
fiktive Teil ist eindeutig erkennbar.
Der Cache ist kinder- aber nicht kinderwagenfreundlich und gut
mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Man kann mit der
U7/U8/U15 bis zur Haltestelle Silberwald fahren und gleich mit
Stage 1 anfangen. Ansonsten muss man sich einen Parkplatz in der
Nähe suchen. Möglichkeiten gibt es genug.
Da der Weg durch Sillenbuch kein Rundweg ist, muss man als
Autofahrer zum Schluss wieder ein Stück (ca. 1,5 km) zurücklaufen.
Stadtbahnfahrer können bei der Haltestelle Sillenbuch
(N 48° 44.646, E 009° 12.824) oder an der Schemppstraße (N 48°
44.496, E009° 13.094) einsteigen.
Die Runde sollte nicht länger als 1-2 Std. in Anspruch
nehmen.
Bitte bringt zum Tausch nur ehemalige europäische Münzen mit,
bzw. Travelbugs und Coins. Es wäre schade, wenn die Münzen weg sind
und sich stattdessen nur noch Überraschungseierschrott im Final
befindet.
Wir wünschen Euch viel Spaß beim Suchen des Schatzes der
Silbernen Buchen.
Der Schatz der Silbernen Buchen
Prolog
„Der Schatz, du musst den Schatz finden. Sonst ist alles
verloren.“ „Welchen Schatz?“ Tom beugt sich näher an den Mund
seiner im Sterben liegenden Großmutter. Heute Morgen hatte sie ihn
zu sich gerufen, um ihm eine wichtige Mitteilung zu machen. Er
hatte sich nicht viel dabei gedacht. Seine Großmutter war schon
seit längerem krank, hatte bis jetzt aber schon so lange
durchgehalten, dass er bei seinen Besuchen gerne scherzte, sie
würde sie alle noch überleben. Doch jetzt schien es ernst zu sein.
Vage erinnerte er sich, dass seine Großmutter in seiner Kindheit
manchmal von einem Schatz gesprochen hatte, und von Hütern, von
denen sie einer sei. Tom hatte das natürlich als Kindergeschichten
abgetan. Aber das sie jetzt wieder davon anfing?
Die alte Frau röchelt. Plötzlich packt sie ihren Enkel und zieht
ihn noch näher. „Es ist wahr, wovon die alten Geschichten erzählen.
Es gab eine Zeit vor dem Euro. Einst hatte jedes Land in Europa
seine eigene Währung. Wir waren glücklich! Doch dann kam der Euro
und vernichtete sie alle. Im Geheimen sammelten wir Beweise und
trugen sie zusammen und versteckten sie. Die Hüter sind es, die die
Hinweise kennen die zum Schatz führen. Finde ihn, finde den Schatz
der Silbernen Buchen.“
Am nächsten Tag steht Tom am Ortseingang von Sillenbuch und
flucht leise vor sich hin. Worauf hatte er sich da wieder
eingelassen. Einen Schatz finden, noch dazu in Sillenbuch, was für
ein Unsinn. Aber er hatte es seiner Großmutter versprochen. Was
hatte sie noch gesagt? An der Gruobbank sollte er DEN CACHER
treffen, einen neuen Hüter, mit dessen Hilfe er den ersten Hinweis
für den Schatz finden musste. Denn nur vereint und mit Müh’ und
Leid könne der Schatz gefunden werden.
Zur selben Zeit:
Gelangweilt sitzt du vor dem Computer und surfst im Internet.
Plötzlich erscheint eine Meldung auf dem Bildschirm: „Tom wartet
auf dich!“
Völlig irritiert starrst du auf den Monitor. Wer ist Tom? Und
was will er von dir?
Schlagartig erinnerst du dich wieder. Vor ein paar Wochen warst
du auf dem Rummelplatz und hast dir spaßeshalber von einer
Wahrsagerin die Zukunft vorhersagen lassen. Sie hatte von einem
gewissen Tom gesprochen und von einer gefährlichen Reise, von
Aufgaben und Hindernissen und von einem Schatz, den es zu finden
und bewahren galt. Damals hattest du gelacht und sie für verrückt
erklärt. Doch nun schien das Ganze einen Sinn zu ergeben.
Wieder guckst du auf den Bildschirm. Anstelle der Nachricht
stehen dort nun zwei Koordinaten:
N: 48° 44.908, E: 009° 12.431
Die Abenteuerlust packt dich und du gehst los.
