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HISTORYCACHE" Mittelalterlicher Töpfereibezirk" Traditional Cache

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Hidden : 1/29/2009
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:


Dieser Cache soll an einen mittelalterlichen Handwerksbezirk, in dem Eisenverhüttung und Töpferei nebeneinander betrieben wurden, erinnern, quasi ein Vorläufer der heutigen Industriegebiete. In dem bewaldeten Gebiet an der Birgelener-Arsbecker „Bahn“ ist der Umfang des Töpfereibezirkes vorläufig nicht genauer festzustellen; entlang dem Schaagbach jedenfalls über 1 km lang.
Karte Töpfereibezirk

Nach jüngeren Beobachtungen dehnt sich der Töpfereibezirk noch wenigstens 700 m nordostwärts in Richtung Dalheim-Rödgen aus, wo ein Töpferofen in der Tongrube Schmitz beobachtet wurde. Der Ofen wurde beim Tonabbau zerstört. Nach Angaben vom Finder war der Ofen im Südhang einer flachen west-östlich streichenden Anhöhe angelegt. Vom Ofen selbst konnte er 1,20 m unter der heutigen Oberfläche noch eine wannenförmige 0,15 m starke Verziegelung von 1,30 m Länge und 0,70 m Breite beobachten, in der wohl die Reste der Feuerkammer desselben vorliegen dürften. Auf der Sohle der Verziegelung lag eine bis zu 0,06 m starke Holzkohleschicht, und darüber folgten verstürzte humose Schichten, die mit verziegelten Lehmbrocken und Scherben der in dem Ofen gebrannten Ware durchsetzt waren. Bei dieser Ware handelt es sich zum größten Teil um Scherben von graublauen Kugeltöpfen, zum kleineren Teil um Pingsdorfer Geschirr. Es ist die gleiche sogenannte ’Wildenrather Keramik’, die zum ersten Mal  im Zusammenhang mit der Bekanntgabe eines Töpferofens bei Wildenrath herausgestellt wurde. Charakteristisch für die Kugeltöpfe der Wildenrather Ware sind die auf der Schulter der Gefäße recht häufig in Dreiergruppen angeordnete Stempelzier – es sind Rundstempel mit Kreuz-, Stern- oder Rautenmuster – und die doppelten Dellengruppen in der Halskehle. Der Ton ist fein gemagert und relativ hart, fast steinzeugartig gebrannt. Daher überwiegt in der Farbe der Oberfläche ein helles Grau. Die Töpfe sind vom Boden bis zur Mündung handgeformt. Bei unserem Ofen fällt ihre etwas birnenförmige, nicht kugelige Form auf. Die Ränder sind keulenförmig verdickt und nach außen schräg abgestrichen.

Keramik

Neben dieser Gebrauchsware wurde, wie auch in den anderen Öfen, als feines Geschirr Pingsdorfer Ware gebrannt, vornehmlich becherartige Formen. Auch dies scheint für die sogenannte Wildenrather Keramik bezeichnend zu sein. Sie sind auf der Drehscheibe hergestellt, dünnwandig, im Ton hellgelb und auf der Schulter unter einem freien Rand und Halsfeld mit rotbraunen Gittermustern bemalt.

Aufgrund der gefundenen Töpferöfen darf angenommen werden, daß im frühen Mittelalter (zweite Hälfte 11. Jh. bzw. 12. Jh.) im Raume Wildenrath, Birgelen und Dalheim-Rödgen ein bedeutendes Töpferzentrum bestanden hat. Unter diluvialen und alluvialen Flugsanden stehen hier tertiäre Tone an, die in einem Horst zwischen der Erkelenzer Lößebene im Osten und dem Rurtal im Westen nahe an die Oberfläche treten.

 Schanze
Auf dem Nordufer des Schaagbaches liegt eine kleine Schanze.  Der östliche Teil besteht aus einer ziemlich regelmäßigen, halbkreisförmigen Fläche mit einer größten Ausdehnung von 60 m. Nach Süden ist ein Wall, parallel zum Schaagbach, in einer Breite von 4-5 m errichtet. Im Westen, Norden und Osten begrenzt ein 8-10 m breiter Graben das Kreissegment. Nach Westen schließt sich ein unregelmäßig geformtes Werk an, das den Eindruck erweckt, als wäre es nie völlig fertig und von dem östlichen Kreisgraben durchschnitten worden. Das nach Osten gelegene Erdwerk ist jünger oder gleichaltrig mit dem bachaufwärts gelegenen „Pingsdorfer“ Töpferofen. Durch den Bach sind nämlich große Scherbenmengen, die von dem Haufen zerbrochener und fehlgebrannter Töpfe östlich der „Birgeler Bahn“ herrühren, talwärts getrieben worden”. Bei dem Bau der Befestigung aber wurde der Bach verlegt und durch den Graben an der Südseite geleitet. Eine Grabung im alten Bachbett ergab, daß die Sohle mit Scherben aus dem genannten Ofen übersät ist. Nach der Fertigstellung des Erdwerkes konnten die Scherben nicht mehr an die betreffende Stelle gelangen. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß die Töpferöfen auch nach der Errichtung der Anlage noch weiter in Betrieb gewesen sind. Ob die Anlagen mit den Töpfereien gleichzeitig sind, ist ungeklärt; auch ist das Verhältnis zu vorhandenen Eisenschmelzspuren offen. Sollte sich eine Gleichzeitigkeit erweisen, dann dürften die Erdwerke vielleicht zum Schutz der Gewerbeanlagen vor beutelustigen Horden gedient haben.

Alle Texte und Bilder stammen aus dem Buch "Archäologie im Kreis Heinsberg I - Bodendenkmäler und Funde im ehemaligen Kreis Geilenkirchen-Heinsberg" von Wilhelm Piepers, erschienen 1989 im Selbstverlag des Kreises Heinsberg.
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Heute ist dieser Wald ein Naturschutzgebiet.Um diesen Cache zu machen, muß der offizielle Weg nicht verlassen werden!

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