St. Pankratius-Kapelle
Wasser ist Leben: Die große Bedeutung des
Wassers kommt symbolhaft auch mit der Taufe zum Ausdruck. Wasser
hat auch bei der Niebelsbacher St.-Pankratius-Kapelle eine
Besondere Rolle.
Unter der über 600 Jahre alten Kapelle wurden nämlich gleich zehn
periodisch sprudelnde Quellen und Quellenhorizonte nachgewiesen.
Dies lässt auch den Schluss zu, dass anders als in anderen
Gemeinden die Kirche nicht in der Ortsmitte, sondern bewusst an
dieser Stelle inmitten von Streuobstwiesen außerhalb des Ortes
errichtet wurde. Das Quellwasser, auch das des unmittelbar vor den
Kirchenmauer liegenden und vor kurzem neu gefassten Märzenbrunnens,
diente einst auch der Wasserversorgung von Ober- und
Unterniebelsbach. Heute haben die, vornehmlich im Frühjahr und nach
ausgiebigen Regenfällen sprudelnden Quellen nur noch symbolische
und zeitgeschichtliche Bedeutung. Reizvoll liegt die kleine,
besonders im aufblühenden Frühjahr hübsch anzusehende Filialkirche,
inmitten von Streuobstwiesen. Zwar fehlen schriftliche Zeugnisse
zur mittelalterlichen Baugeschichte des einmaligen Kleinods, man
geht jedoch davon aus, dass der schlichte Kirchenbau in der
Hauptsache in zwei Phasen entstand. So belegen Fachleute, dass die
Westteile einer Periode, romanisch-frühgotischer Zeit, etwa um 1200
bis 1250 entstammen. Erstmal urkundlich erwähnt ist die Kapelle um
1391. Knapp ein halbes Jahrhundert später erfolgte nach Abbruch der
alten Ortsteile die Verlängerung des Kirchenschiffes mit dem Chor
in der heutigen Form. Datierungskriterien liefern hier die
spätgotischen Architekturformen. Größere Veränderungen blieben der
St.-Pankratius-Kapelle, die zu einer der ältesten Kirchenbauten im
Enzkreis zählt, allerdings erspart.
Während am äußeren des Kirchleins heute nur noch Reste
wiederentdeckter mittelalterlichen Farbigkeit zu finden sind, zeigt
sich im Inneren eine ländlich-barocke Ausstattung, mit einer
kräftigen Empore und Felderdecke. Neben der Innenausmalung sind
auch das hölzerne Blockgestühl, der Kanzelkorb, der protestantische
Beichtstuhl und auch der mittelalterliche Altarblock
beachtenswert.
Unter diesem Altarblock fließen auch die Quellen der Kirche
zusammen. Das zwischen dem Wasser und dem Kirchenbau ein
Zusammenhang besteht steht außer Frage, wenngleich schriftliche
Zeugnisse hierfür fehlen. Die Verbindung der sprudelnden Quellen
mit dem Heiligtum war in dem, in biblischen Sinnbildern und
Allegorien denkenden Mittelalter durchaus geläufig.