
DIE HIASLHÖHLE
Im Oktober 1948
verstarb Josef Wisett, genannt "Hiasl" nach 24 Jahren
Höhlendasein.
Der Hiasl war ein gutmütiger, verschmitzter
und schalkhafter Waldbewohner, welcher dem Hopfentrunk nicht
abgeneigt war. Gelernter Steinmetz und Reitersoldat im „vierzehner
Krieg“ aus dem er mit einer Kopfverletzung in die Heimat
zurückgekehrt ist. Ob nun der Entschluss zur Einsiedelei darin
begründet war oder durch den angeblichen Streit mit seinem Vater
welcher ihn vom Hof jagte oder eine verschmähte Liebe ist nicht
mehr sicher zu ergründen.
Der Hiasl vom Labertal hatte nichts mit dem
bairischen Hiasl aus der Augsburger Gegend gemeinsam. Denn er war
weder ein Rebell noch ein Schutzpatron der Wilddiebe, der Hiasl
verdiente sich seinen Unterhalt als Korbflechter. Seine sicherlich
nicht üppige Kriegsrente wurde monatlich dem Beratzhauser Wirt dem
„Friesenmühlerer“ überwiesen, wohin er auch immer wieder wanderte
um sich Bier für seine langen Höhlentage und –Nächte abzuholen.
Vielleicht war auch der übermäßige Bierkonsum Grund dafür, dass man
den Hiasl mitunter auch phantasieren und in Selbstgespräche
vertieft hören konnte. Auch von angeblichen Teufelserscheinungen
ist die Rede. Wenn man sich jedoch die Höhle mit einer Kerze
beleuchtet vorstellt, dann kann das Flackern der Kerze durchaus als
unheimlich bezeichnen.
In den kalten Wintermonaten nächtigte der
Hiasl übrigens nicht in der Höhle sondern im Stadl der
Friesenmühle. Im Oktober 1948 verstarb der damals 74 Jährige Eremit
im Parsberger Krankenhaus an "Herzmuskelentartung, Wassersucht und
Herzlähmung".
Die Geschichte wird selbst nach 60 Jahren
nach dem Tod vom Hiasl von Vater zu Sohn weitererzählt.
Wichtig: In der Höhle sind die
Koordinaten des Finals mit
UV-Licht zu finden.