Station 1:
Als du dich den Koordinaten näherst, erkennst du einen jungen
Mann, der rastlos hin und her läuft und sich ständig umschaut. Als
du dich ihm näherst, bleibt er stehen und starrt dich gebannt an.
Bei ihm angekommen zieht er dich hinter die Gruobbank und flüstert
dir zu: „Bist du derjenige auf den ich warte? Bist du DER CACHER?“
Du nickst nur und er fällt dir erleichtert um den Hals. „Du bist
da, endlich. Wir müssen sofort los. Hier ist es nicht sicher.
Unterwegs werde ich dir alles erzählen. Aber zunächst müssen wir
die erste Aufgabe lösen.“
„Moment mal.“ Du reißt dich von dem jungen Mann los und guckst
ihn wütend an. „Ich muss gar nichts. Wo sind wir hier überhaupt?
Und was sind das für Dinger? Bist du Tom? Was soll das Ganze?“ Tom
seufzt. Das schien länger zu dauern als erwartet. „Wir sind in
Sillenbuch, einem Stadtteil von Stuttgart, im Jahr 1264 das erste
Mal urkundlich erwähnt. Ursprünglich hieß es Sillobuoch. Sillo ist
die Kurzform von Sigubald von Bernhausen, einem Ritter dem die
Buchenwälder gehörten, von denen du hier noch einige sehen kannst.
Sillenbuch leitet sich also aus dem Namen des Besitzers ab und aus
dem mittelhochdeutschen buoch, was soviel heißt wie Buchenwald oder
nur Wald.“ Mit leiernder Stimme rasselt Tom die Fakten runter. „Und
diese Dinger, wie du sie nennst, sind keine Dinger sondern eine
Gruobbank, eine Ruhbank, auch steinerne Gruhen genannt. Diese hier
wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet und ist die letzte
in Sillenbuch. Alles Weitere später. Lass uns erst einmal die
Aufgabe lösen.“
Fast genauso ratlos wie zuvor wendest du dich mit Tom der ersten
Aufgabe zu:
„Aus Holz meistens Stein,
eine groß, eine klein,
lud sie wen zum Verweilen ein?“
> Landfrauen
> Senioren
> Kinder
Welche Zahl im Alphabet stellt der erste Buchstabe der Lösung
dar? Sie sei A.
Kaum habt ihr das Rätsel gelöst geht ihr zu den nächsten
Koordinaten:
N: 48° 45.0[A-2], E: 009° 12.[A+596]
Tom ist durch den Erfolg an der ersten Station ruhiger geworden
und gemeinsam lauft ihr zu den nächsten Koordinaten.
Station 2:
Am nächsten Punkt angekommen, siehst du dich um und fragst „Was
sollen wir denn hier machen? Hier gibt es doch gar nichts!“ „Hm,
warte.“ Tom zückt einen Zettel und liest die Worte seiner
Großmutter vor:
„Dort, wo die Sonne niemals steht,
der Turm der Wellen sich erhebt.
Die Anzahl seiner Ebenen,
führen zum Vorgegebenen.“
> 2
> 3
> 4
Die Anzahl sei B.
N: 48° 45.0[A+B+2*8+10], E: 009° 12.[50*A+100*B-8]
Ihr geht weiter.
Station 3:
Auf dem Weg zu den nächsten Koordinaten erzählt Tom dir seine
Geschichte. Du bist schockiert und kannst es kaum glauben. „Eine
Zeit vor dem Euro? Hüter? Aber…“ Tom unterbricht dich. „Du bist DER
CACHER. Du wirst einer der geheimnisvollen Hüter werden. Du musst
den Weg mit mir gehen. Dann wirst du alles verstehen. Frage jetzt
nicht weiter, wir sind an der nächsten Station.“ Tom sieht sich um
und lächelt. „Früher war ich oft hier und habe die tolle Aussicht
genossen. Siehst du, da ist der Frauenkopf, die Wangener Höhe,
Rohracker, das Dürrbachtal, der Rotenberg, Kappelberg, Kernen,
Katharinenlinde, Rüdern, Schurwald, und der Korber Kopf.“ Aufgeregt
zeigt Tom ringsum auf die einzelnen Stadtteile und Orte.Während du
die Aussicht bewunderst widmet sich Tom der nächsten Aufgabe.
„Der Säulen sind’s,
wie viel genau?
Verzähl’ dich nicht.
Du sonst nichts findst.“
> 12
> 13
> 14
Die Anzahl sei C.
Kaum habt ihr die Aufgabe gelöst, könnt ihr die nächsten
Koordinaten ausrechnen.
