Der EBV -
Grube Carolus Magnus in Übach-Palenberg (4)
1892 erwarb der Eschweiler Bergwerks-Verein die
Rechte des Feldes "Boscheln III", das auf dem Gebiet der Gemeinden
Frelenberg und Übach lag. Da der EBV vermutlich die Gefahren und
die Kosten des Abteufens einer Schachtanlage auf diesem Areal wegen
des widrigen Deckgebirges fürchtete, verkaufte er im Jahr 1910 die
Rechte an drei französische Stahlunternehmen: die Compagnie des
Forges et Aciéries de la Marine et d'Homécourt in Paris, die
Société Anonyme des Hauts Fourneaux et Fonderies Pont-á-Mousson in
Nancy und die Société Anonyme des Aciéries de Micheville in
Paris.
Hinter der Kaufabsicht stand das Bestreben der
drei Firmeninhaber über ein eigenes Steinkohlenbergwerk zu
verfügen, mit dem die firmeneigenen Hochöfen befeuert werden
sollten.
Erste Probebohrungen im Jahre 1910 hatten
ausreichende Kohlevorkommen nachgewiesen.
Neben dem Feld "Boscheln III" werden noch eine
Reihe kleinerer Teilfelder mit veräußert. Im folgenden Jahr wird
nach der rechtsgültigen Überschreibung der einzelnen Felder aus dem
Zusammenschluss das Consolidationsfeld "Carolus Magnus". Der Name
geht auf die lateinische Bezeichnung Karls des Großen zurück, der
auch von den Franzosen als Staatsgründer beansprucht wird. Im
selben Jahr wird die Gewerkschaft Carolus Magnus gegründet.
Nachdem endlich alle benötigten Grundstücke, die
auf den Flächen der damals noch eigenständigen Gemeinden Frelenberg
und Übach lagen, gekauft waren, konnte mit den Vorarbeiten zum
Abteufen der Schächte begonnen werden.
Noch im Jahr 1911 wird mit dem Bau der
Übertageanlagen begonnen. Parallel zu den Arbeiten an der
Zechenanlage wird auch mit dem Bau von Bergarbeiterhäusern in
unmittelbarer Nähe der Grube angefangen.
Im Jahr 1912 erhält die Grube einen
Eisenbahnanschluss. Dazu wird vom Bahnhof Palenberg ein
Anschlussgleis bis auf das Grubengelände gelegt.
Die Abteufarbeiten zur Doppelschachtanlage in
Übach-Palenberg erwiesen sich schon bald als äußerst schwierig, da
die ohnehin sehr tief liegenden Steinkohlenflöze von mächtigen,
wasserreichen Schwemmsandschichten überlagert werden. Trotz des
Einsatzes des neuartigen Gefrierverfahrens brachen 1913 während der
Teufarbeiten die Schachtstöße ein und die einstürzenden Sandmassen
begruben 13 Bergleute unter sich. Ein Jahr später, gut 15 Monate
nach Beginn der Arbeiten, wurde in einer Teufe von 400 m
kohleführendes Gestein erreicht. Dennoch konnte die Grube ihre
Förderung noch nicht aufnehmen. Bedingt durch den Ausbruch des
Ersten Weltkriegs fehlte es an Mann und Material für den zügigen
Weiterbau der Grube. So konnte mangels Kohle das Kesselhaus nicht
ausreichend Dampf produzieren, um die Gefriermaschine zu betreiben.
Schacht II war noch nicht fertig gestellt und die Abteufarbeiten
konnten nur mit einer stark dezimierten Belegschaft fortgeführt
werden. 1915 war auch dieser Schacht von einem massiven
Wassereinbruch betroffen, der die Arbeiten stark verzögerte. Erst
nach weit über einem Jahr war der Schaden soweit behoben, dass die
Arbeiten fortgeführt werden konnten.
Am 1.1.1918 war dann auch Schacht II fertig
gestellt; auf den Tag genau ein Jahr später konnte die erste Kohle
gefördert werden. Nach Ende des Krieges standen wieder ausreichend
Arbeitskräfte zur Verfügung. Nach Beendigung der Abteufarbeiten
wurden darüber hinaus noch zahlreiche weitere Arbeitskräfte
benötigt. Um auch hier attraktive Anreize zu schaffen, ließ die
Gewerkschaft Carolus Magnus weitere Bergarbeiterhäuser errichten.
Auch die nächsten Jahre stehen im Zeichen des rasanten Aufbaus, der
durch die Inflation nur kurzzeitig gebremst wurde. So besaß man
nicht genug Geld um Waren und Löhne zu bezahlen. Es wurde
kurzerhand - ohne Genehmigung - eigenes Geld gedruckt und an die
Kumpel ausgezahlt. Nachdem die Grube im Jahre 1923 kurz vor dem
Ruin stand, wurde ab 1926 kräftig weitergebaut. In diesem Jahr
wurden die Fördertürme auf Carolus Magnus errichtet. Ebenso wurde
eine Kokerei mit 100 Koksöfen zur Verarbeitung der geförderten
Fettkohle in Betrieb genommen. Zusätzlich wird eine Kohlenwäsche
und eine Benzolanlage installiert. In Jahr 1928 entsteht das heute
noch vorhandene Verwaltungsgebäude.
