 |
Hänsel und Gretel sind die Kinder eines armen
Holzfällers, der mit seiner Frau im Wald lebt. Als die Not zu groß
wird, überredet sie ihren Mann, die beiden Kinder nach der Arbeit
im Wald zurück zu lassen. Der Holzfäller führt die beiden am
nächsten Tag in den Wald. Doch Hänsel hat die Eltern belauscht und
legt eine Spur aus kleinen weißen Steinen, anhand derer die Kinder
zurückfinden. So kommt es, dass der Plan der Mutter scheitert. Doch
der zweite Versuch gelingt: Dieses Mal haben Hänsel und Gretel nur
eine Scheibe Brot mit, die Hänsel zerbröckelt, um eine Spur zu
legen. Diese wird jedoch von Vögeln gefressen. Dadurch finden die
Kinder nicht mehr nach Hause und verirren sich. Am dritten Tag
finden die beiden ein Häuschen, das ganz aus Brot, Kuchen und
Zucker hergestellt ist. Zunächst brechen sie Teile des Hauses ab,
um ihren Hunger zu stillen. In diesem Haus lebt jedoch eine
Hexe.
„Knusper, knusper, kneuschen, wer
knuspert an meinem Häuschen?“
„Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“.
Die Hexe lässt sich nicht täuschen, fängt die beiden, macht Gretel
zur Dienstmagt und mästet Hänsel in einem Käfig, um ihn später
aufzuessen. Hänsel wendet jedoch eine List an: Um zu überprüfen, ob
der Junge schon dick genug ist, befühlt die halbblinde Hexe jeden
Tag seinen Finger. Hänsel streckt ihr nun jedes Mal einen kleinen
Knochen entgegen, weil er Angst vor dem Tod hat. Als sie erkennt,
dass der Junge anscheinend nicht fett wird, und sie die Geduld
verliert, will sie ihn dann doch braten. Die Hexe bittet Gretel, in
den Ofen zu gucken, ob dieser schon heiß sei. Aber Gretel
behauptet, dass sie zu klein sei, um in den Ofen zu schauen.
Deshalb muss die Hexe selbst nachsehen. Als sie den Ofen öffnet,
schiebt Gretel die böse Hexe in den Ofen. Die Kinder nehmen Schätze
aus dem Hexenhaus mit und finden den Weg zurück zum Vater. Die
Mutter ist inzwischen gestorben. Nun leben sie glücklich und leiden
keinen Hunger mehr.
|