Wolfstour #1 - Judenstein
-
Difficulty:
-
-
Terrain:
-
Size:
 (micro)
Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions
in our disclaimer.
Dieser Cache ist Teil der Sightseeing-Serie „Wolfstour“.
Sie führt die Besucher der einzelnen Caches durch 500 Jahre Stadtgeschichte entlang an historischen Gebäuden, Kunstwerken und Sehenswürdigkeiten, und soll dir die Schönheit der Wolfsberger Altstadt ein klein wenig näher bringen.
Alle Stationen sind mit Hinweistafeln versehen die Auskunft über die jeweilige Sehenswürdigkeit geben.
Die Serie hat dann ihren Reiz, wenn man die einzelnen Caches nicht einfach zum Punktesammeln verwendet, sondern sich ein wenig die nähere Umgebung genauer betrachtet, und vielleicht ein wenig das besondere Flair dieser Stadt einzufangen versucht.
Es können die Caches einzeln, oder die gesamte Serie in einem Stück zu Fuß, oder dem Fahrrad absolviert werden.
Hierbei erschließt sich einem Wolfsberg am besten.
Für Unverbesserliche kann natürlich auch alles mit dem Cachemobil „erfahren“ werden. Aber in der Wolfsberger Innenstadt befinden sich fast überall nur kostenpflichtige Parkplätze, und die Parksheriffs sind für ihre rigorose Abstraffung berühmt-berüchtigt.
Solltet ihr die Serie als Ganzes absolvieren, so empfehle ich euch, die Caches in der Reihenfolge ihrer Nummerierung zu heben.
Ein Dauerparkplatz für´s Cachemobil befindet sich bei N 46° 50.500 E 014° 50.660.
Ich hoffe, diese Serie bringt euch diese wunderschöne Stadt im Herzen des Lavanttals etwas näher, und ihr lernt sie so zu schätzen, wie wir die hier leben dürfen!
------------------------------------------------------------------------------------------------
Dieser Cache führt dich zu einem geschichtsträchtigen Gedenkstein in der Nähe der Lavant.
Hier befindet sich der Judenstein, welcher an Pogrome im Mittelalter erinnern soll.
Ein "wenig" Geschichte:
Im Jahre 1338 war mehr als die Hälfte der Stadt Wolfsberg von Juden bewohnt.
Damals gab sich ein Franziskaner des Minoritenklosters in der Stadt viel Mühe, die Juden zu belehren und sie von der leibhaftigen Gegenwart Christi im heiligen Altarsakrament zu überzeugen. Aber sie blieben verstockt.
Die verschmitzten Feinde Christi, heißt es, hätten das Versprechen gegeben, sich zum Christentume zu bekehren, wenn sie sich von der Gegenwart Gottes in der geweihten Hostie persönlich vollkommen überzeugt haben würden. Der Minoritenpater ließ sich verleiten, den Juden zu diesem Zwecke geweihte Hostien zu verkaufen.
Die Juden begannen die Hostien in frevelhafter Absicht zu untersuchen. Sie warfen sie auf einen Tisch und stachen mit Messern und anderen spitzen Instrumenten in dieselben, worauf sogleich Blut aus ihnen floss. Obgleich darüber sehr erstaunt und verwirrt, wollten die Frevler weitere Proben machen. Sie warfen die Hostien in das Feuer eines offenen Herdes, auf welchem sie kochten. Aber siehe da, die heiligen Hostien wurden aus den Flammen unversehrt emporgetragen und flogen im Zimmer umher. Nun wurde den Juden Angst und Bang wegen ihrer Missetat, und sie beschlossen, die Hostien, welche das Feuer verschont hatte, im Wasser zu vertilgen. Sie warfen sie daher in die Lavant. An einer Stelle, die heute noch gezeigt wird, wo sich ehedem am Ufer ein großes Felsstück erhob und daher der Schwall des Wassers größer war. So hofften sie, dass daselbst die Hostien fortgeschwemmt und das Andenken an ihre böse Tat verschwinden würde. Aber es sollte anders kommen.
