Genau so ging es mir, als ich vor einigen Tagen von Steyr nach
Hause, nach Perg fuhr. Auf der Ennser Bundesstraße, der B115, war
ich unterwegs als mir auffiel, dass an diesem Tag besonders viele
sehr, sehr langsame Fahrzeuge in meiner Richtung unterwegs waren,
während glücklicherweise in der Gegenrichtung kaum etwas los war.
Also war das Überholen auf dieser Strecke gar nicht so schwierig
und ich konnte auf der neu ausgebauten Straße die um Dietachdorf
herumführt bereits gefahrlos eine ganze Gruppe von
Wohnwagengespannen hinter mir lassen.
Ich begann, mir die auffälligen Fahrzeuge die ebenfalls Richtung
Norden fuhren, zu merken. Zuerst war da der klapprige alte
Kastenwagen aus Ungarn. Die verwitterte Aufschrift sagte mir, dass
dieser Wagen einmal bei Magyar Posta im Dienst stand. Dort wurde er
sicher schon vor vielen Jahren ausgemustert. Kurz danach war dann
gleich der alte Käfer mit Vorarlberger Kennzeichen vor mir. Ihr
wisst schon, diese schwarzen Nummertafeln die man heute nur mehr
ganz selten sieht. Stoßstange und Radzierkappen auf Hochglanz
poliert, der hellblaue Lack in bestem Zustand. Als er gleich darauf
links blinkte und abbog war ich auch schon wieder vorbei an
ihm.
„Kronsdorf“, Ortsgebiet, 50km/h, Polizisten in zivilem Fahrzeug auf
der Lauer, Radarkasten am Straßenrand, usw. Ich kenne diese knapp
drei Kilometer durch Kronsdorf und weiß auch, dass man bis zur
Ortsendetafel leicht zum Gasgeben verleitet wird. Aber dann,
außerhalb des Ortsgebietes auf dem geraden Straßenstück, was war
da?
Ein Fahrzeug der Straßenmeisterei, das die Leitpflöcke reinigte.
An dem war ich schnell vorbei. Kurz vor Thaling war aber dann
dieses Wohnmobil aus Luxemburg, das ich wegen des Gegenverkehrs
nicht sofort überholen konnte und so hatte ich Gelegenheit die
verschiedenen Aufkleber am Heck zu studieren. Könnte das nicht ein
kleines Geocaching-Logo neben der Nummertafel gewesen sein? Das
wäre doch eine Idee, mit der fahrbaren Wohnung von Cache zu
Cache!
Und während ich so nachdachte, kam dann in Thaling von einem
Parkplatz ein knallrotes flaches Etwas langsam auf die Bundesstraße
zu. Wie es sich gehört, blieb er stehen und ließ mich vorbeifahren.
Ja, die Regeln des Straßenverkehrs gelten eben auch für einen
Ferrari. Er war nur kurz hinter mir, dann bog er in eine
Seitenstraße ab. Von wo war dieses rollende Bügelbrett? Ich habe
Null Ahnung. Aber was war das? Schon wieder ein Kleinlaster der
Straßenmeisterei. Dieser hatte eine von diesen rotierenden Bürsten
im Einsatz um den Straßenrand zu säubern. Auch dieser war wieder
sehr langsam unterwegs und ich war schnell vorbei an diesem
Arbeitsgerät. Und schließlich kurz vor den Autobahnauffahrten in
Enns war da noch ein kleiner Golf. Nicht mehr der Jüngste, aber
ganz OK. Voll bepackt und auch Einiges am Dach. Drinnen sah ich
junge Leute, die mir den Eindruck machten als ob sie nicht so recht
wussten welchen Weg sie nehmen sollten. Leider konnte ich nicht
helfen, denn es war kein Platz zum Stehenbleiben, außerdem kann ich
nicht norwegisch.
So. jetzt ging’s durch Enns, Österreichs ältester Stadt. Vorbei
an der Kaserne, Kreisverkehr, Wienerberg hinunter, über die
restaurierte Ennsbrücke und an der Ampel links Richtung Mauthausen.
Dieser Straße folgte ich bis ich nach ein paar Kilometern auf der
Mauthausener Brücke die Donau überquerte. Der Verkehr auf diesem
Abschnitt war erträglich, die Geschwindigkeitsbeschränkungen lassen
hier ohnedies nur ein „Mitschwimmen“ zu. Nach der Donaubrücke
musste ich der Bundesstraße B3 in östlicher Richtung folgen.
