Familie Goldberg - Gedenket und vergesset nie II
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Difficulty:
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Terrain:
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Size:
 (small)
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Dieser Multicache ist der zweite Teil einer Reihe und thematisiert das Leben der jüdischen Familie Goldberg zur Zeit des Nationalsozialismus. An den einzelnen Stationen müssen Hinweise und Micros gesucht werden, die die Koordinaten für die nächsten Stationen beinhalten. Ein Innenstadtcache als Reise in die Vergangenheit!
Wer ungestört suchen möchte, sollte einen anderen Cache aussuchen. Hier ist die Nick Knatterton Tarnmütze aufzusetzen!
Familie Goldberg – Gedenket und vergesset nie II
Eine Reise in die Vergangenheit
Anzahl jüdischer Bürger in Brilon
1933 = 75
1945 = 0
Parkmöglichkeit und Station I
N 51° 23.846
E 008° 34.412
Hier könnt ihr parken und findet auch gleichzeitig den ersten Hinweis mit den Koordinaten für Station II. Die nachfolgenden Texte solltet ihr an den jeweiligen Stationen lesen, um einen authentischen Zusammenhang zu haben.
Station II
Am Abend des 9. Novembers kam eine ältere Dame von einem Besuch in Meschede mit dem letzten Zug zurück. Sie ging den Berg hinauf in die Stadt und bemerkte plötzlich zahlreiche Männer. Es war damals sehr dunkel in der Stadt… Laternen gab es noch keine… In der Nähe der Hubertusstraße wurde die Frau angehalten und durfte nicht weitergehen. Alles war rund um die Synagoge abgesperrt… Als die Synagoge in Flammen stand, kamen immer mehr Neugierige die Friedrichstraße herunter…“ Ne` Masse Volk war da…Die Feuerwehr hatte kaputte Schläuche genommen, damit kein Wasser richtig spritzte.“
In Brilon haben in dieser Nacht keine Angriffe auf Geschäfte stattgefunden, weil die in „arischen“ Besitz übergegangen waren. Die meisten Familien waren auch nicht wohlhabend und boten keine Angriffsfläche für Übergriffe, mit einer Ausnahme: Familie Goldberg.
Das stattliche Gebäude forderte eine Attacke am ehesten heraus. Im Hause lebte nur noch die Witwe Goldberg. Dort drang am 10. November auch ein Trupp SA-Männer ein, zerstörte die Einrichtung, zertrümmerten das Porzellan, zerfetzten Kleider und stahlen einen Großteil des Hausrates.
(nach S.53-54, „Die Kristallnacht im Sauerland – 9./10. November 1938“, Wolfgang Arnolds, 1988)
Wieviele jüdische Bürger fielen in Brilon dem Nationalsozialistischem Regime zum Opfer?
Addiere die ermittelte Zahl zu den letzten 3 Zahlen der Nord- und Ostkoordinate N 51.23.540 und E 008.34.269 - sie führt dich zur Station III.
Station III
Salomon und Fanny Goldberg hatten vier Söhne und eine Tochter: Dagobert, Leopold, Alfred, Josef und Lore. Josef starb noch als Kind und der Vater wurde 1929 begraben. 1933 lebte keines der Kinder mehr in Brilon. Lore heiratete Kurt Wolff und war nach Köln gezogen, Leopold und Dagobert lebten in Dortmund.
Die Witwe lebte 1938 alleine in der Villa. Politische Amtsträger übten beständigen Druck auf sie aus, ihr Wohnhaus zu verkaufen. Sie schickten öfters SA-Leute, um mit ihr zu sprechen und ihr Furcht einzujagen. Am 11. November erschienen sie bei Frau Goldberg und sagten ihr, wenn sie jetzt nicht das Haus und das anliegende Grundstück verkaufe, würden sie sie in ein Konzentrationslager bringen. Trotz der Vereinbarung, dass die Witwe bis März 1939 in dem Hause wohnen dürfe, zog sie es vor lange vor diesem Termin auszuziehen und nach Köln zu gehen, trotzdem es ihr schwer fiel, Brilon zu verlassen, wo sie den größten Teil ihres Lebens zugebracht hatte.
Als Frau Goldberg nur unter Zwang bereit gewesen war, Brilon zu verlassen, lebten ihre vier Kinder schon im Ausland. Lore hielt sich in der Schweiz auf, Leopold lebte in London, Dagobert und Alfred lebten vermutlich schon zu diesem Zeitpunkt in Argentinien.
( nach S.98-101, „Juden in Brilon zur Zeit des Nationalsozialismus“ Hrsg. Demokratische Initiative e.V. , 1988)
Station IV
Die Kinder machten sich Sorgen, wie sie die nun in Köln in einem möblierten Zimmer wohnende Mutter retten könnten. Sie beschlossen, dass sie nach Deutschland reisen wollten, um die Mutter zu holen. Das war ein riskantes und lebensgefährliches Unternehmen, denn die Nationalsozialisten hatten angeordnet, dass alle zurückkehrenden jüdischen Emigranten zu verhaften und ins Konzentrationslager einzuweisen seien.
Alfred, Lore und ihr Mann Kurt machten sich auf den Weg, um die Mutter zu holen.
(S.101, „Juden in Brilon zur Zeit des Nationalsozialismus“ Hrsg. Demokratische Initiative e.V. , 1988)
Finde hier eine Zahlenreihe (die äußere oder die innere) und gebe den Zahlen von links nach rechts die Buchstaben des ABCs.
Nordkoordinate: B, B+D. G, I+J, A
Ostkoordinate: E+F, H+I. G+A, B+D, D-E
Station V
Alfred, Lore und ihr Mann Kurt fielen in die Hände der Gestapo und wurden nach Ausschwitz gebracht. Dort wurden sie im Jahre 1942 vergast.
Der Mutter gelang es, zu ihrem Sohn Dagobert nach Buenos Aires zu entkommen. Dort lebte sie nur noch kurze Zeit und starb 1943 aus Schmerz über den Tod ihrer Kinder, den sie nicht überwinden konnte.
(S.101, „Juden in Brilon zur Zeit des Nationalsozialismus“ Hrsg. Demokratische Initiative e.V. , 1988)
Ursprünglich war dieses Gelände größer. Gegen Kriegsende baute der Reichsarbeitsdienst absichtlich hier einige Baracken, auf deren Fundamente einige der hier angrenzenden Häuser gebaut wurden.
Bitte verhaltet euch möglichst respektvoll und unauffällig!
Texte und Bilder sind aus folgenden Büchern entnommen:
„Juden in Brilon zur Zeit des Nationalsozialismus“ Hrsg. Demokratische Initiative e.V. , 1988
„Die Kristallnacht im Sauerland – 9./10. November 1938“, Wolfgang Arnolds, 1988
Um die Finalkoordinaten zu erhalten müsst ihr folgende Aufgabe lösen:
N 51° -------------
E 008° ------------
Nehmt für die Nordkoordinate das Geburtsdatum von Fanny Goldberg und wandelt es wie folgt um:
z.B. 28.2.1974 = 28.274
Dann subtrahiert 4.881 von der erhaltenen Zahl und setzt sie ein.
Die Ostkoordinate erhaltet ihr auf dem gleichem Rechenweg, jedoch benötigt ihr hierfür das Sterbedatum, dass ihr mit 2.293 addiert.
Station VI (Final)
Waren dies wohl Zeitzeugen?
Additional Hints
(Decrypt)
Fcvrtry xnaa urysra, Fgngvba VI: Tnffr