Dem Phänomen des Schmetterlingseffektes
folgend, wird hier über drei Caches versucht darzustellen, dass
kleine Ereignisse große Auswirkungen haben können. In diesem
Fall ein gewisses Ereignis, dem wir uns in dieser Serie Schritt für
Schritt nähern werden.
Ich hoffe, Ihr findet diesen Teil der preußischen Geschichte
genauso spannend wie ich, nachdem ich in die Materie eingetaucht
war. Gleichzeitig möchte ich mich jedoch von allem militärischen
Enthusiasmus distanzieren. Es geht mir hier einzig um das Interesse
an einer geschichtlichen Tatsache in meiner unmittelbaren Umgebung.
Um es mit Wilhelm von Humboldts Worten auszudrücken „Nur
wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft!“
Geschichte, rückwärts
betrachtet...
Unsere Ausgangs-Situation ist kurz und knapp folgende: Die Schlacht
ist vorbei, die Preußen waren siegreich.
23. August 1813, sehr spät abends
Noch in der Nacht trafen
die ersten Verwundeten vom Schlachtfeld in Berlin ein. Mit dem
Tagesgrauen des 24. August zog eine regelrechte Völkerwanderung vor
die Tore der Stadt mit Fuhrwerken voll Lebensmitteln,
Verbandsmaterial und Liebesgaben. Tausende kamen ins große Lager
bei Heinersdorf und man riß sich förmlich darum, einen Verwundeten
in Pflege zu bekommen.1
"Elf Wagenreihen mit Brot und Tabak, mit
Bier und Branntwein beladen, setzten sich nach dem Biwak von
Heinersdorf hin in Bewegung. Auch von Eberswalde, Charlottenburg
und Oranienburg erschienen Transporte."2
Dies wäre aber nicht geschehen, wenn nicht vorher...
23. August 1813, spät abends
Marschall Oudinot
(franz.), dessen Truppen am späten Nachmittag endlich Ahrensdorf
erreicht hatten, hatte, als er den starken Kanonendonner von
Großbeeren her hörte, die Reiterdivision Fournier[...]aufbrechen
lassen. Zwar traf sie nun zu spät ein, doch gingen die fast 2.000
Reiter — es war schon weit nach 20.00 Uhr — trotz
ziemlicher Dunkelheit noch vor. [...]Gegen diese französische
Kavallerie eröffnete die schwedische Batterie unter Oberst Cardell
das Feuer. Gleichzeitig stürzte sich Major von Sandrart mit dem 2.
dem schwarzen Leib-Husaren-Regiment, denen die westpreußischen
Ulanen folgten, auf den linken Flügel der feindlichen Kavallerie
und schlug sie in die Flucht.
Da die nunmehr
Versprengten aber statt in den Wald in Richtung Großbeeren
galoppierten, jagten ihnen die preußischen Husaren und Ulanen
hinterher, ihnen wiederum folgten die anderen noch geschlossen
gebliebenen französischen Reitermassen. In dichtem Knäuel jagte
alles zwischen der Windmühle und Großbeeren vorbei. Die
westpreußischen Ulanen schlossen sich an, dann noch die
Jägereskadron, dann das Dragonerregiment Königin. Eine regelrechte
wilde Jagd stob mitten durch die preußische Infanterie in Richtung
auf Zehlendorf und Berlin. In der Dunkelheit waren Freund und Feind
kaum zu unterscheiden. Erst hinter Heinersdorf löste sich das
Knäuel, in wütendem Nachtgefecht gewannen die preußischen Reiter
die Oberhand. 1
Dies wäre aber nicht geschehen, wenn nicht vorher... ...Fortsetzung im
GC1HAY7 Am Windmühlenhügel.
Änderung vom 26.10.2009: Der Startpunkt liegt jetzt
direkt im Heinersdorfer Urwald (bitte die Wege benutzen). Dort habe
ich einige Zeugen der Schlacht gefunden, einer davon macht dem
General alle Ehre. Der Cache liegt 37 Meter südlich (genau 183°).
Parken könnt Ihr bei N 52° 23.166' E013°19.355'.
Wer die ganze Geschichte noch einmal vorwärts mit allen
Einzelheiten lesen möchte, dem seien meine Quellen empfohlen.
Quellen:
1 http://www.preussenweb.de/grossbeer2.htm
2 Theodor Fontane
"Wanderungen durch die Mark Brandenburg" IV Spreeland, Links der
Spree, Die Entscheidung, S. 217
Fontane liefert in seinem 4. Band auf den
Seiten 228 ff. übrigens eine Beschreibung über das Leben in Berlin
während dieser Tage. "[...]Von diesem Augenblick an kamen wir
eigentlich nicht mehr zur Besinnung. Auf den Straßen lief alles
durcheinander, und zu den Fenstern hinaus fragte man sich, wie's
stünde. Viele ließen sich nicht abhalten und gingen trotz des
strömenden Regens bis nach Tempelhof oder doch wenigstens bis auf
den Tempelhofer Berg hinaus, um dem Aktionsfeld um eine halbe
Stunde näher zu sein[...]." Der Tempelhofer Berg heißt heute
Kreuzberg.