Aber was war das? Das durfte ja nicht wahr sein! Schon wieder
ein oranges Fahrzeug das im Schneckentempo vor mir auftauchte.
Große Drehlichter am Dach, Warnstreifen an den Ecken und in großen
Lettern über der Hecktüre „Streckenkontrolle“. Diesmal musste ich
geduldig folgen, bis es an der Abzweigung nach Mitterkirchen – an
der Ampel – der rechten Spur folgte. Aber da an der roten Ampel war
noch der weiße Nobel-BMW vor mir. Bei Grün setzte er sich nur
zögerlich in Bewegung und ich dachte schon, das geht so weiter mit
der Kriecherei. Aber zu der Werkstätte war es für den Italiener nur
mehr ein paar Meter und ich konnte auch diesen Wagen hinter mir
lassen.
Und, wie hätte es an diesem Tag auch anders sein können? Nach
nur einem Kilometer waren schon wieder zwei auffällige, langsame
Fahrzeuge in meiner Richtung unterwegs. Kein Gegenverkehr und
ausreichende Sicht und schon war ich vorbei an den beiden. Ein
weinroter 2CV und ein bulliger, heller Volvo, beide sicher mehr als
vier Jahrzehnte alt und natürlich mit französischem bzw. mit
schwedischem Kennzeichen. Internationale Oldtimerfreundschaft?
Ich folgte den Wegweisern nach Perg und kam so durch Furth und
an die Eisenbahnkreuzung. Und, was war da? Mit großem Abstand vor
der roten Ampel standen da „David und Goliath“ am Straßenrand.
„Goliath“ nannte ich den Sattelzug-Lkw mit nach vorne geklapptem
Führerhaus und zum kleinen, gelben Kombi passte „David“. Dieser
Fernlaster hatte Kisten und Paletten auf der Ladefläche; ein „P“
für Portugal konnte ich auf der Stoßstange erkennen. Zwei Männer
werkten im Motorraum herum und ich erkannte an dem zweiten Auto –
„Hydraulik Bärenthaler“ oder so ähnlich – ein Klagenfurter
Kennzeichen. Was täte der Große ohne dem Kleinen? Nachdem ich den
Zug und die rote Ampel abgewartet hatte ging’s mit erlaubter
Geschwindigkeit weiter. Aber natürlich! Nach dem Ende dieser
Beschränkung, tauchte wieder eine Schnecke auf. Ein schwarzer
Kastenwagen aus amerikanischer Fertigung, dunkle Fenster, breite
Reifen, eine Dachgalerie mit Leiteraufstieg und einem fetten
Reserverad am Heck. Eigenartig, und dann nur mit 40 km/h auf dieser
Straße! Irgendwie kamen mir da Szenen aus Mafiafilmen in den Sinn;
so ein Blödsinn, der Wagen war in Belgien angemeldet. Kein
Gegenverkehr und schon war ich an dem Van vorbei.
Endlich in Perg. Eigentlich hatte ich es nicht vor, aber es kam
mir einfach so in den Sinn. Ich bog kurz entschlossen auf den
Parkplatz vor dem Restaurant ein, nahm das Handy zur Hand und rief
meine Frau Lucia an. „Hast du nicht auch Lust auf Pizza oder
Mexikanisch? Ja, dann komm doch gleich jetzt zu N48°15.007’
E14°37.680’, du weißt schon, wo das ist.“ Und während ich noch in
Gedanken auf die Tasten des Handys blickte dachte ich mir: „Jetzt
ist ein guter Zeitpunkt einen neuen Cache auszulegen.“ Vorbereitet
hatte ich alles ja schon lange, und da ich ihn hier in der Nähe
platzieren wollte, war jetzt der richtige Zeitpunkt.
So, und jetzt seid ihr an der Reihe mit Italienisch oder
Mexikanisch, vielleicht mit einem Gläschen Rotwein und mit einem
Ewald9798-Cache als Vorspeise oder als Nachtisch. Den
Restaurant-Gutschein darf sich nehmen, wer den
Cache als VIERTER findet. Für den FTF ist eine kleine
Urkunde in der Box.
Guten Appetit von Ewald.
Kontrolle der Final-Koordinaten gefällig? Deine Lösung für die
Koordinaten dieses Rätsels kannst du auf geochecker.com überprüfen.
Geochecker.com.