Die Sieben Schläfer
Eine christliche Abwandlung des alten,
schon im Heidentum bekannten Motivs des Schläfers, der aufwacht und
die Welt verändert vorfindet.
Verchristlicht wahrscheinlich im 5.
Jahrhundert in Ephesus. Theodosius II. von Byzanz (408 – 450
n. Chr.) soll den Siebenschläfern eine Kirche erbaut haben,
welche dann lange Zeit hindurch eifrig besucht
wurde.
Inhalt der christlichen
Legende:
Kaiser Decius, der Christenverfolger (249
– 251 n. Chr.) kommt nach Ephesus, lässt Christen grausam
hinrichten, findet sieben Jünglinge von adeliger Herkunft und gibt
ihnen Zeit zur Überlegung, ob sie von ihrem Glauben abfallen
wollen, bis er wieder komme.
Laut ältester Überlieferung ziehen sich
Achilles, Diomedes, Eugenius, Stephanus, Probatus, Sabbatius,
Quiriacus zum Gebet in eine Höhle auf dem Berg Cheileton zurück, wo
sie einschlafen. Dort findet sie Decius und lässt die Höhle mit
großen Steinen verschließen und versiegeln.
Nach ca zwei Jahrhunderten, als Ephesus
längst christlich geworden war, wollte ein reicher Landbesitzer die
Höhleaufmachen und zu einem Stall umbauen
lassen. Die Sieben Schläfer erwachen und meinen, nur eine Nacht
geschlafen zu haben. Einer von ihnen geht in die Stadt, wundert
sich über die Kirchen und die Kreuze darauf und will etwas kaufen.
Aber seine Münze ist aus der Zeit des Decius und löst daher
Verwunderung aus.
Der Junge führt das Volk zur Höhle. Der
Bischof und der Stadtpräfekt entdecken dort die Tafeln, welche ein
Christ außen an die Höhle hat anbringen lassen. Auf diesen waren
die Namen und das Martyrium verzeichnet.
Als sie die Höhle betreten, erglühen die
Antlitze der Sieben. Das Volk dankt Gott, dass es dieses Wunder
schauen durfte und benachrichtigt Kaiser Theodosius. Bei dessen
Eintreffen bezeugen die Sieben ihre Auferweckung und
entschlafen alsbald. Sie werden in der Grotte beigesetzt und eine
große Kirche bei ihrem Grab errichtet.