Dieser LP erzählt eine sehr merkwürdige Geschichte. Eine bewegende
und zugleich dramatische Geschichte. Als einziger Zeuge dient ein
Tagebuch, dass man vor einiger Zeit erst gefunden hat. Es war
hinter einer Holzbohle versteckt und sollte wohl nie gefunden
werden. Doch lest selbst:
19. September 1985 - A
Wenn ich jetzt nicht schreibe, dann werde ich verrückt. Was hier
vor sich geht, kann ich mir nicht erklären. Auf diesem Bahnhof muss
ein Fluch lasten. Mein Kollege Werner sagt, dass ich mir mehr Ruhe
gönnen soll. Doch gerade dann ist „es“ da.
Da dies mein erster Eintrag in mein Tagebuch ist, möchte ich
wenigstens ein paar Worte über mich verlieren. Ich bin Heinrich
Beuten und nunmehr 45 Jahre alt. Ich arbeite schon viele Jahre für
die Deutsche Reichsbahn und war bisher im Berliner Ostbahnhof
beschäftig. Bis zu jenem Tag, an dem ich wohl die Kontrolle
verloren habe. Ich kann mich an diesen Tag nur noch schwer
erinnern. Es war, als hätte mich etwas gelenkt. Doch wenn ich an
diesen Tag zurück denke sehe ich nichts. Ich kann mich erst wieder
daran erinner, dass man mir sagte, dass ich für 4 Wochen beurlaubt
werde und anschließend im Bahnhof Hohenmölsen arbeiten werde, da
dieser kleiner ist und ich dort nicht so viel Schaden anrichten
kann.
Nun bin ich schon seit 2 Wochen hier. Man hat mir ein Zimmer
unter dem Dach als Wohnraum hergerichtet. Dort habe ich ein kleines
Bett stehen und ein Boiler und Waschbecken hängen an der Wand. Ich
habe ein paar Teppiche ausgelegt, damit es ich an den Füßen nicht
so sehr friere. Es wird langsam kalt und die dunklen Tage
kommen.
Eben ist mein Kollege Werner gekommen und macht die
Nachtschicht. Ich liege jetzt hier in meinem Bett und weiß nicht so
recht wie ich „es“ beschreiben soll. Der Regen trommelt gegen das
Fenster. Vielleicht probiere ich es doch mit etwas Ruhe, wie Werner
es mir empfohlen hat. Ich werde jetzt schlafen.
10. Oktober 1985 - B
Heute war ein seltsamer Tag. Als ich morgens aufgestanden bin war
mir sehr kalt. Ich bin an meinen Schreibtisch gegangen und alle
Unterlagen waren zerwühlt. Die Blätter lagen teilweise lose herum
und waren zerrissen. Werner beteuerte, dass er nicht oben war. Ich
bin verwirrt.
Als ich nochmal in das Zimmer gegangen bin merkte ich, dass die
Balkontür ein Stück weit aufstand. Habe ich sie vergessen zu
schließen? Vielleicht hat der Wind die Unterlagen auf meinem
Schreibtisch aufgewühlt. Doch warum sind einige zerrissen? Mir ist
nicht wohl bei dem Gedanken an all das und ich würde gern wieder
weg von hier. Ich schloss die Balkontür. Das Licht flackert. Gibt
es in deisem Haus auch mal etwas, das funktioniert?
21. Oktober 1985 - C
Ich habe Angst. Heute Nacht bin ich aufgewacht. Ich habe kratzen
und Schreie gehört. Ich wollte sehen, woher die Laute kommen und
bin nach unten gegangen. Mit jedem Schritt schienen die Geräusche
lauter zu werden. Ich bin zur großen Halle gegangen und riss die
Tür auf. Die Schaniere quitscht - vielleicht sollte ich sie einmal
einfetten. In dem Moment als ich in den Raum Einblick nehmen konnte
habe ich ein helles Leuchten gesehen und eine Stimme wisperte
„Heinrich“. Dann war wieder Ruhe und Dunkelheit. Die Waage im
hinteren Teil der Halle schien sich noch zu bewegen. Doch so sehr
ich sie auch untersuchte, konnte ich an ihr nichts Merkwürdiges
feststellen. Doch hier irgendwo muss etwas sein. Ich hoffe Werner
erlaubt sich keinen Scherz mit mir.
13. November 1985 - D
Ich habe Nachtschicht und es scheint ganz ruhig zu sein. Es ist
heute wieder sehr kalt draußen. Nur einige Güterzüge verkehren
heute Nacht und der Nächste Personenzug fährt 5.30 Uhr los. Es ist
noch so unendlich lange Zeit bis dahin. Draußen ist wieder so ein
helles Leuchten. Es scheint mir so, als würde dort ein Zug kommen.