Unmittelbar, nachdem diese böse Tat geschehen war, trieb ein Hirte seine Herde aus der Stadt an jene Stelle am Ufer der Lavant. Der erstaunte Hirte trat an das Ufer und bemerkte, wie mitten im strömenden Flusse leicht und ruhig auf dem Wasser Hostien schwammen, und zwar nicht bloß auf dem Wasser, sondern durch einen im Fluss sich erhebenden Stein hindurch. Dieser Stein, durch den die Hostien schwammen, ist noch heute zu sehen und wird als Judenstein bezeichnet.
Sofort machte der Hirte dem Stadtpfarrer Anzeige, schnell verbreitete sich auch die Kunde in der Stadt. Die Christen strömten in Scharen hinaus und beteten in Demut das Wunder an. Auch der Pfarrer kam in feierlicher Prozession, um die Hostien aus dem Flusse zu erheben, aber er wurde von Gott dieser Ehre nicht gewürdigt und musste unverrichteter Sache zurückkehren. Nun schickten die Bewohner von Wolfsberg Boten an den frommen, sittenreinen, fast im Geruche der Heiligkeit stehenden Abt Heinrich von St. Paul im nahen Benediktinerkloster mit der Bitte, er möge die heiligen Hostien erheben. Dieser kam nach Wolfsberg und ordnete ein dreitägiges Fasten und Beten an. Danach im frommen Vertrauen zog er mit seinen Konventualen, der Stadtgeistlichkeit und den Bewohnern Wolfsbergs hinaus zum Flusse, hielt die Patene eines geweihten Kelches ins Wasser und flehte inbrünstig zu Gott. Und siehe da, im Angesichte der ganzen Geistlichkeit und Bürgerschaft schwammen sofort zwei Hostien herzu und ließen sich mit der Patene erheben. Die dritte aber erhob sich und flog gegen Himmel. In der ganzen Stadt aber herrschte große Freude und jeder Gläubige pries den Herrn. Dies geschah am 19. August des Jahres 1338. Die erhobenen zwei Hostien wurden in einer besonderen Monstranz zur Anbetung aufbewahrt. Den Juden aber machte man den Prozess, der damit schloss, dass siebzig hingerichtet und die anderen alle aus Wolfsberg vertrieben wurden. Zugleich wurde auch das Minoritenkloster aufgehoben, da ja ein Pater desselben die Hostien den Juden verkauft hatte, und erst später wieder, nachdem es abgebrannt war, von einem bambergischen Vizedom aufgebaut und von neuem den Minoriten übergeben. Das Gebäude aber, wo die Juden die Hostien misshandelt hatten, wurde in eine Kirche Zum heiligen Blute verwandelt. Diese bestand bis in die jüngste Zeit, in welcher sie dem Baue des neuen Rathauses zum Opfer fallen musste. Ihre denkwürdigen Bilder blieben aber erhalten und wurden teilweise im Rathaussaal, teilweise in der heiligen Dreifaltigkeitskirche untergebracht, wo sie zu sehen sind.
Noch jetzt wird in der Dreifaltigkeitskirche abends zum Gedächtnis geläutet.
------------------------------------------------------------------------------------------------
Hinweis:
Für das Auffinden des Finals dieser Serie („Wolfstour - Bonus“) ist auf der letzten Seite des Logbuchs ein Hinweis notiert, der dir die Berechnung dafür ermöglicht.
Vergiss nicht diesen zu notieren!
Auf Grund der Größe des Cachebehälters wird die FTF Urkunde auf dem Postweg, oder bei einem persönlichen Treffen zugestellt.
Viel Spaß beim Rätseln und suchen! Happy caching!
Ps: Vielen Dank an silverray für die tatkräftige Unterstützung bei den Vorbereitungen zu dieser Serie!
Additional Hints
(Decrypt)
Qervßvt, ebg jrvß