Das sowjetische Ehrenmal
Hier, ein wenig hinter der Schwimmhalle Burg versteckt, befindet
sich ein sowjetisches Ehrenmal. Es wurde am 7. Oktober 1974 zum
Gedenken an im Jahr 1945 ums Leben gekommene Rotgardisten
eingeweiht. Bei dem Panzer handelt es sich um das Modell T34.
Dieser war zum Zeitpunkt der Einweihung noch funktionstüchtig, denn
4 Tage vor der Einweihung fuhr er noch einmal durch die Burger
Stadt bis zu seinen heutigen Standpunkt.
Soviel zur trockenen Geschichte. Und dann gibt es Momente im
Leben, in denen Geschichte lebendig wird, weil es für manche eben
nicht nur Geschichte, sondern gelebte und erlebte Vergangenheit
ist.
Als ich den Logeintrag vom Eliminator0815 las, war mir sofort
klar: das muss in die Cache-Beschreibung. Denn für ihn war es
tatsächlich erlebte Vergangenheit. Aber lest selbst!
"Ich leistete meinen "Ehrendienst" in der
"Clausewitz"-Kaserne vom 1.11.73 bis 30.4.75 zwar nicht direkt beim
Panzerregiment, hatte aber Einblick in das Leben bei den
"Kettenkloppern", weil wir mit unserer kleinen Einheit ebenfalls in
dieser Kaserene untergebracht waren. Auf einer Abstellfläche hinter
der Kaserne standen unzählige Panzer vom Typ T34, die für zwei im
Kriegsfall aufzustellende Reserveregimenter bestimmt waren. Ein
Trupp Soldaten hatte in ihren 1 1/2 Jahren Dienstzeit nichts
anderes zu tun, als diese Panzer zu warten und einsatzbereit zu
halten. Und ich mußte diese Abstellfläche oft genug vor dem [...]
Klasssenfeind [...]bewachen.
Am 7.Oktober 1974 wurde ich dann zur Einweihung des
sowjetischen Ehrenmals auf dem ehemaligen Westfriehof
abkommandiert, wo ich gemeinsam mit Sowjetsoldaten die Ehrenwache
stehen mußte. Abwechselnd standen jeweils ein Russe und ein
NVA-Soldat entlang der Mauer mit den Gedenktafeln. Sehr "gespannt"
ließen wir die Reden der Honoratioren der russischen Truppenteile
in Burg, der SED-Leitungen und der Stadt- und Kreisverwaltung über
uns ergehen. Der Panzer ist tatsächlich am 3. Oktober aus
Waldfrieden bis zu seinem heutigen Standort auf eigenen Ketten
durch die Stadt gefahren und wurde erst hier unbrauchbar
gemacht.
In den Jahren nach der Wende gab es des Öfteren Versuche,
den sowjetischen Ehrenfriedhof zu entfernen und den Panzer zu
verschrotten. Besonderen Anstoß nahm man an der Tatsache, daß die
Kanone des Panzer direkt auf den deutschen Soldatenfriedhof zeigt,
der sich westlich des sowjetischen befindet. Zu DDR-Zeiten wußte
jedoch kaum jemand von diesem deutschen Gräbern, denn das Areal war
von einer großen Hecke (besser gesagt Gebüsch) völlig verborgen. Er
wurde erst nach der Wende wieder zugänglich gemacht. Ich war
entsetzt über das jugendliche Alter der gefallenen deutschen
Soldaten, die oftmals noch kurz vor Kriegsende ihr Leben für diesen
unsinnigen Krieg ließen."
Der erste Cache, der hier lag, ist leider verschwunden. Bitte
legt den neuen genau an seine Stelle zurück.
Herzlichen Glückwunsch dem BKA als Erstfinder!
