Als
Nicht-Flensburger fragt man sich natürlich, wie die
Straße zu Ihrem Namen kommt. Weit und breit kein Sendemast
oder Funkstation zu sehen. Als „alteingesessener“
Flensburger kann man sich aber noch daran erinnern, daß hier
an dieser Stelle zuletzt ein 222 m hoher, rot-weiß
gestreifter Sendemast gestanden hat. Zu drei Seiten gespannte
Drahtseile hielten den Turm in der Senkrechten. Es war als Kind
immer spannend bei Gewitter den Turm zu beobachten, wenn die Blitze
in den Mast einschlugen. Im Winter bestand die Gefahr des
Eisschlags von den gespannten Stahlseilen. Dies war sicherlich auch
einer der Gründe für den Abbau des Turmes innerhalb des
inzwischen dicht besiedelten Gebiets.
Angrenzend an das
Gelände liegt ein Fußballplatz der von der
Käte-Lassen-Schule als Schulsportplatz genutzt wird. An den
Nachmittagen und am Wochenende nutzen den Sportplatz viele
Freizeitkicker. Teilweise ist mit hohem Muggelaufkommen zu rechnen.
Interessant ist, daß seinerzeit der Sportverein
„Flensburg 08“ hier sein Vereinsgelände bis 1958
hatte. Auf der Homepage des Vereins wird von einer
„denkwürdigen Sportstätte“ geschrieben.
Zeitzeugen aus der Zeit bestätigen diese Aussage.
Hier noch einiges
Historisches zu dem Gelände. Ich zitiere hierzu in
Auszügen aus dem Buch „Flensburgs
Straßennamen“ von Dieter Pust.
Der Rundfunksender Flensburg nahm am 5. November des Jahres 1928
seinen Betrieb auf. Die Senderanlage stand in damals relativ
einsamer Lage vor den Toren der Fördestadt. Seit
Einführung des deutschen Rundfunks am 29. Oktober 1923 war
Flensburg der 26. Sender, der ein öffentliches Programm
ausstrahlte.
Als
Antennenträger dienten zwei 60 m hohe Holztürme aus
amerikanischer Pechkiefer, die ohne Verwendung von Nägeln
aufgebaut waren. Zwischen diesen 80 m voneinander entfernten
Türmen war eine Doppel-T-Antenne ausgespannt.
Anfang 1934 wurde
die Station erstmalig erweitert. Es wurde ein neuer 3-kW-Sender der
Firma Telefunken installiert.Die beiden 60-m-Türme wichen
einem neuen Holzturm von 90 m Höhe der gleichen Holzsorte.
Die Ereignisse der
letzten Kriegswochen mit dem Vordringen der Kampf- und
Besatzungstruppen auf deutschem Boden wies dem Sender Flensburg
unverhofft eine politischen Bedeutung zu.
Am 3. Mai 1945
brach um 17:15 Uhr jede Verbindung zum Funkhaus Hamburg als
ständige Programmquelle ab. Um 19:30 Uhr nahm der Sender
Flensburg ein eigenes Programm auf mit der Ansprache von
Reichsminister Alfred Speer.
Die
bemerkenswerteste Sendung fand am 7.5.1945 statt. An diesem Tag gab
der Geschäftsführende Minister, Schwerin von Krosigk, die
bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht bekannt. Er
wies auf die Opfer des Krieges hin und beschwor das deutsche Volk,
sich „durch das Dunkel der Zukunft durch drei Sterne
erleuchten und führen (zu) lassen, die stets Unterpfand echten
deutschen Wesens waren: Einigkeit und Recht und Freiheit“.
Damit benannte er fast seherisch die drei Säulen , auf denen
sich genau vier Jahre später das Grundgesetz der
Bundesrepublik Deutschland gründen sollte.
Am 8. Mai 1945
verkündete Karl Dönitz als kurzfristiger Nachfolger von
Hitler um 12:30 Uhr in einer zehnminütigen Rede die
Kapitulation Deutschlands über diesen einzigen noch in Betrieb
befindlichen ortsfesten Sender.
Die
Einführung des Fernsehens machte eine Erweiterung des Senders
erforderlich. Der 90-m-Holzturm hatte erstaunlich gut Wind und
Wetter standgehalten. Er war nun aber nicht mehr in der Lage,
weitere Antennen aufzunehmen, und auch seine Höhe reichte
für eine Fernsehversorgung nicht aus. Als Antennenträger
wurde ein über 200 m hoher Stahlmast errichtet, das neue
Wahrzeichen der Stadt Flensburg. Die Fernsehsenderanlage wurde am
21. Dezember 1957 in Betrieb genommen. Nach 30 Jahren erfolgte sein
Abriss und wurde ersetzt durch einen neuen Sender am Fuchsberg.
Puh, das war jetzt viel Historisches. Ich hoffe ich habe euch nicht
gelangweilt. Und jetzt ab zum Cachen.
Viel Spaß bei der Suche - Blinker1980