N: 48° 45.[164+C], E: 009° 12.[959-A+B]
Station 4:
Ganz in die tolle Aussicht versunken merkst du nicht, dass Tom
sich nervös umsieht. Als er dich anstupst siehst du ihn fragend an.
„Wir müssen weiter. Ich fürchte, die Muggel sind uns auf den
Fersen.“ „Welche Muggel? Werden wir verfolgt?“ Tom nickt. „Meine
Großmutter hat mich gewarnt, dass uns Muggel auf den Fersen sein
könnten. Ich habe schon die ganze Zeit das Gefühl, dass wir
verfolgt werden. Schnell jetzt. Lass uns das Stäffele nehmen. Die
Muggel können nur den Straßen folgen.“
Während ihr weiterhastet erklärt Tom dir die Bedeutung der
Stäffele. „In Stuttgart gibt es mehr als 400 Stäffele; zusammen
ergeben sie eine Wegstrecke von über 20 Kilometern. Die meisten
stammen aus der Zeit, als Weinbauern die Hänge des Nesenbachtals
bewirtschaftet haben. Noch bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts
reichten die Weinberge bis an den Stadtrand heran. Um die steilen
Terrassen kultivieren zu können, wurden die Stäffele angelegt. Auch
führten sie zu Dörfern und Höfen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts
wächst Stuttgart die Hänge hinauf. Anstelle der Weinberge gibt es
Häuser und Straßen. Viele der alten Weinbergstaffeln wurden
erneuert und dienen jetzt als Querverbindung zwischen den
Straßen.“
Mittlerweile ganz schön ins Schwitzen gekommen erwiderst du:
„Das ist ja alles ganz interessant. Aber was hat das mit unserem
Auftrag zu tun?“ Mitleidig guckt Tom dich an und sagt „Wir sind da.
Hier wartet eine neue Aufgabe auf uns.“
„Bergauf, bergab,
treppauf, treppab.
Sind’s ihrer vier?
So zählt sie hier.“
> 2
> 4
> 6
Die Lösung sei D.
N: 48° 45.0[A*D], E: 009° 13.2[8*D]
Station 5:
Ihr lauft weiter. Du bist völlig in Gedanken versunken. Du
kannst immer noch nicht glauben, was gerade passiert. Eben sitzt du
noch gelangweilt vor deinem Computer und im nächsten Moment steckst
du bis zum Hals in einem Abenteuer. Plötzlich bleibt Tom stehen,
schaut sich um und sucht dann nach dem Zettel mit dem nächsten
Rätsel.
„Manch einer wollt sie brennen seh’n
Doch ist dies Unheil nie gescheh’n.
Pro Raum ein Jüngling hat’s geträumt,
manch Rechenstund ham sie versäumt.
Gib acht, dass dir’s nicht genauso geht,
die Fenster sind ohn’ Tür fein abgezählt.“
> 15
> 16
> 17
Tom runzelt die Stirn. „Das ist die alte Schule von 1879. Sie
wurde gebaut, weil die erste Schule für Sillenbuch von 1820 nicht
mehr ausreichte. Kannst du dir vorstellen, dass die Schüler bis zum
Bau der ersten Schule den steilen Böpserle nach Rohracker gehen
mussten? Nach dem Unterricht ging es den ganzen Weg wieder hoch und
dann musste nachmittags auf den Feldern geholfen werden. Da war die
eigene Schule natürlich eine große Erleichterung. Die Schüler
durften übrigens noch selbst die Klassenräume kehren. Der Gedanke
ist heutzutage doch fast so unglaublich wie die Idee einer Zeit vor
dem Euro, oder?“ Tom lacht und erzählt weiter. „Mein Großvater war
auf dieser Schule. Er hat mit seinen Freunden den Lehrern ziemlich
viele Streiche gespielt und wurde in den diversen Zimmern zur
Strafe eingesperrt. Er hat mal erzählt, dass er jede Dachkammer und
jeden Kellerraum kenne. Bei dem Bau der Schule sind die Schwaben
übrigens ihrem Ruf als sparsame Gesellen nicht gerecht geworden.
Der Sockel ist aus Naturstein, das Erdgeschoss aus Ziegelsteinen
und darüber ist ein Fachwerk. Das hat ganz schön viel Geld
gekostet, weshalb die Gemeinde einen Kredit aufnehmen musste. Bei
den Betriebskosten wurde dann allerdings gespart. Es gab zwar schon
1909 elektrisches Licht, allerdings nur im Unterrichtsraum für die
Oberklasse. Im zweiten Klassenzimmer und in den zwei
Lehrerwohnungen gab es keines.“ Tom wendet seinen Blick von der
Schule ab und dreht sich um 180°. „Und gleich gegenüber ist der
alte Friedhof, siehst du? Mein Großvater liegt dort begraben.