1930 erhielten die beiden Schächte ihre Teufe
von fast 710 m bzw. 699 m. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schacht
I nochmals um weitere 140 m abgeteuft. Nach den Jahren des Auf- und
Ausbaus trifft der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die Grube wie
ein Schlag ins Gesicht. Bereits ein Jahr zuvor hatte die
Kohlenhandelsgesellschaft der Grube, die Carbona ihre
Verkaufstätigkeit in Deutschland eingestellt. 1940 wird die Grube
dann unter deutsche Zwangsverwaltung gestellt. Mit dem Ausbruch des
Zweiten Weltkrieges verschlechterte sich die Versorgungslage auf
Carolus Magnus immer weiter. Es fehlte vor allem an Fachkräften,
die nur unzureichend durch "bergfremde Kräfte", Kriegsgefangene und
Internierte kompensiert werden konnten. Kriegsbedingt wurde die
Grube im Jahre 1944 geschlossen. Im September wurden die
Tagesanlagen durch Bombenangriffe stark zerstört. Die Kokerei fiel
diesen Angriffen fast vollständig zum Opfer. Die vor Ort
verbliebene Notbelegschaft konnte nicht verhindern, dass Teile der
Grube absoffen, da kein Strom zum Betrieb der Pumpen zur Verfügung
stand. Oktober 1944 wurde Übach-Palenberg von alliierten Truppen
eingenommen. Durch die besonderen Besitzverhältnisse - die Grube
war immer noch oder besser gesagt wieder in französischer Hand,
wurde der Wiederaufbau stark vorangetrieben. Carolus Magnus war
somit eine der ersten deutschen Gruben, die die Produktion wieder
aufnehmen konnte. In den Jahren 1948 bis 1956 wurden nicht nur die
technischen Anlagen modernisiert, sondern auch 560 neue
Werkswohnungen geschaffen.
1963 wurden auch die Schächte verfüllt. Von 1972
bis zum Ende der 80er Jahre wurden die Bergehalden teilweise
abgetragen, um die dort enthaltene Restkohle zurückzugewinnen. Im
Sommer 1967 werden die Schachtgerüste abgebrochen.
Bemerkenswert für die Grube Carolus Magnus ist
jedoch der Umstand, dass nach dem Ende der Bergbautätigkeit große
Teile der Verwaltungsgebäude erhalten blieben. Daneben bildet der
charakteristische Wasserturm ein Wahrzeichen für die gesamte
Region.
Das Verwaltungsgebäude wurde zu einem
Dienstleistungszentrum umgestaltet, wobei wichtige Elemente im
Innern wie z.B. die Lohnhalle erhalten blieben. In jüngster Zeit
wurde die ehemalige Waschkaue vollständig ausgebaut. So wurde ein
repräsentativer Veranstaltungsort geschaffen, in den Nebenräumen
sowie im gesamten Kellergeschoss konnten kleinere Gewerbebetriebe
und Fortbildungsinstitutionen eingerichtet werden.
Infos zum
Cache
Dies ist ein
MINI-Night-Cache der Größe "micro".
Die oben angegebene
Koordinate ist der Startpunkt. Der Cache sollte wegen zwei
Reflektoren bevorzugt abends gemacht werden.
Startet beim angegebeben Wegpunkt in Richtung
Brücke (an der Kneipe vorbei).
Die Brücke hat auf jeder Seite eine Treppe.
Am Anfang einer Treppe findet ihr einen Reflektor. Dort geht ihr
hoch.
Am Ende der Treppe angekommen, geht nach rechts
weiter (mit dem Straßenverlauf)!
Um den nächsten Wegpunkt
herauszufinden, müsst ihr folgenden Fragen
beantworten:
1. Wie viele Laternen stehen auf
der linken Seite des Bürgersteiges bis zur Bushaltestelle? =
A
2. Ihr kommt zur einer Ampel.
Wie viele Buchstaben stehen über dem Knopf? = B
3. Folgt ihr der Straße weiter
kommt ihr an ein Wegkreuz. Zählt dort die Buchstaben (ohne
Ausrufezeichen) und bildet die Quersumme der Zahl. =
C
4. Geht die Straße weiter
entlang. Ihr kommt an ein kleines Versorgungshäuschen. Bildet die
Quersumme der Zahlen unter dem Buchstaben "L". =
D
5. Wenn ihr auf der Straßenseite
weitergeht, kommt ihr an einen Zebrastreifen. Überquert diesen und
zählt dabei die weißen Striche. = E
N C0°CC.(D-C)8(D-C) E
00E°0E.EA1
Nun habt ihr die Koordinaten des nächsten
Wegpunktes.
Schaut von diesem Wegpunkt mit
der Taschenlampe nach einem Relikt aus der Bergbauzeit.
Ganz in der Nähe findet ihr den Cache;)
Alle Caches dieser Serie:
Der EBV - Grube Adolf in Merkstein
(1)
Der EBV - Grube Anna in Alsdorf (2)
Der EBV - Grube Carl-Alexander in Baesweiler
(3)
Der EBV - Grube Carolus Magnus in Übach-Palenberg
(4)
Der EBV - Grube Emil Mayrisch in Siersdorf
(5)
Der EBV - Grube Maria in Mariadorf
(6)