Darauf bin ich nicht vorbereitet. Die Weichen sind nicht richtig
gestellt! Oh mein Gott… Wenn ich jetzt nicht schnell genug bin,
dann wird ein großes Unglück geschehen…
Nichts… ich bin aufgewacht. Meine Kopf auf der Tischplatte und
der Stift in der Hand. Habe ich das alles etwa nur geträumt? Und es
ist bitterkalt. Es sind immer noch 2 Stunden bis der nächste Zug
abfahren wird. Ich werde in den Keller gehen und nachsehen, was mit
der Heizung ist. Irgendetwas stimmt nicht mit diesem Haus. Ständig
geht alles kaputt.
24. November 1985
Es ist noch ein Monat bis Weihnachten. Ich bin so einsam. Und ich
träume nachts immer von dieser Frau. Sie sieht mich an. Sieht mir
tief in die Augen. „Heinrich“ sagt sie leise… Sie schaut so, als
wolle sie, dass ich ihr helfe. Ich träume in den letzten Tagen oft
von ihr. Was ist nur mit mir los?
2. Dezember 1985 - E
Ich weiß immer noch nicht, wie ich das alles verarbeiten soll.
Heute Nacht kam Werner in mein Zimmer gerannt. Er kommt sonst
niemals hoch. Er sagte mir, dass die Elektrik ausgefallen ist und
auch der Notstrom nicht funktioniert. Er schrie, dass in 20 Minuten
ein Zug den Bahnhof passiert und die Weichen nicht richtig gestellt
sind. Ich habe mir schnell etwas angezogen und bin auf die Gleise
gerannt. Die Weichen waren zugefroren. Ich versuchte sie mit aller
Kraft richtig zu stellen doch ich habe es nicht geschafft. Ich rief
nach Werner, dass er mir helfen solle, doch er war auf einmal weg.
Meine einzige Möglichkeit war, sie elektrisch zu stellen, doch im
Gebäude war es dunkel. Oh nein... der Strom ist ausgefallen. Doch
irgendwie muss dieser Notstrom in Gang zu setzen sein. Ich rannte
in Richtung Wartehalle. Irgendein Fehler muss im Stromkreislauf
sein. Doch wo? Meine Hände waren kalt und ich konnte sie kaum
bewegen… Die Zeit… sie rinnt mir davon. Und plötzlich sah ich die
Frau aus meinen Träumen… sie schien zu sagen: „Heinrich, es ist
vorbei“.
In diesem Moment gab es einen ohrenbetäubenden Knall. Der Zug
war entgleist. Es sah schrecklich aus. Ich bin so verzweifelt. Es
lag nur an mir. Ich zittere immer noch… Kann den Stift kaum
halten…
"Und hinter ihnen, im wesenlosen Scheine,
lag, was uns alle bändigt, das Gemeine."
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In einer anderen Handschrift (man nimmt an, dass Werner dies noch
hinzugefügt hat) stand unter dem letzten Eintrag:
"Ich wollte ihn nicht allein lassen. Doch ich habe es getan.
Nicht die Ruhe, sondern die Einsamkeit hat ihn dahin gebracht. Er
hat seinen Frieden gefunden. Unweit von dem Ort, der ihn in den
Wahnsinn trieb."
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Der Zugang (kein Metall) befindet sich auf der hinteren
Seite des Gebäudes. Bitte verschließt wieder alles ordentlich,
damit er nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist! Auch wenn es
verschraubt aussieht: ist es nicht! Die Koordinaten für den
Final sind N 51° ??.??? E 012° ??.??? Mit Hilfe der Geschichte und
einem wachsamen Auge werdet ihr auch F finden.
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Ein etwas anderer Mystery, da nur eine Geschichte erzählt wird.
Wir hoffen, dass ihr damit zurecht kommt. Um die Finalkoordinaten
zu erhalten müsst ihr die Geschichte leben und außerdem "den
richten Dreh" raushaben.
Bitte äußerste Vorsicht auf dem gesammten Gelände, da sich das
Haus in einem teilweise verfallenen Zustand befindet.
Achtet bitte auf Muggel. Es gibt auch bewohnte Häuser gegenüber
des LP. Geht den Cache deshalb bitte tagsüber an
(Taschenlampenlicht). Nichts desto trotz benötigt ihr auch eine
Taschenlampe. Ansonsten ist nur Stift, Zettel, Ausdauer und ein
bisschen Hirnschmalz nötig.
Die Gaststätte gegenüber ist eingeweiht und freut sich auf den ein
oder anderen hungrigen Cacher.
Viel Spaß wünscht das Team Underground
Endlich da! Der neue LP-NC vom
team_underground
Nimm dich in Acht!