Früher habe ich mir einen Spaß daraus gemacht, das älteste Grab zu
suchen.“
Während Tom dir dies alles erzählt, hast du schon die Fenster
gezählt. Plötzlich siehst du zwei Muggel auf euch zukommen. Du
packst Tom am Arm und deutest auf sie. Er reagiert blitzschnell und
läuft mit dir über den kleinen Spielplatz zum Alten Friedhof. Dort
versteckt ihr euch hinter dem Denkmal für die Gefallenen des
1.Weltkrieges. Tom flucht. „Jetzt haben wir die fünfte Aufgabe
nicht gelöst.“ Breit grinst du ihn an. „Doch, es sind…“
Die Anzahl sei E.
Als die Muggel weg sind, geht ihr zu den nächsten
Koordinaten.
N: 48° 44.9[2*C+E], E: 009° 13.[A*2]9
Station 6:
Auf dem Weg zur nächsten Aufgabe hältst du immer wieder inne, um
dir die alten Häuser anzusehen. Als ihr an der Hausnummer 117
vorbeikommt, macht Tom dich auf das Zeichen an der Wand aufmerksam,
das auf die Zunft der Küfer verweist. Schließlich seid ihr an den
neuen Koordinaten angekommen. „Hm“, murmelt Tom, „das ist das neue
alte Rathaus. Es gibt noch das ganz alte, davon ist aber nur noch
der Turm erhalten geblieben, der Rest wird als Wohnhaus genutzt.
Wenn wir die Straße weiterlaufen kommen wir daran vorbei. Es ist
die Hausnummer 80.“ Er deutet die Straße hoch. Du willst loslaufen,
doch Tom hält dich fest. „Halt, wir müssen hier noch eine Aufgabe
lösen.“ Du bleibst stehen und hörst Tom weiter zu. „Anstelle des
Rathauses sollte hier die neue Sillenbucher Kelter gebaut werden.
Kaum zu glauben, dass in Sillenbuch früher Wein angebaut wurde. Bei
einigen Häusern kann man noch die runden Kellertore sehen, durch
die man die Wein- und Mostfässer transportiert hat. Über 600 Jahre
wurde hier Wein hergestellt. Erst im Jahr 1921 verkaufte die
Gemeinde ihre Weinpresse, weil sich das Keltern nicht mehr lohnte.“
Tom muss lachen. Dann beugt ihr euch über den Zettel und lest:
„Das Zentrum der Macht,
erbaut und erdacht,
In welchem Jahr?
Wisst ihr es gar?“
> 1905
> 1906
> 1907
Die Aufgabe ist schnell gelöst. Die Quersumme sei F.
N: 48° 44.8[F+C-A], E: 009° 13.1[F+14]
Station 7:
Der Weg zur nächsten Aufgabe führt euch am ersten Rathaus und an
alten Bauernhäusern vorbei den Hang hinauf, von denen viele unter
Denkmalschutz stehen. Keuchend erreicht ihr die nächste
Station.
Tom sieht dich an und seine Augen leuchten vor Aufregung. „Das
ist die letzte Aufgabe, gleich haben wir es geschafft.“
„Ein Zuhaus’ hat hier das Tier?
Nur welches ist’s, komm sag es mir?“
> Pferd
> Schaf
> Hase
Welche Zahl im Alphabet stellt der erste Buchstabe der Lösung
dar? Sie sei G.
N: 48° 44.A*F*B+G*A-C, E: 009° 13.G*F+2*C
Station 8:
Du bist mit Tom bei den letzten Koordinaten angekommen. Hier
irgendwo muss der Hinweis auf den Schatz der Silbernen Buchen
versteckt sein. Getrennt voneinander fangt ihr an zu suchen.
Nach dem Fund:
Du wirst fündig. Du öffnest die Dose und siehst lauter
verschiedene fremdartige Münzen. Ist das der Beweis? Sind das
ehemalige Zahlungsmittel verschiedener europäischer Länder?
Tatsächlich! Aufgeregt rufst du nach Tom, doch er antwortet nicht.
Du siehst dich um. Er ist weg. Der neue HÜTER muss den Weg alleine
weitergehen.