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Sagen & Mythen: Der Wassenberger Galgenberg Traditional Cache

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Quidam41849: Ab ins Archiv

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Hidden : 4/1/2009
Difficulty:
1 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:

Small-History-Cache

                           Der Wassenberger Galgenberg

 

                                                       

Das Amt Wassenberg besaß jahrhundertelang ein eigenes Gericht. Das Gerichtshaus befand sich sehr lange am unteren Ende der Kirchstraße. Der Wassenberger Vogt führte bei der Gerichtsverhandlung den Vorsitz. Bis 1550 besaß das Hauptgericht zudem 6 Schöffen, auf Lebenszeit gewählt, später sieben. Im Jahre 1555 kam es durch den Herzog von Jülich zu einer neuen Prozessordnung. Vorher galt auch hier die Rechtsprechung nach Prozeßbüchern, wie z.B. der Sachsenspiegel, Schwabenspiegel oder eigene Volks- und Stadtrechte.

Noch heute sind viele alten Gerichtsakten erhalten. Bei leichten Vergehen wurde der Delinquent durch die Stadt geführt, um einen Bürgen für sich zu finden. Für den Angeklagten trat, wenn er sich nicht selbst verteidigen konnte, ein Fürsprecher auf. Die Schöffen entschieden, ob der Angeklagte der „peinlichen Befragung“ oder sogar der Folter unterworfen wurde. Die Praxis dieser sadistischen Tortour war grauenhaft.
Auch das Wassenberg vom Mittelalter und früher Neuzeit kannte die Folter. Am Ende, wenn der gefolterte Mensch unter furchtbaren Qualen gestand, folgte die drakonische Strafe gleichermaßen für Jung und Alt: Hängen, Köpfen, Rädern, Verbrennen, Ertränken – Hinrichtungsformen, die in den Wassenberger Gerichtsakten oft zu finden sind.

Kinder und Jugendliche werden genauso wie Erwachsene behandelt. Die soziale Kathegorie „Kind“ gab es noch nicht.
Die häufigste Todesstrafe war in Wassenberg der Galgen. Der Wassenberger Galgenberg „dr Jaljeberch“, noch heute so genannt, liegt oberhalb des Waldrestaurants „Tante Lucie“, - in der Nähe der heutigen Klosterstraße. Der Hügel hat viel Schreckliches gesehen. Viele sind hier „mit dem strick so vom leben zum thodt“ gelangt.
Bei solchen Ereignissen umstanden meist zahlreiche Zuschauer den ort der Handlung. Magistrat und Geistlichkeit sind aus offiziellen Gründen anwesend.
Unterwegs zum Galgenberg verweilt der Verurteilte in Wassenberg noch einen Augenblick an einem religiösen Bilderstock, in der nähe des Brühltores. Dann wird er an eine Karre gebunden und durch die „bruel“ zum Galgenberg geführt. Am Richtort erfleht ein Geistlicher für ihn die Barmherzigkeit Gottes. Das Urteil wurde dann nochmals verlesen. Dann zerbrach der Vogt ein Holzstäbchen („den Stab über jemanden brechen“) und das Urteil wurde vollstreckt.

 Besonders in den unruhigen Zeiten des „Hundertjährigen Krieges“ mit seinen „Mordbuben, seinem Gesindel, seinen entlaufenen Söldnern, seinen Streiffern, Freibeutern, plünderern, Straßenschändern“ muss der Scharfrichter oft in Aktion. Zahlreiche Angaben finden sich darüber in den Wassenberger Gerichtsakten des Hauptstaatsarchives Düsseldorf.

 

      Der Weg zum Wassenberger Galgenberg          Die Anhöhen des Wassenberger Galgenberges

 

                                Hier einige Schicksale, die einst an dieser Stelle ihr Ende fanden:

 

                                            Die Strafe

Dezember 1550 – Die berühmt-berüchtigten Blaatesräuber werden in ihrem Versteck im Walde zwischen Myhl und Gerderath von zwei in Bauerntracht verkleideter Kompanien Grenadiere gefangen genommen. Das Hauptgericht in Wassenberg ließ die Räuber foltern. Als sie alles gestanden hatten, wurden die Urteile gesprochen. Der Räuberhauptmann Hessel wurde „lebendig gerädert“, in furchtbarer Weise gequält und erst nach stundenlanger Prozedur zum Tode gebracht. Seine Spießgesellen kamen alle an den Galgen und blieben dort solange hängen, bis sie herunterfielen. Die Räubergeschichte erzählt: „Auf dem Galgenberg wurden 18 Galgen errichtet, welche wie ein verdorrter Wald aussahen.“

 

1584 – Ein junger italienischer Soldat wird von Wildenrathern bei der Plünderei ertappt, ergriffen und nach Wassenberg ins Verließ geschafft. Auch er endet auf dem Galgenberg.

 

1586 – Ratheimer Schützen erwischen 1586 zwei blutjunge Burschen, die verirrt, versprengt und verlaufen, ohne „passeport“ angetroffen werden. Einer hat eine junge Frau mit einem Kleinkinde bei sich. Die Burschen werden nach Wassenberg gebracht und dort gefoltert. Einer gesteht unter höllischen Schmerzen „heimliche Mordtaten“. Tod durch den Strang lautet das Urteil. Seine junge Frau wird davon gejagt.

 

14.10.1587 – plündernde und herumstreunende Soldaten überfallen bei Arsbeck den Dedericher Bauern und wollen ihm das Pferd stehlen. Zur Hilfe eilende Nachbarn greifen ein. Die Täter fliehen, werden verfolgt, einer wird eingeholt. Nach Wassenberg gebracht, macht man kurzen Prozess mit ihm. Auf dem Galgenberg endet er am Strang.

 

1597 – Birgelener Schützen fangen fünf Herumstrolcher: drei werden peinlich examiniert, zwei gefoltert und alle durch das Wassenberger Gericht zum Galgen verurteilt.

 

Also denkt daran, … wenn ihr diese Dose hebt, dann verfolgen euch mit Sicherheit die Augen vieler hingerichteter Seelen, die einst hier auf den Hügeln ihr Ende fanden.

Additional Hints (Decrypt)

va qre Zvggr iba Ubym- haq Jhemryerfgra

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)